Eichfeld (unterfränkisch: Affld) ist ein Gemeindeteil der Stadt Volkach im Landkreis Kitzingen (Unterfranken, Bayern). Die Gemarkung Eichfeld hat eine Fläche von 6,530 km². Sie ist in 746 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 8752,77 m² haben.

Eichfeld war bis zum freiwilligen Zusammenschluss mit Volkach am 1. Juli 1972 eine selbstständige Gemeinde. Zuvor hatten lange Zeit die Grafen von Castell die Dorfherrschaft inne, das Dorf war Teil ihrer Grafschaft. Die Grafen führten im 16. Jahrhundert auch die Reformation in Eichfeld ein, sodass es bis heute überwiegend evangelisch-lutherisch geprägt ist.

Eichfeld liegt abseits der großen Tourismuszentren an der Volkacher Mainschleife. Neben der Kirche und einem Renaissance-Friedhofsportal gibt es nur kleinere Baudenkmäler im Ort.Main-Post: Eichfeld liegt in der Ruhezone ohne Tourismus, abgerufen am 21. August 2016.

Geografische Lage Geografie und naturräumliche Gliederung Das Pfarrdorf Eichfeld liegt im äußersten Südosten des Volkacher Gemeindegebietes. Weiter nördlich befindet sich der Volkacher Gemeindeteil Rimbach. Im Nordosten, Westen und Süden beginnt das Gebiet der Stadt Prichsenstadt. Die Gemeindeteile Järkendorf (im Nordosten), Stadelschwarzach (im Südosten) und Laub (im Süden) liegen Eichfeld am nächsten. Der Südwesten leitet zum Volkacher Gemeindeteil Dimbach über. Im Westen gehört der Strehlhof zur Gemarkung Rimbach.

Nächstgelegene, größere Städte sind Kitzingen mit einer Distanz von etwa 15 Kilometern und Schweinfurt, das ungefähr 23 Kilometer entfernt ist. Die nächste Großstadt ist das 27 Kilometer entfernte Würzburg.

Naturräumlich liegt Eichfeld im Steigerwaldvorland von Neuses, das zum Iphofen-Gerolzhofener Steigerwaldvorland innerhalb der Mainfränkischen Platten gezählt wird.Geographie Giersbeck: Karte 152 Würzburg, PDF-Datei, abgerufen am 8. Januar 2019.

Eichfeld liegt im Norden des Mainfränkischen Beckens zwischen den Bächen Volkach und Schwarzach. Der Main berührt die Eichfelder Gemarkung nicht, sondern fließt in einiger Entfernung im Westen vorbei. Einige kleinere Flüsse entspringen allerdings auf Eichfelder Gemarkung. Im Norden ist dies der Halbmeilenbach und im Nordwesten der Heiligenbach, als Zuflüsse zur Sommerach. Der Sadelsbach fließt im Osten am Dorf vorbei, auf die Schwarzach zu. Die Schwarzach-Zuflüsse Marbach (im Süden) und Seeflußgraben (im Südosten) entspringen ebenfalls um Eichfeld.

Dorfgliederung Zentral in der Gemarkung befindet sich das karolingische Haufenwegedorf mit der evangelischen Pfarrkirche im Mittelpunkt sowie die neuere Siedlung, die sich im Nordwesten an das alte Dorf anschließt. Sie wurde in den 1960er-Jahren angelegt. Dort liegt auch der Sportplatz des Dorfes. Weiter im Nordwesten und im Westen liegen einzelne unbenannte Aussiedlerhöfe.

Die Dorffluren tragen einheitlich Felder, lediglich im kleinen Taleinschnitt des Sadelsbach sind Baumreihen zu finden. Der Forst Röhrig liegt zwischen den Gemarkungen von Dimbach und Eichfeld. In dem Areal wird die Wüstung Korndorf lokalisiert, die im Jahr 1589 einmal erwähnt wurde. Im äußersten Nordosten erhebt sich der Eichelberg und im äußersten Osten der Fichtelberg. An der Gemarkungsgrenze zu Rimbach im Nordwesten beginnt die Flur Halbemeile mit dem Halbmeilensee. Teile der Gemarkung sind unter dem Namen Südliches Steigerwaldvorland als EU-Vogelschutzgebiet unter Schutz gestellt.

Geschichte Vor- und Frühgeschichte (bis 906) Anders als in den Dörfern der Umgebung wurden in Eichfeld keinerlei prähistorische Funde gemacht. In der näheren Umgebung entstanden in der jüngeren Hallstattzeit allerdings mehrere Ansiedlungen. Nahe Eichfeld wurden einige Hügelgräber lokalisiert, in denen die damaligen Bewohner bestattet wurden. Während der Latènezeit kam es dann überall in der Mainschleifenregion zur Bevölkerungsüberlagerung: Die zugezogenen Kelten verdrängten die ursprüngliche Bevölkerung.

