Der St.-Georgs-Orden (offiziell St.-Georgs-Orden – ein europäischer Orden des Hauses Habsburg-Lothringen) ist ein „dynastischer Ritterorden“ der Familie Habsburg-Lothringen, der sich in der Tradition des ehemaligen Kaiserhauses des Heiligen Römischen Reiches, Österreichs, Ungarns und der weiteren ehemaligen Kronländer versteht.

Der Orden wird von der International Commission for Orders of ChivalryINTERNATIONAL COMMISSION FOR ORDERS OF CHIVALRY als Ritterorden eines ehemals regierenden Hauses geführt.ICOC Register 2024, Seite 42

Geschichte Gründung Am 18. Jänner 2008 wurde unter maßgeblicher vorheriger Mitwirkung von Otto Habsburg-Lothringen, seinem Sohn Karl Habsburg-Lothringen und Vincenz Liechtenstein der St.-Georgs-Orden in vereinsrechtlicher Form geschaffen. In weiterer Folge erhielt der Orden am 24. April 2010 durch Otto Habsburg eine neue Verfassung.Die Welt – „Elitär, konservativ, europäisch“ vom 3. Februar 2008 Auf dem Ordenskonvent am 30. April 2011 im Münster zu Neuberg an der Mürz wurde schließlich nach dem Tod Otto Habsburgs nach Proklamation durch den Großmeister Karl der „St.-Georgs-Orden – ein europäischer Orden des Hauses Habsburg-Lothringen“ als „Orden des Erzhauses“ bestätigt.St. Georgs-Orden: Geschichte, abgerufen am 5. September 2021. Als erster Prokurator fungierte Norbert van Handel, am Ordenskonvent in Kufstein am 22. April 2017 wurde Vinzenz Stimpfl-Abele zum Prokurator berufen. Der Schutzpatron des Ordens ist der heilige Georg als Sinnbild der Ritterlichkeit.

Vorläufer Der Orden beruft sich auf den heiligen Georg als Schutzpatron und knüpft an die Tradition der Georgsorden im Königreich Ungarn wie im habsburgischen Österreich des Spätmittelalters an. Als Vorläufer werden der ungarische Georgsorden König Karl Roberts, der Drachenorden und der St.-Georgs-Orden Kaiser Friedrichs III. und Maximilians I. genannt. Da 2008 die Gründer des St.-Georgs-Ordens aus dem Kreis des Alten Ordens vom St. Georg stammten, wird dessen Geschichte ebenfalls angeführt, der Verweis auf eine angebliche Ordensstiftung durch Kaiser Heinrich VII. mangels Quellenmaterial verworfen.St. Georgs-Orden: Geschichte, abgerufen am 5. September 2021.

Struktur Der St.-Georgs-Orden führt seine Geschäfte über einen Verein namens „Gesellschaft der Ritter des Sanct Georgs-Ordens (OSG) bzw. Society of Knights of the Order of St. George (OSG)“, der im österreichischen Vereinsregister eingetragen ist.Vereinsregister der Landespolizeidirektion Wien unter ZVR-Zahl 272649786. Impressum auf der Homepage des Ordens (abgefragt am 19. Juli 2023).

Der Orden versteht sich als europäisch und überparteilich. Er unterstützt den multinationalen alt-österreichischen Staatsgedanken, das verstärkte Erfordernis der Kooperation der Staaten Zentral- und Südosteuropas, bekennt sich zu einem geeinten selbstbewussten Europa und hat Komtureien in Österreich, Italien, Kroatien, Slowenien, Deutschland, Tschechien, der Schweiz, der Slowakei, Serbien, den Niederlanden, Ungarn und Großbritannien.

Ziele und Zusammenwirken Der St.-Georgs-Orden setzt sich für ein vereintes christliches Europa und die traditionellen konservativen Werte ein.St. Georgs-Orden: Auftrag, abgerufen am 5. September 2021.

Maßgabe ist auch ein freundschaftliches Zusammenwirken der Ritter und Damen untereinander, vor allem mit dem Souveränen Malteserorden, den Johannitern, dem Deutschen Orden, den Rittern vom Heiligen Grab zu Jerusalem und dem Orden vom Goldenen Vlies.

Der St.-Georgs-Orden ist nach eigener Aussage ein karitativer Orden, der sich bemüht, das „achtfache Elend“ auf der Welt zu lindern beziehungsweise zu bekämpfen:St. Georgs-Orden: Auftrag, abgerufen am 5. September 2021.

