Rabenscheid ist ein Ortsteil der Großgemeinde Breitscheid mit etwa 500 Einwohnern. Der Ort liegt im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis unweit der Landesgrenze Hessens zu Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.
Geographie Rabenscheid befindet sich auf einer Höhe von 560 m über NN und wird von einer Westerwald-„Variante“ des Rothaarsteiges durchquert. Außerhalb des Ortskerns befindet sich die historische Kirche, die auf einen trutzigen Wehrturm zurückgeht. Der Turm wurde durch den Anbau des Kirchenschiffs erweitert.
Geschichte Namensherkunft Der Name Rabenscheid soll auf die großen Kolkraben, die klugen Vögel Wotans, die mit ihrem klangvollen Rufen einst die dicht bewaldeten Höhen erfüllten, und „Scheid“ („Grenzwald“ oder „Wald“ allgemein) zurückzuführen sein.
Ortsgeschichte Im Jahr 1398 wurde Rabenscheid unter dem Namen Rabinscheid soweit bekannt erstmals urkundlich erwähnt. Im Jahr 1812 kauften die Rabenscheider Bürger das Beilsteiner Schloss für 800 Gulden.
Das Kirchenschiff der Saalkirche aus Bruchsteinen wurde 1767 errichtet.
Früher hatte der Ort einen Bahnhof an der Bahnstrecke Haiger–Breitscheid, der jedoch 4 km entfernt im Aubachtal lag.
Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Die Gemeinde Rabenscheid wurde im Zuge der Gebietsreform in Hessen zum 31. Dezember 1971 auf freiwilliger Basis in die Gemeinde Breitscheid eingegliedert. Für Rabenscheid, wie für die anderen ehemals eigenständigen Gemeinden von Breitscheid, wurde ein Ortsbezirk gebildet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Rabenscheid angehört(e):
vor 1739: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft/Fürstentum Nassau-Dillenburg, Amt Driedorf ab 1739: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Diez, Amt Driedorf 1806–1813: Großherzogtum Berg, Département Sieg, Arrondissement Dillenburg, Kanton Driedorf 1813–1815: Fürstentum Nassau-Oranien, Amt Driedorf ab 1816: Herzogtum Nassau, Amt Herborn ab 1849: Herzogtum Nassau, Kreisamt HerbornAbtrennung der Justiz (Justizamt Herborn) bis 1854. ab 1854: Herzogtum Nassau, Amt Herborn ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, DillkreisEndgültige Trennung zwischen Justiz (Amtsgericht Herborn) und Verwaltung. ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Dillenburg ab 1933: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Dillkreis ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Dillkreis ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Dillkreis, Gemeinde Breitscheid ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis, Gemeinde Breitscheid ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Lahn-Dill-Kreis, Gemeinde Breitscheid
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Rabenscheid 435 Einwohner. Darunter waren 12 (2,8 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 81 Einwohner unter 18 Jahren, 189 zwischen 18 und 49, 90 zwischen 50 und 64 und 75 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 171 Haushalten. Davon waren 36 Singlehaushalte, 54 Paare ohne Kinder und 60 Paare mit Kindern, sowie 18 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 30 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 17 Haushaltungen lebten keine Senioren.
Einwohnerentwicklung
Religionszugehörigkeit • 1885: 257 evangelische und ein katholischer Einwohner • 1961: 333 evangelische, 74 römisch-katholische Einwohner
Politik Für Rabenscheid besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Rabenscheid) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 50,86 %. Dabei wurden gewählt: ein Mitglied der SPD, ein Mitglied der CDU und drei Mitglieder „Freien Wählergemeinschaft (FWG)“.. Der Ortsbeirat wählte Daniela Janz (FWG) zur Ortsvorsteherin.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Der Laufbrunnen in Rabenscheid
Regelmäßige Veranstaltungen Jährlich findet in der Dorfmitte ein Weinfest (im September) sowie ein Weihnachtsmarkt (am letzten Samstag vor dem ersten Advent) statt, die von den örtlichen Vereinen (Landfrauen, Vogelschutzverein, VdK, Freiwillige Feuerwehr, evangelischer Kirchengemeinde und Sportverein) organisiert werden. Außerdem findet auch jährlich eine Mallorca Party am Dorfrand in der Dreschhalle statt. Zudem wird in den Monaten von April bis September, jeweils am letzten Freitag des Monates, ein Bauernmarkt von den örtlichen Vereinen organisiert.
Kulturdenkmäler Für die Kulturdenkmäler des Ortes siehe die Liste der Kulturdenkmäler in Rabenscheid.
Literatur
Weblinks
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Lahn-Dill-Kreis Kategorie:Geographie (Breitscheid, Hessen) Kategorie:Ort im Westerwald Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Lahn-Dill-Kreis) Kategorie:Ersterwähnung 1398 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971