Um 50 vor Christus stießen elbgermanisch-suebische Völker in das Gebiet um Eichfeld vor. Es ist unklar, ob zu diesem Zeitpunkt bereits ein Dorf an der heutigen Stelle existierte. Über 600 Jahre später, im 6. nachchristlichen Jahrhundert, eroberten die germanischen Franken die Region. Sie brachten erste Verwaltungsstrukturen mit und forcierten auch die Christianisierung im heutigen Mainfranken.Egert, Gerhard: Eichfeld. S. 10.

Die Besiedlung Eichfelds erfolgte wohl im Zuge dieser Kolonisation im 7. bzw. 8. Jahrhundert als Rodungsort. Damals hatte sich in der Umgegend bereits ein fränkischer Urgau, das Volkfeld, als Besitz des Königs etabliert. Eichfeld wurde im 9. Jahrhundert Teil dieses weitverzweigten Eigentums. Der König begann allerdings bereits bald dieses geschlossene Land aufzulösen. Er vergab ganze Gebiete an andere Herrschaften und versicherte sich so deren Treue.

Wechselnde Dorfherren (bis um 1530) mini|hochkant|Die Urkunde von 906 Erstmals genannt wurde Eichfeld im Jahr 906. In einer Urkunde bestätigte Ludwig das Kind die Schenkungen seines Vaters Arnulf von Kärnten. „Aachiveld“ war 889 zusammen mit vielen anderen Orten der Umgebung an das Kloster Fulda gekommen. Zu diesem frühen Zeitpunkt wird das Dorf lediglich aus einem königlichen, später fuldischen Fronhof und einigen Leibeigenenhäusern bestanden haben. Kirchlich war Eichfeld damals Teil der Urpfarrei Volkach, die ihren Sitz auf dem Kirchberg hatte.Egert, Gerhard: Eichfeld. S. 12.

Im Schatten der Abtei Fulda und des immer mächtiger werdenden Hochstifts Würzburg stiegen im 11. Jahrhundert die Grafen von Castell zu bedeutenden Lehnsherren an der Mainschleife auf. Um 1200 wurden sie erstmals auch in Eichfeld greifbar. Nachdem Graf Rupert II. zu Castell 1230 in einer Fehde Hermann von Würzburg unterlegen war, erhielt der Bischof die Vogtei über Eichfeld. Er verlieh sie in der Folgezeit allerdings wiederum an die Casteller Grafen.

Das ganze Mittelalter hindurch war Eichfeld nun grundherrschaftlich stark aufgesplittert und häufigen Herrschaftswechseln ausgesetzt. Im Jahr 1290 erhielt die Abtei Münsterschwarzach die Vogtei über Eichfeld zugesprochen.Treutwein, Karl: Von Abtswind bis Zeilitzheim. S. 64. Gleichzeitig waren andere Geschlechter im Dorf begütert. 1297 ist ein Hof des Würzburger Neumünsters nachgewiesen, 1376 hatten die Zollner von der Hallburg dort Besitzungen. 1376 waren die Herren von Althusen, 1453 die Truchseß von Wildberg und die Herren von Seinsheim in Eichfeld begütert.

Während des Deutschen Bauernkrieges, der im Jahr 1525 durch eine Teuerungswelle ausbrach, verhielten sich die Eichfelder zurückhaltend. Zwar schlossen sich einige dem Volkacher Fähnlein an, das die Adelssitze der Umgebung plünderte, doch versorgten sie die Kämpfenden nur mit Nahrung. Als der Aufstand 1526 niedergeschlagen war und die Rädelsführer bestraft wurden, war kein einziger Eichfelder unter den Hingerichteten.

Während der Glaubenskriege (bis 1662) mini|links|hochkant|Das Wappen der Herren zu Castell am Friedhofsportal (Juni 2013) Die Zeit mehrerer Grundherrschaften endete für Eichfeld kurze Zeit später. Graf Wolfgang I. zu Castell gelang es um das Jahr 1530, Eichfeld in seine Grafschaft einzufügen, wo es bis 1806 verblieb.Thum, Heinrich: Eichfeld. S. 55. Das Dorf hatte sich bereits 1339 von der weit entfernten Kirchbergpfarrei losgesagt und besaß mit der Stephanuskirche ein eigenes Gotteshaus. Die Nachfolger Wolfgangs führten für ihre Besitzungen bald nach dem Tod des Vaters die lutherische Konfession ein. In Eichfeld ist 1556 erstmals ein evangelischer Pfarrer nachgewiesen.

