Überblick über den Stand der Artikel zu einzelnen Sonaten, hauptsächlich Klaviersonaten.

Die Zuweisung eines europäischen Komponisten nach seinem Sonatenschaffen in ein jeweiliges Jahrhundert wird in diesem Artikel dadurch bestimmt, in welches der (quantitativ) gewichtigere Teil fällt.

Klaviersonaten

Sonaten im 18. Jahrhundert Scarlatti Domenico Scarlatti (1685–1757):

Die 555 erhaltenen Sonaten für Cembalo von Domenico Scarlatti sind das Hauptwerk des italienischen Komponisten. Sie sind einsätzig, stellen oftmals virtuose Ansprüche und bestehen aus zwei Teilen, die jeweils wiederholt werden.

Bach Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788):

Der Berliner oder Hamburger Bach, Sohn von Johann Sebastian Bach und Autor des Versuchs über die wahre Art das Clavier zu spielen, schrieb etwa 150 Sonaten für Cembalo. Besonders bedeutend sind die sechs Preußischen Sonaten von 1742 und die sechs Württembergischen Sonaten von 1744 für die Entwicklung des Empfindsamen Stils.

Clementi Muzio Clementi (1752–1832):

Clementis virtuose, bis zur Zeit der musikalischen Frühromantik komponierten 72 Klaviersonaten entstanden zwischen 1771 und 1823. Besonders die frühen, virtuos auftrumpfenden Stücke mit neuartigen Figuren wie Terzen- und Oktavketten hatten (auch merklich bei Beethoven) großen Einfluss auf die Entwicklung der Klaviertechnik zur Jahrhundertwende.

Mozart Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791):

Mozart war ein exzellenter Pianist. Für das Klavier schrieb er neben seinen Klavierkonzerten – einem Höhepunkt der Gattung – zahlreiche Klaviersonaten, Variationen und kleinere Klavierstücke. Seine ersten vier Sonaten komponierte Mozart bereits mit zehn Jahren. Diese sind aber alle verloren gegangen. Die ersten der erhaltenen Sonaten komponierte er 1775 in München, die letzte (KV576) 1789 in Wien.

Sonate Nr. 1 C-Dur KV 279 (189d) Sonate Nr. 2 F-Dur KV 280 (189e) Sonate Nr. 3 B-Dur KV 281 (189f) Sonate Nr. 4 Es-Dur KV 282 (189g) Sonate Nr. 5 G-Dur KV 283 (189h) Sonate Nr. 6 D-Dur KV 284 (205b) („Dürnitz-Sonate“) Sonate Nr. 7 C-Dur KV 309 (284b) Sonate Nr. 8 D-Dur KV 311 (284c) Sonate Nr. 9 a-Moll KV 310 (300d) Sonate Nr. 10 C-Dur KV 330 (300h) Sonate Nr. 11 A-Dur KV 331 (300i) Sonate Nr. 12 F-Dur KV 332 (300k) Sonate Nr. 13 B-Dur KV 333 (315c) Sonate Nr. 14 c-Moll KV 457 Sonate Nr. 15 F-Dur KV 533 Sonate Nr. 16 C-Dur KV 545 (Sonata facile) Sonate Nr. 17 B-Dur KV 570 Sonate Nr. 18 D-Dur KV 576

Dussek Johann Ladislaus Dussek (1760–1812):

Bei Dussek fällt die genau Nummerierung der Klaviersonaten (allesamt entstanden zwischen 1787 und 1812) schwer, da viele der frühen, zuvor als Violinsonaten gedachte Kompositionen später ohne den (meist nur notengetreu die erste Stimme imitierenden) Violinpart veröffentlicht und erst so zur wirklichen Klaviersonate wurden (Ganz abgesehen von anderen „Fehlern“; so werden in vielen ähnlichen Listen die frühen Sonaten in As-Dur und G-Dur einfach ausgelassen). Daher hier bloß eine Auflistung seiner Werke des Genres ohne Nummerierung.

