Die Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft Wilhelmshaven führt als Verkehrsunternehmen den Öffentlichen Personennahverkehr mit Omnibussen in Wilhelmshaven durch. Neben dem Verkehrsbetrieb ist das Unternehmen auch für den Hafenbetrieb eines Teils der Wilhelmshavener Häfen zuständig.

Geschichte 1937 wurde die Verkehrsgesellschaft Wilhelmshaven mbH als Nachfolgegesellschaft der Wilhelmshaven-Rüstringer Straßenbahn gegründet.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde am 1. Oktober 1943 der Obus-Betrieb eröffnet. Da keine neuen Obusse aus deutscher Produktion verfügbar waren, wurden sieben in Lüttich aufgrund des Reichsleistungsgesetzes requirierte Obusse nach Wilhelmshaven abgegeben. Am 30. März 1945 wurden der Straßenbahn- und der Obusbetrieb aufgrund der Kriegszerstörungen eingestellt. Während der Straßenbahnbetrieb dauerhaft eingestellt blieb, konnte der Obusbetrieb 1946 wieder aufgenommen werden. Da die Lütticher Obusse wieder dorthin überführt worden waren, war zuvor die Neubeschaffung von fünf Obussen nötig. Nach der Besetzung Wilhelmshavens am 6. Mai 1945 übernahm die englische Besatzungsmacht bis zum 31. März 1947 die Aufsicht des Omnibus- und Obus-Verkehrs. Die Briten betrachteten die Verkehrsgesellschaft zunächst als Beuteobjekt und lehnten daher die Anträge der Stadt auf Übertragung sämtlicher Anteile ab. Die Stadt entschloss sich daher, die Verkehrsgesellschaft zu pachten. Die Verkehrsgesellschaft blieb praktisch nur als Kapitalgesellschaft bestehen.

Knapp zwei Jahre nach Ende des Krieges wurde am 1. April 1947 der Verkehrsbetrieb Wilhelmshaven als städtischer Betrieb gegründet und in die Stadtwerke eingegliedert. Die Gründung erfolgte unter Übernahme der Anlagen und Fahrzeuge der Verkehrsgesellschaft mbH und Pachtung der Omnisbushalle an der Admiral-Klatt-Straße. Die übernommenen Fahrzeuge waren bis zur Währungsreform 1948 kaum betriebsfähig. Da es nur sehr wenige Gummireifen gab, musste eine große Anzahl von Bussen an auswärtige private Unternehmer verpachtet werden, die besser neue Reifen beschaffen konnten. Im Jahr 1949 mussten zehn übernommene Fiat-Oberleitungsbusse an Italien wegen Restitution zurückgegeben werden, obwohl die Bevölkerung und die Briten hiergegen protestierten. Dafür wurden als Ersatz zehn neue Henschel-Oberleitungsbusse beschafft. Noch im selben Jahr führten die Verkehrsbetriebe Reisefahrten nach Hamburg, Hannover und Berlin ein.

Von 1949 bis 1952 begann man die Omnibus- und Obus-Linien zu erweitern, den Fahrzeugpark zu modernisieren und die Fahrpläne zu optimieren. Am 28. April 1952 wurde mit Zustimmung der Bundesregierung der gesamte Anteil der Kapitalgesellschaft durch den niedersächsischen Finanzminister kostenlos der Stadt übertragen. 1957 wurde der Zentrale Omnisbusbahnhof (ZOB) aus der Marktstraße an der ehemaligen Hauptpost vor den Hauptbahnhof verlegt.

Nach der Stilllegung der Pekol-Obus-Linie nach Jever im Jahre 1954 war am 30. Oktober 1960 auch der städtische Obus-Betrieb in Wilhelmshaven eingestellt worden, weil seit Juli 1960 die Beförderung von Fahrgästen mit Personenanhängern verboten wurde. Daher mussten neue Busse beschafft werden. Hinzu kam noch, dass die Verkehrsgesellschaft den Verkehr der Vorortbahn Wilhelmshaven aufnehmen musste, die 1961 stillgelegt worden war. Daher entstand ein neues Busnetz. 1970 konnte die Einführung des Einmannverkehrs abgeschlossen werden, so dass keine Schaffner mehr Fahrkarten in Bussen verkauften. Ein wesentlicher Fortschritt konnte 1986 mit dem Kauf der ersten behindertenfreundlichen Niederflurbusse von Neoplan errungen werden. Seitdem werden nur noch Niederflurbusse beschafft.

Im Jahr 1991 wurden die Buslinien nach Fedderwarden und zum Industriegebiet-West eingestellt. Ab Mitte der 1990er Jahre beschaffte man weitere Niederflurbusse von Neoplan, darunter auch einige Gelenkbusse. Am 4. September 1997 konnte der seit Jahrzehnten erhoffte Neubau des Hauptbahnhofes eingeweiht werden. Integriert wurde ein Einkaufszentrum „Nordseepassage“ sowie ein neuer Busbahnhof mit Überdachungen, die ähnlich der auf dem Bahnhof sind. Der Verkehrsverbund Ems-Jade (VEJ) wurde gegründet.