Wenige Jahre zuvor hatte Eichfeld einige Plünderungen erleiden müssen. Graf Georg II. zu Castell war im Markgrafenkrieg ein Verbündeter des Albrecht Alcibiades gewesen, der die Auseinandersetzung verlor. Die Grafschaft war im Juni und Oktober 1553 deshalb den Durchzügen der Soldaten des Hochstifts Würzburg und des Herzogtums Braunschweig ausgesetzt. Die kurze Zeit später einsetzende Gegenreformation unter Bischof Julius Echter von Mespelbrunn berührte das Dorf allerdings nur am Rande: Es erhielt für seine Kirche einen Helm.

Die anschließende Hexenverfolgung – im nahen Gerolzhofen wurden viele vermeintliche Hexen verbrannt – setzte in Eichfeld nur langsam ein. So zeigte der Schulz von Eichfeld dem Grafen von Castell zwei Eichfelder Frauen, welche 25 weitere angegeben hätten, als Hexen an.Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. Ph. C. W. Schmidt, Neustadt a.d. Aisch 1950. (Neuauflage 1978 anlässlich des Jubiläums 150 Jahre Verlag Ph. C. W. Schmidt Neustadt an der Aisch 1828–1978.) S. 213. Einige Verdächtige wurden zum Verhör gebracht, keiner von ihnen wurde hingerichtet. Der Dreißigjährige Krieg führte zum Zusammenbruch des dörflichen Lebens. Bereits 1626 hatte Eichfeld unter Einquartierungen zu leiden. Im Jahr 1631 flohen die meisten Dorfbewohner vor den anrückenden, eigentlich verbündeten Schweden ins befestigte Volkach.

Eichfeld fiel allerdings während des Krieges nie ganz öde, die lutherische Pfarrei wurde von Prichsenstadt aus versehen, blieb zeitweise allerdings unbesetzt. Nach dem Westfälischen Frieden kam es zu einem starken Zuzug von vertriebenen Lutheranern aus anderen Herrschaften, wie den Hochstiften Bamberg, Mainz und Salzburg. Eichfeld hatte sich als „evangelische Insel“ inmitten des katholischen Hochstifts Würzburg etabliert und zog deshalb viele Exulanten an.Egert, Gerhard: Die Armen in Eichfelder-Gemeinde-Rechnungen. S. 272.

Die Grafschaft Castell (bis 1806) Mit der Erweiterung seiner Zuständigkeiten wurde Eichfeld 1662 Teil des Zentgerichts Rüdenhausen und damit auch gerichtlich aus dem Hochstift ausgeschlossen. Das Dorf war allerdings bis ins 18. Jahrhundert nie konfessionell ungespalten, unter anderem gehörten zeitweise der Bäcker, der Schmied und der Dorfbader der katholischen Konfession an. Die Pfarrei war 1648 mit dem nahen Krautheim zusammengelegt worden.

Indirekt hatte Eichfeld im Spanischen Erbfolgekrieg zu leiden: Teuerungen ließen das Dorf verarmen. Im Jahr 1762 quartierten sich preußische Soldaten während des Siebenjährigen Krieges im Ort ein, ihnen folgten in den nächsten Jahren weitere Armeen. Die ständigen Durchzüge führten 1769 zu einem akuten Getreidemangel, der sich bis 1772 zu einer Hungersnot steigerte. Hagelwetter und eine Mäuseplage hatten die Situation zusätzlich verschärft. Allein im Jahr 1772 waren 30 Tote in Eichfeld zu beklagen.Meyer, Herbert: Eine Eichfelder Chronik. S. 273.

Am 6. August 1780 erschütterte ein Brand das Dorf, bei dem insgesamt 21 Gebäude in Flammen aufgingen. Wiederum folgten der Katastrophe Einquartierungen in den Koalitionskriegen, 1796 schloss sich eine Rinderpest an. Mit Typhus wütete im Dorf eine weitere Seuche. Viele junge Eichfelder wurden zum Kriegsdienst an andere Herrschaften vergeben und konnten so den Wiederaufbau nicht vorantreiben.

In Bayern (bis heute) mini|hochkant|Nach dem Brand von 1780 entstanden in Eichfeld mehrere Bruchsteinhäuser (August 2016) Mit der durch Napoleon eingeleiteten Mediatisierung wurden die kleinen weltlichen Herrschaften im Jahr 1806 aufgelöst und größeren Staaten einverleibt. Die Grafschaft Castell mit Eichfeld kam zunächst an Kurpfalz-Bayern, ehe sie kurze Zeit Teil des Großherzogtums Würzburg wurde. Im Jahr 1814 wurde Eichfeld endgültig königlich-bayerische Ruralgemeinde im Landgericht Volkach. Die Belastungen durch Einquartierungen gingen indessen weiter, so waren zeitweise über 400 Soldaten in Eichfeld untergebracht. Das Dorf hatte 1808 nur 386 Einwohner.Egert, Gerhard: Die Eichfelder Quartierlisten. S. 262 f.