Klaviersonate As-Dur op. 5 Nr. 3 c43 Klaviersonate G-Dur Nr. 51 Klaviersonate B-Dur op. 9 Nr. 1 c57 Klaviersonate C-Dur op. 9 Nr. 2 c58 Klaviersonate D-Dur op. 9 Nr. 3 c59 Klaviersonate A-Dur op. 10 Nr. 1 c60 Klaviersonate g-Moll op. 10 Nr. 2 c61 Klaviersonate E-Dur op. 10 Nr. 3 c62 Klaviersonate C-Dur op. 14 Nr. 1 c71 Klaviersonate G-Dur op. 14 Nr. 2 c72 Klaviersonate F-Dur op. 14 Nr. 3 c73 Klaviersonate a-Moll op. 18 Nr. 2 (auch als op. 19 Nr. 2) c80 Klaviersonate B-Dur op. 24 (auch als op. 23 und op. 27) c96 Klaviersonate D-Dur op. 25 Nr. 2 c127 Klaviersonate D-Dur op. 31 Nr. 2 c133 La Chasse (Die Jagd): Sonate für das Pianoforte F-Dur op. 22 c146 Klaviersonate B-Dur op. 35 Nr. 1 c149 Klaviersonate G-Dur op. 35 Nr. 2 c150 Klaviersonate c-Moll op. 35 Nr. 3 c151 Klaviersonate G-Dur op. 39 Nr. 1 c166 Klaviersonate C-Dur op. 39 Nr. 2 c167 Klaviersonate B-Dur op. 39 Nr. 3 c168 Klaviersonate A-Dur op. 43 c177 Klaviersonate Es-Dur The Farewell, op. 44 c178 Klaviersonate B-Dur op. 45 Nr. 1 c179 Klaviersonate G-Dur op. 45 Nr. 2 c180 Klaviersonate D-Dur op. 45 Nr. 3 c181 Klaviersonate D-Dur op. 47 Nr. 1 c184 Klaviersonate G-Dur op. 47 Nr. 2 c185 Klaviersonate fis-Moll Elégie harmonique op. 61 Nr. c211 Klaviersonate As-Dur Le retour á Paris op. 64 (auch als op. 70, op. 71 und op. 77) c221 Klaviersonate D-Dur op. 69 Nr. 3 c242 Klaviersonate Es-Dur op. 75 c247 Klaviersonate f-Moll L’invocation op. 77 c259

Sonaten im 19. Jahrhundert Beethoven Ludwig van Beethoven (1770–1827):

Ludwig van Beethovens Klavierwerke sind in der Klavierliteratur von besonderer Bedeutung. Die Kompositionen des Bonner Pianisten waren vom Instrument ausgehend konzipiert. Ohne die drei frühen, nicht zum Kanon gehörenden Bonner Sonaten hat Beethoven insgesamt 32 Sonaten für Klavier geschrieben. Sie zählen zu den bedeutendsten Werken der Klavierliteratur.

Drei Kurfürstensonaten WoO 47 (1783), heute aus der Sonatenaufzählung ausgenommen:

Klaviersonate Es-Dur WoO 47 Nr. 1 Klaviersonate f-Moll WoO 47 Nr. 2 Klaviersonate D-Dur WoO 47 Nr. 3

Sonaten (Ab 1795):

