Die ElectronicPartner Handel SE ist eine der größten europäischen Verbundgruppen in den Bereichen Unterhaltungs- und Haushaltselektronik, IT, Multimedia und Telekommunikation mit Hauptsitz im nordrhein-westfälischen Düsseldorf."EP kündigt Umbesetzung im Vorstand an", in: ChannelPartner vom 6. November 2024, abgerufen am 2. Januar 2024."EP bündelt Europa-Handel", in: Westdeutsche Zeitung, Ausgabe Düsseldorf vom 21. November 2011, abgerufen am 21. April 2023. Stand 2026 gehören zu ihr in Europa über 5.000 Fachgeschäfte und Fachmärkte sowie Landesgesellschaften in Deutschland, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz.Firmenprofil ElectronicPartner Schweiz AG, veröffentlicht in: Österreich Schweiz Dun & Bradstreet Firmenprofile, abgerufen am 20. April 2023.

Geschichte

Vorgeschichte und Gründung ElectronicPartner ging aus einer am 18. Januar 1937 von Karl Friedrich Haubrich als „Radio- und Elektrogroßhandel Karl Fr. Haubrich“ in Kaiserswerth gegründeten Radio- und Elektrogroßhandlung hervor.Ruth Vierbuchen: "Ein Mittelständler am Bosporus", in: Handelsblatt vom 16. November 2005, abgerufen am 19. April 2023."Unternehmen. ElectronicPartner", in: Rheinische Post vom 19. November 2008, abgerufen am 19. April 2023."ElectronicPartner: Tradition in Technik", in: Rheinische Post vom 8. April 2023, abgerufen am 19. April 2023. Kurz nach der Gründung musste der Inhaber sein Geschäft aufgrund des Zweiten Weltkrieges bis Kriegsende stilllegen. Er konnte seine Tätigkeit im Herbst 1945 wieder aufnehmen.

1968 eröffnete das Unternehmen in den Niederlanden die erste Ländergesellschaft außerhalb der Bundesrepublik. Am 13. Oktober 1973 riefen die Söhne des Gründers, Edgar und Hartmut Haubrich, zusammen mit 35 selbständigen Unternehmern die ElectronicPartner Verbundgruppe ins Leben."'Marktwirtschaft ist Freiheit'", in: Rheinische Post vom 31. Mai 2008, abgerufen am 19. April 2023.

Marktpositionierung Ende der Achtziger- bis Mitte der Neunzigerjahre 1988 startete die unter ElectronicPartner geführte Fachmarktlinie Medimax Zentrale Electronic SE (Eigenschreibweise: MEDIMAX) mit der ersten Filiale in Rhede. Durch die Übernahme der Mehrheit der Schossau KG, Duisburg mit Filialen in Duisburg, Essen, Krefeld, Düsseldorf und Wuppertal wurde das Filialnetz ausgebaut."Vervielfältigung des Schossau-Konzeptes vorgesehen. ElectronicPartner übernimmt Mehrheit an der Fachhandelskette Schossau", in: Handelsblatt vom 1. Januar 1989, abgerufen am 19. April 2023.

Infolge der Wiedervereinigung Deutschlands konnte ElectronicPartner 1990 eine Steigerung seines Umsatzes durch einen Mitgliederzuwachs aus den neuen Bundesländern verzeichnen."Electronicpartner. 1990 Marktanteil ausgeweitet. Beste Erfahrungen mit den ostdeutschen Mitgliedern", in: Handelsblatt vom 22. Februar 1991, abgerufen am 19. April 2023. Zum 1. Juli 1990 begann in der Bundesrepublik der freie Verkauf von Telefonendgeräten für den Hauptanschluss."Start für den Wettbewerb im privaten Telefonendgeräte-Markt. Die neue Freiheit auf dem deutschen Telefonmarkt ist streng reglementiert", in: Handelsblatt vom 29. Juni 1990, abgerufen am 19. April 2023. Hierdurch steigerte die Verbundgruppe bis 1997 den Umsatz durch Telekommunikations-Artikel auf rund 20 Prozent Erlös (circa 172 Millionen Umsatz) aus diesem Sektor. Die im November 1990 gegründete ElectronicPartner-Niederlassung in Augsburg wurde zwei Jahre später durch den Neubau eines Vertriebs- und Logistikcenters erweitert.

