Poppenrod ist ein Ortsteil der Gemeinde Hosenfeld im osthessischen Landkreis Fulda.

Geografische Lage Poppenrod liegt am östlichen Rande des Vogelsberges und am südwestlichen Ortsrand von Hosenfeld. Der Ort liegt an der Mündung des von Brandlos kommenden Brandloser Wassers in die Jossa. Poppenrod liegt an der Landesstraße 3079, die von Fulda über Giesel und Hosenfeld nach Bermuthshain im Vogelsbergkreis führt.

Geschichte mini|Fachwerkhaus in der Ortsmitte mini|hochkant|Das markante Feldsteinbackhaus in der Ortsmitte

Ortsgeschichte Seinem Namen nach war der Ort eine wohl spätestens im 11. Jahrhundert seitens eines nicht näher bekannten Bobbo (Poppo) erfolgten Rodung. Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Poppenrod erfolgte 1273.

1273: Winther von Steinaha (Steinau) verkauft mit Zustimmung seiner Gemahlin Lukardis und seines Sohnes Friedrich seine Güter zu Bobbinrode dem Nonnenkloster Blankenau. 1528: Die Ortschaft heißt inzwischen Bappenrode und zählt sechs Zinsende. 1543: Der Name der Ortschaft wird jetzt mit Boppenrodt und Poppenrodt bezeichnet. Das Dorf gehörte zum Gericht Hosenfeld und war bis 1752 im Besitz der Herren von Lüder.

Hessische Gebietsreform (1970–1977) Die bis dahin selbständigen Gemeinden Blankenau, Brandlos, Hainzell, Jossa, Pfaffenrod, Poppenrod und Schletzenhausen mit dem Weiler Gersrod gaben am 31. Dezember 1971 ihre Eigenständigkeit auf und wurden im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Gemeinde Hosenfeld eingegliedert. Für alle nach Hosenfeld eingegliederten Gemeinden und die Kerngemeinde wurde je ein Ortsbezirk gebildet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Poppenrod angehört(e):

vor 1803: Heiliges Römisches Reich, Hochstift Fulda, Propsteiamt Blankenau 1803–1806: Heiliges Römisches Reich, Nassau-Oranien-Fulda, Fürstentum Fulda, Amt Blankenau 1806–1810: Kaiserreich Frankreich, Fürstentum Fulda (Militärverwaltung) 1810–1813: Großherzogtum Frankfurt, Departement Fulda, Distrikt Großenlüder ab 1816: Kurfürstentum Hessen, Großherzogtum Fulda, Amt Großenlüder ab 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Fulda1822: Trennung zwischen Justiz, Justizamt Großenlüder und Verwaltung. ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fulda ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Fulda ab 1867: Norddeutscher Bund, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fulda ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fulda ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fulda ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Fulda ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda, Gemeinde Hosenfeld

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Poppenrod 201 Einwohner. Darunter waren keine Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 42 Einwohner unter 18 Jahren, 99 zwischen 18 und 49, 36 zwischen 50 und 64 und 27 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 78 Haushalten. Davon waren 18 Singlehaushalte, 15 Paare ohne Kinder und 36 Paare mit Kindern, sowie 6 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 12 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 60 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Einwohnerentwicklung • 1812: 9 Feuerstellen, 77 Seelen

Religion Die meisten Einwohner bekennen sich zur katholischen oder zur evangelischen Religion, wobei die Katholiken die überwiegende Mehrheit bilden.

Katholisch: Pfaffenrod ist der römisch-katholischen Pfarrei St. Peter und St. Paul in Hosenfeld im Bistum Fulda zugeordnet.

Evangelisch: Die evangelischen Christen zählen zur Kreuzkirche Fulda im Kirchenkreis Fulda, Sprengel Hanau der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.

Historische Religionszugehörigkeit • 1885: 79 katholische (= 100 %) Einwohner • 1961: 4 evangelische (= 4,57 %), 108 katholische (= 96,43 %) Einwohner

Politik Für den Ortsteil Poppenrod besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinden Poppenrod) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 72,54 %. Alle Kandidaten gehörten der Wählergruppe Poppenrod an. Der Ortsbeirat wählte Thomas Simon zum Ortsvorsteher.

