Der VfL Osnabrück (Verein für Leibesübungen von 1899 e. V. Osnabrück) ist ein Sportverein aus der niedersächsischen Stadt Osnabrück. Zum Stichtag 1. Juli 2026 hatte er 10.024 Mitglieder und ist damit der mitgliederstärkste Sportverein der Stadt, einer der größten NiedersachsensVfL erreicht Marke von 10.000 Mitgliedern, vfl.de, abgerufen am 3. Juli 2026. und zählt zu den 40 mitgliederstärksten Fußballvereinen Deutschlands.
Bekannt ist der Verein heute vor allem für seine Profifußballmannschaft, die in der Saison 2026/27 in der 2. Bundesliga spielt. Die Mannschaft wurde, zusammen mit Teilen des Nachwuchsbereichs, zum 16. Mai 2013 in die VfL Osnabrück GmbH und Co. KGaA ausgegliedert. Neben Fußball werden im Verein die Sportarten Gymnastik, Schwimmen und Tischtennis angeboten. Eine seit 1932 bestehende Tennisabteilung hat sich 1991 unter dem Namen TC VfL Osnabrück e. V. verselbstständigt, ist jedoch weiterhin korporatives Mitglied im Stammverein. Die Basketballabteilung des VfL, die 1969 mit der deutschen Meisterschaft ihren größten Erfolg feiern konnte, stellte 2016 aus Altersgründen ihren Spielbetrieb ein und wurde 2017 aufgelöst.
Fußball Geschichte Vorgängervereine und Zusammenschluss zum VfL (1899 bis 1924) Gegründet wurde der erste Fußballverein in Osnabrück am 17. April 1899 unter dem Namen FC 1899 Osnabrück aus den drei Straßenfußballmannschaften Germania, Minerva und Antipodia. Gründungsvorsitzender war der Zigarrenfabrikant August Wessel. Dieser Verein absolvierte im Jahr 1900 das erste erfasste Fußballspiel einer Osnabrücker Mannschaft gegen FC Brema Bremen (1:1). 1906 kam es zum ersten Spiel gegen eine ausländische Mannschaft. Gegen Tubantia Hengelo aus den Niederlanden spielte man 3:2. Zu dieser Zeit war der beste Fußballverein Osnabrücks jedoch der 1902 gegründete FC Teutonia Osnabrück, der dreimal die Bezirksmeisterschaft gewinnen konnte. Der FC Olympia Osnabrück, gegründet 1903, erreichte 1911 das Halbfinale der westdeutschen Fußballmeisterschaft, auch der Osnabrücker Ballspielverein 05 konnte bereits 1911 die Bezirksmeisterschaft gewinnen. Nach dem Ersten Weltkrieg fusionierten der FC Teutonia und der FC Olympia zu Spiel und Sport Osnabrück. Dieser Zusammenschluss war zunächst eine Abteilung unter dem Dach des Osnabrücker TV und wurde im Rahmen der Reinlichen Scheidung ein eigenständiger Verein, der 1922 westfälischer Vizemeister hinter Arminia Bielefeld wurde. 1920 fusionierten die Rivalen FC 1899 und der Osnabrücker Ballspielverein von 1905 zum Ballspielverein Osnabrück von 1899 (BVO), der in der Gauliga Westfalen spielte. Höhepunkte waren damals die Duelle gegen den Lokalrivalen Spiel und Sport. Im April 1924 vereinigten sich schließlich der Ballspielverein von 1899 und Spiel und Sport zunächst unter dem Namen Spiel und Sport als eigenständiger Verein; nach einem Jahr wurde der Name jedoch in Verein für Leibesübungen Osnabrück, kurz VfL Osnabrück geändert. Im Jahr 1934 wurde dem Vereinsnamen das Gründungsjahr 1899 hinzugefügt.