Klaviersonate Nr. 1 (Beethoven) f-Moll op. 2 Nr. 1 Klaviersonate Nr. 2 (Beethoven) A-Dur op. 2 Nr. 2 Klaviersonate Nr. 3 (Beethoven) C-Dur op. 2 Nr. 3 Klaviersonate Nr. 4 (Beethoven) Es-Dur op. 7 Klaviersonate Nr. 5 (Beethoven) c-Moll op. 10 Nr. 1 Klaviersonate Nr. 6 (Beethoven) F-Dur op. 10 Nr. 2 Klaviersonate Nr. 7 (Beethoven) D-Dur op. 10 Nr. 3 Klaviersonate Nr. 8 (Beethoven) c-Moll op. 13 („Pathétique“) Klaviersonate Nr. 9 (Beethoven) E-Dur op. 14 Nr. 1 Klaviersonate Nr. 10 (Beethoven) G-Dur op. 14 Nr. 2 Klaviersonate Nr. 11 (Beethoven) B-Dur op. 22 Klaviersonate Nr. 12 (Beethoven) As-Dur op. 26 Klaviersonate Nr. 13 (Beethoven) Es-Dur op. 27 Nr. 1 Klaviersonate Nr. 14 (Beethoven) cis-Moll op. 27 Nr. 2 („Mondscheinsonate“) Klaviersonate Nr. 15 (Beethoven) D-Dur op. 28 („Pastorale“) Klaviersonate Nr. 16 (Beethoven) G-Dur op. 31 Nr. 1 Klaviersonate Nr. 17 (Beethoven) d-Moll op. 31 Nr. 2 („Der Sturm“) Klaviersonate Nr. 18 (Beethoven) Es-Dur op. 31 Nr. 3 Klaviersonate Nr. 19 (Beethoven) g-Moll op. 49 Nr. 1 Klaviersonate Nr. 20 (Beethoven) G-Dur op. 49 Nr. 2 Klaviersonate Nr. 21 (Beethoven) C-Dur op. 53 („Waldstein-Sonate“) Klaviersonate Nr. 22 (Beethoven) F-Dur op. 54 Klaviersonate Nr. 23 (Beethoven) f-Moll op. 57 („Appassionata“) Klaviersonate Nr. 24 (Beethoven) Fis-Dur op. 78 Klaviersonate Nr. 25 (Beethoven) G-Dur op. 79 Klaviersonate Nr. 26 (Beethoven) Es-Dur op. 81a („Les Adieux-Der Abschied“) Klaviersonate Nr. 27 (Beethoven) e-Moll op. 90 Klaviersonate Nr. 28 (Beethoven) A-Dur op. 101 Klaviersonate Nr. 29 (Beethoven) B-Dur op. 106 („Große Sonate für das Hammerklavier“) Klaviersonate Nr. 30 (Beethoven) E-Dur op. 109 Klaviersonate Nr. 31 (Beethoven) As-Dur op. 110 Klaviersonate Nr. 32 (Beethoven) c-Moll op. 111

Schubert Franz Schubert (1797–1828):

Schubert war, was schon allein das technische Level seiner Stücke zeigt, ein ausgezeichneter Pianist. Ausgenommen seine „Schubertiaden“, mied er, im Gegensatz zu Zeitgenossen wie Johann Ladislaus Dussek und Beethoven, öffentliche Auftritte. Auch komponierte er zeitlebens kein Solokonzert für das Klavier. Von seinen 21 begonnenen Sonaten vollendete er nur 12; das Entstehungsdatum dieser Werke lässt sich zwischen 1815 und 1828 festsetzen.

Klaviersonate Nr. 1 (Schubert) Klaviersonate Nr. 2 (Schubert) Klaviersonate Nr. 3 (Schubert) Klaviersonate Nr. 4 (Schubert) Klaviersonate Nr. 5 (Schubert) Klaviersonate Nr. 6 (Schubert) Klaviersonate Nr. 7 (Schubert) Klaviersonate Nr. 8 (Schubert) Klaviersonate Nr. 9 (Schubert) Klaviersonate Nr. 10 (Schubert) Klaviersonate Nr. 11 (Schubert) Klaviersonate Nr. 12 (Schubert) Klaviersonate Nr. 13 (Schubert) Klaviersonate Nr. 14 (Schubert) Klaviersonate Nr. 15 (Schubert) Klaviersonate Nr. 16 (Schubert) Klaviersonate Nr. 17 (Schubert) Klaviersonate Nr. 18 (Schubert) Klaviersonate Nr. 19 (Schubert) Klaviersonate Nr. 20 (Schubert) Klaviersonate Nr. 21 (Schubert)

Burgmüller Norbert Burgmüller (1810–1836):

Burgmüller konnte sein künstlerisches Potential aufgrund seines frühen Todes nur teilweise entfalten. Im Prinzip stellt sein Œuvre lediglich das Frühwerk eines Komponisten dar. Trotzdem lässt sich anhand der erhaltenen Werke ein großes Talent mit sehr eigenständigen Zügen erkennen. Er war obendrein ein guter Pianist und trat professionell öffentlich auf. Sein Schaffen für das Klavier umfasst neben dem Klavierkonzert in fis-Moll Op. 1 auch die große Klaviersonate in f-Moll; weiters schrieb er einige kleinere Stücke.