Positionierung Ab der russischen Invasion in die Ukraine 2022 positionierten sich der Ordensgroßmeister Karl Habsburg und der Orden gegen die russische Aggression.Karl Habsburg: "Mir fehlt jedes Verständnis, wenn man den Krieg über die Zahlungen für Energie mitfinanziert" in Der Standard vom 10. Mai 2022Rede zur Zukunft Europas am 11. Jänner 2024Hilfsprojekt der tschechischen Komturei für die Ukraine, März 2024

Kritik Der Georgsorden kam im Zuge der Bundespräsidentenwahl in Österreich 2016 in öffentliche Aufmerksamkeit. Norbert van Handel, damals Prokurator des Georgsordens, engagierte sich für den FPÖ-Kandidaten Norbert Hofer, selbst Ehrenritter des Ordens. Ehrenritter Erhard Busek verließ daraufhin den Georgsorden.Erhard Busek verlässt elitären Ritterorden. () In: Die Presse, 25. November 2016, abgerufen am 13. Mai 2019.Offener Brief an Karl Habsburg von Lothringen von Dr. Erhard Busek. / Wien (OTS) – Geschätzter Herr Großmeister, lieber Karl! In: OTS/APA-Presseaussendung von Erhard Busek, 25. November 2016, abgerufen am 13. Mai 2019. Nach der Aussage von Karl Habsburg, dass es sich bei der EU-Fraktion Patrioten für Europa und damit auch der FPÖ um die 5. Kolonne Moskaus handelt, trat Norbert Hofer aus."Fünfte Kolonne Moskaus": FPÖ-Politiker verlassen aus Protest St.-Georgs-Orden in: Der Standard vom 12. Jänner 2026 2019 wurde Johann Gudenus und Markus Tschank, gegen die im Zuge der Ibiza-Affäre ermittelt wurde, nahegelegt, den Orden zu verlassen. () Auch Ursula Stenzel verließ aus Protest den Orden."Fünfte Kolonne Moskaus": Kritik an Habsburg reißt nicht ab im Standard vom 13. Jänner 2026, abgerufen am 14. Jänner 2026

Mitglieder (Auswahl) (Die Presse, September 2016)Martin Fritzl: Norbert Hofers elitärer Ritterorden. () In: Die Presse, Printausgabe, 20. September 2016, abgerufen am 13. Mai 2019.

Wo es bekannt ist, ist dem Namen auch das Jahr der Aufnahme in den Orden vorangestellt. Bekannte Mitglieder (sogenannte „Ritter“, „Damen“, „Ehrenritter“, „Ehrendamen“ und „Geistliche Räte“) des St.-Georgs-Ordens sind:St. Georgs-Orden → Struktur → Die Ordensregierung. Website des St. Georgs-Ordens in der Version vom 13. Mai 2019.

Ehrenritter und bekannte Ritter (nach Gelöbnis und Ritterschlag)

