Trouble ist eine 1978 in Chicago gegründete Doom-Metal-Band. Die Musik der Gruppe, die zu den populärsten und bedeutendsten Genrevertretern gezählt wird, gilt als wegweisend für den Stil. So wird Trouble neben Pentagram, Saint Vitus und Candlemass zu den bedeutendsten und einflussreichsten Doom-Metal-Interpreten der 1980er Jahre gerechnet. Häufig werden die drei amerikanischen Gruppen Pentagram, Saint Vitus und Trouble gemeinsam als Begründung für den Erfolg des traditionellen Doom Metals im Verlauf der 1980er-Jahre und als ursächlich für die Etablierung des Stils als eigenständiges Genre unter dem Begriff Doom Metal benannt.

Die Band wird hinzukommend, gemeinsam mit Place of Skulls, als bedeutender Vertreter des Stils mit christlicher Botschaft gezählt. Insbesondere gilt die Gruppe aufgrund der Promotion ihres Debütalbums als jene, für welche die Stilbezeichnung White Metal erdacht wurde. Obwohl die Musiker ein negatives Verhältnis zu dieser Zuordnung betonen, wurde die Band der christlichen Rock- und Metal-Szene zugerechnet.

Trotz ihrer hohen Popularität, dem ihr zugeschriebenen Einfluss auf weitere Musikgruppen und das Musikgenre selbst sowie ihrem Status als Kult-Act blieb der kommerzielle Erfolg der Band gering.

Karriereverlauf Der tatsächliche Erfolg der Gruppe blieb über den Verlauf ihrer Karriere gering. Die ersten Alben der Band wurden in den Vereinigten Staaten kaum wahrgenommen und fanden nur wenige Abnehmer. Erst ein Vertrag mit dem von Rick Rubin gegründetem Label Def American zu Beginn der 1990er Jahre ermöglichte der Band ein größeres Publikum, bei welchem sich Trouble, trotz der Produktion von Musikvideos und der Kooperation mit dem populären Label, allerdings nicht durchsetzen konnte. Zugleich war die Bandbesetzung durch diverse personelle Wechsel, die zu längeren Lücken in den Aktivitätsphasen der Band führten, stetig instabil. Trotz ihres geringen Erfolges in ihrem Heimatland genießt die Gruppe hohes Ansehen unter Musikern und verfügt insbesondere im europäischen und asiatischen Ausland über eine konstante Fangemeinde.

Gründung bis zum ersten Vertragsabschluss (1978 bis 1984) Der Gitarrist Rick Wartell gründete Trouble 1978 während seiner High-School-Zeit und brachte sich selbst als Gitarrist und Sänger der Band ein. Als weitere Musiker beteiligten sich der Bassist Mike DiPrima und der Schlagzeuger Mike Slopecki. In dieser Schülerband-Besetzung spielte Trouble ein erstes Konzert am Gordon Technical Institute in Chicago. Erst mit einer 1981 geschalteten Zeitungsannonce im Illinois Entertainer warb Wartell weitere Musiker an. Durch den Einstieg des zweiten Gitarristen Bruce Franklin und des Sängers Eric Wagner, welche bereits zuvor gemeinsam in einer Band gespielt hatten, und der nachfolgenden Veränderung der Rhythmusgruppe mit dem Bassisten Ian Brown und dem Schlagzeuger Jeff Olson formierte sich die Gruppe, die zumeist als Urbesetzung Troubles betrachtet wird.

In den ersten Jahren ihrer Aktivität spielte die Band jährlich ein Demoband ein, bis sie einen Vertrag mit Metal Blade Records abschließen konnten. Bereits in der Demophase zeichnete sich eine aufkeimende Unbeständigkeit in der Besetzung der Band ab. Bis zu den Aufnahmen des Debüts trat die Band gelegentlich in Chicago und Umgebung auf, spielte und probte jedoch unentwegt vier Mal pro Woche miteinander. Den Vertrag erlangte Trouble, nachdem ihr Auftritt im Deaf Club, vor Gehörlosen, Fans und Freunden der Band, in Aurora, Illinois vom 5. Februar 1983 aufgenommen worden war und in der Tape-Trading-Szene Bekanntheit erlangt hatte. Die Aufnahme kam in die Hände von Produzent Brian Slagel von Metal Blade Records, welcher die Band anschließend unter Vertrag nahm.