Sonate f-Moll (Burgmüller) op. 8

Chopin Frédéric Chopin (1810–1849):

Chopins Hauptwerk ist für Klavier geschrieben. Eine bedeutende Quelle von Chopins Stil war die brillante Virtuosenliteratur. Der Einfluss von Ignaz Moscheles, Friedrich Kalkbrenner, Carl Maria von Weber und vor allem von Johann Nepomuk Hummel sowie Maria Szymanowska ist nicht zu unterschätzen. An den Werken dieser Komponisten und Pianisten geschult, entwickelte Chopin seinen unverkennbaren eigenen Klavierstil, in dem die Brillanz ein neben dem Ausdruck wichtiger Faktor ist. Chopins umfangreiches Schaffen für Klavier umfasst nur drei Sonaten. Die erste Sonate ist ein Jugendwerk. Chopin widmete sie seinem Lehrer Józef Elsner. Die zweite in b-Moll ist wohl die bekannteste der drei Sonaten; ihr berühmter Trauermarsch, der dritte Satz, Mittelpunkt des Werks, entstand als erster (bereits 1837).

Klaviersonate Nr. 1 (Chopin) c-Moll op. 4 Klaviersonate Nr. 2 (Chopin) b-Moll op. 35 (mit dem Trauermarsch) Klaviersonate Nr. 3 (Chopin) h-Moll op. 58

Schumann Robert Schumann (1810–1856):

Schumann gehört zu den bedeutendsten Schöpfern von Klaviermusik der Romantik. Neben frühem Unterricht in Klavier (bei Friedrich Wieck, dem Vater seiner späteren Frau) und Musiktheorie betrieb er auch eigene Studien anhand von Bachs Wohltemperiertem Klavier. Eine Fingerzerrung vereitelte zwar die Virtuosenlaufbahn; es entstanden aber auf Jahre hinaus nur Werke für Klavier. Seine großartigen, technisch wie musikalisch hoch anspruchsvollen Sonaten entstanden in den Jahren 1832–1852; die drei Sonaten für die Jugend datieren in das Jahr 1853.

Klaviersonate Nr. 1 fis-Moll op. 11 Klaviersonate Nr. 2 g-Moll op. 22 Klaviersonate Nr. 3 f-Moll op. 14 (Konzert ohne Orchester)

Drei Klaviersonaten für die Jugend Klaviersonate Nr. 1 in G-Dur op. 118a Klaviersonate Nr. 2 in D-Dur op. 118b Klaviersonate Nr. 3 in C-Dur op. 118c

Liszt Franz Liszt (1811–1886):

Franz Liszt hat die bis zu seiner Zeit übliche Form des Klavierspiels und dementsprechend auch die Klavierkomposition neu geprägt. Was hierfür entscheidend war: Die Hammerklaviermechanik erfuhr ihre bedeutendste Fortentwicklung im 19. Jahrhundert; dies nicht zuletzt deswegen, weil Liszts teils brachiale Spielart die Klavierbauer anspornte, immer bessere, „widerstandsfähigere“ Instrumente herzustellen. Zudem brach Liszt von Anbeginn mit allen Regeln der Klavierspieltechnik, die zu der Zeit streng nach Lehrbüchern praktiziert wurde. Franz Liszts Klaviersonate in h-Moll gilt als eines der bedeutendsten, technisch anspruchsvollsten Klavierwerke der Romantik und als ein Höhepunkt im Œuvre des Komponisten. Sie ist Robert Schumann gewidmet und entstand 1853.

Klaviersonate h-Moll (Liszt)

Jadassohn Salomon Jadassohn (1831–1902):

Zwar nahm Jadassohn von 1849 bis 1851 Unterricht bei Franz Liszt; ein Klaviervirtuose war er jedoch nie. Besonders heute tragen vor allem seine pädagogischen Werke viel zu seinem Ruf bei.

Klaviersonate A-Dur (Jadassohn) op. 14

Brahms Johannes Brahms (1833–1897):