mini|Logo der Stadtbahn Alicante mini|Neues und altes Fahrzeug der Stadtbahn Alicante: Am Bahnhof Alacant – La Marina spiegelt sich in den Scheiben der Straßenbahn vom Typ Flexity Outlook ein Dieseltriebwagen der Serie MAN 2300. mini|250px|Einfahrt in den Innenstadttunnel von Alicante und Abzweig der Linie L2

Die Stadtbahn Alicante (valencianisch: Tram Metropolità d’Alacant) ist ein meterspuriges Nahverkehrssystem in Alicante und dem nördlichen und östlichen Umland. Sie wird wie die anderen öffentlichen Schmalspurbahnen der Valencianischen Gemeinschaft (Beispiel: Metro Valencia) von den Ferrocarrils de la Generalitat Valenciana (FGV) betrieben und wurde am 15. August 2003 eröffnet. Die Stadtbahn Alicante ersetzte zunächst nur eine ebenfalls meterspurige, dieselbetriebene Eisenbahn auf der Bahnstrecke Alicante–Dénia und wird seitdem zu einem Liniennetz erweitert (im Jahr 2024 110,7 km Strecken- und 144,9 km Linienlänge).

Das Netz enthält Elemente von Straßenbahn (Linien 4 und 5), ober- und unterirdischer Stadtbahn im Stadtzentrum (Linien 1, 3 und 4) sowie Eisenbahnregionalverkehr mit elektrischem und Dieselbetrieb (Linien 1 und 9). Technisch ist das Gesamtnetz jedoch im Gegensatz zur Metro Valencia ein Eisenbahnbetrieb mit einheitlichen Maßen für Radsätze und Gleis.

Geschichte Eisenbahn Alicante–Dénia

1882 begannen Studien über mögliche Eisenbahnstrecken zwischen Alicante und Dénia entlang der Küste. Der Bau der entsprechenden Schmalspurbahn erfolgte ab 1911, die Inbetriebnahme abschnittsweise 1914 und 1915. 1964 übernahm die staatliche Explotación de Ferrocarriles por el Estado (EFE), später umorganisiert in FEVE, die Strecke. Zum 1. Januar 1987 erfolgte der Übergang an die Nahverkehrsgesellschaft Ferrocarrils de la Generalitat Valenciana (FGV), die mit in Alicante beginnenden Gleiserneuerungen startete. Diese wurden auf dem Streckenabschnitt bis Villajoyosa am 22. März 2002 abgeschlossen.

Der Weg zur Stadtbahn Alicante Zunehmende Mobilitätsprobleme sowie das hohe Bevölkerungswachstum legen den Bau eines erweiterten städtischen und regionalen Nahverkehrssystems nahe, welches in einer Umgestaltung und Modernisierung der Bahnlinie Alicante–Dénia bestehen könnte. Am 15. Dezember 1997 wurde auf dieser Linie die neue Trasse über Condomina in Betrieb genommen und gleichzeitig der Abschnitt über Cabo de Huertas stillgelegt.

Vom 17. März bis zum 14. April 1999 fuhr der Siemens-Combino-Prototyp in einem Probebetrieb auf dem 3650 m langen Abschnitt von Puerta del Mar bis Albufereta Playa. Mit bis zu 68 Fahrten am Tag von 8:30 Uhr bis 20:50 Uhr legte dieses Fahrzeug insgesamt 3450 km zurück und beförderte 89 632 Fahrgäste. Da das Fahrzeug auch auf der Straßenbahn von La Coruña vorgestellt werden und Probe fahren sollte, kam erst das Vorserienfahrzeug mit der Nr. 500 der Straßenbahn Halle, später die Fahrzeuge 3801 und 3806 (letzteres mit einem Hilfsfahrschalter am Heck ausgerüstet), nach Bildquellen auch die Fahrzeuge 3803-3805 und 3808, aus Valencia sowie ab dem 8. Juni 1999 ein MGT6D–Zweirichtungsfahrzeug ebenfalls aus Halle zum Einsatz. Aufgrund des Erfolges des ersten Probebetriebsmonats wurde die Oberleitung um zwei Kilometer (bis Lucentum, nun insgesamt 5,5 km) verlängert und der Probebetrieb ab dem 26. August 1999 entsprechend ausgedehnt. 1999 wurde zudem das Stadtbahn-Projekt TRAM Metropolità beschlossen.

Die erste, noch nicht vollständig abgeschlossene Phase des Projekts bestand aus dem stadtbahnmäßigen Ausbau des Abschnitts Alicante–Benidorm–Altea einschließlich Elektrifizierung mit 750 V Gleichspannung aus einer Oberleitung, einer Streckenverlängerung vom Bahnhof Alacant La Marina bis Porta del Mar, dem Tunnelbau im Untergrund des Stadtzentrums bis zur zukünftigen zentralen Station Hauptbahnhof sowie einem neuen Linienast zu den Stadtvierteln Albufereta, Cabo de las Huertas und Playa de San Juan (siehe unten Linie L4).

