mini|alt=Gelb-schwarzer Gelenkbus mit LED-Zielbeschilderung „Metro Mondego“ an der Haltestelle vor cremeweißem, klassizistischem Gebäude des früheren Bahnhofs Lousã mit rotbraunem Ziegeldach, zweispurige Bus-Eigentrasse mit dunkelgrauem, grobkörnig beschichtetem Fahrbahnbelag, wolkenloser blauer Himmel, grünes Hügelland im Hintergrund|Batterieelektrischer Gelenk­bus am ehema­ligen Bahnhof Lousã (2025) Mondego Metrobus ist ein Bus-Rapid-Transit-System in der Region Coimbra in Portugal. Es verkehrt seit 2025 auf der zur Bustrasse umgebauten ehemaligen Eisen­bahn­strecke Ramal da Lousã sowie inner­städtisch in Coimbra auf besonderen Busfahrstreifen mit ÖPNV-Bevorrechtigung. Bedient werden die Landkreise Coimbra, Miranda do Corvo und Lousã.

Erste Planungen für eine Straßenbahn gab es seit dem Jahr 1992. Sie liefen 1996 unter dem Arbeitstitel Metro Mondego und mündeten 2006 in die Planung einer Regionalstadtbahn. Die Arbeiten wurden aber 2011 vorzeitig beendet. Anschließend wurde das Regional­busverkehrs­system als (SMM) entwickelt. Das öffentliche Unternehmen Metro Mondego leitete die Planung des Schienen­verkehrs­projekts und betreibt das Bussystem.

Übersicht mini|Logo Metro Mondego Namensgebung Das Projekt trug ab dem ersten Entwurf den Namen Metro Mondego, selten auch Comboio ligeiro de superfície. Offiziell werden für das Bussystem die Bezeichnungen bzw. (MMS) verwendet, die Bustrassen sind mit dem Kürzel SMM markiert. Der Name Metro erweckt Assoziationen mit Voll-U-Bahn-Netzen in anderen Metropolen, bezog sich hier aber eher auf den im portugiesischen Sprachraum verwendeten Begriff Metropolitano ‚Schnellbahn‘. Der zweite Teil des Namens, Mondego, bezieht sich auf den in der Serra da Estrela entspringenden Fluss Mondego, der die drei portugiesischen Landkreise Coimbra, Miranda do Corvo und Lousã durchfließt.

Nicht verwirklichtes Schienenverkehrsprojekt mini|300px|Für das Jahr 2011 geplantes, nicht verwirklichtes Streckennetz der Metro Mondego Mit dem neuen Verkehrssystem sollte besonders die regionale Perspektive verbessert und entlang bestehender Eisenbahnstrecken der Comboios de Portugal (CP) umliegenden Städten und Siedlungen ein Schienenanschluss in Aussicht gestellt werden. 2006 war vorgesehen, dass die ersten Züge 2011 fahren sollten.André Jegundo: Metro Mondego lança concurso para a primeira fase da obra até final do ano, [Metro Mondego schreibt den Wettbewerb für die erste Bauphase bis zum Ende des Jahres aus], Público, 13. September 2006 Bei einer Verwirklichung wäre die Metro Mondego die erste Schnellbahn im Raum Coimbra und die vierte in Portugal gewesen.

Die Straßenbahn Coimbra hatte der Stadtrat 1980 stilllegen lassen. Ab 1947 ergänzend und ab 1980 allein gab es den 2021 außer Betrieb genommenen Oberleitungsbus Coimbra.

Zum Zeitpunkt März 2006 war geplant, eine Stadtbahnstrecke von der Innenstadt Coimbras über die umzubauende Eisenbahnstrecke Ramal da Lousã nach Serpins zu bauen.Carlos Cipriano: Tram-Train em Coimbra substitui Metro Mondego, [Tram-Train ersetzt Metro Mondego in Coimbra], Público, 7. März 2006 Sowohl technisch als auch zeitlich war die Ausführung in zwei Phasen geteilt: zunächst sollte zwischen Anfang 2007 und Ende 2008 die Ramal da Lousã umgebaut werden. Die zweite Phase ab 2008/2009 hätte den Bau der Stadtbahnstrecke in der Innenstadt Coimbras umfasst.

