Bambusa ist eine Pflanzengattung in der Unterfamilie Bambus (Bambusoideae) innerhalb der Familie der Süßgräser (Poaceae oder Gramineae). Die meisten der etwa 150 Arten sind vom tropischen bis ins subtropische Asien verbreitet, weitere Arten findet man in Australien und im pazifischen Raum. Arten in Afrika oder Amerika sind dort Neophyten.

Beschreibung Bambusa-Arten sind ausdauernde, baumartig wachsende, seltener strauchige oder kletternde Gräser, die Höhen von 1 bis 20 Metern erreichen. Die Rhizome sind pachymorph und bilden kurze Rhizomhälse. Die Halme sind holzig und wachsen meist aufrecht bis hängend. Die Internodien sind stielrund, die Knoten nicht vorstehend. Je Knoten werden einige bis viele Äste gebildet, häufig sind einer bis drei größer als die anderen. Die Zweige der tiefer liegenden Äste können kräftige oder schwache Dornen bilden. Die Halmscheiden fallen früh ab oder sind seltener bleibend. Die Halmblattöhrchen sind meist deutlich ausgebildet und am Rand bewimpert. Die Halmspreite steht meist aufrecht und ist nur undeutlich ausgebildet. Die Blattspreiten haben unterschiedliche Größen, querverlaufende Blattadern sind nur undeutlich ausgebildet.

Die Blütenstände sind nicht abgeschlossen, die Ährchen bilden an der Basis ein Knospe, aus dem sich wieder ein Ährchen entwickeln kann. Die Ährchen werden daher auch als Scheinährchen, englisch: pseudo spikelet bezeichnet. An der Basis der Blütenstände steht ein breites, zweifach gekieltes Vorblatt. Die Ährchen wachsen selten einzeln, meist zu mehreren oder vielen an den blütentragenden Zweigen. Je Ährchen wird ein Vorblatt gebildet. Jedes Ährchen hat an der Basis ein bis drei Hüllspelzen und/oder eine Knospe mit ein bis drei spelzen- oder spatelförmigen Tragblättern. Die Internodien der Ährchenachse können meist klar unterschieden werden. Je Ährchen werden zwei bis viele (bis zu 13) Blütchen gebildet. Das oberste Blütchen ist sitzend, unfruchtbar oder nur unvollständig ausgebildet. Die Deckspelze ist breit und mehrfach geadert. Die Vorspelze ist zweifach gekielt und das obere Ende ist spitz oder kurz gespalten. Es werden meist drei, selten zwei Schwellkörper gebildet oder Schwellkörper fehlen. Die sechs Staubblätter haben freistehende Staubfäden. Der Fruchtknoten ist meist gestielt, die Spitze verdickt und behaart. Der Griffel ist meist kurz und kräftig. Es werden ab einer jedoch meist drei, lange, behaarte Narben gebildet. Die Karyopse sind stielrund und haben eine behaarte Spitze. Das Perikarp ist etwas verdickt.

Verbreitung Das natürliche Verbreitungsgebiet der meisten Arten liegt im tropischen, subtropischen und warm-gemäßigten Asien. 80 Arten kommen natürlich in China vor, davon 67 nur dort. Vier Arten findet man in Afrika, fünf in Australasien, neun im pazifischen Raum, fünf in Südamerika und eine in Nordamerika.

mini|Bambusa affinis mini|Bambusa balcooa mini|Bambusa bambos, Blüten mini|Bambusa chungii mini|Bambusa diffusa mini|Bambusa lako mini|Bambusa multiplex mini|Bambusa rongchengensis mini|Bambusa spinosa mini|Bambusa textilis mini|Bambusa ventricosa mini|Bambusa vulgaris im Botanischen Garten von São Paulo in Brasilien mini|Bambusa vulgaris

Systematik Die Gattung Bambusa gehört zur Tribus Bambuseae in der Unterfamilie Bambus (Bambusoideae) innerhalb der Familie der Süßgräser (Poaceae oder Gramineae). Sie wurde 1789 durch Johann Christian Daniel von Schreber in Genera Plantarum, 1, S. 236 aufgestellt. Bambusa nom. cons. wurde konserviert gegenüber dem bereits 1788 veröffentlichten Namen Bambos nom. rej. Typusart ist Bambusa arundinacea Weitere Synonyme für Bambusa sind: Arundarbor nom. superfl., Dendrocalamopsis , Dendrocalamopsis nom. illeg., Fimbribambusa , Ischurochloa , Leleba , Lingnania , Neosinocalamus , Pseudobambusa , Tetragonocalamus .