Zwischen 16. September und 23. Dezember 2002 wurde der Betrieb auf dem Abschnitt Alicante–El Campello eingestellt, um die Strecke zu elektrifizieren, das Gleis zwischen La Marina und La Isleta zu erneuern und um den Abschnitt La Isleta–El Campello zweigleisig auszubauen.

Der Ausbau der Stadtbahn Alicante Am 15. August 2003 wurde der erste Bauabschnitt Alicante–El Campello (über 12 km, 16 Halte, Baukosten 60 Millionen Euro) in Betrieb genommen. Dadurch wurde Alicante nach Madrid, Barcelona, Bilbao und Valencia zur fünften spanischen Großstadt, die über ein modernes städtisches Nahverkehrssystem mit hoher Kapazität verfügt.

Im Jahr 2006 wurden die Arbeiten auf dem ersten Abschnitt des Alicantiner Innenstadttunnels abgeschlossen. Der Tunnel liegt unter dem Monte Benacantil und endete provisorisch an der unterirdischen Station Mercado (Markt). Den Auftrag für den Bau der Linie L2 bis zur Universität Alicante erhielt die Gesellschaft Subús, die den öffentlichen Nahverkehr in Alicante (Transporte Metropolitano de Alicante – TAM) betreibt. Außerdem wurden die Arbeiten an der zukünftigen Stadtbahnstation Sergio Cardell der Linie L4 abgeschlossen, deren spezielle künstlerische Gestaltung umstritten ist (Bild: siehe Linie L4). An der zukünftigen unterirdischen Station (Plaza de los) Luceros wurden die Arbeiten aufgenommen, ebenso auf dem Abschnitt La Vila Joiosa–Benidorm.

Am 10. Mai 2007 gingen die ersten beiden unterirdischen Stationen Mercado (Markt) und MARQ (Archäologisches Museum) in Betrieb. (spanisch)Tageszeitung La Verdad de Alicante vom 10. Mai 2007 (spanisch) Damit wurde es nötig, Liniennummern zu vergeben. Auf dem neuen Innenstadtabschnitt verkehrte die Linie L3. Die bestehende Strecke von Porta del Mar bis Albufereta wurde von der vorerst nur vier Stationen langen Linie L4 bedient. Am 15. Juni 2007 wurde die Strecke von Lucentum bis Avenida Naciones in Betrieb genommen und die Linie L4 entsprechend verlängert. Am 30. Juli 2007 war der Abschnitt zwischen El Campello und La Creueta für den Linienverkehr bereit. Damit wurde die Eillinie L1, die nur die wichtigsten Bahnhöfe zwischen Mercado und La Creueta bediente, eingerichtet. Die Linie L3 wurde einmal pro Stunde von El Campello bis Venta Lanuza verlängert, die Züge bedienten auf diesem Abschnitt alle Stationen. Die mit Dieseltriebwagen bediente Linie L9 wurde nach La Creueta zurückgezogen.

Am 2. Juni 2008 wurde die Fahrleitung mit den Bahnsteiganpassungen bis Benidorm in Betrieb genommen. Die Linie L1 wurde entsprechend verlängert, die L9 wiederum verkürzt. Am 17. Juli hielten erstmals im Linienbetrieb die Züge der L3 an der neuen Station Sangueta. Genau ein Jahr später wurde der neue Halt Campo de Golf (Golfplatz) eingerichtet. Am 18. Dezember 2009 wurde der eingleisige, schleifenförmige Abschnitt von Avenida Naciones bis Plaza La Coruña und auf anderem Weg zurück in Betrieb genommen, die Strecke wird seitdem von der Linie L4 bedient.

Am 18. Juni 2010 wurde die unterirdische Station Luceros in Betrieb genommen, die Linien L1 und L3 entsprechend verlängert und die Linie L4 dorthin umgelegt. Für die dadurch nicht mehr bedienten Stationen Porta del Mar und La Marina wurde eine kurze Pendellinie 4L eingerichtet, die am Bahnhof Sangueta eine Umsteigemöglichkeit zu den Linien L1, L3 und L4 bot. Diese wurde am 1. Juli 2013 wieder eingestellt.

Am 4. September 2013 ging die Linie L2 nach Sant Vicent del Raspeig mit elf neuen Haltestellen in Betrieb.

2019 wurde der zweigleisige Tunnel durch die Serra Grossa zwischen den Haltestellen Sangueta und La Isleta in Betrieb genommen. Sein Bau hatte bereits im Februar 2010 begonnen, war aber wegen eines von der Regionalregierung verhängten Baustopps von Oktober 2013 bis Oktober 2017 unterbrochen worden. Der Tunnel ist 1477 m lang, kostete 33,1 Millionen Euro und ermöglicht auch hier die Zweigleisigkeit und damit Taktverdichtungen. Zeitgleich entfiel die Haltestelle Finca Adoc, die bisherige oberirdische Strecke wurde auf 1,18 km zum Radweg.

