Theodor Birt (* 22. März 1852 in Wandsbek; † 28. Januar 1933 in MarburgSiehe ) war ein deutscher Altphilologe und Autor populärwissenschaftlicher Bücher im Bereich der Altertumswissenschaften.

Leben und Werk Theoodor Birt wurde als achtes von neun Kindern in Wandsbek in eine Kaufmannsfamilie hineingeboren. Kurze Zeit später siedelte seine Familie nach Hamburg-St. Georg um, wo er aufwuchs. Birt besuchte das Johanneum in Hamburg und schloss es 1872 mit dem Abitur ab.Olaf Matthes: Theodor Birt, in: Franklin Kopitzsch, Dirk Brietzke (Hrsg.): Hamburgische Biografie. Band 8. Wallstein, Göttingen 2023, S. 62–63

Nach dem Studium 1873 bis 1876 in Leipzig und Bonn habilitierte er sich 1878 in Marburg. Hier lehrte er auch bis zu seiner Emeritierung 1921, seit 1886 als Ordinarius. Von 1902 bis 1903 war er Rektor der Marburger Universität.

miniatur|Unterschrift von Theodor Birt Neben seinen wissenschaftlichen Werken steht nach 1913 eine große Anzahl von populärwissenschaftlichen Schriften, die mehrfach aufgelegt wurden.

Daneben trat Theodor Birt auch als belletristischer Autor (Erzählungen, historische Romane, Theaterstücke, Lyrik) auf. Als Pseudonym benutzte er auch den Namen des Humanisten Beatus Rhenanus.

Trivia Birt war Ehrenmitglied des Philologisch-Historischen Vereins Marburg,M. Göbel, A. Kiock, Richard Eckert (Hrsg.): Verzeichnis der Alten Herren und Ehrenmitglieder des Naumburger Kartell-Verbandes Klassisch-Philologischer Vereine an deutschen Hochschulen, A. Favorke, Breslau 1913, S. 58. der 1921 über die Wissenschaftliche Verbindung Hercynia in der Marburger Burschenschaft Rheinfranken aufging. In Wandsbek wurde eine Straße nach ihm benannt. Im Archiv des Bonner Bernstein-Verlags der Gebrüder Andreas & Paul Remmel befindet sich ein Konvolut eigenhändiger Vorlesungsmitschriften von Theodor Birt, die aus seiner Studienzeit in Bonn datieren.

Veröffentlichungen (Auswahl) Wissenschaftliche Werke 1882: Das antike Buchwesen in seinem Verhältniss zur Litteratur. Hertz, Berlin. - Nachdruck Scientia, Aalen 1959 und 1974 1892: Claudianus, Claudius: Carmina Recensuit Theodorus Birt. Weidmann, Berlin (Monumenta Germaniae historica, Auctores antiquissimi 10). - Nachdruck Weidmann, Berlin 1981 und MGH München 1981 1907: Die Buchrolle in der Kunst. Teubner, Leipzig 1907. - Nachdruck Olms, Hildesheim 1976 1913: Kritik und Hermeneutik. Nebst Abriss des antiken Buchwesens. C. H. Beck, München. 3., völlig neubearb. Aufl. (Handbuch der klassischen Altertumswissenschaft I, 3)

Populärwissenschaftliche Werke 1894: Eine römische Litteraturgeschichte in 5 Stunden gesprochen. Elwert, Marburg. - 2. Aufl. (in 5 Vorträgen) 1909 1909: Zur Kulturgeschichte Roms : gesammelte Skizzen. Quelle & Meyer, Leipzig. - 5. Aufl. 1935 1913: Römische Charakterköpfe, Ein Weltbild in Biographien. Quelle & Meyer, Leipzig. - 6., verb. Aufl. 1922. 9. Aufl. 1932. 36.–40. Tsd. 1954 1916: Schiller, der Politiker, im Licht unserer großen Gegenwart. Cotta, Stuttgart. - 2.–5. Tsd. 1916 1917: Die Germanen. Eine Erklärung der Überlieferung über Bedeutung und Herkunft des Völkernamens. Beck, München 1918: Aus dem Leben der Antike. Quelle & Meyer, Leipzig. - 2. Aufl. 1919. 4. Aufl. 1925 1918: Sokrates, der Athener. Quelle & Meyer, Leipzig 1919: Charakterbilder Spätroms und die Entstehung des modernen Europa. Quelle & Meyer, Leipzig. - 5. Aufl. 1930 1919: Von Homer bis Sokrates. Ein Buch über die alten Griechen. Quelle & Meyer, Leipzig.- 4. Aufl. 1928 1922: Die Cynthia des Properz. Quelle & Meyer, Leipzig. 1924: Alexander der Große und das Weltgriechentum bis zum Erscheinen Jesu. Quelle & Meyer, Leipzig. 1924 1925: Horaz' Lieder und römisches Leben & Horaz' Lieder: Studien zur Kritik und Auslegung. Quelle & Meyer, Leipzig, 2 Bände 1928: Das Kulturleben der Griechen und Römer in seiner Entwicklung. Quelle & Meyer, Leipzig 1931: Die Schaubauten der Griechen und die attische Tragödie. Gesellschaft für Theatergeschichte, Berlin 1932: Frauen der Antike. Quelle & Meyer, Leipzig 1941: Das römische Weltreich [Römische Charakterköpfe u. Charakterbilder Spätroms] Knaur, Berlin

