Der DKW 4=8 ist ein Pkw der Marke DKW, der von den Zschopauer Motorenwerken J. S. Rasmussen (ab Mitte 1932 der neu gegründeten Auto Union AG) als Nachfolger des 1929 eingestellten Kleinwagens DKW P 15 PS hergestellt wurde. Die Vierzylinder-Zweitakt-V-Motoren wurden vom DKW-Stammwerk Zschopau hergestellt; die Fahrzeuge im Werk Berlin-Spandau montiert.
Die Bezeichnung 4=8 sollte verdeutlichen, dass ein Vierzylinder-Zweitaktmotor einem Achtzylinder-Viertakter entspreche, da hier auf jede Kurbelwellenumdrehung ein Arbeitstakt kommt, während der Viertaktmotor nur in jeder zweiten Kurbelwellenumdrehung einen Arbeitstakt ausführt. – Die Laufruhe (Massenausgleich) des Zweitaktmotors ist allerdings nicht besser, sondern nur die Gleichförmigkeit der Kraftabgabe.
Geschichte Der erste DKW P 25 PS wurde im November 1928 auf der 21. Internationalen Automobil-Ausstellung in Berlin gezeigt, dann aber nur in wenigen Exemplaren gefertigt. Er wurde ausschließlich als zweitürige Limousine angeboten. Der 25 PS (18 kW) starke Motor mit 1 Liter Hubraum trieb über ein Dreigang-Getriebe mit Schalthebel in der Wagenmitte die Hinterräder an. Der P 25 PS hatte wie sein Vorgänger eine selbsttragende Karosserie aus Sperrholz mit Kunstlederbezug, aber mit 2,8 m einen um 10 cm verlängerten Radstand. Ebenso übernommen wurden die beiden Starrachsen mit Querblattfedern.
mini|Schnittmodell von Motor und Getriebe (ausgestellt im Verkehrsmuseum Dresden) Für den Gaswechsel hatte der Motor nicht wie sonst allgemein üblich Kurbelgehäusespülung mit der Kolbenunterseite als Spülpumpe, sondern zwei doppeltwirkende Kolbenspülpumpen mit eigenen Zylindern. Kolbenober- und Unterseite arbeiteten dabei für jeweils einen der 4 Zylinder. Dadurch hatte der Motor auch keine Mischungsschmierung, sondern zunächst eine Schleuderschmierung und spätere Modelle eine Druckumlaufschmierung. 1930 brachte der Hersteller den DKW V 800 4=8 mit auf 2,7 Meter verringertem Radstand heraus. Der auf 0,8 Liter Hubraum verkleinerte Motor mit Leistung verbrauchte entgegen den Erwartungen nicht weniger Treibstoff, sondern bewirkte nur schlechtere Fahrleistungen. Zudem überhitzte der wie alle DKW-Motoren mit Thermosiphonkühlung (Wasserkühlung ohne Pumpe) versehene Motor leicht und sprang auch bei Kälte schlecht an. Der V 800 war zweitürig als Cabriolimousine oder Cabriolet lieferbar.
Ab 1931 verwendete man daher wieder den größeren 1-Liter-Motor mit . Das Modell mit nun hydraulisch betätigter „Öldruckbremse“ hieß DKW V 1000 4=8 und war mit jeweils zwei Türen als Limousine, Cabrio-Limousine und Cabriolet bis 1932 erhältlich.
Der ansonsten unveränderte Wagen kam im März 1932 als DKW Sonderklasse Typ 432 mit um 6 cm verlängertem Radstand, längerer Karosserie und Vierganggetriebe auf den Markt.
Im Oktober desselben Jahres löste der DKW 1001 Sonderklasse mit einem um weitere 9 cm auf 2,85 m vergrößerten Radstand und einem PS mehr Motorleistung den Typ 432 ab. Er hatte hinten eine „Schwebeachse“ mit hochgelegter Querblattfeder. Die Karosserie war eleganter, aber genauso wenig dauerhaft wie die der Vorgänger. Die Holzkonstruktion hing bald zwischen den Achsen durch und einige ältere Exemplare sollen sogar in der Mitte auseinandergebrochen sein.
mini|DKW Sonderklasse 1001 Kübelwagen Von 1934 bis 1935 wurden 295 Kübelwagen als Sonderserie für Behörden gebaut.
Mit zwei „Schwebeachsen“ folgte im Februar 1934 die DKW Schwebeklasse mit stromlinienförmiger Karosserie. Ab Januar 1935 leistete deren Motor mit zwei Vergasern 30 PS (22 kW). Von Juli 1935 bis zum Ende der Fertigung im April 1937 war ein neu konstruierter Motor mit 1,05 Liter Hubraum und eingebaut. Die Schwebeklasse war als zweitürige Limousine oder Cabrio-Limousine erhältlich.
