Büro, Büro ist eine deutsche Comedy-Fernsehserie, die von der Bavaria Film produziert wurde. Sie lief an verschiedenen Wochentagen im regionalen Vorabendprogramm der ARD. Die Staffeln 1–3 mit jeweils 13 Folgen wurden von 1982 bis 1984 erstgesendet, die Staffeln 4–5 (ebenfalls jeweils 13 Folgen) in den Jahren 1988 und 1989. Die letzten beiden Staffeln mit zusammen 20 Folgen liefen erstmals 1990 und 1991.
Handlung Die Serie zeigt und überzeichnet das alltägliche Büroleben in der Firma Lurzer KG, die Trimmgeräte herstellt. Dabei stehen insbesondere die Beziehungen zwischen den Personen im Vordergrund, aber auch Geschäftsvorgänge sind Bestandteil der Episoden.
Die Versuche der Geschäftsleitung, die Mitarbeiter zu motivieren, gehen oft daneben, sodass es häufig drunter und drüber geht. Auch die üblichen Alltagsprobleme in einem ganz normalen Büro bleiben nicht aus; diese spiegeln sich zum Beispiel in kleinen Intrigen, Klatsch, Neid bis hin zu Büroliebschaften wider. Auch Rationalisierungsmaßnahmen sind an der Tagesordnung. Der Auszubildende beschriftet bei der EDV-Einführung durch einen japanischen Geschäftsmann die neuen Disketten, während er einen starken Magneten bei sich hat. Aufgrund der gelöschten Daten muss die Firma vorerst geschlossen werden. Die Schließung ist jedoch nicht von langer Dauer, denn schon gibt es eine amerikanische Beteiligung, die Firma wird unter dem Namen „LHS – Lurzer, Harryman & Sell“ wiedereröffnet und zieht von einem etwas altertümlich anmutenden maroden Bau in ein für die damalige Zeit modernes Bürogebäude.
Zu Beginn der zweiten Staffel stellt sich jedoch heraus, dass sich die Amerikaner Harryman & Sell zurückgezogen haben, was das Ende der Firma LHS bedeutet hat. Deshalb wird die Firma in der zweiten Staffel unter ihrem ursprünglichen Namen „Lurzer KG“ in einem wesentlich kleineren Gebäude wiedereröffnet, das aber auf Anordnung der Behörden aufgrund von giftigen Bausubstanzen abgerissen werden muss, wodurch wieder ein Umzug in ein neues Gebäude stattfindet. In der dritten Staffel befindet sich die Firma Lurzer noch einmal in einem anderen Gebäude, jedoch wird für den erneuten Umzug kein Grund genannt.
Geschäftsinhaber Lurzer ist fast nie zu sehen. Er ist meist auf Dienstreise oder aus anderen Gründen nicht zu sprechen.
Personen Dr. Herbert Brokstedt, immer in Anzug und Fliege gekleidet, leicht hektisch und zerstreut, ist zu Beginn der Serie Personalchef, kaufmännischer Direktor und Prokurist der Firma und somit Hauptansprechpartner und Vorgesetzter, der den Betrieb entscheidend prägt. Zwar ist er einerseits sehr korrekt, gewissenhaft und um das Wohl der Firma bemüht, andererseits versteht er es aber auch, die Mitarbeiter für seine Ziele zu instrumentalisieren, und zeigt sich in manchen Situationen über geleistete Hilfe wenig dankbar. Nachdem die Firma Lurzer KG geschlossen und in die Holdinggesellschaft Lurzer, Harryman & Sell eingegliedert wurde, muss er gegen seine eigene Überzeugung sehr rigorose Rationalisierungspläne durchsetzen, indem er beispielsweise die komplette Konstruktionsabteilung entlässt.
Zu Beginn der Serie legt er großen Wert darauf, mit seinem Doktortitel angesprochen zu werden. Als die Amerikaner ins Geschäft einsteigen, gibt er per Rundschreiben jedoch bekannt, dass sich alle Mitarbeiter künftig mit Vornamen und „Sie“ anzusprechen haben. Sobald er in dieser Zeit mit „Herr Dr. Brokstedt“ angesprochen wird, korrigiert er die Leute, indem er „Herbert“ sagt. Nachdem Gosslar als stiller Teilhaber im Unternehmen beteiligt ist, wird er Schritt für Schritt entmachtet. So wird ihm zunächst die Funktion des kaufmännischen Direktors aberkannt, wodurch er nur noch Personalchef ist. Im weiteren Verlauf der Serie wird er durch das Zutun von Gosslar immer mehr isoliert. In der letzten Folge der ersten Staffel (1.39 Ganz in Weiß) wird er schließlich von Conrad Lurzer, der sich via Satellit aus Boston meldet, entlassen. Zu Beginn der zweiten Staffel wird er jedoch von Herrn Lurzer mit dem Neuaufbau der alten Lurzer KG beauftragt, nachdem die Firma LHS am Ende war. Zunächst leitet er wieder die Geschicke der Firma, zieht sich dann aber nach einem Gespräch mit Herrn Lurzer – angeblich auf eigenen Wunsch – aus Altersgründen zurück und wird „Ehrengesellschafter mit Beratungsfunktion“. Sein Nachfolger wird Dr. Schmitt-Lausitz.
