Andreas Brandt (* 29. Dezember 1935 in Halle (Saale); † 4. Januar 2016 in NiebüllTraueranzeige Andreas Brandt, FAZ, 9. Januar 2016) war ein deutscher Maler.
Leben Andreas Brandt begann 1954 ein Biologie-Studium an der Universität Halle. 1955 siedelte er nach West-Berlin um, wo er bis 1961 an der Hochschule für bildende Künste Berlin bei Ernst Schumacher ein Kunststudium absolvierte. Dann arbeitete er als freier Maler und war von 1982 bis 2001 Professor für Textildesign an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. 1970 hatte er eine Gastdozentur an der HfbK Berlin inne.
Andreas Brandt war Mitglied im Deutschen Künstlerbund, an dessen Jahresausstellungen er zwischen 1966 und 1980 achtmal teilnahm. (abgerufen am 9. Januar 2016) Er lebte und arbeitete ab 1986 in Niebüll.
Von 1960 bis 1962 war Andreas Brandt mit der Malerin Sarah Haffner verheiratet. Aus dieser Ehe stammt der Fotograf David Brandt.
Wirken Brandt gilt als ein Vertreter der Konkreten Kunst, einer Kunstrichtung innerhalb des Konstruktivismus, die mit einfachen, geometrischen Formen eine konkrete, autonome Bildwelt ohne jeden Verweis oder Abbildungsfunktion zu schaffen sucht. Ende der sechziger Jahre wandte sich Brandt unter dem Eindruck der jungen amerikanischen Malerei von der Darstellung äußerer Wirklichkeit ab und entwickelte eine sehr persönliche, konzeptionelle Bildsprache mit einem präzis formulierten, harmonisch ausgewogenen Systemgefüge und reduzierten Farbakkorden. Er beschäftigte sich mit der systematischen Verteilung von kräftig farbigen, schwarzen oder grauen Linien auf weißem Grund, zunächst nur mit Vertikalen auf Querformaten; später kamen auch horizontale Linien und Hochformate hinzu.
In seiner Beschränkung auf gerade, gleich breite Linien oder Streifen auf monochromen Hintergründen gehörte Brandt zu den radikalsten und kargsten konkreten Malern. Er erforschte die Balance der Flächen und die Verhältnisse der Farben und erhöhte durch die Sparsamkeit seiner Mittel die Wirkung des einzelnen Bildelements und den Neuigkeitswert kleinster Veränderungen zwischen Bilderserien. Für viele Betrachter entsteht in seinen Bildern eine unerwartete Räumlichkeit und die Elemente gewinnen eine gewisse Vibration.
Ehrungen und Auszeichnungen Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes 1962 Emil-Nolde-Stipendium 1975–76 US-Stipendium, einjähriger Aufenthalt in New York 1977 Kunstpreis Berlin (Förderpreis) 1977–1978 Emil-Nolde-Stipendium, einjähriger Aufenthalt in Seebüll 1990 Camille-Graeser-Preis, der Camille Graeser Stiftung, Zürich 1995 Fred-Thieler-Preis für Malerei, Berlin 2002 Nordfriesischer Kulturpreis für Literatur, Musik und Kunst
Werke in öffentlichen Sammlungen Berlinische Galerie, Berlin Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett Bundesministerium des Innern, Sammlung der Bundesrepublik Deutschland, Bonn/Berlin Arithmeum, Universität Bonn, Institut für Diskrete Mathematik, Bonn Quadrat Bottrop, Josef-Albers-Museum Bottrop Musée de Cambrai, Cambrai Staatliche Kunstsammlungen, KupferstichKabinett, Dresden Hubertus Schoeller Stiftung, Düren Hamburger Kunsthalle, Hamburg Museum für konkrete Kunst, Ingolstadt Kunsthalle zu Kiel, Kiel Musée des Ursulines, Donation Reprères, Mâcon Musée de l’Art Concret, Donation Albers-Honegger, Mouans-Sartoux Staatliche Graphische Sammlung, München Sammlung der Stadt Neu-Ulm Städtische Sammlung Niebüll Sammlung Domnick, Nürtingen studio a, Museum gegenstandsfreier Kunst, Otterndorf Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Schloss Gottorf, Schleswig Sammlung Schaufler, Sindelfingen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Staatsgalerie Stuttgart Kunstmuseum Stuttgart, Stuttgart Daimler Art Collection, StuttgartDaimler Art Collection: Andreas Brandt. In: art.daimler.com. Abgerufen am 2. September 2021. Satoru Sato Art Museum, Tome / Japan Museum Ritter Waldenbuch Museum im Kulturspeicher, Sammlung Peter C. Ruppert, Würzburg Von der Heydt-Museum, Sammlung Hildegard und Dr. Jürgen W. Holze, Wuppertal UBS AG Zürich
Literatur Uwe Haupenthal: Andreas Brandt. Bilder als Bilder. Verlag der Kunst Dresden, Husum 2020, ISBN 978-3-86530-261-8. Thomas Steensen: Nordfriesland. Menschen von A–Z. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum 2020, ISBN 978-3-96717-027-6, S. 53f.
Weblinks
Andreas Brandt bei artfacts.net
Manfred Reuther, ehemaliger Direktor der Nolde Stiftung Seebüll, im Interview zum Tod des Malers Andreas Brandt
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Deutschland) Kategorie:Maler der Moderne Kategorie:Mitglied im Deutschen Künstlerbund Kategorie:Hochschullehrer (HFBK Hamburg) Kategorie:Person (Niebüll) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1935 Kategorie:Gestorben 2016 Kategorie:Mann