Kultur und Infrastruktur Vereine Einziger Verein des Ortes ist die Freiwillige Feuerwehr Poppenrod. Da in Poppenrod keine weiteren Vereine existieren, schreibt sich die Feuerwehr neben den Hauptaufgaben des Brandschutzes besonders die Förderung der Brauchtumspflege und des Heimatgedankens auf die Fahnen. Sie stellt mit ihren ehrenamtlichen Mitgliedern in der Einsatzabteilung und mit finanzieller Ausstattung der Gemeinde Hosenfeld den Brandschutz und die allgemeine Hilfe sicher.

Gemeinschaftliche Einrichtungen Poppenrod verfügt über ein Kriegerehrenmal. Ein Bürgerhaus mit Feuerwehrhaus im Untergeschoss und ein markantes Backhaus in der Ortsmitte. Den Kindern und Jugendlichen des Dorfes stehen ein Kinderspielplatz und ein Bolzplatz hinter dem Bürgerhaus, der auch vereinzelt bei Festveranstaltungen der Vereine als Festplatz genutzt wird, zur Verfügung.

Das Bürgerhaus

Mit einer Bürgerversammlung des Ortsbeirates am 16. Mai 2003 im „Stall“ – dem alten Dorfgemeinschaftsraum – wurde mit Bürgermeister Bruno Block, den anwesenden Gemeindepolitikern und der Bürgerschaft die Umsetzung der Eigenleistung „Bau eines Bürgerhauses“ besprochen. Das Richtfest wurde bereits am 13. Dezember 2003 gefeiert. Die Einweihung und Inbetriebnahme des neuen Bürgerhauses erfolgte mit der kirchlichen Segnung am 24. September 2006. Die Errichtung erfolgte ohne staatliche Förderung mit Gemeindemitteln und mit großer Eigenleistung der Bürgerschaft unter dem Ortsvorsteher Thomas Simon. Die planungsmäßigen Vorarbeiten begannen bereits unter seinem Amtsvorgänger Anton von Keitz.

Doppel-Förderschwerpunkt in der Dorferneuerung

Seit Anerkennung als Förderschwerpunkt im Jahr 1999 sind bei einem förderfähigen Gesamtinvestitionsvolumen von 1,018 Millionen Euro 736.600 Euro für kommunale Maßnahmen in die beiden Hosenfelder Ortsteile Jossa und Poppenrod geflossen. Kostenträchtigstes Projekt war die Erweiterung und Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses in Jossa, für dessen alten Fachwerkteil noch eine Nutzung gefunden werden muss. Im privaten Bereich wurden seit Anerkennung des Doppel-Förderschwerpunkts 26 Einzelmaßnahmen mit einem Investitionsvolumen von rund einer Million Euro und 273.800 Euro an Zuschüssen gefördert.

Im Einzelnen handelte es sich um die Neugestaltung des Poppenroder Ortseingangs mit Pflasterung einer kleinen Platzfläche und grünordnerischen Arbeit sowie die Sanierung des Backhauses Poppenrod und gestalterische Verbesserungsmaßnahmen am alten Dorfgemeinschaftshaus in Poppenrod (Stall) der von den Mitgliedern des Musikvereins Hosenfeld in erheblicher Eigenleistung zum „Musikhaus Poppenrod“ umgebaut wurde. Die Neugestaltung des Spielplatzes in Jossa wurde gefördert. Die Zuwendungssumme belief sich auf 83.700 Euro.

Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise Ortsgeschichte Hosenfeld. In: Webauftritt der Gemeinde Hosenfeld. Abgerufen im Januar 2022.

Weblinks

Hosenfeld. In: Webauftritt der Gemeinde Hosenfeld.

Kategorie:Ort im Landkreis Fulda Kategorie:Geographie (Hosenfeld) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Fulda) Kategorie:Ersterwähnung 1273 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971