Erste Jahre nach dem Zusammenschluss (1924 bis 1939) Saisondaten 1924–1939 Saison Liga Platz Tore Punkte 1924/25 Westfalengau 2. 60:13 24 1925/26 1. Bezirksklasse Westfalen 2. 111:41 46 1926/27 1. Bezirkskl. Westfalen, Gr. Ost 5. 25:23 13 1927/28 1. Bezirkskl. Westfalen, Gr. West 7. 32:44 11 1928/29 1. Bezirkskl. Westfalen, Gr. West 2. 43:34 17 1929/30 Bezirksliga Westfalen 3. 34:23 17 1930/31 Bezirksliga Westfalen, Gr. West 9. 28:52 10 1931/32 Bezirksliga Westfalen, Gr. West 10. 41:49 15 1932/33 Bezirksliga Westfalen, Gr. West 9. 23:48 10 1933/34 Bezirksliga Niedersachsen, Gr. Süd 1934/35 Bezirksliga Niedersachsen, Gr. Süd 1. 49:18 27 1935/36 Gauliga Niedersachsen 11. 26:53 5 1936/37 Bezirksliga Niedersachsen, Gr. Süd 1937/38 Gauliga Niedersachsen 2. 37:16 28 1938/39 Gauliga Niedersachsen 1. 46:11 28 Durch die Konzentration des Fußballs in Osnabrück auf den VfL konnte der Verein schnell zum Rivalen von Arminia Bielefeld im Westfalengau der westdeutschen Fußballmeisterschaft, später 1. Bezirksklasse Westfalen, aufsteigen. Im Jahr 1925 spaltete sich der SC Rapid Osnabrück vom VfL ab. Anlass dafür waren unter anderem interne Meinungsverschiedenheiten, bedingt durch die alte Rivalität zwischen den Gründungsvereinen sowie unterschiedliche Auffassungen für die Breite des sportlichen Angebotes. Der 29. Juni 1925 ist das offizielle Gründungsdatum des SC Rapid. Ansässig war der Verein im Osnabrücker Stadtteil Schinkel. Als Vereinsfarben des SC Rapid wählten die Gründer die Farben, die schon zuvor im Ballspielverein von 1899 präsent gewesen waren: Lila und Weiß. 1925 und 1926 konnte die Mannschaft des VfL jeweils die westdeutsche Endrunde der Zweiten erreichen. Höhepunkt war bis dahin ein 3:2-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf im Jahr 1926. Das Duell gegen Schwarz-Weiß Essen wurde live im Rundfunk übertragen. Viele Fußballtalente aus der Region spielten nun jedoch bei Rapid, wodurch der VfL an Popularität verlor und die Leistungen stagnierten. So war der VfL 1927 und 1928, gemessen an der Tabellenplatzierung, nur der zweiterfolgreichste Fußballverein Osnabrücks hinter dem Osnabrücker FV 06.
1933 scheiterte der VfL mit der Qualifikation für die neue erstklassige Gauliga. Gleichzeitig endete die Mitgliedschaft im Westfälischen Fußballverband, denn die Nationalsozialisten strukturierten die Fußballverbände neu. Der VfL wurde in den Gau Niedersachsen eingegliedert und spielte dort weiter in der Bezirksliga, die nun jedoch zweitklassig war. Erst zwei Saisons später wurde am 18. August 1935 der Aufstieg in die Gauliga Niedersachsen durch ein 4:3 gegen SV Linden 07 perfekt gemacht. Doch die Saison 1935/36 endete nach nur einem Sieg aus 20 Spielen im direkten Wiederabstieg. Zu dieser Zeit begann der VfL vor dem Hintergrund der nationalsozialistischen Ideologie damit, jüdische Mitglieder aus dem Verein auszuschließen, darunter Felix Löwenstein. 1936 wurde Osnabrück Garnisonsstadt der Wehrmacht, weshalb die Mannschaft durch Spieler aus den Kasernen verstärkt wurde. Unter anderem kam auch Matthias Billen zum VfL, der einer der erfolgreichsten Spieler im Trikot der Osnabrücker zu jener Zeit werden sollte. 1937 stieg man wieder in die Gauliga auf, in der man in der Saison 1937/38 den zweiten Platz hinter Hannover 96 erreichte. 1938 kam es unter dem Druck der Nationalsozialisten, die die Schaffung von Großvereinen forderten, zur Wiedervereinigung des VfL mit dem SC Rapid. Seit dieser Zeit spielt der VfL in Lila-Weiß. Vom SC Rapid kam auch Addi Vetter zum VfL, ebenfalls ein legendärer Osnabrücker Fußballer.
Ebenfalls übernahm der VfL das Stadion Bremer Brücke vom SC Rapid. Zunächst nutzte man weiter die bisherige Spielstätte, einen Sportplatz an der Langen Wand im Stadtteil Gartlage. Nach einer Ertüchtigung der Spielstätte wurde 1939 an die Bremer Brücke gewechselt. Auf dem Sportplatz an der Langen Wand errichteten die Nationalsozialisten anschließend ein Zwangsarbeiterlager für rund 1300 Personen. Die Gefangenen, die hauptsächlich aus der Sowjetunion stammten, mussten in den angrenzenden Osnabrücker Kupfer- und Drahtwerken (OKD) oder in der Munitionsfabrik Teuto-Metallwerke am Limberg arbeiten. Heute ist der Bereich Teil des Werksgeländes von KME, Nachfolger der OKD.
1939 gewann der Verein die Gauliga vor Hannover 96 und Eintracht Braunschweig und nahm erstmals an der Endrunde um die deutsche Meisterschaft teil. Großen Anteil daran hatte vor allem Addi Vetter, der in seiner ersten Saison 24 Tore erzielte. Jedoch durfte der VfL beim Endrundenturnier aufgrund des maroden Stadions nur ein Spiel (gegen den Hamburger SV) in Osnabrück austragen, die Spiele gegen den SV Hindenburg Allenstein und Blau-Weiß 90 Berlin wurden in Bremen bzw. Hannover ausgespielt. Schließlich erreichte man den zweiten Platz in der Gruppe 1 hinter dem HSV.