Es werden vier Untergattungen unterschieden: Bambusa (Bambusa subgen. Bambusa) Dendrocalamopsis (Bambusa subgen. Dendrocalamopsis ) Leleba (Bambusa subgen. Leleba ) Lingnania (Bambusa subgen. Lingnania )

Der Gattung werden über 100 (etwa 153) Arten zugeordnet: Bambusa affinis : Laos, Myanmar. Bambusa albolineata : Südöstliches China, Taiwan. Bambusa alemtemshii : Assam. Bambusa amplexicaulis : Guangdong. Bambusa angustiaurita : Guangdong. Bambusa angustissima : Guangdong. Bambusa arnhemica : Nordwestliches Northern Territory in Australien. Bambusa assamica : Assam. Bambusa aurinuda : Südliches Guangxi bis Vietnam. Bambusa australis : Vietnam. Bambusa balcooa : Indischer Subkontinent bis Indochina. Bambusa bambos : Indischer Subkontinent bis Indochina. Bambusa barpatharica : Arunachal Pradesh bis nördliches Assam. Bambusa basihirsuta : Guangdong, Zhejiang. Bambusa basihirsutoides : Guangdong. Bambusa basisolida : Guangdong. Bambusa beecheyana : Südliches China bis Indochina, Taiwan. Bambusa bicicatricata : Hainan. Bambusa binghamii : Südliches Myanmar. Bambusa boniopsis : Hainan. Bambusa brevispicula : Neuguinea. Bambusa brunneoaciculia : Hainan. Bambusa burmanica : Bangladesch bis Yunnan und der Malaiischen Halbinsel. Bambusa cacharensis : Assam bis Bangladesch. Bambusa cerosissima : Südliches China und Vietnam. Bambusa chungii : Südliches China und Vietnam. Bambusa chunii : Laos. Bambusa clavata : Bhutan. Bambusa comillensis : Bangladesch. Bambusa concava : Hainan. Bambusa contracta : Guangdong, Guangxi. Bambusa copelandii : Myanmar. Bambusa corniculata : Guangxi. Bambusa cornigera : Guangxi. Bambusa crispiaurita : Guangdong. Bambusa diaoluoshanensis : Hainan. Bambusa dissimulator : Guangdong und Vietnam. Bambusa distegia : Sichuan. Bambusa dolichoclada : Fujian, Taiwan. Bambusa duriuscula : Hainan. Bambusa emeiensis : Südliches China. Bambusa eutuldoides : Guangdong, Guangxi. Bambusa excurrensa : Hainan. Bambusa farinacea : Thailand und Malaysia. Bambusa fimbriligulata : Guangxi. Bambusa flexuosa : Guangdong bis Indochina. Bambusa fruticosa : Papua-Neuguinea. Bambusa funghomii : Henan, Guangdong, Guangxi. Bambusa garuchokua : Assam. Bambusa gibba : Südöstliches China bis Vietnam. Bambusa gibboides : Guangdong. Bambusa glabrovagina : Hainan. Bambusa glaucophylla : Java. Bambusa grandis : Guangxi. Bambusa griffithiana : Assam bis nördliches Myanmar. Bambusa guangxiensis : Guangxi. Bambusa gurgandii : Sie wurde 2015 aus Vietnam erstbeschrieben. Bambusa hainanensis : Hainan. Bambusa heterostachya : Malaiische Halbinsel. Bambusa hirticaulis : Guangdong. Bambusa indigena : Guangdong. Bambusa insularis : Hainan. Bambusa intermedia : Guizhou, Sichuan, Yunnan. Bambusa jacobsii : Java. Bambusa jaintiana : Östliches Nepal bis Myanmar. Bambusa khasiana : Assam. Bambusa kingiana : Bangladesch bis nördliches Myanmar. Bambusa lako : Östliches Timor. Bambusa lapidea : Südliches China. Bambusa latideltata : Guangdong. Bambusa laxa : Malaiische Halbinsel. Bambusa lenta : Fujian. Bambusa longipalea : Guangdong. Bambusa longispiculata : Südöstliches Bangladesch bis Myanmar. Bambusa macrolemma : Neubritannien. Bambusa macrotis : Guangdong. Bambusa maculata : Bali, Molukken. Bambusa majumdarii : Assam. Bambusa malingensis : Hainan. Bambusa manipureana : Assam. Bambusa marginata : Südöstliches Myanmar. Bambusa merrillii : Luzon. Bambusa mizorameana : Assam. Bambusa mohanramii : Assam. Bambusa mollis : Guangxi. Bambusa mompana : Sie wurde 2015 aus Arunachal Pradesh erstbeschrieben. Bambusa multiplex : Nepal bis Taiwan. Bambusa mutabilis : Hainan. Bambusa nagalandiana : Assam. Bambusa nairiana : Assam. Bambusa nepalensis : Nepal. Bambusa nutans : Himalaja bis Indochina. Bambusa odashimae : Taiwan. Bambusa oldhamii : Südöstliches China bis Hainan. Bambusa oliveriana : Nördliches Myanmar. Bambusa ooh : Bali. Bambusa pachinensis : Südöstliches China bis Taiwan. Bambusa pallida : Sikkim bis Yunnan und Malaiische Halbinsel. Bambusa papillata : Guangxi. Bambusa papillatoides : Guangxi. Bambusa pervariabilis : Guangdong, Guangxi. Bambusa pierreana : Thailand und Vietnam. Bambusa piscatorum : Hainan. Bambusa polymorpha : Bangladesch bis Yunnan und Indochina. Bambusa procera : Kambodscha und südliches Vietnam. Bambusa prominens : Sichuan. Bambusa purpurovagian : Hainan. Bambusa ramispinosa : Guangxi. Bambusa rangaensis : Arunachal Pradesh bis Assam. Bambusa rectocuneata : Guangdong. Bambusa remotiflora : Guanghdong, Guanxi, Vietnam. Bambusa riauensis : Sumatra. Bambusa rigida : Sichuan. Bambusa riparia : Papua-Neuguinea. Bambusa rongchengensis : Sichuan. Bambusa rugata : Guangdong. Bambusa rutila : Südliches China. Bambusa salarkhanii : Nepal und Bangladesch. Bambusa semitecta : Guangdong. Bambusa sesquiflora : Thailand, Vietnam. Bambusa sinospinosa : Südliches China bis Hainan. Mit zwei Varietäten. Bambusa solida : Borneo. Bambusa solomonensis : Salomonen. Bambusa spinosa (Syn.: Bambusa blumeana ): Java bis zu den Molukken. Bambusa stenoaurita : Guangdong. Bambusa striatomaculata : Hainan. Bambusa subaequalis : Sichuan. Bambusa subtruncata : Guangdong. Bambusa surrecta : Guangxi. Bambusa tabacaria : Vietnam, Java bis zu den Molukken. Bambusa teres : Nepal bis China. Bambusa textilis : Anhui, Guangdong, Guangxi bis Vietnam. Bambusa transvenula : Guangdong. Bambusa truncata : Hunan. Bambusa tsangii : Nördliches Vietnam. Bambusa tulda : Himalaja bis Yunnan und Indochina. Bambusa tuldoides , Syn.: Bambusa blumeana nom. illeg., Bambusa tulda nom. illeg., Bambusa angulata , Bambusa breviflora , Bambusa fauriei , Bambusa pallescens , Bambusa longiflora , Bambusa flavonoda , Bambusa parvifolia : Sie ist von den chinesischen Provinzen Guangdong sowie Guangxi bis zur Malaiischen Halbinsel verbreitet. Bambusa utilis : Taiwan. Bambusa valida : Guangxi. Bambusa variostriata : Guangdong. Bambusa ventricosa : Guangdong bis Vietnam. Bambusa villosula : Myanmar. Bambusa vinhphuensis : Vietnam. Bambusa viridis : Westliches Neuguinea. Bambusa vulgaris : Sie kommt ursprünglich in Yunnan, Kambodscha, Laos, Vietnam, Thailand und Myanmar. Bambusa wenchouensis : Fujian, Zhejiang. Bambusa xiashanensis : Guangdong. Bambusa xueana : Yunnan. Bambusa xueliniana : Die 2013 erstbeschriebene Art kommt in Guangdong vor.