Siegfried Auffermann (Präsident des Wirtschaftskomitees Deutschland e. V. (WBA)) Jan Peter Balkenende (Ministerpräsident der Niederlande a.D; CDA) Robert Brieger, Vorsitzender des Militärausschusses der Europäischen Union, ehemaliger Generalstabschef des österreichischen Bundesheeres Randolph Leonard Spencer-Churchill (* 1965; Sohn des britischen Politikers Winston Spencer Churchill und Urenkel des englischen Premiers Winston Churchill) 2017: Luis Durnwalder (Landeshauptmann von Südtirol a. D.; SVP) Gerald Ebinger (Abgeordneter zum Wiener Landtag und Gemeinderat; FPÖ) David Engels (Historiker aus Belgien) Werner Fasslabend (Bundesminister a. D., Dritter Präsident des Nationalrates a. D.; ÖVP) Massimiliano Fedriga (* 1980; Präsident der autonomen Region Friaul-Julisch Venetien; Lega Nord) 2017: Michael F. Feldkamp (deutscher Historiker)Anm.: Entsprechend der Auflistung der „Ehrenritter“ auf der Ordens-Website unbestätigt. András Gerö (Regisseur, Direktor des Habsburger Historischen Instituts in UngarnKüldetés – Munkatársak (Mission – Kollegen). In: Website des Habsburg Történeti Intézet igazgatója (Habsburger Historischen Instituts), abgerufen am 13. Mai 2019.) Gerald Grosz (Abgeordneter zum Nationalrat a. D.; BZÖ)Robert Lenhard: Wie zu Kaisers Zeiten: Ordensritter marschierten im Schloss auf. In: Kleine Zeitung, 15. Juni 2018, abgerufen am 19. Juni 2018. Herbert Haupt (Dritter Präsident des Nationalrates a. D., Bundesminister a. D., Vizekanzler a. D.; FPÖ/BZÖ) 2014: Moritz Hunzinger (im selben Jahr der Aufnahme auch Delegat der „Internationalen Komturei“ des Ordens; Mitglied der CDU; deutscher Public-Relations-Berater und aktiver und ehemaliger Manager diverser Unternehmen) Gjorge Ivanov (nordmazedonischer Politikwissenschaftler und Professor an der Universität Skopje, Staatspräsident Nordmazedoniens a. D.; der national-konservativen Partei VMRO-DPMNE nahestehend) Norbert Kapeller (Abgeordneter zum Nationalrat a. D.; ÖVP) Andreas Karlsböck (Abgeordneter zum Nationalrat a. D.; FPÖ) Karlheinz Kopf (Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich, Zweiter Präsident des Nationalrates a. D.; ÖVP) Martin Kubinzky-Papik (Manager) Reinhold Lopatka (Staatssekretär im Bundeskanzleramt, Abg. d. NR und Klubobmann a. D. des ÖVP-Parlamentsklubs) Roberto Maroni (Vorsitzender der Lega Nord und Präsident der Region Lombardei) Gerhard Milletich (Medienunternehmer, Präsident des ÖFB a. D., Vizekomtur der Komturei Burgenland; Mitglied der SPÖ) 2018: Siegfried Nagl (Bürgermeister der Stadt Graz a. D.; ÖVP) Harald Ofner (Bundesminister a. D.; FPÖ) Alexander Pachta-Reyhofen (Offizier des Ordens vom Goldenen Vlies)Curriculum Vitae Alexander Pachta-Reyhofen (PDF; 146 kB) in der Version Oktober 2014 auf der Website des Internationalen Theologischen Instituts (ITI) – Hochschule für katholische Theologie, Trumau; abgerufen am 13. Mai 2019. 2018: Rossen Plewneliew (bulgarischer Minister a. D. und Präsident a. D.; GERB) 2018: Erwin Pröll (Landeshauptmann von Niederösterreich a. D.; ÖVP; nach Die Presse bereits 2016)„Wir senden eine Botschaft der Einheit in die Welt hinaus“. In: Chronik auf der Website des St. Georgs-Orden, Bericht vom Ordenstag in Wien am 21. April 2018, abgerufen am 13. Mai 2019: Josef Pühringer (Landeshauptmann von Oberösterreich a. D.; ÖVP) George Robertson (ehemaliger britischer Verteidigungsminister (Labour Party), ehemaliger NATO-Generalsekretär) Luigi Roth (italienischer Geschäftsmann und Generalmanager) 2017: Andrä Rupprechter (Bundesminister a. D.; ÖVP)Ordenskonvent Kufstein April 2017. In: Chronik auf der Website des St. Georgs-Orden, Bericht vom Ordenstag am 22. April 2017, abgerufen am 13. Mai 2019: Franz Schausberger (Landeshauptmann von Salzburg a. D.; ÖVP) Karl Schlögl (Innenminister a. D., Bürgermeister von Purkersdorf; SPÖ) Zsolt Semjén (Stellvertretender Ministerpräsident und Minister im Kabinett Orbán III, Parteivorsitzender der Christlich-Demokratische Volkspartei) 2018: Carsten Spohr (Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG) David Steel (britischer Politiker und ehemaliger Vorsitzender Liberal Party/Liberal Democrats) 2018: Thomas Stelzer (Landeshauptmann von Oberösterreich; OÖVP)Oberösterreichs Landesvater ist Ritter. In: Kronen Zeitung, 9. Juni 2018. (Artikel Online) in: pressreader.com, abgerufen am 9. Juni 2018. Jiří Toman (tschechisch-schweizerischer Jurist und Universitätsprofessor) Alfred Tombor-Tintera (Gründer der Europäischen Weinritterschaft und Consul Primus Senatus der Europäischen Weinritter, Honorarkonsul der Slowakischen Republik und Landesobmann der Paneuropabewegung BurgenlandBurgenland ehrt verdiente Persönlichkeiten. Festakt anlässlich der Verleihung von Ehrenzeichen und Berufstitel / Komturkreuz an Konsul Prof. Ing. Alfred Tombor-Tintera. In: burgenland.at. Amt der Burgenländischen Landesregierung, Landesamtsdirektion-Öffentlichkeitsarbeit, 7. Juni 2018, abgerufen am 13. Mai 2019.) Max Turnauer (Industrieller und Ehrenpräsident des Aufsichtsrats der Constantia Industries AGOrgane der Gesellschaft – Aufsichtsrat Hierin: S.E. Botschafter Max Turnauer, Ehrenpräsident. In: Der Konzern – Constantia Industries ist eine Industrieholding, die derzeit in drei strategischen Konzernbereichen aktiv ist. Website der Constantia Industries AG, ohne Datum, abgerufen am 13. Mai 2019.Executive Profile Max Turnauer: Honorary President of the Supervisory Board, Constantia Industries AG. In: Bloomberg L.P., ohne Datum, abgerufen am 13. Mai 2019.#1442 Max Turnauer. In: 2014 Billionaires Net Worth. Dropped off in 2015. Personenprofil auf Forbes Media, abgerufen am 13. Mai 2019., Engagement im Souveränen Malteser Ritterorden, Erbe mit seiner Schwester des Vermögens des Industriellen und bekennenden Monarchisten Herbert Turnauer (1907–2000),Fall der Familie Turnauer: Die Beinahe-Pleite der Constantia Privatbank. In: profil, 25. Oktober 2008, abgerufen am 13. Mai 2019: ) Herwig van Staa (Landeshauptmann von Tirol a. D.; ÖVP)