Von 1644 bis 1651 war Schottland in die Kriege der drei Königreiche verwickelt, eine Serie von Bürgerkriegen, die in Schottland, England und Irland ausgetragen wurden. Diese Kriege waren Folge ähnlicher Konflikte wie den Bischofskriegen, die zwischen Schottland und England ausgetragen wurden, und den Irischen Konföderationskriegen.

Schottlands eigener Bürgerkrieg, in dem Royalisten gegen Covenanters kämpften, dauerte von 1644 bis 1645. Die Royalisten unter der Führung von James Graham, 1. Marquess of Montrose, waren Parteigänger König Karls I. von England, während die schottischen Covenanters, die in Schottland seit 1639 regierten, das englische Parlament im Kampf gegen den König unterstützten. Die schottischen Royalisten wurden von den Covenanters schließlich besiegt, obwohl das Glück anfänglich auf Seiten der Royalisten war. Unterstützt von irischen Truppen, hatten die Royalisten von 1644 bis 1645 zunächst eine Reihe von schnellen Siegen.

Die Covenanters wurden jedoch bald uneins mit dem englischen Parlament. Sie wechselten die Seite und unterstützten nunmehr Karl II. und seinen Anspruch auf den Thron von England und Schottland. Dies führte zum Dritten Englischen Bürgerkrieg, in dessen Folge Schottland von der parlamentarischen New Model Army unter Führung von Oliver Cromwell erobert und besetzt wurde.

Ursachen des Krieges – Kriege in den drei Königreichen Schottland löste diese Serie von Kriegen mit aus, als es sich 1638 gegen die Religionspolitik Karls I. auflehnte. Um den Neuerungen Karls I., vor allem der Einführung eines neuen Gebetsbuches, etwas entgegenzusetzen, wurde der National Covenant von Schottland formuliert. Darüber hinaus drückte der Covenant eine allgemeine schottische Unzufriedenheit mit der Politik Karls I. aus. Vor allem fühlte man sich, seitdem die Stuart-Könige 1603 auch englische Monarchen geworden waren, in Schottland ins Abseits gedrängt. Die Covenanters stellten aus den Untergebenen ihres Landadels eine große Armee zusammen und konnten sich Karl I. in den sogenannten Bischofskriegen erfolgreich widersetzen.

mini|hochkant=1.4|Unruhen wegen des Anglikanischen Gebetbuchs. Die Zwangsverwendung des “prayer books” wurde von Karl I. im presbyterianischen Schottland angeordnet. Aus anfänglichem “Ungehorsam” (Jenny Geddes warf ihren Kirchenstuhl) wurde bald bewaffneter Aufruhr. mini|links|Karte von Schottland

Der schottische Aufstand wiederum löste einen Bürgerkrieg in den anderen zwei Königreichen von Karl I. aus, erst in Irland, dann in England. Karl und sein Minister Thomas Wentworth konnten das Parlament nicht dazu bewegen, Gelder für eine Armee zu bewilligen, um die Schotten niederzuwerfen. Das Parlament war mit der Innen- und Religionspolitik Karls I. selbst unzufrieden. Dies führte dazu, dass der König und sein Minister eine Armee aus irischen Katholiken aufstellten, denen sie als Gegenleistung versprachen, die sie diskriminierenden Gesetze in Irland zurückzunehmen. Diese Entwicklung alarmierte die Gegner von Karl I. in England und Schottland, und die schottischen Covenanters drohten mit einem Einmarsch in Irland. Eine Gruppe irischer Verschwörer begann daraufhin mit dem Irischen Aufstand von 1641, der in Irland schnell zu einer Reihe von Massakern unter den englischen und schottischen Ansiedlern protestantischen Glaubens führte.

Dies wiederum befeuerte den Bürgerkrieg in England, weil das Lange Parlament dem König den Oberbefehl über die Armee verweigerte, um die irische Rebellion niederzuwerfen, fürchtete es doch den Einsatz der Armee gegen sich selbst. So brach 1642 der Englische Bürgerkrieg aus.

1642 schickten die schottischen Covenanters eine Armee nach Ulster in Irland, um die dortigen schottischen Siedler zu schützen. Mit den Vereinbarungen im Vertrag Solemn League and Covenant, den die Covenanters mit dem englischen Parlament abschlossen, wurden die Streitkräfte der Covenanters 1644 in den Süden geschickt, um auf der Seite des Parlaments im Englischen Bürgerkrieg zu kämpfen.

