mini|Firmenemblem (spätere Ausführung) mini|Diamond T mit der 1936 eingeführten, V-förmigen Windschutzscheibe (Baujahr 1937) mini|Diamond T (Modelljahr 1938) mini|Diamond T 969 Wrecker (Baujahr 1941) mini|Diamond T 969A Wrecker späte Ausführung mit offenem Fahrerhaus (Baujahr 1943) mini|Schwerer Diamond T 980 als Panzertransporter (1945) mini|Diamond T 981 im Yad la-Shiryon Museum/Israel (2006)

Diamond T (im Kurzform D-T oder umgangssprachlich nur T) war ein amerikanischer Automobil- und Nutzfahrzeughersteller, der 1907 mit der Herstellung von Pkw begann, diese jedoch 1911 wieder einstellte und später durch seine schweren Lkw und Zugmaschinen weltweit bekannt wurde. Dieser im Zweiten Weltkrieg wichtige Hersteller schwerer Militärfahrzeuge war auch nach dem Krieg erfolgreich, wurde jedoch 1958 neben anderen von der White Motor Company übernommen und 1967 mit der zehn Jahre früher ebenfalls aufgekauften Reo Motor Car Company zur Diamond-Reo Truck Inc. fusioniert. Die Geschichte dieser neuen Tochterfirma von White endete jedoch im Jahre 1975 mit dem Bankrott, die Produktion führte bis 1978 die Firma Consolidated Industries weiter, woraufhin nach Schließung des Werks 1979 der berühmte Markenname Diamond endgültig verschwand. Ein Diamond T galt stets als besonders hochwertiges Nutzfahrzeug und wurde daher in Anlehnung an die US-Luxusautomarke Cadillac auch als „The Cadillac of the Trucks“ (Der Cadillac unter den Lastkraftwagen) bezeichnet. Fahrzeuge der Marke Diamond T sind heute beliebte Sammlerobjekte.

Geschichte Gründung Das Unternehmen Diamond T wurde im Jahre 1905 von Charles Arthur Tilt als Diamond T Motor Car Company in Chicago, Illinois, gegründet. Sowohl der Firmensitz als auch das Werk befanden sich zusammen auf demselben Gelände neben anderen produzierenden Unternehmen etwas am Rande des Stadtzentrums. Da Tilt die Absicht hatte, besonders hochwertige Kraftfahrzeuge zu bauen, wählte er bewusst und symbolträchtig die Bezeichnung „Diamond“ und den Buchstaben „T“ nach der Initiale seines Nachnamens.

Firmenzeichen Das Firmenzeichen, das Charles Tilt auf Anregung von Freunden sowie seines Sohnes in Form einer liegenden Raute (engl. diamond) selbst entwarf, war sprichwörtlich an den Namen des Unternehmens angelehnt. In seiner frühen Form besaß der in der Mitte des Zeichens auf rotem Untergrund mit goldenem Rand platzierte weiße Buchstabe T in Großschreibung eine etwas verschnörkelte Ausführung mit nach innen gebogenen Fortsetzungen des oberen Querstriches als auch des senkrechten Teils. In der späteren Version war das T gleichmäßiger ausgeführt, in etwa ähnlich wie beim zeitgenössischen Schriftbild der Schreibmaschinen.

Anfang als Pkw-Hersteller mini|links|1906 REO Runabout; Schweden/2005/Prins Bertil Memorial in Stockholm Im Jahr der Gründung begann die Fertigung von Automobilen, die sich schnell den Ruf enormer Motorleistung, aber auch großer Zuverlässigkeit erwarben. Diamond T verwendete ausschließlich VierzylindermotorenKimes/Clark: Standard Catalog (1996), S. 453 und setzte trotz der hohen Leistung der Fahrzeuge von vornherein auf den Antrieb der Hinterräder über eine Kardanwelle statt der üblichen Ketten.Georgano: Complete Encyclopedia of Motorcars (1973), S. 251

Das erste Modell 40 HP hatte einen 6,4 Liter großen Motor. Es war als Runabout zu US$ 3250, 4-5 sitziger Touring zu US$ 3500 und Chauffeur-Limousine zu US$ 4200 erhältlich. Das waren Preise im obersten Marktsegment; Diamond T konkurrierte also mit Herstellern anderer früher US-Luxuswagen wie ALCo, Chadwick, Lozier, Pierce-Arrow, Packard oder Thomas und vor allem aus Europa importierten Fahrzeugen.