Im Sommer 2000 gab es neben der Expo in Hannover das Zusatzprogramm „Expo am Meer“ in Wilhelmshaven, wohin die Besucher mit geliehenen Bussen befördert wurden, da der Fahrzeugbestand der Verkehrsbetriebe nicht für das Fahrgastaufkommen ausreichte. Am 18. November 2003 fand das erste Fahrgastforum statt. Ein Neoplan „Centroliner“ wurde als Vorführwagen in Bayern erworben. Ein weiterer Meilenstein der neuen Wilhelmshavener Verkehrsgeschichte ist das neue Liniennetz vom 1. Mai 2004, das den Anschluss Fedderwardergrodens an die Innenstadt deutlich verbessert. Unter anderem wurden dadurch die ersten Niederflurbusse von 1986 ausgemustert. Seit dem Jahr 2004 werden an verkehrsreichen Kreuzungen Vorrangschaltungen für die Busse installiert. Im Laufe des Jahres 2005 wurden mehrere Haltestellen mit neuen Bussteigen ausgestattet. Im Oktober 2005 wurden zwei gebrauchte Mercedes-Benz Gelenkbusse aus Berlin gekauft. Durch eine veränderte Nachfrage steht den Fahrgästen eine neue Linienführung sowie ein Anruf-Sammel-Taxi zur Verfügung.

Im Oktober 2006 wurden zwei gebrauchte Neoplan-Gelenkbusse aus Baden-Baden gekauft, dafür wurden ein älterer N 4018 Gelenkbus und Stadtbus N 4014 verkauft. Aufgrund höheren Fahrgastaufkommens wurden Ende November 2007 zwei Mercedes-Benz O 530 G Citaro Gelenkbusse beschafft.

Seit dem 31. Mai 2008 führen stündliche Fahrten der Buslinie 6 von der Endhaltestelle Voslapp-Süd der Linie 1 und 6 weiter zu dem in Bau befindlichen Containerhafen JadeWeserPort. Für Busfahrten Richtung JadeWeserPort wurde in der Nähe der Endhaltestelle ein neuer Bussteig eingerichtet, wo sonst normale Kurse nicht halten, sondern auf dem Gelände der Marktkauf-Niederlassung enden und wenden. Die Verlängerung der Linie ist hauptsächlich für Touristen, die die Infobox besuchen und die Bauarbeiten des Geländes bestaunen.

Seit Herbst 2008 besteht für die Linien 3 und 4 auf der Peterstraße zwischen Genossenschaftsstraße und Börsenstraße an allen Ampeln eine Vorrangschaltung, die den Bussen eine „Grüne Welle“ verschafft. Die die Peterstraße kreuzende Linien 2 und 6 profitieren ebenfalls von der Bevorrechtigung. Mit der Vorrangschaltung, die automatisch durch den Bus über eine Infrarotschnittstelle ausgelöst wird, sollen die Busfahrpläne besser eingehalten werden. Die Vorrangschaltung ist bei den autofahrenden Bürgern unbeliebt, weil sie die zuvor auf der Peterstraße und besonders im Bereich der Kortekreuzung auf der Gökerstraße bestehende Grüne Welle für Pkw durcheinanderbringt. Rückstaus und längere Wartezeiten für Autofahrer an den Ampeln sind seitdem die Folge.

Hafenbetrieb Die Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft Wilhelmshaven betreibt auch den Stadthafen von Wilhelmshaven. Dieser kann unabhängig von den Gezeiten 24 Stunden am Tag über eine Doppelkammerseeschleuse erreicht werden. Der Hafen hat etwa 2500 Meter öffentliche Kaianlagen für Umschlagstätigkeiten. Außerdem gibt es mehrere kleinere Anleger für Ortsverkehre und Sportboote.

Nahverkehr Liniennetz Das Liniennetz der Verkehrsbetriebe wurde seit Ende des Zweiten Weltkrieges etliche Male geändert.

O-Bus-Betrieb der Verkehrsbetriebe

Seit Eröffnung des O-Bus-Betriebes 1943 bestand die Strecke Schaar – Hauptbahnhof – Maadebrücke. 1953 erweiterte man die Strecke von der Maadebrücke bei Rüstersiel, die auch gleichzeitig Bahnhof der Vorortbahn war, durch Fedderwardergroden nach Voslapp.

O-Bus-Betrieb der Firma Pekol 1944 eröffnete der Busunternehmer Theodor Pekol, der das O-Bus-Netz in Oldenburg betrieb, mit Oldenburger Oberleitungsbussen die 18 km lange Überlandlinie Wilhelmshaven Hauptbahnhof – Schaar – Jever. Nach ca. zehn Jahren wurde der Betrieb am 30. September 1954 wieder eingestellt.

Busnetz nach 1960 Die O-Bus-Linien wurden durch neue Omnibuslinien ersetzt, die nun neben der noch für ein Jahr verkehrenden Vorortbahn den Nahverkehr in Wilhelmshaven bestimmten.