Schottische Royalisten mini|hochkant|James Graham, 1. Marquess of Montrose, Führer der royalistischen Schotten

Einige Schotten jedoch stellten sich auf die Seite des Königs. Dies geschah in auffälliger Weise vor allem in den Highlands und im schottischen Nordosten. Es gab verschiedene Gründe, warum man dort zum Royalismus neigte. Die meisten hatten etwas mit Religion, mit Kultur, mit Clanpolitik und politischer Loyalität zu tun.

Die Covenanters führten den Presbyterianismus als Staatsreligion in Schottland ein, obwohl einige Menschen im Norden und in den Highlandregionen episkopal oder römisch-katholisch waren.

Des Weiteren waren die Highlands eine besondere kulturelle, politische und wirtschaftliche Region. Sie zeichneten sich aus durch die dort vorherrschende gälische Sprache und durch eigene Bräuche und lagen zu dieser Zeit noch außerhalb der Kontrolle der englischen und schottischen Regierungen. Einige Highlandclans bevorzugten die distanzierte Autorität von Charles Stuart anstelle der machtvollen, gut organisierten und von den schottischen Lowlands aus ausgeübten Regierung der Covenanters.

Der größte Highlandclan, die Campbells, trat jedoch, angeführt von seinem Oberhaupt Archibald Campbell, 1. Marquess of Argyll, auf die Seite der Covenanters. In der rauen Welt der Clanpolitik bedeutete dies konsequenterweise, dass die Rivalen der Campbells, vor allem die MacDonalds, zur Gegenseite überwechselten. Es sollte auch erwähnt werden, dass einige dieser Faktoren sich überlagerten: So waren die MacDonalds zum Beispiel Katholiken, eingeschworene Feinde der Campbells und besaßen ein tiefverwurzeltes gälisches (in Irland wie in Schottland verbreitetes) Bewusstsein.

Schließlich gab es noch Parteigänger, die zwar aus den Lowlands stammten und auch Presbyterianer waren, aber die Vasallentreue gegenüber dem König für wichtiger als religiöse oder politische Grundsätze erachteten oder wie James Graham, 1. Marquess of Montrose, aus grundsätzlichen verfassungsrechtlichen Erwägungen einer Diktatur der Kirche, wie sie von den Covenanters angestrebt wurde, die etablierte Monarchie vorzogen.

Das irische Eingreifen mini|hochkant=1.5|Moriers Gemälde Culloden zeigt den Angriff der Highlander aus der Ära der Jakobitenaufstände, eine Taktik, die erstmals in den Kriegen der drei Königreiche von Alasdair MacColla angewendet wurde.

1644 erhielt Graham vom König den Auftrag, Schottland für die Krone zurückzuerobern. Verbündete hierfür fand er in Irland. Die katholische Konföderation von Kilkenny entsandte eine Truppe, die überwiegend aus Ulstermen und nach Ulster emigrierten MacDonalds bestand. Ein Feldzug in Schottland band aus ihrer Sicht die schottische Truppen der Covenanters, die sonst in Irland oder England eingesetzt werden würden. Die Iren schickten unter dem Befehl von Alasdair MacColla MacDonald 1500 Mann nach Schottland. Ihnen gehörten auch Manus O’Cahan und sein 500 Mann starkes Regiment an. Kurz nach ihrer Landung schlossen sie sich Montrose in Blair Atholl an, und gemeinsam rückten sie vor, um mit den Streitkräften der MacDonalds und anderen gegen die Campbells eingestellten Highlandclans zusammenzutreffen.

Angeführt von Montrose und MacColla, war die neue Royalistenarmee durchaus beeindruckend. Ihre irischen und Highlandertruppen waren äußerst beweglich und kamen über lange Strecken schnell voran – sogar über das zerklüftete, unwegsame Highlandterrain. Sie konnten auch unter schwierigen Bedingungen und mit ärmlichen Essensrationen bestehen. Sie kämpften nicht in den konventionellen Pike- und Musketenformationen, die damals in den meisten Armeen üblich waren, sondern starteten schnelle Angriffe, feuerten ihre Musketen auf ein eng umrissenes Ziel, bevor sie es mit gezogenen Schwertern und Halbpiken angriffen. Mit dieser Taktik fegten sie die schlecht ausgebildeten Milizen der Covenanters hinweg, die ihnen entgegengeschickt wurden. Angesichts der schrecklichen Highlanderangriffe ergriffen die Covenanters oft schnell die Flucht und wurden noch im Wegrennen von den Highlandern förmlich abgeschlachtet.