In den etwa sieben Jahren (nach anderer Quelle neunDluhy: American Automobiles of the Brass Era (2013), S. 73), in denen die Pkw-Produktion lief, waren in Handarbeit gebaute Modelle mit einer beachtlichen Leistung erhältlich, die hauptsächlich in der Karosserie-Ausführung als Tourenwagen (englisch: touring car) zur Auslieferung kamen. Erwähnt, aber nicht spezifisch belegt wird ein Modell mit 70 PS (55 kW); das war ein Wert, den um 1907 Rennwagen erreichten.

Aber aufgrund des recht hohen Preises und unter dem Druck der Konkurrenz konnten bei weitem nicht so viele Autos wie ursprünglich erhofft verkauft werden. Ein kleineres Modell D mit, je nach Quelle, 30 bhp (22,4 kW) oder 33 bhp (24,6 kW) aus 4,2 Liter Hubraum und moderateren Preisen zwischen US$ 2250 und 2300 brachte offenbar nicht den gewünschten Erfolg. Auf Wunsch eines Kunden entstand 1910 ein erster Lastkraftwagen, und Tilt erkannte, dass dieser Markt mehr Potential bereithielt.

Daraufhin wurde die Herstellung von Automobilen im Jahre 1911 zumindest vorübergehend eingestellt. Das war eine kluge Entscheidung, denn nur ganz wenige Autobauer von Diamond Ts Größe konnten sich längere Zeit in diesem umkämpften Markt behaupten. Es scheint, dass 1913 noch einmal einige Automobile gebaut wurden, interessanterweise auf einem Radstand, den zuvor kein anderes Modell der Marke aufgewiesen hatte. Diamond T konzentrierte sich fortan auf die zunächst noch in kleinerem Stil und zum Teil noch auf Pkw-Basis angelaufene Produktion von LKW.

Bau von Nutzfahrzeugen Im Jahre 1911 begann das Unternehmen mit der Herstellung von zunächst leichten Nutzfahrzeugen in der 1½t-Klasse, bot kurze Zeit später ganz nach dem Ziel von Unternehmensgründer Charles Tilt auch schwerere Fahrzeuge an. Die Nutzfahrzeug-Produktion entwickelte sich für die Firma vor allem aufgrund der hohen Qualität und später vor allem aufgrund diverser Innovationen weit besser als anfangs jemals für möglich gehalten. Bis 1916 stiegen die Verkaufszahlen kontinuierlich an und machten das Unternehmen landesweit bekannt. In dieser Zeit wurden auch die ersten eigenen Feuerwehrfahrzeuge gebaut.

Erster Weltkrieg mini|Liberty Standard B truck (1918–1919)

Während des Ersten Weltkriegs, in den die USA im Jahre 1917 eintraten, stellte Diamond T für die US Army den Liberty truck LKW (deutsch: Freiheit) der mittleren Nutzlast-Klasse in 638 Exemplaren her.

Dessen Motor leistete 52-58 bhp (38,8-43,3 kW) bei 1360/min. Class B wurde ab Werk als 4 × 2 mit hinterer Zwillingsbereifung ausgeliefert.

Diese robusten Fahrzeuge wurden besonders in Frankreich eingesetzt, wo die westliche Front in Europa verlief, wobei sie sich gut bewährten. Viele dieser Lkw verblieben nach dem Krieg in Frankreich und dienten vor allem bei Fuhrunternehmern, wobei der Hersteller zum ersten Mal auch in Europa in ebendieser Branche eine gewisse Bekanntheit erlangte. Weltweit bekannt wurde Diamond T jedoch vor allem nach dem Ersten Weltkrieg durch seine schweren Lkw und Zugmaschinen.

