Die Niedrigwasserschleuse Magdeburg ist ein Bauwerk, das im Rahmen des Wasserstraßenkreuzes Magdeburg ausgeführt wurde. Die Schleusenanlage liegt bei Rothensee an der Steinkopfinsel und dient dazu, die Wasserstände in Rothenseer Verbindungskanal (RVK) und Hafen Magdeburg ganzjährig auf hohem Niveau zu halten. Sie wird nur bei niedrigen Elbwasserständen betrieben, steht bei höheren zur freien Durchfahrt offen und gewährleistet in Hafen und Verbindungskanal einen Wasserstand von rund vier Metern. Die Nutzlänge der Schleuse beträgt – analog zu den Schleusen Rothensee und Hohenwarthe – 190 Meter. Die nutzbare Kammerbreite beträgt 25 Meter.

Vorgeschichte Eine ganz ähnliche Anlage war bereits vor dem Zweiten Weltkrieg begonnen worden. Die beiden Schleusenbecken sind wenige hundert Meter weiter südlich am Industriehafen erhalten.

Entstehung Im Zuge des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit Nr. 17, des einzigen Wasserstraßenprojekts in diesem Rahmen, wurden umfassende Baumaßnahmen für das Wasserstraßenkreuz Magdeburg ausgeführt. Um auch die Magdeburger Häfen anzuschließen und wirtschaftlich besser nutzbar zu machen, wurde im südlichen Abschnitt des Rothenseer Verbindungskanals zur Elbe ein Schleusenneubau vorgesehen, um die Wasserstände im Magdeburger Hafen auf einem Mindestniveau von vier Metern halten zu können.

Der Neubau der Schleuse Rothensee, welche den Abstieg von Großmotorgüterschiffen und Schubverbänden mit einem Tiefgang von bis zu 2,80 m erlaubt, machte es auch erforderlich, die Anschlussstrecke unterhalb der Schleuse für solche Abladetiefen auszubaggern. Die maximale Ausnutzung der Abladetiefe kann nur erfolgen, wenn dies die Wasserstände im Rothenseer Verbindungskanal (ehemals Abstiegskanal Rothensee) erlauben. Diese waren bisher von der Elbe abhängig, da die Verbindung zu dieser offen war und ihre Wasserstandsschwankungen unmittelbare Auswirkungen auf den Rothenseer Verbindungskanal und damit die Magdeburger Häfen hatten.

Die Vorbereitungen zum eigentlichen Bau der Niedrigwasserschleuse Magdeburg wurden 2006 aufgenommen. Dazu zählten beispielsweise die Kampfmittelbeseitigung im Baugebiet sowie der Rückbau von Altbauwerken (drei Dükerrohre) im Baubereich.

Mit dem feierlichen ersten Rammschlag am 23. Mai 2007 wurde die Baumaßnahme offiziell begonnen. Die Schleusenkammer konnte am 7. Juli 2011 für die Schifffahrt freigegeben werden.Bau der Niedrigwasserschleuse im Rothenseer Verbindungskanal. (PDF; 183 kB) Pressemitteilung der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes vom 8. Juli 2011; abgerufen am 19. August 2013. Der Bau des Pumpwerks wurde durch das Hochwasser im Frühjahr 2013 beeinträchtigt.Bau der Niedrigwasserschleuse im Rothenseer Verbindungskanal: Folgen des Elbehochwassers im Juni 2013. (PDF; 101 kB) Pressemitteilung der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes vom 9. Juli 2013; abgerufen am 19. August 2013.

Die Freigabe für den Verkehr erfolgte am 12. Dezember 2013.

Die Kosten für den Bau der Niedrigwasserschleuse betrugen rund 65 Millionen Euro. Die Baumaßnahme wurde mit 27,3 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert.

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Einzelnachweise

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