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Die Geschichte der Fußballabteilung des 1. FC Nürnberg beginnt mit der Vereinsgründung im Jahr 1900.

Von der Gründung zum deutschen Spitzenverein Saisonbilanzen 1905–1918 Saison Platz Tore Punkte 1905/06 1. 1906/07 1. 58:10 16:0 1907/08 1. 37:6 11:1 1908/09 1. 68:8 15:1 1909/10 1. 73:8 20:0 1910/11 2. 90:25 30:6 1911/12 4. 55:35 26:14 1912/13 3. 48:17 18:10 1913/14 2. 38:23 16:12 1914/15 1915/16 1. 147:7 34:0 1916/17 1. 71:9 22:2 1917/18 1. 1905/06: Gau Nordbayern1906/17–1909/10: Bezirksliga1910/11–1913/14: Ostkreisliga1914/15: Ostkreismeisterschaft nicht ausgetragen1915/16: Gau Mittelfranken1916/17: Bezirksliga

Gründungsphase mini|links|Erste Mannschaft aus dem Jahr 1902 mini|links|Erstes Fußballwettspiel gegen Bayern München 1901

Den 1. FC Nürnberg gründeten im Mai 1900 18 Gymnasiasten als Rugby-Verein. Da hierfür jedoch 30 Spieler notwendig sind, beschloss man im Juni 1901, Fußball künftig nach den Regeln der englischen Football Association zu spielen. Nach einem Probespiel gegen Angestellte der Nürnberger Schuckertwerke, von denen die Mannschaft das erste Regelheft erhalten hatte, kam es am 29. September 1901 zum ersten Vergleich mit einem anderen Fußballverein. In Bamberg war der im März gegründete 1. FC 01 Bamberg der Gegner. Die Nürnberger Spieler um den 1. Vorsitzenden Christoph Heinz behielten vor einigen hundert Zuschauern, die aus der Zeitung von dem Spiel erfahren hatten, mit 2:0 die Oberhand.

Die erste eigene Spielstätte wurde die Deutschherrnwiese an der Pegnitz. Dort fand ebenfalls 1901 das erste Heimspiel gegen den 1. FC Bamberg statt. Am 20. Oktober siegte der 1. FCN mit 5:1, erlitt jedoch drei Wochen später am 6. November im ersten fränkisch-bayerischen Derby gegen den FC Bayern München – nach einer Herausforderung der Münchner ging es dabei um die Bayerische Meisterschaft – mit 0:6 eine schmerzliche Niederlage. Diese war jedoch wichtig für die spätere Entwicklung, da ab sofort unter dem Berliner Fritz Servas ein ernsthaftes Training durchgeführt wurde. Dies führte zu einer kontinuierlichen Verbesserung der Spieler. Im Herbst 1902 gab es im ersten Frankenderby mit dem Vorläuferverein der späteren SpVgg Fürth ein 15:0. 1904 organisierte der Süddeutsche Fußballverband einen ersten regulären Spielbetrieb innerhalb der Stadt, zur Saison 1905/06 entstand die Bezirksliga Nordbayern, die bis 1909 die höchste Spielklasse war.

Bezirksliga Nordbayern Die erste Saison beendete der Club auf dem 1. Platz. Er verzichtete auf die Teilnahme an der süddeutschen Meisterschaft. 1906/07 wurde das Team erneut Bezirksmeister und gewann das Finale um die Ostkreismeisterschaft gegen den MTV München. Erst im Finale um die süddeutsche Meisterschaft scheiterte die Mannschaft am Freiburger FC. Mittlerweile hatte der FCN die Deutschherrnwiese verlassen, weil der Stadtrat die Einzäunung untersagt hatte. Stattdessen fand der Verein im Sommer 1905 einen Platz an der Ziegelgasse in Steinbühl. In den folgenden Jahren bis 1910 wiederholte der FCN alljährlich den Sieg in der Bezirksliga, 1907/08 und 1908/09 auch den Gewinn der Ostkreismeisterschaft, die in etwa einer Bayerischen Meisterschaft entsprach. Lediglich 1910 verfehlte der Club diese als Endrundenzweiter.

Angesichts der Dominanz in Bayern in diesen Jahren begann man, den 1. FCN nur noch als Club zu bezeichnen. Zum ganz großen Erfolg in Deutschland reichte es jedoch noch nicht. In Süddeutschland fand die Mannschaft nach der Niederlage 1907 gegen den Freiburger FC auch in den Stuttgarter Kickers 1908 und Phönix Karlsruhe 1909 jeweils ihren Meister und verpasste die süddeutsche Meisterschaft. Auch dem Vergleich mit englischen Profimannschaften erwiesen sich die Nürnberger noch nicht gewachsen. Am 1. Juni 1909 verloren sie ein Testspiel mit 3:8 gegen den FC Sunderland.