Nicht mehr zu dieser Gattung werden gerechnet: Bambusa amahussana => Neololeba amahussana Bambusa horsfieldii => Fimbribambusa horsfieldii Bambusa microcephala => Fimbribambusa microcephala Bambusa moreheadiana => Mullerochloa moreheadiana

Nutzung Die meisten Arten der Gattungen werden kultiviert und sind sonst nicht oder nur in sehr begrenzten Populationen bekannt. Mehrere Arten (Bambusa lapidea, Bambusa pervariabilis, Bambusa rigida, Bambusa sinospinosa und Bambusa tuldoides) werden für Zimmerei-Arbeiten verwendet, die Halme anderer Arten (Bambusa albolineata, Bambusa lenta und Bambusa textilis) werden gespalten und die Fasern verwoben, die Sprösslinge von Bambusa gibboides und Bambusa variostriata werden gegessen und Bambusa multiplex, Bambusa ventricosa und Bambusa vulgaris sind bekannte Zierpflanzen.

Literatur

Einzelnachweise

Nianhe Xia, Liang-zhi Jia, De-Zhu Li, Chris Stapleton: Bambusa In: Flora of China, Band 22, S. 9.

Weblinks

Das Bambus-Lexikon.de: Bambusa.

Kategorie:Bambus Kategorie:Bambusoideae