In den Jahren 2021 bis 2023 wurden sowohl der sechs Kilometer lange Abschnitt von Teulada nach Gata de Gorgos als auch der nachfolgende, 10,9 km lange Abschnitt bis Dénia saniert und modernisiert. Neben dem Austausch von Schienen, Schwellen und Schotter wurde die Brücke über den Gorgos saniert und es erfolgten Arbeiten an der Entwässerung sowie den Dämmen und Einschnitten. Die Kosten betrugen 15,1 bzw. 14,5 Millionen Euro, im Nachgang war auch die Sanierung bzw. der Ersatz der Brücken von Quisi, Algar und Mascarat geplant.

Im Juni 2023 gab die valencianische Regionalregierung fast 15 Millionen Euro für die Einrichtung einer Kreuzungsstelle in El Albir (Phase 1, Bauzeit 24 Monate) sowie den zweigleisigen Ausbau von dort bis Altea (Phase 2, Bauzeit 16 Monate) frei.

Seit dem 28. Januar 2025 ist die Sanierung des letzten Abschnittes vorerst abgeschlossen, die Zweikrafttriebwagen der Linie 9 können nach dem Ersatz bzw. der Verstärkung mehrerer Brücken nun bis zum Streckenende in Dénia verkehren.

Am 12. Juni 2025 wurde die Strecke zwischen Hospital Vila und Benidorm auf einer Länge von 6,23 km, nun zweigleisig ausgebaut, wieder in Betrieb genommen. In den Kosten von 48,5 Millionen Euro sind auch der Neubau der Brücke über den Barranco del Murtal sowie die grundlegende Sanierung der Bestandsanlagen sowie der Haltestellen enthalten.

Weiterer Ausbau Aktuelle Bauplanungen Im April 2023 erfolgte die Ausschreibung für den noch fehlenden Rest des Innenstadttunnels zwischen der Haltestelle Luceros und der Station Alacant Intermodal am Hauptbahnhof (Baukosten ursprünglich 35 Mio. €, Länge ca. 800 m) vorgesehen war nun eine Gesamtsumme von 132 Millionen Euro für sämtliche Arbeiten. Neben der TunnelverlängerungZwei Quellen nennen 60 bzw. 72 Meter, eine andere 500 Meter. Der Unterschied liegt vermutlich darin, dass die eine Angabe vermutlich die Länge des noch zwischen dem Ende des bereits bestehenden, ab 2007 bis zur Einstellung der Arbeiten gebauten Tunnelstücks und dem Beginn des Stationsbereichs bezeichnet, die längere Angabe dagegen den Stationsbereich samt anschließender Wendeanlage mit einschließt. sind dies die Bahnsteigebene mit vier Gleisen und zwei Mittelbahnsteigen samt aller Ausstattung, eine ebenfalls unterirdische, unter der ADIF-Tiefgarage liegende Verteilerebene samt der erforderlichen Zugänge, ein Unterwerk sowie die notwendige Ausrüstung in weiteren Bereichen wie der Leit- und Sicherungstechnik, der Kommunikationstechnik und dem Brandschutz. Nach dem im Oktober 2024 unterzeichneten Vertrag sind Kosten von 102 Millionen Euro und eine Bauzeit von 52 Monaten vorgesehen. Baubeginn war im Oktober 2024, die Fertigstellung wird für Anfang 2029 erwartet. Eingesetzt wird zumindest für den Stationsbereich die Deckelbauweise.

Bereits 2007 planten Stadtrat und Consejería de Transportes (Verkehrsdezernat) neue Linien von der zentralen Umsteigestation am Hauptbahnhof in Richtung Süden/Westen. Eine Linie sollte das Stadtzentrum mit dem Städtischen Friedhof verbinden und dabei auch die Stadtviertel Benalua und La Florida sowie das Industriegebiet Babel bedienen. Diese Verlängerung ist in deutlich geänderter Form (ca. 2,5 km, bis La Florida Baja) im Plan FGV 2030 enthalten. Auch die Stadtviertel Ciudad de Asís und San Fernando-Princesa Mercedes sollen damit erschlossen werden, die Kosten werden auf 35 Millionen Euro geschätzt.

Zudem sieht der FGV 2030 ab 2026 eine hinter der Haltestelle Condomina (L3) nach Norden abzweigende Strecke für die Anbindung von Mutxamel und San Juan de Alicante sowie des dortigen Campus für Gesundheitswissenschaften der Universität Miguel Hernández Elche samt Universitätskrankenhaus vor. In ersten Planungen war noch ein Abzweig nach den Haltestellen Plaza La Coruña (L4/L5) oder/und Costa Blanca (L3) in Erwägung gezogen worden.