Busnetz vor 1991 Vor 1991 wurde Fedderwarden noch an die Einkaufsmöglichkeiten in Fedderwardergroden und das Industriegelände-West an der Bunsenstraße an die Innenstadt angebunden. Die Nummern einiger Linien änderten sich untereinander in Einzelfällen. So befuhr zunächst eine Linie 4 bereits den Ölhafen ab Rathaus. Später wurde für diese Route eigens die Linie 5 geschaffen. Auch existierte für kurze Zeit eine Linie 13 und (kurioserweise) eine Linie 71. Die einzige bis heute nie vergebene Liniennummer war die 9. Die Linie 4 zwischen Rüstersiel und Coldewei hatte zwei Anläufe: Ende der 1970er Jahre bis 1980 (inklusive Bau mehrerer Haltebuchten in Himmelreich-Coldewei) und 1983 bis 1985 als Kleinbuslinie. Sie wurde bereits nach zwei Jahren mangels Nachfrage wieder eingestellt. Als Nachfolger für die zwischen 1974 und 1982 existente Linie 10 wurde zwischen 1986 und 1988 die sogenannte Ruftaxilinie betrieben, die von Fedderwarden nach Fedderwardergroden auf Anruf verkehrte. Sie wurde aufgrund geringer Fahrgastzahlen eingestellt. Linie 1 Hauptbahnhof (ZOB) – Alt-Voslapp / – Voslapp-Süd Linie 2 Hauptbahnhof (ZOB) – Pestalozziweg / Karl-Hinrichs-Stift Linie 3 Kaiser-Wilhelm-Brücke – Stadtparkkolonie Linie 4 Rüstersiel – Himmelreich Linie 5 Rathaus – Ölhafen Linie 6 Hauptbahnhof (ZOB) – Johann-Sebastian-Bach-Straße Linie 7 Voslapp – Geniusstrand (Saisonlinie) Linie 8 Hauptbahnhof (ZOB) – Südstrand Linie 10 Fedderwarden – Voslapp – Sengwarden Linie 11 Hauptbahnhof (ZOB) – Sanderbusch Linie 12 Hauptbahnhof (ZOB) – Friedeburg – Wiesmoor Linie 14 Hauptbahnhof (ZOB) – Industriegelände-West Linie 15 Voslapp – Industriegelände-West Linie 16 Voslapp – Stahlguss Sande / Cäciliengroden

Das überarbeitete Liniennetz (1991–2004) Durch den neu entstandenen Stadtteil Maadebogen befuhr die Linie 3 eine große Schleife durch diesen bis zum Reinhard-Nieter-Krankenhaus und zur Stadtparkolonie, um so auf den angestammten Linienverlauf zu gelangen. Im Jahre 2002 wurde durch Eröffnung einer Verbindungsstraße sowie Aufbau der Stadtteile Wohnstadt West und Maadetal die Linie 3 in zwei Linienäste gespalten. Seitdem befuhren die Linien 31 und 32 von der Kaiser-Wilhelm-Brücke bis Banter Weg einen gemeinsamen Abschnitt. Die 31 band das Gewerbegebiet Ebkeriege und die neuen Wohngebiete an und fuhr bis Maadebogen-Nord. Die 32 befuhr ihren angestammten Verlauf über Jadeviertel, Europaviertel, den Wiesenhof und Reinhard-Nieter-Krankenhaus bis zur Haltestelle Maadebogen-Nord. Dort wechselten die Busse jeweils ihre Liniennummer und fuhren auf dem anderen Weg wieder zur Kaiser-Wilhelm-Brücke. Bis 2004 bestand auf den meisten Linien ein 15-Minuten-Takt.

Nachtnetz bis 2004 Vor der Einführung eines neuen Spätverkehrsnetzes im Jahre 2004 bedienten ab 20 Uhr sowie sonn- und feiertags die Linien A und B auf einem verknüpften Streckenverlauf der Linien 1, 2, 31, 32 und 6, 2, 31, 32 im Stundentakt bis 24 Uhr das Stadtgebiet Wilhelmshaven.

Liniennetz ab 1. Mai 2004 Am 1. Mai 2004 wurde ein neu überarbeitetes Busliniennetz in Betrieb genommen.

Takt Damit verbunden war die Einführung eines 20-Minuten-Taktes auf den Linien 1, 2 und 6. Durch die geringere Nachfrage in den Außenbereichen der Stadt wurde auf den Linien 3 und 4 ein 40-Minuten-Takt eingeführt. Unter anderem wurde ein linienreiner Spät-, Sonn- und Feiertagsverkehr eingeführt. Im Spätverkehr bis 24 Uhr fahren die Linien 1 und 6 im 20-Minuten-Takt. Linie 3 fährt bis 19 Uhr und Linie 4 bis 22 Uhr im 40-Minuten-Takt. Sonn- und feiertags fahren die Linien 1 und 6 bis 23 Uhr im 30-Minuten-Takt. Die 2 und 4 fuhren bis 22 Uhr im 30-Minuten-Takt.

Linienverlauf