Autobiographisches 1902: Griechische Erinnerungen eines Reisenden. Elwert, Marburg (2. Aufl.: Griechische Erinnerungen. Ein Reisebuch. Ebenda 1922). 1910: Aus der Provence. Reiseskizzen. Deutsche Bücherei [Reihe], Leipzig. Nachdr. Rüsch, Großenwörden 1927 1927: Marburger Licht- und Schattenbilder. Erinnerungen. Elwert, Marburg 1929: Wie ich lernte. Hamburger Erinnerungen und Stimmungsbilder aus den Jahren 1813 bis 1872. Quelle & Meyer, Leipzig

Belletristik 1886: Attarachus und Valeria. Eine lyrische Erzählung von Beatus Rhenanus. Grunow, Leipzig 1895: König Agis. Eine Tragödie des Beatus Rhenanus in 5 Akten. Elwert, Marburg 1908: Artiges und Unartiges. Gedichte des Beatus Rhenanus. Elwert, Marburg. - 2. Aufl. 1924 1916: Novellen und Legenden aus verklungenen Zeiten. Quelle & Meyer, Leipzig. - 2. Aufl. o. J. 4. Aufl. 1928 1911: Menedem. Die Geschichte eines Ungläubigen. Cotta, Stuttgart. - 2. u. 3. Tsd. 1921 1919: Von Hass und Liebe : 5 Erzählungen aus verklungenen Zeiten. Quelle & Meyer, Leipzig 1922: Helle und dunkle Klänge in Gedichten. Quelle & Meyer, Leipzig 1923: Neue Novellen und Legenden aus verklungenen Zeiten. Quelle & Meyer, Leipzig 1923: Moderne Novellen. Quelle & Meyer, Leipzig 1927: Roxane: Ein Alexanderroman in 10 Handlungen. Quelle & Meyer, Leipzig 1930: Rätsel und Silbenspiele. Elwert, Marburg (Neuausgabe nur der Rätsel: Theodor Birt: Sprachrätsel in Versen und Fragen. Herausgegeben sowie mit einer Einleitung und Anmerkungen versehen von Felix M. Prokoph, (Literatur: Forschung und Wissenschaft Bd. 42) Lit-Verlag, Münster 2023) 1931: König wider Willen. - Achill. 2 Novellen. Quelle & Meyer, Leipzig

Literatur Franz Gundlach: Catalogus professorum academiae Marburgensis 1527–1910. Die akademischen Lehrer der Philipps-Universität in Marburg. Elwert Verlag, Marburg 1927, S. 340. Inge Auerbach: Catalogus professorum academiae Marburgensis. Die akademischen Lehrer der Philipps-Universität in Marburg. Zweiter Band: 1910 bis 1971. Elwert Verlag, Marburg 1979, ISBN 3-7708-0580-1, S. 467.

Eckart Mensching: Nugae zur Philologie-Geschichte 9 (1996), S. 9–66 (4 einzelne Beiträge). Vor allem versucht er, die Rezeption der populären Literatur abzuschätzen. Dabei kommt er auf eine Gesamtauflage von mehr als 100.000 Exemplaren. Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band II: Künstler. Winter, Heidelberg 2018, ISBN 978-3-8253-6813-5, S. 67–68. Birt, Theodor, in: Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Frankfurt am Main : S. Fischer, 2007, ISBN 978-3-10-039326-5, S. 54. Felix M. Prokoph: Theodor Birt: Ein Klassischer Philologe sui generis, in: Theodor Birt: Sprachrätsel in Versen und Fragen. Herausgegeben sowie mit einer Einleitung und Anmerkungen versehen von Felix M. Prokoph, (Literatur: Forschung und Wissenschaft Bd. 42) Lit-Verlag: Münster 2023, ISBN 978-3-643-15415-6, S. 9–19.

Weblinks

Kurzbiografie unter: https://www.rheinfranken.de/mitglieder/

Einzelnachweise

Kategorie:Altphilologe (19. Jahrhundert) Kategorie:Altphilologe (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Philipps-Universität Marburg) Kategorie:Rektor der Philipps-Universität Marburg Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Burschenschafter (19. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1852 Kategorie:Gestorben 1933 Kategorie:Mann