Das Märkische Gymnasium Iserlohn (MGI) ist neben dem Gymnasium An der Stenner und dem Gymnasium Letmathe eines von drei städtischen Gymnasien im Gebiet der Stadt Iserlohn im Sauerland.
Das Märkische Gymnasium ist mit über 400 Jahren die älteste Schule Iserlohns, deren Ursprünge in der 1609 gegründeten Lateinschule liegen. Heute befindet sich das Gymnasium auf dem Hemberg und bildet zusammen mit der „Realschule am Hemberg“ das „Schul- und Sportzentrum Hemberg“ der Stadt Iserlohn. Das Märkische Gymnasium und das Gymnasium An der Stenner befinden sich in einer engen Kooperationsgemeinschaft. So werden in der Oberstufe häufig Kurse zusammengelegt, so dass vielfältigere Kursangebote vorhanden sind.
Im Gebäude des MGI befand sich von 1993 bis 2025 das Hemberg-Museum, das sich vor allem mit Archäologie und Paläontologie befasste.
Geschichte Im Jahr 1609 gründeten der Iserlohner Magistrat und die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde das Lyzeum Iserlohnense als sog. schola sancta. Das erste Gebäude war ein Steinhaus neben der Obersten Stadtkirche direkt an der Stadtmauer, in dem zuvor eine Lateinschule untergebracht war, aus der wahrscheinlich die unteren Klassen übernommen wurden. Im 18. Jahrhundert wurden verstärkt wissenschaftliche Inhalte (Realien) gelehrt, bevor die Schule 1793 in eine Lateinschule umgewandelt wurde. Ein Zugang zur Schule war über lange Zeit nur evangelischen Schülern vorbehalten.
1817 wurden Teile des Lyzeums mit anderen Schulen zur Simultanschule zusammengelegt, an der nun konfessionsübergreifend unterrichtet wurde. Die Schulformen bestanden teilweise parallel, so entstand 1840 die Höhere Bürgerschule. Aufgrund finanzieller Probleme wurde die Simultanschule 1847 wieder aufgelöst. 1863 entstand auf einem Grundstück oberhalb des Gaswerks an der Chaussee im Baarbachtal (heute Standort der Postbankfiliale) ein Neubau für die neuen Schulformen Realschule I. Ordnung und das Realgymnasium.
Die Schülerschaft wuchs in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stetig. Waren es 1850 etwa zehn Schüler, so hatte die Schule 1869 148 Schüler, 1871 schon 171. Über 80 % der Schüler waren evangelisch, die übrigen katholisch und jüdisch. Das Einzugsgebiet lag nicht nur im (damaligen) Stadtgebiet Iserlohns, es kamen auch Schüler aus Unna, Wattenscheid und sogar Danzig.Artikel im Iserlohner Kreisanzeiger vom 5. September 2009: 400 Jahre MGI: Aus der Historie Wegen der steigenden Schülerzahlen (1906: 361 Schüler) wurde bis 1899 eine Turnhalle errichtet, sowie 1910 ein Erweiterungsbau.
Ab 1919 existierten ein Reformrealgymnasium und eine Oberrealschule. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Schule erneut um einen Anbau erweitert (1959). Um 1961 wurde eine Oberstufe etabliert. Es folgte der Schulneubau am Hemberg bis zum Jahr 1977. Im Jahr 2016 erhielt die Schule den Titel Schule ohne Rassismus – Schule mit CourageMärkisches Gymnasium Iserlohn: Titelverleihung Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage, abgerufen am 21. Februar 2016Märkisches Gymnasium Iserlohn auf der Projektseite Courage-Schule, abgerufen am 21. Februar 2016.
Schulleiter mini|Gebäudeansicht im Jubiläumsjahr 2009 mini|„Drei Stelen“
1609–1617 Johann Wittekind ab 1617 Rötger Westhoff, Casper Redecker 1651–1659 Steffen Engelberti 1659–1703 Bernd Quittmann 1703–1718 Thomas Forstmann 1718–1761 Franz Teodor Torck 1762–1765 Andreas Karsch 1765–1785 Johann W. Petersen 1785–1787 Meyer 1787–1793 Johann F. Hülsmann 1793–1839 Friedrich Dahlenkamp 1839–1863 Johann Jacob Kruse (* 24. Januar 1809 in Süchteln; † 2. Juli 1873 Iserlohn) 1863–1869 Meißel 1869–1895 Hugo Langguth 1895–1921 Hemmo Suhr 1921–1931 Eugen Remus 1931–1954 Max Müller 1954–1959 Günther Hohlwein 1959–1960 Rudolf Tiemann (kommissarisch) 1960–1985 Gustav Muthmann 1985–2002 Franz-Josef Schlotmann 2002–2012 Gerhard Müller-Frerich 2012–2020 Rita Köhler (2012–2013 kommissarisch)Artikel im Iserlohner Kreisanzeiger vom 29. August 2020: Bewegender Abschied für Frau Dr. Rita Köhler. 2020–2022 Georg Peters (kommissarisch) seit 2022 Jens Schwegmann
Bekannte Schüler Herbert Göpfert (* 1909 in Iserlohn), Mediziner, ordentlicher Professor für Angewandte Physiologie in Freiburg im BreisgauWalter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 387. Jochen Busse (* 1941 in Iserlohn), Schauspieler, Kabarettist und Autor Ulrich Walter (* 1954 in Iserlohn), Physiker und Wissenschaftsastronaut
Schriften Zu der öffentlichen Prüfung der Zöglinge hiesiger Realschule, welche ... im Hörsaale stattfinden wird, ladet die hohen Behörden und alle Freunde des Schulwesens ehrerbietigst ein, Iserlohn: Bädeker, 1868/69(1869) Jahresbericht über die Realschule Erster Ordnung zu Iserlohn : für d. Schuljahr ..., 1869–1875 Jahres-Bericht über das Realgymnasium zu Iserlohn : für das Schuljahr ..., 1884–1896
Literatur
Berkemeier/Bleicher/Muthmann (Hrsg.): Gymnasium Iserlohnense 1609–1984, Iserlohn 1984. Panzer, Ulrich: Vom Maultrichter zum Sprachlabor – Iserlohns höhere Jungenschule im Wandel der Zeiten, Iserlohn 1977
Weblinks
Website des Märkischen Gymnasiums Iserlohn
Einzelnachweise
Kategorie:Gymnasium in Iserlohn Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1609 Kategorie:Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage