Die Schlacht von Preston (17. August bis 19. August 1648) endete mit einem Sieg der Truppen von Oliver Cromwell über die Royalisten und die Schotten, die vom Duke of Hamilton angeführt wurden. Der Sieg der Parlamentarier läutete das Ende des Zweiten Englischen Bürgerkrieges ein.

Vorgeschichte Nachdem die schottische Armee Karl I. von England im Januar 1647 in Newcastle den Bevollmächtigten des Parlaments ausgeliefert hatte, wuchs in schottischen Kreisen die Sorge über die zunehmende Radikalisierung der Politik in England. Dabei ging es auch um das Schicksal des Königs, insbesondere nachdem dieser im Juni von George Joyce aus der Obhut der Parlamentsbevollmächtigten entführt worden war und nun unter der Kontrolle der New Model Army stand.

In London gerieten die Presbyterianer im Parlament zunehmend in Bedrängnis, während der Einfluss der Independents wuchs. Verschiedene Gruppen radikalisierten sich, teils auf religiösem Gebiet, teils – wie die Levellers sowie kleinere Gruppen – auf politischem. Im Vergleich dazu wurde die radikale presbyterianische Partei von Schottland zunehmend zu einer gemäßigten Fraktion, angeführt von James, Duke of Hamilton.

Die erste und wichtigste Aufgabe der Regierung Schottlands musste darin bestehen, für die Sicherheit des Königs zu sorgen. Maßnahmen hierzu waren jedoch nur zu rechtfertigen, wenn der König wiederum den schottischen Covenantern entgegenkam. Es musste also zunächst mit ihm verhandelt werden, wobei sowohl gemäßigtere Positionen als auch die der radikaleren Presbyterianer zu berücksichtigen waren. Letztere wurden vom Marquess of Argyll angeführt, die Anhänger werden auch als Kirk-Partei bezeichnet.

Die monatelangen Verhandlungen mündeten schließlich im Dezember 1647 auf Carisbrooke Castle auf der Isle of Wight in eine Vereinbarung zwischen Karl I. und den schottischen Vertretern. In ihr stimmte der König zu - ohne sich auf die Seite der Covenanter zu stellen -, den Presbyterianismus in England drei Jahre lang versuchsweise zu fördern und zu wahren; alle anderen Sekten, auch die Independents sollten dagegen unterdrückt werden. Als Gegenleistung wurde ihm eine Armee versprochen. Diese Vereinbarung, Engagement genannt, führte zum Zweiten Englischen Bürgerkrieg und spaltete die Covenanter-Bewegung.

Vorbereitungen

mini|hochkant|James Duke of Hamilton

In Schottland wurde die Nachricht über diese Vereinbarung zunächst enthusiastisch begrüßt, da angenommen wurde, Karl I. habe endlich Partei für die Covenanter ergriffen. Als sich dies dann als Irrtum erwies, erwuchs schnell eine starke Opposition gegen die Unterstützung des Königs, besonders im Südwesten Schottlands, wo die Covenanter am stärksten waren.

Schlimmer als die politische Opposition war aber der entstehende verbreitete Widerstand bis zu den Kirchengemeinden hinunter, er behinderte ernsthaft die Bemühungen, eine Armee aufzustellen.

Im April wurde Hamilton zum Befehlshaber ernannt; seine militärischen Fähigkeiten unterboten jedoch noch seine geringen politischen. Patrick Gordon of Ruthven sagt zu seiner Ernennung:

Den Frühling hindurch und den Frühsommer wurden Soldaten unter den größten Schwierigkeiten ausgehoben. Diese Zeitverzögerung wirkte sich fatal auf den Ausgang des gesamten Unternehmens aus, hatte sie doch zur Folge, dass die New Model Army in der Lage war, die bereits ausgebrochenen royalistischen Aufstände in England und Wales nacheinander zu ersticken. Zudem musste Hamilton einen Aufstand in Schottland selbst, in den westlichen Grafschaften, niederwerfen. Dies gelang ihm auch im Juni in der Schlacht von Mauchline Muir, jedoch um den Preis einer Aufteilung seiner militärischen Kräfte.