Sein Running Gag: Er diktiert stets „aus gegebenem Anlass“ Anweisungen an die Belegschaft, wobei er sich in Nebensatz-Konstruktionen verheddert (zur Sekretärin: „Schreiben Sie das mal fertig“).
Gabi Neuhammer ist als Schreibkraft im zentralen Schreibzimmer der Firma tätig. Sie ist in geschäftlichen Dingen etwas naiv, wirkt im Umgang mit Vorgesetzten gelegentlich etwas flapsig und respektlos, dennoch ist sie der Firma gegenüber sehr loyal eingestellt und hilft, einen Fall von Werksspionage, in den der Verkaufsleiter und spätere stille Teilhaber der Firma, Alf Gosslar, verwickelt ist, mit aufzuklären. In der Männerwelt ist sie sehr begehrt, lässt jedoch nur wenige Männer an sich heran. Mit ihrem Kollegen Herrn Semmler landet sie nach einem gemeinsamen Abend allerdings im Bett. Ihre Beziehung ist von zahlreichen Trennungen und Wiederversöhnungen geprägt. Zum endgültigen Ende kommt es, als Gabi erfährt, dass Herr Semmler nach der Schließung der Lurzer KG nach Hamburg geht und dort mit Annette Münzner, mit der er zwischenzeitlich auch eine Affäre hatte, bis auf weiteres zusammenwohnen möchte. Nach einigen weiteren Beziehungen zu verschiedenen Männern, die jedoch über ein gemeinsames Essen oder Treffen nicht hinausgehen, verliebt sie sich in Jan Terjan. In der letzten Folge der ersten Staffel (1.39 Ganz in Weiß) nimmt sie schließlich seinen Heiratsantrag an und verlässt die Firma.
Renate Gerlach ist eine ruhige, zurückhaltende, sehr beherrschte junge Frau und die beste Freundin von Gabi Neuhammer. Wie sich im späteren Verlauf der Serie herausstellt, ist sie eine uneheliche Tochter von Herrn Dr. Brokstedt, was in der Firma geheim gehalten werden muss. Gabi Neuhammer ist die einzige Kollegin, die darüber Bescheid weiß. Während Dr. Brokstedt sie in der Firma mit „Sie“ anspricht, nennt er sie, sobald sie allein sind, liebevoll „Renatchen“.
Lotte Hanisch ist zu Beginn der Serie die Büroleiterin des zentralen Schreibzimmers. Obwohl sie sehr streng sein kann, hat sie als Betriebsrätin für die Probleme ihrer Kollegen ein offenes Ohr. Im Verlauf der Serie verlässt sie jedoch das Schreibzimmer und wird als Nachfolgerin für Frau Dolf, die aufgrund ihrer Heirat die Firma verlässt, Vorzimmerdame von Herrn Lurzer. Auch ihr wurde ein Running Gag auf den Leib geschrieben. Im Vorzimmer der Chefetage steht ein Fernschreiber (Telex). Immer wenn sie ein ausgedrucktes Schreiben zu Frau Schneider bringt, tut sie dies mit dem ausdrücklichen Hinweis, dies nur (mal wieder) ausnahmsweise zu machen, und der weiteren Anmerkung, dass hierfür ja eigentlich der Azubi zuständig sei.