Mit Metal Blade Records (1984 bis 1987) Im Gespräch mit dem Musikjournalisten Martin Popoff erklärte Wartell, dass die Gruppe den Schreibprozess für die Stücke des Debüts sowie die des zweiten Albums The Skull weitestgehend abgeschlossen hatte, als sie zu den Aufnahmen nach Los Angeles aufbrach. Für die Fahrt nach Kalifornien kauften die Musiker einen Van und mieteten einen Anhänger für das Equipment der Gruppe. Während der Fahrt brach der Anhänger aus, rutschte über die Fahrbahn, verlor einen Teil des Equipments und zog das Auto in die Fahrbahnbegrenzung. Trotz des Unfalls, der keine größeren Schäden verursachte, setzte die Band die Reise fort und schloss die Aufnahmen zu Trouble binnen weniger Wochen ab. Bill Metoyer unterstützte die Aufnahmen, brachte sich jedoch ausschließlich als Tontechniker ein. Das so ohne einen ausführenden Produzenten in den Track Record Studios aufgenommene Debütalbum erschien im März 1984. Im gleichen Jahr wurde die Single Assassin ausgekoppelt. Metal Blade Records arrangierte zur Promotion des Albums einige Auftritte mit der Thrash-Metal-Band Slayer, welche die Band auf ihrem Rückweg nach Chicago absolvieren konnte. Allerdings wurde die Tournee schlecht besucht. Wartell erläuterte, dass Slayer und Trouble zu diesem Zeitpunkt kaum Publikum anzogen. Lediglich ein Konzert der Tournee, das in Pismo Beach stattfand, bezeichnete er mit einem Publikum von etwa 1500 Personen als eindrucksvoll.

Trouble wurde kaum wahrgenommen und generierte trotz wohlwollender Kritiken und Bemühungen des Labels keine Popularität. Wagner erläuterte, dass die in Anlehnung an die christlichen Texte bemühte Bezeichnung der Band als White Metal auf Promotionsarbeiten des Labels auf diese Zeit zurückzuführen sei. Metal Blade Records schuf damit eine Abgrenzung zu der damals vom Label für Gruppen wie Slayer und Danzig bemühten Bezeichnung Black Metal. In den folgenden Jahren etablierte sich der Terminus White Metal für christliche Bands.

Im darauf folgenden Jahr erschien ein weiteres Demoband sowie das zweite Studioalbum The Skull, welches ebenfalls in den Track Record Studios in Los Angeles aufgenommen wurde. Diesmal brachte sich Slagel als Produzent ein. Zur Promotion des Albums buchte Wartell eine Tournee entlang der Ostküste der Vereinigten Staaten, welche er als erfolgreich und gegenüber der Tournee zu Trouble als gut besucht beschrieb. Trotz der Tournee blieb der Absatz von The Skull unter den Erwartungen der Gruppe und des Labels zurück. Hinzukommend intensivierten sich im Verlauf der Tournee die Probleme innerhalb der Band, welche zu erneuten personellen Wechseln führten. In einer für Allmusic verfassten Biografie benennt Eduardo Rivadavia „Drogenmissbrauch und die Ernüchterung über ihre dürftigen Verdienste“ als wesentliche Aspekte der internen Spannungen. Ebenso berichtete Wagner von vermehrtem Drogenkonsum in der Gruppe, der mitunter zu einem harscheren Klang des Albums The Skull geführt habe.

mini|In den Studios der Chicago Recording Company nahm die Gruppe das Album Run to the Light mit Iain Burgess auf Die Spannungen weiteten sich mit der Veröffentlichung des ebenso wie Trouble und The Skull kommerziell erfolglosen Albums Run to the Light 1987 auf das Verhältnis zum Label aus. Das in den Studios der Chicago Recording Company mit Iain Burgees (Big Black, Naked Raygun, Ministry) als Tontechniker und Jim Faraci (Poison, Ratt, L.A. Guns) als Produzent aufgenommene Album blieb kreativ und kommerziell hinter den Erwartungen des Labels zurück. Auch folgende Festival-Auftritte, unter anderem beim Milwaukee Metalfest, bei welchen sich die Band einem größeren Publikum präsentieren konnte, verbesserten den Absatz des Albums nicht. Metal Blade Records beendete abschließend die Kooperation mit Trouble, was die Band in einen mehrjährigen Aktivitätseinbruch führte.

Mit Def American (1989 bis 1992) Nach drei Jahren überwiegender Inaktivität kehrte Trouble 1990 mit Def American von Rick Rubin als neuem Vertragspartner und einem zweiten selbstbetitelten Album zurück. Die Musiker erläuterten den Titel als Zeichen des gefühlten Neubeginns der Gruppe. Entsprechend wurde im Zuge der Veröffentlichung das Debütalbum in Psalm 9 umbenannt.