150px|mini|John Lambert 1618–1684

Die Zeit schritt voran und der Hochsommer war schon vorbei. Viele der royalistischen Aufstände in England waren bereits niedergeschlagen worden. Die Bedingungen waren schlecht – die Armee war weit von der nötigen Schlagkraft entfernt, schlecht ausgerüstet und ungenügend ausgebildet, die Probleme der Versorgung und des Transports waren ungelöst, Artillerie fehlte. Auch die erwartete Verstärkung durch die schottische Armee in Irland war ausgeblieben. Dennoch konnte Hamilton einen weiteren Aufschub nicht riskieren, so überschritt er am 8. Juli die englische Grenze bei Annan mit 10.500 Mann statt der ursprünglich vorgesehenen 30.000. Am selben Tage vereinigte er sich in Carlisle mit einer royalistischen Streitkraft von etwa 3.000 englischen Kavalieren. Der Vormarsch dieser Armee wurde von General John Lambert und einer Abteilung der New Model Army genauestens beobachtet.

Marsch von Hamilton

Der Vormarsch Hamiltons nach Süden erfolgte quälend langsam. Die Notwendigkeit schnellen Handelns nicht verstehend oder nicht beachtend, verbrachte er sechs Tage in Carlisle, bevor die Armee nach Penrith marschierte, dort weitere drei Tage vergeudete, dann die wenigen Meilen nach Kirkby Thorne zurücklegte, wo sie bis Ende Juli blieb. Das grauenhafte Wetter machte alles noch schlimmer, regnete es doch die gesamte Zeit, die Hamilton in England war. Der Aufenthalt in Kirkby Thorne wurde von Sir James Turner beschrieben:

Lambert beobachtete ständig die Lage, bereit auf jede Bewegung des Feindes zu reagieren. Nicht stark genug, um eine Auseinandersetzung selbst zu wagen, erhielt er die Nachricht, dass Oliver Cromwell auf seinem Weg von Südwales am 11. Juli Pembroke Castle den Royalisten entrissen hatte.

mini|hochkant|James Livingston, 1. Earl of Callendar

Ende Juli ließ sich die schwerfällige Kriegsmaschine der Schotten zu einer Aktion hinreißen. Sie bewegte sich über Appleby nach Kendal und traf dort am 2. August ein. Hier schlossen sich ihr General George Munro of Newmore und seine Truppen aus Ulster an. Die gemeinsame Streitkraft hatte nun die Stärke von etwas mehr als 18.000 Mann, zu Pferd und zu Fuß. Aber sofort brach ein ernster Streit aus. Munro weigerte sich, unter Hamiltons zweitem Befehlshaber Earl of Callendar zu dienen, gegen den er eine intensive Abneigung hegte. Und Callendar seinerseits sah keinen Grund, warum Munro ein unabhängiger Oberbefehl gewährt werden sollte. Hamilton, der allem Anschein nach Callendar fürchtete, wählte die schlimmste aller Lösungen. Die schlachterfahrenen Truppen aus Ulster wurden mit einiger englischer Kavallerie in Kirkby Lonsdale zurückgelassen, um auf die Artillerie zu warten, die bereits aus Schottland unterwegs war, während der Rest der Armee den Marsch nach Hornby fortsetzte. Hier ließ sich Hamilton für eine Woche nieder – die erste einer Reihe von katastrophalen Entscheidungen.

Am 14. August zog der lustlose Treck in Richtung Lancaster und dann nach Preston. Sir Marmaduke Langdale und die verbliebenen englischen Kavaliere wurden in einiger Entfernung von der östlichen Hauptarmee postiert, um die Flanke zu schützen und um anzugreifen, falls Feindbewegungen in der Gegend der Pennines ausgemacht werden sollten.

Während Hamilton durch Lancashire lahmte, war Cromwell bemerkenswert vorangekommen, seitdem er Pembroke verlassen hatte. Am 13. August stieß er zwischen Wetherby und Knaresborough auf Lambert und hatte damit 462 km in dreizehn Tagen zurückgelegt. Im Gegensatz hierzu hatte Hamilton, als er zwei Tage später Preston erreichte, für 151 km 39 Tage benötigt. Cromwells Streitkräfte waren nun 14.000 Mann stark, schwächer als ihr Gegner, aber stärker, als Cromwell später berichtete. Mit Sir Thomas Fairfax und dem Rest der New Model Army hatte er im Vorübergehen die Royalisten im Südosten Englands erledigt. Jetzt war Cromwell zum ersten Mal unabhängiger Oberbefehlshaber.

