Die OZNA (auch OZN-a bzw. vereinfacht OZNa; grammatisch vom Akronym OZN für , , , wörtliche Übersetzung Abteilung zum Schutz der Nation oder Abteilung zum Schutz des Volkes) war der während des Zweiten Weltkriegs am 13. Mai 1944 gegründete Geheimdienst und die Geheimpolizei Jugoslawiens. In der wurden alle bis dahin in Jugoslawien entstandenen Nachrichtendienste, darunter auch der slowenische Sicherheitsgeheimdienst VOS (Varnostno-obveščevalna služba OF) unter eine zentrale Führung gestellt.
Aufgaben Die Mitglieder der OZNA erledigten Verhaftungen, Verhöre und Folterungen in eigenen Gefängnissen, Liquidierungen, die Einrichtung von Konzentrationslagern, die Bewachung der Grenzen, die Deportation von Leuten in geschlossene Gebiete, die Ausweisung und Verfolgung von Ausländern, die Organisation von Zwangsarbeit, Zensur, die Kontrolle von Wahlen sowie die Vorbereitung und Durchführung von politischen Prozessen. Nach Kriegsende wurde die OZNA im Jahre 1946 aufgelöst und daraus die zivile Geheimpolizei Uprava državne bezbednosti, kurz UDB (ab 1966 Služba državne bezbednosti, SDB) und der Militärgeheimdienst Kontraobaveštajna služba, kurz KOS (ab 1955 Organ bezbednosti, OB), gebildet.
Geschichte Im Jahr 1943 gründete Dalibor Jakaž, der zuvor von der Komintern in Moskau zum Agenten ausgebildet worden war, ein „Hauptnachrichtenzentrum“ (Glavni obavještajni centar, kurz GOC) der Tito-Partisanen. Am 13. Mai 1944 ging daraus die OZNA unter Führung von Aleksandar Ranković hervor, in dem Jakaž die Auslandsabteilung in Belgrad leitete.Interview der Journalistin Darka Stuparić mit Dalibor Jakaž für den „Vjesnik“, anläßlich des 30. Gründungstags der OZN am 13. Mai 1974. Zitiert nach: Hans-Peter Rullmann: Mordauftrag aus Belgrad : Dokumentation über die Belgrader Mordmaschine. Ost-Dienst, Hamburg 1980, S. 3 f.
Bereits im Laufe des Jahres 1944 entstanden auch eigene OZNA-Abteilungen auf Ebene einiger Republiken, so in Slowenien unter Ivan Maček-Matija, in Kroatien unter Ivan Krajačić, in Serbien unter Slobodan Penezić-Krcun, in Belgrad unter Miloš Minić und in der Vojvodina unter Petar Relić.
Josip Broz Tito beschrieb die wesentlichsten Aufgaben der OZNA:
Massenexekutionen wurden unter der Leitung und Aufsicht der OZNA vom Korpus narodne odbrane Jugoslavije (KNOJ) organisiert und ausgeführt.
Organisation Die OZNA hatte zuletzt fünf Abteilungen:
Nachrichtendienst, für die Organisation nachrichtendienstlicher Aktivitäten in okkupierten Gebieten. Gegenspionage, zum Sammeln von Informationen über politische Gruppierungen der Freiheitskämpfer, feindlichen Geheimdienstaktivitäten und bewaffneten nationalen Gruppen, die eine Gefahr für das Regime darstellten (nach der Auflösung der OZN entstand hieraus die UDB). Militärische Spionageabwehr, für die nachrichtendienstliche Sicherheit der Tito-Partisanen (nach der Auflösung der OZN wurde sie als KOS direkt der Armee unterstellt). Technische Abteilung, zur Bearbeitung der technischen Aufgaben des Geheimdienstes. Abteilung für die Beobachtung und Bekämpfung ausländischer Nachrichtendienste (ab 1945).
Bekannte Persönlichkeiten Josip Manolić
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Historischer Nachrichtendienst Kategorie:Geheimpolizei Kategorie:Behörde (Jugoslawien) Kategorie:Abkürzung Kategorie:Jugoslawien im Zweiten Weltkrieg Kategorie:Behördengründung 1944 Kategorie:Aufgelöst 1946