Rubin, der das Album hinzukommend produzierte, hatte mit der Gruppe 1989 einen Vertrag abgeschlossen. Trouble wurde von Kritikern hoch gelobt und von einer anschließenden mehrjährigen Tournee begleitet. Def American koppelte mehrere Singles aus dem Album aus und finanzierte Musikvideos für die Stücke R.I.P. At the End of My Daze, The Misery Shows (Act 2) und Psychotic Reaction. Allerdings entstanden Konflikte zwischen Def American, der Warner Music Group, die als damals mit Def America kooperierender Vertriebskonzern die kommerziellen Entscheidungen beeinflusste, und Trouble um die Frage, welche Stücke wann ausgekoppelt und mit Musikvideos versehen werden sollten, sowie um die Gestaltung der jeweiligen Videos.

Mit Manic Frustration wurde 1992 ein weiteres, erneut von Rubin produziertes Album in Kooperation mit Def America veröffentlicht. Von dem Album wurden fast 100.000 Exemplare abgesetzt und es zeichnete sich damit als erfolgreichstes Album der Gruppe aus. Im Schreib- und Aufnahmeprozess zu Maniac Frustration erhöhten das Label sowie das Management zunehmend den Druck auf die Band, diese solle Songs schreiben, die sich als Radio- und Mainstream-tauglich erweisen. Unterdessen drifteten die Ideen der Musiker auseinander. Bruce Franklin erklärte im Gespräch mit Martin Popoff, dass die Gruppe während des Schreib- und Aufnahmeprozesses erstmals in interne Konflikte hinsichtlich der weiteren musikalischen Entwicklung der Gruppe geriet. Wagner strebte einen psychedelischeren, von den Beatles beeinflussten Klang an, während Franklin die Fortführung des Doom Metal bevorzugte. Ebenso erhärtete sich der Konflikt zwischen Trouble und Def American. Das Label veröffentlichte Memory’s Garden sowie Scuse Me/Sleeper als Singles und produzierte ein Video zu Memory’s Garden. Die Band bevorzugte ein Video zu Scuse Me, dies wurde vom Label erst verschoben und nach jenem zu Memory’s Garden verwehrt. Eine Tournee mit White Zombie und Pantera schloss sich der Veröffentlichung an. Trotz der verstärkten Promotion und dem erhöhten Absatz blieb eine kommerzielle Etablierung der Band im Mainstream-Markt aus und der Erfolg des Albums hinter den Erwartungen des Labels zurück. Mitunter schrieben die Musiker und deren Beobachter dies dem Grunge-Hype der frühen 1990er Jahre zu.

Das selbst in finanzielle Schwierigkeiten geratene Label kündigte bald darauf den Vertrag mit Trouble auf. Wagner erläuterte, dass Def America nach dem Misserfolg von Manic Frustration den Glauben an die Gruppe verloren habe. Nach dem Vertragsverlust zog sich die Band erneut für einige Jahre zurück. Jahre nach dem Vertragsende gaben Wartell sowie Warner an, die Entscheidung zu respektieren und kein Problem mit Rubin als Person zu pflegen. Beide betonten, dass sie von der Kooperation profitiert und viel über Arrangements und Studiotechnik von Rubin gelernt hätten.

Mit Century Media und Pause (1995 bis 1997) mini|hochkant|Eric Wagner verließ Trouble 1997 und gründete mit dem Anathema-Gitarristen Daniel Cavanagh die Band Lid Mit Plastic Green Head kehrte die Band 1995 in die Öffentlichkeit zurück. Das Album wurde produziert von André Verhuysen, dem Veranstalter des Dynamo Open Air, und Jeff Weller von Laaz Rockit. Aufgenommen wurde es in den Indigo Ranch Studios in Malibu sowie den Fantasy Studios in Berkeley und über Century Media veröffentlicht. Die mit den Aufnahmen zu Manic Frustration begonnenen Streitigkeiten innerhalb der Band setzten sich indes fort. Nachdem die Gruppe das Album international vermarktet und auf Festivals wie dem Dynamo Open Air präsentiert hatte, verließ Eric Wagner die Band. Obwohl Wagner ersetzt wurde, folgte eine 12 Jahre anhaltende Veröffentlichungs-Pause, mit gelegentlichen Auftritten in teils unterschiedlichen Besetzungen.