Andererseits konnten die Clans nicht davon überzeugt werden, auch weiter weg von zu Hause zu kämpfen – sahen sie ihren Hauptfeind doch eher in den Campbells als in den Covenanters. Die Royalisten hatten keine Kavallerie, was sie auf offenem Gelände leicht verwundbar machte. Obwohl sie eine Reihe von Siegen errangen, waren sie unfähig, eroberte Gebiete zu halten, so dass diese schnell wieder zurückerobert wurden und den mit den Covenanters verbündeten Campbells zufielen.

Tippermuir, Aberdeen und Inverlochy mini|Archibald Campbell, Covenanter und Oberhaupt des Campbell-Clans Im Herbst 1644 marschierten die Royalisten über die Highlands in Richtung Perth, wo sie eine Streitkraft der Covenanters in der Schlacht bei Tippermuir niederschlugen. Kurz danach erlitt in der Schlacht von Aberdeen eine andere Miliz aus Covenanters ein ähnliches Schicksal. Nach ihrer Eroberung ließ Montrose Perth und Aberdeen unklugerweise von seinen Soldaten plündern, obwohl in diesem Gebiet viele royalistische Anhänger lebten, die nach den Plünderungen für die Sache des Königs verloren waren.

Im Siegesrausch bestand MacColla darauf, den Krieg der MacDonalds gegen die Campbells im Westen Schottlands in Argyll wieder aufzunehmen. Im Dezember 1644 wüteten sie im Land der Campbells, töteten über 900 männliche Zivilisten im Militäralter und brannten ihre Gehöfte nieder.

Als Antwort auf den Angriff rief Archibald Campbell, 1. Marquess of Argyll, seinen Clan zusammen, um die Eindringlinge zurückzuschlagen. In der Schlacht von Inverlochy nahe Ben Nevis in Lochaber traf im Februar 1645 der Campbell-Clan auf die royalistischen Streitkräfte und die der Highlander. Die Campbells mussten schwere Verluste hinnehmen und wurden vernichtet.

Die Truppen von Montrose, insbesondere die Männer des MacDonald-Clans und die der irischen Verbündeten, erwarben sich unter der allgemeinen schottischen Bevölkerung einen schlechten Ruf. Ihnen wurden Gräueltaten an feindlichen Zivilisten vorgeworfen, insbesondere auf ihrem Feldzug auf dem Gebiet der Campbells in Argyll. Nach der Trennung MacCollas von Montroses Armee (s. u.) kam es zu einem Vernichtungsfeldzug der MacDonalds gegen die Campbells, wobei festgehalten werden muss, dass sich die Truppen der Covenanters in den Highlands, im Nordosten Schottlands und in Ulster auf royalistischem oder verbündetem Gebiet gleichermaßen schlimm benahmen und an den Frauen und Kindern ihrer Feinde, die ihnen nach der Schlacht in die Hände fielen, wiederholt Massaker verübten.

Triumph und Desaster für die Royalisten Mit ihrem Sieg in Inverlochy kontrollierten die Royalisten die westlichen Highlands, deren Clans und Adelige sich alsbald auf die Seite der Royalisten schlugen. Die wichtigsten unter ihnen waren die Gordons, die den Royalisten zum ersten Mal Kavallerie zur Verfügung stellten.

Die Covenanters stellten eiligst eine neue Armee zusammen und schickten sie den Royalisten entgegen. Sie wurde aber bei Auldearn in der Nähe von Nairn geschlagen. Eine weitere Armee der Covenanters wurde in der Schlacht von Alford von Montroses Soldaten aufgerieben. Eine vierte Armee der Covenanters, die die Royalisten am erfolgreichen Vordringen in die schottischen Lowlands hindern sollte, ereilte in der Schlacht von Kilsyth dasselbe Schicksal wie ihre Vorgänger. Sie wurde geschlagen.

Diese Serie von verlorenen Schlachten resultierte aus dem Fehler, halb- oder gar nicht ausgebildete Truppen übereilt in die Schlacht geschickt zu haben, und sie hatte zur Folge, dass Montrose vorübergehend fast ganz Schottland kontrollierte. Ende 1645 fielen bekannte Städte wie Dundee und Glasgow an seine Streitkräfte.