Kriegs- und Nachkriegszeit (1939 bis 1950) Saisondaten 1939–1950 Saison Liga Platz Tore Punkte 1939/40 Gauliga Niedersachsen 1. 28:14 17 1940/41 Gauliga Niedersachsen 1. 25:12 17 1941/42 Gauliga Niedersachsen 3. 27:23 11 1942/43 Gauliga Weser-Ems 8. 38:77 12 1943/44 Gauliga Weser-Ems 1. 17:2 9 1944/45 Gauliga Weser-Ems nicht ausgespielt 1945/46 Stadtmeisterschaft Osnabrück 3. 66:21 21 1946/47 Oberliga Niedersachsen-Nord 2. 108:27 38 1947/48 Oberliga Nord 5. 49:36 26 1948/49 Oberliga Nord 3. 61:23 31 1949/50 Oberliga Nord 3. 70:53 38 Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs wurden viele Fußballer aus Osnabrück einberufen, weshalb ein geregelter Spielbetrieb während dieser Zeit kaum möglich war. Durch eine neue Regelung war es jedoch erlaubt, Gastspieler einzusetzen, wodurch ein halbwegs geregelter Ablauf der Spielzeiten gegeben war. Im Herbst 1939 verordnete Hans von Tschammer und Osten die sogenannte Kriegs-Gaumeisterschaft in zunächst örtlichen Spielklassen. Das Wort „Liga“ wurde durch die Nazis verboten, da es englischen Ursprungs war, demnach spielte der VfL anschließend in der Bereichsklasse Nord und erreichte die Endrunde um die deutsche Meisterschaft 1940; aufgrund des Krieges war das Zuschauerinteresse allerdings gesunken. Durch die immer näher rückende Niederlage Deutschlands im Zweiten Weltkrieg wurde der Ligabetrieb zur Farce. 300 Mannschaften spielten 1943 erstklassig; dies war jedoch ein großer Teil der Vereine Deutschlands, die überhaupt noch eine Elf aufstellen konnten. Die Nazis bestanden auf einer Fortsetzung des Spielbetriebs, um die Bevölkerung vom politischen Geschehen abzulenken. Da von der Saison 1944/45 keinerlei Aufzeichnungen von Ergebnissen oder Spielberichten im Raum Osnabrück erhalten sind, ist nicht bekannt, ob und inwieweit ein Spielbetrieb stattfand.
Am 28. Oktober 1945 begann das erste Fußballturnier mit Osnabrücker Beteiligung nach dem Zweiten Weltkrieg, die Osnabrücker Stadtmeisterschaft. Da die britischen Besatzungsbehörden einen Teil der alten Vereinsnamen vorerst verboten, trat der VfL unter dem Namen 1. FSV Osnabrück an. Bereits zur Saison 1946/47 konnte man jedoch wieder unter dem alten Namen in der Oberliga Niedersachsen spielen. Von Kriegsende bis 1949 war die Spielkleidung der Mannschaft rot, denn dieser Stoff war nach dem Krieg günstig zu bekommen. Einige Spieler aus der Vorkriegszeit spielten wieder für den VfL Osnabrück, darunter Addi Vetter, „Schimmel“ Meyer, Matthias Billen, Otto Coors und Eduard Sausmikat. 1947 wechselte mit Erich Gleixner ein späterer Amateurnationalspieler zum VfL, mit Heinz Flotho war ein weiterer Nationalspieler im Kader. Der Verein spielte zu dieser Zeit in der Oberliga, der höchsten Spielklasse im deutschen Fußball, gegen Vereine wie Werder Bremen, den Hamburger SV, FC St. Pauli, Eintracht Braunschweig und Hannover 96. Am Ende der Saison verlor man das Entscheidungsspiel um den vierten Platz gegen Werder Bremen mit 1:3. 1950 erreichte der VfL die Endrunde um die deutsche Meisterschaft, dies war die erste Saison seit Kriegsende in lila-weißer Spielkleidung. Das erste Spiel der Endrunde verlor der VfL gegen den VfB Stuttgart in Köln vor 30.000 Zuschauern mit 1:3. Das Erreichen der Endrunde war der größte Erfolg des VfL der Nachkriegszeit.
1950 bis 1963: Erstklassig Saisondaten 1950–1963 Saison Liga Platz Tore Punkte 1950/51 Oberliga Nord 4. 84:54 39 1951/52 Oberliga Nord 2. 79:50 41 1952/53 Oberliga Nord 4. 66:47 35 1953/54 Oberliga Nord 12. 48:46 27 1954/55 Oberliga Nord 9. 58:55 27 1955/56 Oberliga Nord 10. 48:64 28 1956/57 Oberliga Nord 6. 37:40 31 1957/58 Oberliga Nord 4. 51:41 33 1958/59 Oberliga Nord 4. 61:49 35 1959/60 Oberliga Nord 3. 54:33 39 1960/61 Oberliga Nord 3. 67:43 39 1961/62 Oberliga Nord 7. 40:52 30 1962/63 Oberliga Nord 7. 44:46 28