Kauschwitz ist ein Stadtteil von Plauen (Stadtgebiet Nord), der 1999 eingemeindet wurde. Der Stadtteil ist identisch mit der Gemarkung Kauschwitz und bildet zusammen mit Zwoschwitz eine Ortschaft Plauens.
Geographische Lage mini|links|Naturschutzgebiet bei Kauschwitz
Kauschwitz liegt in einem Tal am nordwestlichen Ende der Stadt Plauen, etwa einen Kilometer entfernt vom eigentlichen Stadtrand. Durch den Ort fließt der Syrabach. Nordwestlich des Orts befindet sich die Syrau-Kauschwitzer Heide. Der Stadtteil grenzt an vier weitere Stadtteile Plauens und an zwei Orte einer Gemeinde des Vogtlandkreises.
Die Fläche der Ortschaft besteht zu 72,8 % aus Landwirtschaftlicher Nutzfläche und zu 19,2 % aus Wald. Die restliche Fläche sind Straßen, Wohn- und Industrieflächen.Gerd Kramer: Stadtentwicklung Plauen, Seite 64–65 in: Brigitte Unger, Werner Pöllmann u. a. (Hrsg.): Der Vogtlandatlas. Regionalatlas zur Natur, Geschichte, Bevölkerung, Wirtschaft und Kultur des Sächsischen Vogtlandes. 3. Auflage. Verlag Klaus Gumnior, Chemnitz 2007, ISBN 978-3-937386-18-8
Politik Ortschaftsrat Kauschwitz verfügt gemeinsam mit Zwoschwitz über einen Ortschaftsrat. Dieser besteht seit der letzten Wahl am 26. Mai 2019 aus fünf Mitgliedern. Da bei der Wahl nur die Wählervereinigung Kauschwitz-Zwoschwitz antrat, besteht der Ortschaftsrat nur aus Mitgliedern dieser Vereinigung.
Die Ortschaftsratswahlen von 1999 bis 2019 hatten folgende Ergebnisse (zum Vergleich ist auch noch die letzte Wahl zum Gemeinderat 1994 mit aufgeführt):
Parteien und Wählergemeinschaften 2019 2014 2009 2004 1999 19941994 fand die letzte Wahl zum Gemeinderat der damals noch selbstständigen Gemeinde statt. % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % SitzeWV K-ZFreie Wählervereinigung Kauschwitz-Zwoschwitz1002019 trat nur die WV K-Z zur Wahl an.51002014 trat nur die WV K-Z zur Wahl an.5----------------CDUChristlich Demokratische Union Deutschlands--------44,9124,31----19,22FWV KFeuerwehrverein Kauschwitz e. V.--------42,6247,33--------GRÜNEBündnis 90/Die Grünen--------12,50--------4,00WV KFreie Wählervereinigung Kauschwitz------------28,311001999 trat nur die WV K zur Wahl an.631,33PDSPartei des Demokratischen Sozialismus--------------------9,41UWG SUnabhängige Wählergemeinschaft OT Schöpsdrehe--------------------11,11WG ZWählergemeinschaft Zwoschwitz--------------------9,81F.D.P.Freie Demokratische Partei--------------------7,90AfW KAktion freier Wähler Kauschwitz--------------------7,40Gesamt100510051003100510061008Wahlbeteiligung in %62,857,744,444,657,576,1
Wirtschaft und Verkehr Im Nordosten, an der Grenze zu Haselbrunn, befindet sich der Plauen Park, ein großes Einkaufszentrum, dessen Einzugsgebiet Plauen und das Gebiet um Greiz umfasst. Früher befand sich auf diesem Areal ein Flugplatz, der während des Zweiten Weltkriegs zerstört wurde. Im Norden des Stadtteils im Gewerbegebiet „Schöpsdrehe“ mündet die Bundesstraße 282 von der A 9 kommend, in die Bundesstraße 92. Zusammen bilden die beiden Bundesstraßen einen Teil der Europastraße 49.
Kauschwitz ist mit der vertakteten RufBus-Linie 45 des Verkehrsverbunds Vogtland an den Plauen Park sowie Plauen-Neundorf angebunden. In Neundorf besteht Anschluss zur Straßenbahn Plauen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Kapelle und Burgstall Kauschwitz Die Kauschwitzer Kapelle wurde 1763/64 vom Oberhofrichter Adam von Watzdorf auf den Ruinen eines einstigen Wehrturms errichtet. Aus dieser Zeit stammen auch der Treppenanbau aus Fachwerk, das Dach und die Innenausstattung. Das Bauwerk ist eine Rotunde aus verputztem Bruchstein mit einem Dach, das als verschieferter Kegelstumpf mit Laterne und Zwiebel gestaltet ist. An der Westseite ist ein Treppenturm mit Mansarddach angebaut, der durch Pilaster und Gesimse gegliedert ist.
Der helle, flachgedeckte Innenraum ist mit umlaufenden zweigeschossigen Emporen ausgebaut. Über dem Kanzelaltar ist ein Gemälde mit einer Darstellung der Himmelfahrt Christi von Christian Friedrich Zimmermann aus dem Jahr 1764 angebracht. Von der im Kern von Johann Gottlieb Trampeli im Jahr 1771 geschaffenen Orgel ist nur noch der Prospekt mit reichem Schnitzwerk und drei musizierenden Engeln erhalten; das Werk von Jehmlich stammt aus dem Jahr 1936.Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen II. Die Regierungsbezirke Leipzig und Chemnitz. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1998, ISBN 3-422-03048-4, S. 421. 1992 konnte das Bauwerk mit Hilfe kirchlicher und privater Spenden umfassend saniert werden.Kirchenchronik anlässlich der Wiederweihe 1994, Verfasser: Waltraud Klopfer, Kauschwitz
Die Kapelle befindet sich im Süden von Kauschwitz in der Aue des Syrabaches auf einer Halbinsel, die als ehemalige Insel Standort einer Wasserburg war. Im Jahre 1317 ist "Jane von Kuschewitz" urkundlich belegt. Das Areal wurde am 15. Oktober 1959 als Bodendenkmal eingetragen.
Im Nordosten des Stadtteils, an der Grenze zu Haselbrunn, befindet sich der jüdische Friedhof Plauens.
Gedenkstätten mini|Gedenkstein für die Todesopfer durch Zwangsarbeit am ehemaligen Rückkehrersammellager Kauschwitz-Holzmühle
In Kauschwitz-Holzmühle befand sich ein Lager, in dem mehr als 1000 überwiegend junge Menschen zwischen 17 und 22 Jahren, zumeist aus der Ukraine, für Zwangsarbeiten eingesetzt wurden, die viele von ihnen nicht überlebten. Zur Erinnerung an die Opfer wurden Gedenkstätten eingerichtet. Gedenkstein am ehemaligen Rückkehrersammellager Kauschwitz-Holzmühle zur Erinnerung an die mindestens 678 Todesopfer von Zwangsarbeit Grabstätten und Gedenkstein auf dem Ortsfriedhof, wo ein Teil der Opfer der Zwangsarbeit begraben ist
Literatur
Bodendenkmal Burgstall Wasserburg "Wal"/"Wahl"/"Wohl"/"Wall" anstelle der Kapelle in Kauschwitz (S. 54), in Volkmar Geupel: Die geschützten Bodendenkmale im Bezirk Karl-Marx-Stadt. Hrsg. Heinz-Joachim Vogt, Kleine Schriften des Landesmuseums für Vorgeschichte Dresden, Heft 3, Dresden 1983, ISSN 0232-5446
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Stadtteil von Plauen Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Vogtlandkreis) Kategorie:Gemeindeauflösung 1999