Marborn ist ein Stadtteil von Steinau an der Straße im osthessischen Main-Kinzig-Kreis.

Geographische Lage Marborn liegt im Nordosten des Main-Kinzig-Kreises. Es grenzt im Norden an den Ort Sarrod, im Osten an Steinau, im Süden an den Ort Ahl, im Südwesten an den Ort Romsthal und im Nordwesten an den Ort Kerbersdorf.

Geschichte miniatur|Kath. Filialkirche St. Marien

Ortsgeschichte Marborn hat seinen Namen von einem kleinen Brunnen, dem Marienborn, erhalten. Das Dorf wurde hauptsächlich von kirchlichen Einflüssen geprägt. Die älteste bekannte urkundliche Erwähnung datiert aus der Zeit von 927 bis 956 im Codex Eberhardi des Klosters Fulda. Im Jahre 1814 wurde eine katholische Pfarrgemeinde gegründet und von der Pfarrei in Salmünster losgelöst. Vierzig Jahre später bekam die Gemeinde ihren Betsaal und erst 1894 erhielt sie ihren eigenen Geistlichen. Der Grundstein der Kirche wurde 1898 gelegt. Anfangs war der Glockenturm auf dem Dach der Kirche. Durch ein Unwetter stark beschädigt wurde später ein moderner Glockenturm neben dem Kirchengebäude errichtet. Die evangelischen Christen gehören zu der Kirchengemeinde Steinau an der Straße.

Im April 1945 drangen die amerikanischen Truppen über Marborn hinunter ins Kinzigtal vor. In der Ortsmitte von Marborn wurde hierbei eine Artilleriestellung (Long-Tom-Geschütze, 155mm M1) disloziert, welche am 1. April 1945 mittels Steilfeuer die Seifenfabrik „Dreiturm“ unter Beschuss genommen und dabei weitestgehend zerstört hat. Die Welle von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen machte auch vor dem Dorf nordwestlich von Steinau nicht halt. 1950 zählten zu den insgesamt 590 Einwohnern 110 „Neubürger“.

Hessische Gebietsreform (1970–1977) Zum 1. Dezember 1969 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Marborn im Vorfeld der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Stadt Steinau, heute „Steinau an der Straße“ eingemeindet. Für den Stadtteil Marborn wurde, wie für die anderen Stadtteile von Steinau, ein Ortsbezirk eingerichtet. Mit der Hessischen Gebietsreform wurde der Landkreis Schlüchtern im Jahr 1974 aufgelöst und Marborn liegt seit dem im Main-Kinzig-Kreis.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Marborn angehört(e):

vor 1789: Heiliges Römisches Reich, Dorf des Freiherr von Hutten zum Stolzenberg ab 1789: Heiliges Römisches Reich, Fürstabtei Fulda, Amt Salmünster ab 1803: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Oranien-Fulda, Amt SalmünsterDurch den Reichsdeputationshauptschluss. 1806–1810: Primatialstaat Karl Theodor von Dalbergs im Rheinbund,Infolge der Rheinbundakte. Fürstentum Fulda, Amt Salmünster 1810–1813: Großherzogtum Frankfurt, Departement Fulda, Distrikt Salmünster ab 1816: Kurfürstentum Hessen,Infolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses. Großherzogtum Fulda, Amt Salmünster ab 1821/22: Kurfürstentum Hessen, Provinz Hanau, Kreis SchlüchternVerordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 76.Trennung von Justiz (Justizamt Salmünster) und Verwaltung. ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hanau ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Hanau, Kreis Schlüchtern ab 1867: Königreich Preußen,Infolge des Deutschen Krieges. Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Schlüchtern ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Schlüchtern ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Schlüchtern ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Landkreis Schlüchtern ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Schlüchtern ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Schlüchtern ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Schlüchtern ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Schlüchtern ab 1969: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Schlüchtern, Stadt Steinau ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Main-Kinzig-Kreis, Stadt Steinau ab 1978: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Main-Kinzig-Kreis, Stadt nach „Steinau an der Straße“ umbenannt

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Marborn 798 Einwohner. Darunter waren 9 (1,1 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 138 Einwohner unter 18 Jahren, 263 waren zwischen 18 und 49, 162 zwischen 50 und 64 und 132 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 330 Haushalten. Davon waren 90 Singlehaushalte, 90 Paare ohne Kinder und 108 Paare mit Kindern, sowie 33 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 66 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 219 Haushaltungen leben keine Senioren.

Einwohnerentwicklung • 1812: 47 Feuerstellen mit 310 Einwohnern

Historische Religionszugehörigkeit • 1885: 14 evangelische (= 3,54 %), 381 katholischer (= 96,46 %) Einwohner • 1961: 20 evangelische (= 3,86 %), 497 katholische (= 95,95 %) Einwohner

Politik Für Marborn besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Marborn) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 58,73 %. Es wurden gewählt: vier Mitglieder der „Marborner Bürgerliste“ (MBL) und ein Mitglied der Liste „Wir für Steinau“ (WFS). Der Ortsbeirat wählte Manuel Auermann (WFS) zum Ortsvorsteher.

Vereine In Marborn gibt es die Sportgemeinschaft 1927 Marborn, die mehrere Fußballmannschaften und eine Wanderabteilung besitzt, den Gesangsverein MGV Einigkeit Marborn mit seinem Männerchor, dem gemischten Chor „Haste Töne“ und dem Kinderchor „Neue Töne“. Weiterhin besteht hier die Freiwillige Feuerwehr, zu der auch die Jugendfeuerwehr und mehrere Tanz-, Garde- und Gymnastikgruppen gehören. Die Feuerwehr pflegt eine Partnerschaft mit der Freiwilligen Feuerwehr Krahne in Brandenburg. Außerdem befinden sich im Ort eine KJG-Gruppe, der eine Kinder- und Jugendtheatergruppe angegliedert sind, sowie der Square-Dance Verein „Catstones“.

Persönlichkeiten Josef Freienstein (1920–1985), Architekt und Politiker (CDU) Bruder Paternus Paul (Alois) Seipel FSC, geboren am 21. März 1908 im hessischen Marborn. Als Schulbruder wirkte er 11 Jahre. Als Schulbruder kam er mit Beginn des Zweiten Weltkriegs nach Manila, wo er 1945 bei einem Massaker der Japaner umgebracht wurde. Die katholische Kirche verehrt ihn als Glaubenszeuge und Märtyrer.

Weblinks Stadtteil Marborn. In: Webauftritt der Stadt Steinau an der Straße.

Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise 2008: 2015:

Kategorie:Ort im Main-Kinzig-Kreis Kategorie:Geographie (Steinau an der Straße) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Main-Kinzig-Kreis) Kategorie:Ersterwähnung 924 Kategorie:Gemeindeauflösung 1969