Die 1906 eröffnete Eisenbahnstrecke Ramal da Lousã verband die Kreise Lousã und Miranda do Corvo mit der Hauptstadt Coimbra des Distriktes Coimbra, endete jedoch zuletzt kurz vor dem Stadtzentrum. Nur eine schmale, straßenbündige Schienenverbindung, die direkt an der Coimbraer Innenstadt vorbeiführt, verband die Ramal da Lousã mit dem restlichen portugiesischen Eisenbahnnetz. Die nicht umgesetzte Modernisierung der Ramal da Lousã hätte die Änderung von portugiesischer Breitspur (1668 Millimeter) zur europäischen Normalspur (1435 Millimeter), die Auflassung einiger Bahnübergänge sowie die Erneuerung des Signalsystems beinhaltet. Die Bahnhöfe von Ceira, Lousã und Miranda do Corvo sollten zu als „interfaces“ bezeichneten Verkehrsknotenpunkten zwischen Bus- und Eisenbahnverkehr umgebaut werden.Maria João Lopes: CP lança concurso para interfaces de Lousã e Miranda, [CP schreibt Wettbewerbe für interfaces in Lousã und Miranda aus], Público, 26. November 2006 Die Kosten der durch die öffentlichen Unternehmen Portugals CP, REFER und EMEF geleiteten beziehungsweise ausgeführten Aufträge sollten sich auf 52 Millionen Euro belaufen; die ersten Arbeiten hatten bereits begonnen.

Wegen der portugiesischen Haushaltskrise wurden im Januar 2011 sämtliche Bauarbeiten und die Planungen eingestellt.

Als Busverkehrssystem 2021 wurde beschlossen, die Planungen unter der Bezeichnung Metrobus wieder aufzunehmen, wobei das Konzept in ein Bus-Rapid-Transit-System umgewandelt wurde. Die Baukosten waren mit 129 Mio. € veranschlagt, wovon 60 Mio. € über den Kohäsionsfonds der Europäischen Union für den Zeitraum 2014 bis 2020 finanziert wurden. Nach der Eröffnung – ursprünglich für Anfang 2024 vorgesehen – wurden 13 Mio. Fahrgäste pro Jahr erwartet.

Ein kostenfrei benutzbarer Vorlaufbetrieb verkehrte ab 29. August 2025, die Inbetriebnahme des Mondego Metrobus auf der Relation Largo da Portagem–Serpins erfolgte am 16. Dezember 2025. Zwei Streckenverlängerungen in Coimbra sind mit Stand 2026 in Bau und sollen im Verlauf der Jahre 2026 und 2027 in Betrieb gehen: Ein Streckenast vom Largo da Portagem am ehemaligen Bahnhof Coimbra-A zum Bahnhof Coimbra-B und ein Ast zum Universitätskrankenhaus Coimbra, der in zwei Etappen in Betrieb genommen werden soll.

Verkehrsbetrieb Die Gesellschaft Metro Mondego hat die Rechtsform einer Sociedade Anónima und hält auf 40 Jahre die Konzession zum Betrieb der Infrastruktur und eine 10-jährige, verlängerbare Konzession für den Betrieb des Verkehrsangebots.https://www.interregeurope.eu/good-practices/seamless-regional-mobility-via-metrobus-mondego-in-coimbra-region Der portugiesische Staat ist in den 2020er Jahren Hauptaktionär mit 53 % der Anteile, Coimbra, Lousã und Miranda do Corvo halten je 14 %, die Bahngesellschaft Comboios de Portugal und die nationale Gesellschaft Infraestruturas de Portugal je 2,5 % der Anteile.Álvaro Vieira: Primeiras composições do Metro Mondego começam a circular em 2004, [Erste Züge der Metro Mondego fahren im Jahr 2004], Público, 17. Mai 2001 Das Busprojekt leitete das portugiesische Ministerium für Infrastruktur und Wohnen.https://www.theportugalnews.com/news/2025-12-11/first-phase-of-metrobus-opening/930175

Geschichte Idee eines Innenstadt-Tunnels mini|links|alt=Breite Stadtallee in Coimbra im Winter mit kahlen Platanen beidseitig, in eine asphaltierte Sonderspur am Fahrbahnrand eingelassenes Bahngleis, links Wohn- und Geschäftshäuser in Weiß, Rosa und Rot|Straßenbündige Gleisverbindung zwischen den beiden Bahnhöfen Coimbra-Parque und Coimbra-A Der ursprüngliche Grund für den Bau einer Stadtbahnlinie zwischen Coimbra und Serpins war nicht vorrangig der Bedarf für ein schienengebundenes innerstädtisches Verkehrsmittel, sondern der isolierte Verlauf der Ramal da Lousã. Diese 1906 in Betrieb genommene Vorortbahn ist bis heute nur über ein im Straßenraum verlaufendes und nicht elektrifiziertes Gleis mit dem restlichen Schienennetz Portugals am etwa 800 Meter entfernten Bahnhof Coimbra-A verbunden, das die Coimbraer Innenstadt lediglich tangiert. Immer wieder auf dieses Problem aufmerksam gemacht, vereinbarten die staatliche Eisenbahngesellschaft CP, damals auch noch Inhaber des staatlichen Schienennetzes, und die Stadt im Jahr 1989 den Bau eines Tunnels zwischen den Bahnhöfen Coimbra-A und Coimbra-Parque, dem betrieblichen Endpunkt der Ramal da Lousã.Graça Barbosa und Aníbal Rodrigues: Uma ideia com história …, [Eine Idee mit Geschichte …], Público, 12. März 2006