Mit der Gründung von ElectronicPartner Schweiz AG (1990), ElectronicPartner International B.V. in Vianen, Niederlande (23. August 1991) sowie der Gründung von ElectronicPartner Belgien (1992) und ElectronicPartner Austria GmbH (1993) wurde das Unternehmen zu einer europaweit agierenden Handelsgruppe."ElectronicPartner: Neue internationale Tochter", in: Handelsblatt vom 27. August 1991, abgerufen am 19. April 2023.

Veränderung des Produktangebots durch neue Medien ab Mitte der Neunzigerjahre In der Folge des Umsatzverlustes der Unterhaltungselektronik-Branche seit Anfang der Neunzigerjahre gab Hartmut Haubrich Anfang des Jahres 1996 bekannt, dass die ElectronicPartner-Gruppe sich stärker auf das Geschäftsfeld der Multimedia-Beratung für Privatkunden ausrichten wolle, wobei die Verschmelzung von Fernsehen, Telekommunikation und Computer zukünftig eine hohe Anforderung darstellen werde."ElectronicPartner. Handelsgruppe erwartet Strukturwandel. Vom Facheinzelhändler zum Multimedia-Berater", in: Handelsblatt vom 13. Februar 1996, abgerufen am 19. April 2023. Zum Geschäftsjahr 1997 erweiterte ElectronicPartner das Sortiment durch PC und Multimedia. Im selben Jahr übernahm die Unternehmensgruppe das operative Geschäft der rheinland-pfälzischen Select AG (genannt Select-Kooperation), Andernach."Ende der Fahnenstange ist erreicht", in: Handelsblatt vom 3. März 1998, abgerufen am 19. April 2023. 1998 vereinbarte ElectronicPartner eine Zusammenarbeit mit dem sächsischen Computerhersteller Lintec Computer AG, Taucha."Lintec Computer AG, Taucha bei Leipzig", in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 23. Oktober 1998, abgerufen am 19. April 2023.

Seit 1999 erhöhte sich der Umsatz durch Fernseher im Breitbildformat und dem zu diesem Zeitpunkt neuen Medium DVD, während das Geschäft mit drahtgebundenen Telefonen schrumpfte. Gleichzeitig konnte der Umsatz mit Mobiltelefonen erhöht werden."Optimismus vor der Funkausstellung", in: Handelsblatt vom 8. März 1999, abgerufen am 19. April 2023. Im März 2000 fusionierte ElectronicPartner Belgien mit EuroMasters Belgien. Im selben Jahr erfolgte der Zusammenschluss der Expert Schweiz mit ElectronicPartner Schweiz.H. Bitterli: "Schweizer Schulterschluss im Elektronik-Fachhandel. Systemverbund von EP und Expert", in: Neue Zürcher Zeitung vom 29. Februar 2000, abgerufen am 21. April 2023.

Onlinehandel und weltweite Geschäftstätigkeit ab 2000 2000 stieg ElectronicPartner in den Onlinehandel ein und eröffnete einen Online-Shop (genannt EP-Netshop) als Ergänzung zum stationären Handel."ElectronicPartner startet 400 Online-Shop", in: Handelsblatt vom 13. Oktober 2000, abgerufen am 19. April 2023. Im selben Jahr erfolgte die zehnprozentige Beteiligung an dem in diesem Jahr neu gegründeten Unternehmen Jamba AG Berlin und somit der Einstieg in das mobile Internet."Neues Internet-Portal für das Handy. Debitel, Media-Saturn und EP beteiligen sich an Jamba", in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 25. Oktober 2000, abgerufen am 19. April 2023. 2001 gründete ElectronicPartner gemeinsam mit der Ek Großeinkauf eG, Bielefeld die Tochtergesellschaft E 2 im Geschäftsbereich Einkauf für weiße Ware."EK und Electronic Partner bündeln Einkauf", in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 5. Mai 2001, abgerufen am 19. April 2023. Im selben Jahr übernahm ElectronicPartner elf Standorte der insolventen Hamburger Brinkmann-Gruppe, wobei teilweise eine Weiterführung der Technikmärkte unter der Linie Medimax erfolgte."Brinkmann Unterwellenborn wird Medimax", in: Ostthüringer Zeitung vom 14. November 2001, abgerufen am 19. April 2023."Electronic Partner GmbH & Co. KG, Düsseldorf", in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 26. Oktober 2001, abgerufen am 19. April 2023.