Dafür holte die örtliche Konkurrenz auf. Am 6. Dezember 1908 holte die SpVgg Fürth das erste Unentschieden gegen den Club, zwei Jahre später gewannen die Fürther erstmals mit 2:1 am 21. November 1910. Kurz zuvor hatte die SpVgg bereits im Ronhof das damals größte und modernste Fußballstadion des Deutschen Reiches eröffnet und war dem 1. FC Nürnberg damit einen gewaltigen Schritt voraus. Dieser spielte seit Februar 1908 in Schweinau auf einem kleinen Sportplatz an der Maiachstraße, der lediglich eine kleine Holztribüne aufwies und ansonsten von Zuschauerwällen umgeben war.

1910 stellte der Club den ersten Nationalspieler aus dem Königreich Bayern. Ludwig „Fips“ Philipp war unter dem systematischen Training von Fritz Servas zum Allrounder gereift. Er spielte Mittelstürmer, Linksaußen, Halblinks und sogar Verteidiger. Am 3. April sowie am 24. April 1910 bestritt er zwei Länderspiele.

Ostkreisliga 1910 ordnete der Süddeutsche Fußballverband den Spielbetrieb neu und gründete vier Ligen: Nord (Hessen), West (Pfalz), Süd (das heutige Baden-Württemberg) und Ost (Bayern). Die Nürnberger trafen auf weitere spielstarke Gegner und mussten sich daran gewöhnen, nicht automatisch Erster zu werden. 1911 musste der Club dem FC Bayern München den Vortritt lassen, die folgenden drei Jahre setzte sich jeweils die SpVgg Fürth souverän durch, die schließlich 1914 die deutsche Meisterschaft gewinnen konnte. Die Nachbarstadt hatte ein modernes Stadion, war mit 3000 Mitgliedern der größte Sportverein und überflügelte mit der Meisterschaft den Club endgültig. Diesem drohte sogar Konkurrenz aus der eigenen Stadt. Dem VfB Nürnberg gelang als erstem direkten Lokalrivalen in der Saison 1911/12 ein Sieg gegen den FCN, als hartnäckigere Konkurrenz erwies sich jedoch der FC Pfeil Nürnberg, der am 2. September 1913 einen 1:0-Sieg schaffte und punktgleich nur wegen der Tordifferenz am Ende der Saison als Dritter hinter dem zweitplatzierten Club landete.

Der 1. FC Nürnberg investierte in ein Fußballstadion, um das gewachsene Zuschauerinteresse auch befriedigen zu können. Am 24. August 1913 eröffnete der Verein im Nürnberger Vorort Zerzabelshof sein Sportgelände, das später nur noch Zabo genannt wurde. Das Stadion selbst fasste 8000 Zuschauer und lag außerhalb der Nürnberger Stadtgrenzen, da man so der auf den Eintritt fälligen Lustbarkeitssteuer der Stadt Nürnberg entging. Erst 1923 wurde der Ort eingemeindet.

Süddeutscher Meister Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs unterbrach den Höhenflug des Fürther Nachbarn, die Saison 1914/15 wurde abgebrochen, es gab nur einen eingeschränkten Spielbetrieb gegen Ortsrivalen und einige Spiele, die der Süddeutsche Fußballverband organisierte. In der folgenden Saison 1915/16 rollte der Ball wieder und der 1. FC Nürnberg holte nicht nur die Ostkreismeisterschaft, sondern im Finale gegen FC Pfalz Ludwigshafen auch mit einem 4:1-Sieg erstmals die süddeutsche Meisterschaft. Zum Erringen des „Eisernen Fußballs“ trugen bereits die späteren Meisterspieler Gustav Bark, Anton Kugler, Carl Riegel und Heiner Träg bei. Den Erfolg wiederholte das Team zwei Jahre später.

Die goldenen 1920er Jahre Saisonbilanzen 1918–1930 Saison Platz Tore Punkte 1918/19 1. 1919/20 1. 115:6 36:0 1920/21 1. 85:8 35:1 1921/22 1. 80:8 26:2 1922/23 2. 39:12 22:6 1923/24 1. 27:8 20:8 1924/25 1. 44:13 24:4 1925/26 2. 34:18 18:10 1926/27 1. 64:17 33:3 1927/28 1. 45:9 23:5 1928/29 1. 51:15 24:4 1929/30 2. 33:14 22:6 grün: Gewinn der deutschen Meisterschaft1918/19–1920/21: Bezirksliga1921/22: Bezirksliga Gruppe 11922/23: Bezirksliga1923/24–1926/27: Bayernliga1927/28–1929/30:Bezirksliga