Drei Jahre später schlug der Stadtrat Coimbras den Bau einer Straßenbahn vor, da die vorherige Vereinbarung nicht umgesetzt worden war. Diese könnte das Problem des stetig wachsenden innerstädtischen Verkehrs lösen, der seit der Stilllegung der Straßenbahn 1980 nur noch mit Oberleitungsbussen und Dieselbussen bewältigt wird. Ebenso ließe sich damit auch die Isolation der Ramal da Lousã beheben. Die betreffenden concelhos (etwa vergleichbar mit den deutschen Landkreisen) Coimbra, Lousã und Miranda do Corvo vereinbarten mit der CP den Bau dieser Bahn und betrauten die Eisenbahngesellschaft mit der weiteren Leitung des Projektes.

In den darauffolgenden Monaten änderte sich wenig. Die CP soll den Bau verzögert haben, diese wiederum verwies auf die Zuständigkeit der portugiesischen Regierung und der drei Kreise. Im April 1993 beschloss der damalige portugiesische Umwelt- und Liegenschaftsverwaltungsminister, Luís Valente de Oliveira, die Modernisierung der Ramal da Lousã für die spätere Straßenbahnstrecke. Die Kosten für die Modernisierung wurden damals auf 10,9 Milliarden Escudos, etwa 54,4 Millionen Euro, veranschlagt. Als Auftraggeber für die Modernisierung der Strecke und den Bau der Straßenbahn sah der Minister eine öffentliche Gesellschaft vor, deren Anteilseigner die Kreise und mehrere staatliche Unternehmen sein sollten. Das Parlament verabschiedete das Gesetz für die Schaffung dieser Gesellschaft im März 1994.Diário da República: Gesetzesverordnung 70/94, 3. März 1994 Die CP, die als Betreiber und Eigentümer der Ramal da Lousã eine wichtige Rolle spielte, wurde beschuldigt, das Projekt zu verzögern, da sie nicht angab, wie sie das Kapital für die zukünftige Gesellschaft aufbringen wollte.

Gründung der Metro Mondego, SA mini|300px|alt=Dieseltriebwagen am Bahnsteig der Haltestelle Coimbra Parque. Im Vordergrund eine Straße mit zwei am Fahrbahnrand abgestellten Pkw, Stahlleitplanke trennt die Fahrbahn von der dahinter verlaufenden Bahntrasse. Links straßenbegleitende Bebauung mit hellen Gebäuden, im Hintergrund bewaldeter Hügel mit großem weißen Institutionsgebäude (Universitätsviertel Alta), leicht bewölkter Himmel.|Dieseltriebwagen der CP-Baureihe 0350 im Bahnhof Coimbra-Parque – Endpunkt der Ramal da Lousã (2008) Im Mai 1996 konstituierte sich dann die Metro Mondego, SA. Größte Teilhaber waren die drei betroffenen concelhos Lousã, Miranda do Corvo und Coimbra mit 66 Millionen Escudos (etwa 330.000 Euro; 66 Prozent). Weitere Teilhaber waren die CP mit 29 Millionen Escudos (etwa 145.000 Euro; 29 Prozent) und die Betreibergesellschaft der Lissaboner Metro mit 5 Millionen Escudos (etwa 25.000 Euro; 5 Prozent). Die damaligen Planungen sahen vor, die ersten Züge der Straßenbahn, die immer als Metro bezeichnet wurde, 1998 fahren zu lassen.

In den darauffolgenden Jahren kündigten die Betreiber wiederholt den Start der Straßenbahn nach Serpins an. Anfang 1997 war die Betriebseröffnung für 1999 geplant, 1998 ging die Regierung vom Jahr 2000 aus, 1999 sollten die Züge nicht vor 2003 verkehrenCarlos Cipriano: Comboios reciclados en Coimbra, [Recycelte Züge in Coimbra], Público, 22. Dezember 1999. Im Februar 2000 verkündete der damalige Vorstandsvorsitzende der Metro Mondego-Gesellschaft, dass die ersten Züge 2004 fahren sollten.