Hamilton ahnte die Gefahr noch nicht, die ihren ersten Schatten auf seine östliche Flanke warf. Wegen anhaltender Versorgungs- und Quartierprobleme erlaubte er John, dem späteren Earl of Middleton, und der Kavallerie weiter bis südlich von Preston zu reiten, den Fluss Ribble zu überqueren und einen Vorstoß bis nach Wigan zu machen, um Nahrungsmittel zu requirieren. Am 16. August, dem Vorabend der Schlacht von Preston, hatte die Engager-Armee die Form einer Schlange, die sich über eine Länge von unglaublichen 24 km hinzog: Munro und der Rest waren noch immer in Kirkby Lonsdale im Norden. Hamilton und die Hauptarmee standen nahe Preston. Unterdessen waren Middleton und der Anfang der Schlange in Wigan im Süden. Langdale und seine separaten Streitkräfte aus englischen Royalisten waren zu dieser Zeit südlich von Settle über Ribblesdale geritten und erreichten Preston aus Nordosten.

Der Angriff von Cromwell

mini|hochkant|Oliver Cromwell (1599–1658)

Cromwell hatte in Wetherby keine genauen Informationen über den Aufenthalt von Hamilton. Die übliche Taktik wäre gewesen, nach Süden zurückzugehen, um den Weg nach London zu decken, während unterdessen Spähtrupps aus Kavalleristen westwärts geschickt wurden, um den Feind aufzustöbern. Aber Cromwell, der die Notwendigkeit einer schnellen Entscheidung sah, setzte alles auf einen brillanten Plan. Statt nach Süden zu ziehen, entschied er sich, die Pennines in Lancashire zu überqueren, um einen Such- und Vernichtungsfeldzug zu starten. Von Otley nach Skipton kommend stieg er in das Tal Ribble Valley und kampierte am 15. August in Gisburn. Hier erhielt Cromwell von seinen Spähern die Nachricht, dass Hamilton sich von Lancaster kommend Preston nähere.

Viel zu spät erkannte Langdale die Gefahr. Er teilte Hamilton und Callendar mit, dass er annehme, Cromwell sei im Begriffe anzugreifen. Beide nahmen die Meldung nicht ernst. Am frühen Morgen des 17. August bestätigten sich seine Befürchtungen. Seine Männer hielten noch eine gute Position beiderseits der Hauptstraße zwischen Preston und Skipton, die nicht viel mehr als eine mittlerweile mit Regenwasser vollgesogene Fahrrinne war. Auf der anderen Seite waren sie durch Hecken geschützt, die ein kleines Feld umschlossen, das ebenfalls vor einem Kavallerieangriff schützte. Cromwell schickte eine weitere Truppe aus 200 Kavalleristen und 400 Fußsoldaten, um einen Durchgang durch die Fahrrinne zu erzwingen. Bald danach wurden sie von Hauptmann John Hodgson verstärkt, dessen Memoiren die Eröffnungsszenen der Schlacht von Preston festhielt:

mini|hochkant|Marmaduke Langdale

Schritt für Schritt wurden die Royalisten zurückgedrängt und gaben den Weg über den mit Regen vollgesogenen Boden frei. Während die Schlacht andauerte, ritt Langdale davon, um Hamilton zu warnen, dass er nicht von einem Vortrupp angegriffen werde, sondern einem regulären, vollständigen Angriff ausgesetzt sei. Langdale traf Hamilton mit General William Baillie an, als beide Vorbereitungen dafür trafen, die Infanterie über die Preston Brücke den Fluss Ribble überqueren zu lassen. Hamilton widerrief alle seine bisherigen Befehle, wies Baillie an, auf der Nordseite zu bleiben, um Langdale zu stärken, und schickte eine Nachricht an Middleton, dass er aus Wigan herbeieilen möge. Aber Callendar wandte ein, dass die Infanterie ohne sofortige Kavallerieunterstützung bald vernichtet werden würde. Einmal mit der Kavallerie vereinigt – fuhr er fort – hätte die Armee den Vorteil, dass der Fluss Ribble vor und nicht hinter ihnen liegen würde. Es wurden keine Betrachtungen darüber angestellt, dass sie damit vollständig von Munro und Schottland abgeschnitten würde. Langdale jedoch – so Callendar – übertreibe die Stärke des feindlichen Angriffes maßlos, nötigenfalls könne er sich einen Weg zurück nach Preston schlagen, um sich südlich der Ribble-Brücke den Schotten anzuschließen. Hamilton ließ sich überzeugen und verwarf seinen ursprünglichen Plan. Die einzige Hilfe, die den hart bedrängten Truppen Langdales geschickt wurde, war eine kleine Streitkraft von Lanzenträgern. Ein Fehler folgte nun auf den anderen.