Die ersten Meisterschaften Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs ruhte 1918/19 der Spielbetrieb. Zahlreiche Fußballspieler waren im Krieg gefallen, darunter auch vier Spieler aus der 1. Mannschaft des FCN. Zudem wechselte Mittelstürmer Lony Seiderer ausgerechnet zum großen Fürther Rivalen. Am 22. Juli 1919 gastierte der MTK Budapest, der damals neben Slavia Prag, Sparta Prag und Rapid Wien zu den stärksten Teams des europäischen Kontinents gehörte, in Nürnberg. Die 0:3-Niederlage und die beeindruckende Fußballkunst der Ungarn war jedoch weitaus weniger bedeutend, als die Folgen des Spiels. Der Budapester Linksaußen Péter Szabó und Mittelstürmer Alfréd Spezi Schaffer blieben in Nürnberg und traten dem Club bei. Schaffer stürmte nicht nur, er übernahm auch das Training und verfeinerte das ohnehin schon gute Nürnberger Fußballspiel mit ungarischer Raffinesse. Er führte die Elf zum süddeutschen Pokalsieg 1919 und zum souveränen Sieg der Kreisliga-Saison 1919/20. Ohne Punktverlust und mit 115:6 Toren aus 18 Spielen dominierte der Club die Liga nach Belieben. Die süddeutsche Meisterschaft gewann man mit 3:0 gegen Pfalz Ludwigshafen, erstmals mit dem jungen Hans Kalb und dem aus der Kriegsgefangenschaft heimgekehrten Jean Steinlein. Dass es Alfréd Schaffer vor Beginn der Endrunde um die deutsche Meisterschaft bereits weiter zog, konnte die Nürnberger nicht mehr bremsen. Ohne Gegentreffer zogen sie ins Finale gegen SpVgg Fürth ein. Am 13. Juni 1920 sahen 35.000 Zuschauer in Frankfurt am Main das Aufeinandertreffen zweier Spitzenmannschaften. Fürth, mit den Nationalspielern Georg Wellhöfer, Hans Hagen, Leo Fiederer, Andreas Franz, Lony Seiderer und Hans Sutor, konnte durch das Nürnberger Team, dem acht Nationalspieler angehörten, mit 2:0 durch Treffer von Luitpold Popp und Péter Szabó geschlagen werden.

Die Meistermannschaft von 1920: Heiner Stuhlfauth – Gustav Bark, Jean Steinlein – Anton Kugler, Hans Kalb, Carl Riegel – Wolfgang Strobel, Luitpold Popp, Willy Böß, Heiner Träg, Péter Szabórechts|50px

30.000 begeisterte Nürnberger empfingen die Meistermannschaft bei ihrer Rückkehr. Und dieser Erfolg konnte im folgenden Jahr wiederholt werden. Zwischenzeitlich hatte sich Hans Sutor von der SpVgg Fürth dem FCN angeschlossen, da er Opfer der politischen Spannungen zwischen Nürnberg und Fürth wurde. In Fürth regierte inzwischen die neue Partei „Fürther Selbständigkeit“, die sich gegen eine Eingemeindung Fürths wehrte. In diese Zeit passte es nicht, wenn ein prominenter Fürther eine Nürnbergerin heiratete. Gegen den so verstärkten FCN, der für die Endrunde mit dem Ungarn Izidor „Dori“ Kürschner eigens einen professionellen Trainer anstellte, war Gegner Vorwärts 90 aus Berlin, einer der Vorgängervereine von Blau-Weiß 90 Berlin, im Finale vom 12. Juni 1922 überfordert. Durch drei Treffer von Luitpold Popp und zwei Treffer von Heiner Träg gab es ein souveränes 5:0.

Die Meistermannschaft von 1921: Heiner Stuhlfauth – Gustav Bark, Anton Kugler – Michael Grünerwald, Hans Kalb, Carl Riegel – Wolfgang Strobel, Luitpold Popp, Willy Böß, Heiner Träg, Hans Sutorrechts|50px

1922 ging der Club als haushoher Favorit in die Endrundenspiele. Die Entscheidungsspiele in Nordbayern verlor der Club überraschend gegen die Fürther mit 2:3 und 1:2. Als Titelverteidiger dennoch qualifiziert zog der FCN erneut ins Finale um die deutsche Meisterschaft ein. Dort fehlten Hans Sutor und der geniale Mittelläufer Hans Kalb verletzungsbedingt. Letzterer war nicht nur Kapitän, sondern auch Lenker des Spiels, was der Spruch „Club ohne Kalb – halb!“ ausdrückte. Dieser bewahrheitete sich im Finale gegen den Hamburger SV, das am 18. Juni in Berlin ausgetragen wurde. Nach über 180 Minuten stand es jedoch noch immer 2:2, weshalb dieses Spiel abgebrochen und am 6. August in Leipzig wiederholt wurde. Hier verlor der in dieser Meisterschaftsendrunde erneut von Izidor Kürschner betreute FCN in der 18. Minute bereits Willy Böß durch einen Platzverweis, später auch noch Anton Kugler wegen einer schweren Knieverletzung, Heiner Träg ebenfalls wegen Platzverweis und schließlich auch noch Luitpold Popp wegen Erschöpfung. Schiedsrichter Peco Bauwens beendete daraufhin das Spiel, später wurde der HSV zum Meister erklärt, verzichtete jedoch offiziell auf den Titel, entsprechend einer Weisung des DFB.