Mit dem Motor der letzten Schwebeklasse erschien im Februar 1937 wieder eine DKW Sonderklasse mit dem Fahrgestell und der Ganzstahlkarosserie des Wanderer W24. Damit waren die Probleme mit den sich verziehenden, durchhängenden und schließlich in der Mitte brechenden Holzkarosserien behoben. Die Sonderklasse wurde 1940 eingestellt.
Insgesamt entstanden in elf Jahren von allen DKW 4=8-Modellen knapp 26.000 Stück, davon rund 8000 DKW-Sonderklasse mit Ganzstahlkarosserie.
Technische Daten Typen P 4=8, V 800, V 1000, 432 Sonderklasse und 1001 Sonderklasse 4=8 (P 25 PS) V 800 4=8 V 1000 4=8 Sonderklasse Typ 432 1001 Sonderklasse Bauzeitraum 1929 1930–1931 1931–1932 1932 1932–1934 Aufbauten L2 L2, Cb2 L2 T4, L2 Motor Vierzylinder-Zweitakt-V-Motor, Thermosiphonkühlung Motorsteuerung Kolbenkantensteuerung Motoraufladung 2 Kolbenladepumpen, doppelt wirkend Bohrung × Hub 68 mm × 68 mm 68 mm × 68,5 mm Hubraum 980 cm³ 782 cm³ 990 cm³ Nennleistung Motorschmierung Schleuderschmierung, spätere Modelle Druckumlaufschmierung Verbrauch 10 l/100 km 11 l/100 km 12 l/100 km Höchstgeschwindigkeit 90 km/h 85 km/h 90 km/h 95 km/h 90 km/h Leergewicht 780 kg 750 kg 780 kg 800 kg 980 kg zul. Gesamtgewicht 1130 kg 1100 kg 1130 kg 1150 kg 1280 kg Elektrik 6 Volt Länge 3600 mm 3680 mm 4000 mm 4150 mm Breite 1450 mm 1380 mm 1400 mm 1500 mm Höhe 1620 mm 1650 mm 1560 mm Radstand 2800 mm 2700 mm 2760 mm 2850 mm Spur vorn/hinten 1100 mm/1200 mm 1110 mm/1120 mm 1120 mm/1170 mm 1250 mm/1250 mm Wendekreis 12 m
Typen mit stromlinienförmiger Karosserie Schwebeklasse (bis 1935) Schwebeklasse (ab 1935) Sonderklasse (ab 1937) Bauzeitraum 1934–1935 1935–1937 1937–1940 AufbautenL2 Motor Vierzylinder-Zweitakt-V-Motor, Thermosiphonkühlung Motorsteuerung Kolbenkantensteuerung Motoraufladung 2 Kolbenladepumpen, doppelt wirkend Bohrung × Hub 68 mm × 68,5 mm 70 mm × 68,5 mm Hubraum 990 cm³ 1054 cm³ Nennleistung 26–30 PS (19,1–22 kW) bei 3800/min Motorschmierung Druckumlaufschmierung Verbrauch 12,5 l/100 km 13 l/100 km Höchstgeschwindigkeit 90 km/h 95 km/h Leergewicht 1000 kg 975 kg zul. Gesamtgewicht 1400 kg 1375 kg Elektrik 6 Volt Länge 4300 mm 4150 mm Breite 1590 mm 1600 mm Höhe 1560 mm 1510 mm Radstand2850 mm 2600 mm Spur vorn/hinten 1300 mm/1250 mm 1300 mm/1320 mm Wendekreis 10 m
T4 = 4-sitziger Tourenwagen L2 = 2-türige Limousine Cb2 = 2-türiges Cabriolet 1934/35 wurden 294 Kübelwagen als Sonderserie DKW Sonderklasse 1001 für Behörden gebaut.
Quelle Werner Oswald: Deutsche Autos 1920–1945. 10. Auflage, Motorbuch Verlag, Stuttgart 1996, ISBN 3-87943-519-7.
Weblinks
www.audi.de – Evolution der Modelle: 1918–1932 DKW 4=8, V 1000 Limousine, 1931 www.audi.de – Evolution der Modelle: 1932–1945 DKW Sonderklasse 1001 Cabrio-Limousine, 1934 www.audi.de – Evolution der Modelle: 1932–1945 DKW Schwebeklasse Limousine, 1936 www.audi.de – Evolution der Modelle: 1932–1945 DKW Sonderklasse ’37 Limousine, 1939
Einzelnachweise Karsten Bauermeister:
Kategorie:Tourenwagen Kategorie:Limousine Kategorie:Cabriolet