Zwischenkriegszeit Nach dem Krieg wurde der bekannte Militärlastwagen in etwas veränderter Form weitergebaut und zugleich neue Fahrzeuge vorgestellt, die gleich erfolgreich waren. Als in den späten 1920er-Jahren allgemein der Wunsch nach höheren Geschwindigkeiten der Lastkraftwagen aufkam, wurden die eigenen Fahrzeuge ab 1932 auf Initiative von Charles Tilt mit neuen, abgerundeten Kabinenversionen versehen, die optisch an die Stromlinienform angelehnt waren, was damals einer Sensation gleichkam. Auffallend waren auch die im Gegensatz zu anderen Herstellern innen beinahe luxuriös ausgestatteten Fahrerhäuser, auf Wunsch war jedes Fahrzeug fortan auch als DeLuxe-Version erhältlich. Mit der neuen Kabinenform sahen die Lkw nicht nur moderner und schneller aus, sie erhielten ab 1930 (also noch mit den alten Fahrerhäusern) auch völlig neu konstruierte Motoren und Luftreifen statt der üblichen Vollgummireifen, mit denen sie tatsächlich wesentlich schneller fahren konnten als die Fahrzeuge der Konkurrenz. Die bisherigen Vierzylinder-Reihenmotoren wurden in jenem Jahr durch neu entwickelte wesentlich leistungsstärkere und laufruhigere Sechszylinder-Reihenmotoren ersetzt. Eine der bedeutendsten Innovationen war dabei die Verwendung einer geschmiedeten Kurbelwelle mit sieben Hauptlagern, was vor allem der Haltbarkeit der Maschinen zugutekam. Diese von der Hercules Engine Company gebauten sehr durchzugsstarken Sechszylinder-Ottomotoren verschiedener Hubraumgröße blieben noch lange Jahre ein Charakteristikum dieser Marke. Als weiteres Novum führte Diamond T einen Kühler mit Lamellen ein, der im Gegensatz zu den bisher üblichen Ausführungen mit Waben weit effizienter und zudem weniger empfindlich war. Serienmäßig erhielten alle Lkw hydraulische Bremsen an allen Rädern (die größeren später auch Druckluftbremsen), was für eine gegenüber der Konkurrenz überlegene Bremsleistung sorgte. Des Weiteren wurden hydraulische doppelt wirkende Stoßdämpfer eingeführt, was wiederum die Fahrbarkeit und den Komfort verbesserte. Zur gleichen Zeit vermarktete Diamond T seine Nutzfahrzeuge über ein gut organisiertes Vertriebsnetz von Händlern und Werkstätten zuerst landesweit in den USA und später auch weltweit, was damals in diesem Fahrzeugsektor eine weitere bedeutende Innovation darstellte. Haupt-Exportmärkte waren Südamerika, Afrika, der Nahe Osten, Australien sowie West- und Nordeuropa. In Deutschland waren sie hingegen stets selten, was einerseits auf die zahlreich vertretenen einheimischen Hersteller, andererseits auf den hohen Einfuhrzoll zurückzuführen war. In den frühen 1930er-Jahren lieferte Diamond T eine Reihe leichter Lkw mit einer Nutzlast von 1 und 1½ Tonnen an die amerikanische Armee, was schon fast eine Besonderheit darstellte, denn die zivile Produktion konzentrierte sich bereits eher auf das Segment der mittleren und schweren Nutzfahrzeuge. Baute bis Mitte der 1930er-Jahre noch Marmon-Herrington in Indianapolis (Indiana) die größten Lkw überhaupt, so konnte Diamond T nun aufholen und in kurzer Zeit eine ganz ähnliche Produktpalette anbieten. Diamond Ts waren ab Werk in zahlreichen Ausführungen und Fahrgestellversionen erhältlich, auf Kundenwunsch waren auch verschiedene andere Konfigurationen möglich. Bekannt waren auch die großen Feuerwehrfahrzeuge („Pumper“) von Diamond T, die aufgrund ihrer Schnelligkeit und Zuverlässigkeit einen ähnlich guten Namen wie jene von American LaFrance, Mack, Reo oder Seagrave besaßen. Viele dieser Fahrzeuge waren Spezialanfertigungen nach Wunsch der jeweiligen Feuerwehren, gebaut wurden auch einige Flugfeldlöschwagen. Weniger bekannt ist jedoch, dass Diamond T zudem – wenn auch nicht in großen Stückzahlen – in den 1920er- und etwas mehr in den 1930er-Jahren Busse herstellte.

Zweiter Weltkrieg