Im Frühjahr des Jahres 2003 übernahm ElectronicPartner Schaulandt-Standorte in Kiel, Frechen, Hamburg und Moers von der Karstadt Quelle AG, die zukünftig unter dem Namen Medimax geführt wurden."Aus Schaulandt wird Medimax", in: Kölnische Rundschau vom 28. März 2003, abgerufen am 19. April 2023. Als erster ausländischer Unternehmer der Branche eröffnete ElectronicPartner im Oktober des Jahres 2005 in Istanbul ein Unterhaltungselektronikgeschäft. Zum 1. Februar 2006 übernahm das Unternehmen einen Teil der deutschlandweiten Makromärkte und führte diese unter dem Namen Medimax weiter.Birgit Eltzel: "Aus Makromarkt wird Medimax. Ab Februar neues Label", in: Berliner Zeitung vom 13. Dezember 2005, abgerufen am 19. April 2023.Thomas Wüpper: "Aus Makromarkt wird Medimax", in: Stuttgarter Zeitung vom 13. Dezember 2005, abgerufen am 19. April 2023.

2006 baute ElectronicPartner das Geschäft in Spanien aus, da die Partnergesellschaft Densa durch die Kooperation mit Dinel seine Standorte auf 1.800 Filialen ausweiten konnte."Electronic-Partner. Stärker in Spanien", in: Süddeutsche Zeitung vom 19. Januar 2006, abgerufen am 19. April 2023. Im Herbst desselben Jahres erfolgte die Ausweitung des Exportgeschäftes des Standorts Genshagen nach Polen.Robert Rudolf: "Hauptquartier Genshagen. Electronicpartner will Preisschlacht um polnischen Markt von hier führen", in: Märkische Allgemeine vom 18. September 2006, abgerufen am 19. April 2023. ElectronicPartner übernahm im Sommer 2008 einen Teil der Standorte der Elektronik-Handelskette ProMarkt der Rewe Group, nachdem das Unternehmen Insolvenz angemeldet hatte. Auch diese Standorte wurden unter dem Namen Medimax weitergeführt.Katja Wilke: "Rettungsplan für Promarkt genehmigt", in: Financial Times Deutschland vom 28. August 2008, abgerufen am 19. April 2023."Aus ProMarkt wird in Cottbus Medimax Cottbus", in: Lausitzer Rundschau vom 3. August 2013, abgerufen am 19. April 2023.Sabine Eisenmann: "Aus Pro Markt wird Medimax", in: Darmstädter Echo vom 13. August 2013, abgerufen am 19. April 2023.

2009 wurde die Verbundgruppe in die Rechtsform einer Europäischen Gesellschaft überführt.Henning Hinze: "Die bösen Onkels. Im Familienunternehmen Electronic Partner tobt eine Schlacht zwischen den Generationen - erstes Opfer ist der junge Chef Oliver Haubrich", in: Financial Times Deutschland vom 25. Januar 2010, abgerufen am 19. April 2023. Für 2010 kündigte das Unternehmen an, den EP-Netshop einzustellen und den Internetauftritt neu zu gestalten."Geschäftsjahr 2009. Rückschlag für Electronic Partner", in: Handelsblatt online vom 19. Februar 2010, abgerufen am 19. April 2023. Zum April des Jahres 2010 ging die neue Website online."Electronic Partner mit neuer Webseite", in: Rheinische Post vom 3. April 2010, abgerufen am 19. April 2023.

Neustrukturierung ab 2010 2012 schloss sich ElectronicPartner International mit Electronic & Domestic Appliances (EDA) zur wirtschaftlichen, europäischen Interessenvereinigung „E-Square“ zusammen. Durch gemeinsame Kooperationen mit internationalen Lieferanten sollte der Best-Practice-Austausch erweitert sowie die Marktposition der Mitglieder gefestigt werden. Im Herbst desselben Jahres erfolgte ein Anteilserwerb an Notebooksbilliger.de.Henning Hinze: "ElectronicPartner steigt bei Notebooksbilliger ein. Der Verbund will mithilfe des Konkurrenten im Internetz aufholen", in: Financial Times Deutschland vom 15. Oktober 2012, abgerufen am 19. April 2023. Ende des Jahres führte das Unternehmen ein neues Kundenservice-Portal ein, über das Kunden Termine mit Fachhändlern für den Anschluss von Haushaltsgeräten sowie technischen Geräten buchen können."ElectronicPartner mit neuem Serviceportal", in: Westdeutsche Zeitung, Ausgabe Düsseldorf vom 13. Dezember 2012, abgerufen am 19. April 2023.