Helma Schneider ist die Vorzimmerdame von Dr. Brokstedt, Dr. Schmitt-Lausitz und Direktor Brömmelkamm. Kollegen, die dringend mit ihrem Vorgesetzten sprechen wollen, muss sie oftmals abwimmeln, was ihr jedoch nicht immer gelingt, wodurch sie gelegentlich Kritik einstecken muss. Im Arbeits- und Personalwesen ist sie sehr kompetent, eckt damit jedoch auch bei ihren Vorgesetzten an. Obwohl sie sich aufgrund ihrer Funktion nicht immer beliebt macht, ist sie ihren Kollegen gegenüber auch hilfsbereit und bewahrt sie davor, in Schwierigkeiten zu geraten. Zu Beginn der Serie stellt sich heraus, dass sie sich von ihrem Mann getrennt hat. Während eines Betriebsausflugs verliebt sie sich in Herrn Kalinke, der nach eigenen Angaben „unglücklich verheiratet“ ist. Die Beziehung ist von einigen Trennungen und Wiederversöhnungen geprägt, im Verlauf der zweiten Staffel leben beide jedoch zusammen. In der vorletzten Folge der Serie verliebt sie sich in einen Volontär, der kurzzeitig in die Firma kommt, und sagt Herrn Kalinke, dass sie sich von ihm trennen möchte. Wie sich herausstellt, hat besagter Volontär jedoch Affären mit drei Kolleginnen gleichzeitig. Ob die Trennung am Ende noch Bestand hat oder ob es noch einmal zur Versöhnung kommt, wird auch in der letzten Folge nicht mehr thematisiert.
Edmund Kalinke ist ein ruhiger Mensch, der die Angewohnheit hat, zwischenmenschliche Probleme der Kollegen sehr unaufgeregt und gleichzeitig impulsiv zu lösen. Einzig als er kurzzeitig die Vertretung für Herrn Dr. Brokstedt übernehmen soll, als dieser in Boston weilt, und die Firma aufgrund des Umzuges noch nicht richtig funktioniert, ist er sehr nervös und jähzornig.
Zu Beginn der Serie ist er Leiter der Buchhaltung, danach Verkaufsleiter des Bezirks Süd und später sogar Verkaufsleiter der gesamten Firma. In der zweiten Staffel leitet er wieder einen Verkaufsbezirk. Während eines Betriebsausflugs verliebt er sich in Frau Schneider und hat eine Beziehung mit ihr. Die Beziehung ist von einigen Trennungen und Wiederversöhnungen geprägt, im Verlauf der zweiten Staffel leben beide jedoch zusammen. In der vorletzten Folge der Serie trennt sich Frau Schneider von ihm mit der Begründung, sich in einen anderen Mann verliebt zu haben. Ob es noch einmal eine Versöhnung der beiden gibt, wird auch in der letzten Folge nicht thematisiert.
Alwin Thieme ist ein pedantischer Angestellter, der immer großen Wert darauf legt, seinen Vorgesetzten zu gefallen. Er arbeitet zu Beginn der Serie zusammen mit Gerd Semmler im Verkauf, später ist er Verkaufsleiter der Bezirke Süd-Süd-West, Süd-West und Süd sowie Sicherheitsbeauftragter der Firma. In der zweiten Staffel arbeitet er nicht mehr im Verkauf, sondern ist neben seiner Tätigkeit als Sicherheitsbeauftragter auch Leiter der Revisionsabteilung und somit für die Überprüfung diverser Ausgaben wie Material usw. zuständig, außerdem für Fahrtkostenabrechnungen. In dieser Funktion geht er seinen Kollegen oft sehr auf die Nerven. Von seinem Kollegen Edmund Kalinke wird er immer „Thiemi“ genannt. Seit der Folge Verkäufer des Jahres, in der er von Dr. Brokstedt zum Sicherheitsbeauftragten der Firma ernannt wird, ist sein Running Gag, dass er in Gesprächen mit anderen Mitarbeitern betont, er mache dies oder jenes in seiner „Eigenschaft als Security Supervisor“ oder später in seiner „Eigenschaft als Leiter der Revisionsabteilung“.
Gottfried Watzmann ist ein sehr großer, etwas flapsig wirkender Angestellter, der die Angewohnheit hat, alle seine Kollegen und Vorgesetzten auch gegen deren Willen mit „Du“ anzusprechen. Er ist zu Beginn der Serie Mitglied der Bhagvan-Sekte, trägt daher nur rote Kleidung, hat immer eine Kette mit dem Bild des Sektenführers um den Hals und wohnt auch in einem Center der Glaubensbewegung. Er schafft es, kurzzeitig einen Großteil der Belegschaft für diese Sekte zu begeistern, und fordert sogar einen eigenen Meditationsraum im Firmengebäude. Nachdem er jedoch festgestellt hat, dass es in dieser Sekte nur oberflächlich um Spirituelles geht, während man in Wahrheit Mitgliedern das Geld aus der Tasche ziehen will, verlässt er die Organisation wieder. Nach eigenen Angaben kann er es nicht verstehen, dass die Führer der Sekte mehrere Rolls-Royce fahren, während er keinen hat.