Arnsdorf ()Arnošt Muka: Serbski zemjepisny słowničk. Nakł. Maćica Serbska, Budyšin 1927, S. 2; slub-dresden.de ist ein Dorf und seit 1994 einer von zehn Ortsteilen der Gemeinde Vierkirchen im sächsischen Landkreis Görlitz. Arnsdorf bildet mit dem Ortsteil Hilbersdorf die Ortschaft Arnsdorf-Hilbersdorf. Als Ortschaft nach der Sächsischen Gemeindeordnung hat sie gemäß ihrer Ortschaftsverfassung einen Ortschaftsrat und Ortsvorsteher.
Geographie Arnsdorf liegt im östlichen Teil der Gemeinde Vierkirchen, südlich der Bundesautobahn 4. Südlich von Arnsdorf liegt Hilbersdorf, im Südwesten liegen die Reichenbacher Ortsteile Dittmannsdorf und Krobnitz und im Westen Melaune. Nördlich liegt auf der anderen Seite der Autobahn der Waldhufener Ortsteil Nieder Seifersdorf, nach dem auch die zwei Kilometer entfernte Autobahnanschlussstelle benannt ist.
Geschichte mini|Rittergut Arnsdorf um 1880, Sammlung Alexander Duncker
Ortsname Der Name Arnsdorf bedeutet Dorf eines Arnolds. Es wird vermutet, dass das Dorf eventuell nach Arnold von Radeberg benannt worden ist. Der sorbische Name , der identisch mit dem von Arnsdorf bei Ruhland ist, findet heute keine Verwendung mehr.
Ortsgeschichte Die erste urkundliche Erwähnung Arnsdorfs erfolgte 1366 im Görlitzer Stadtbuch als Arnoldisdorf. Das Dorf ist vermutlich wesentlich älter, denn die St.-Katharinen-Kirche stammt wahrscheinlich aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Arnsdorf hatte sich bereits Anfang des 15. Jahrhunderts zu einem Gutsdorf mit zwei Gutsanteilen entwickelt. Hans von Gersdorff auf Döbschütz konnte die beiden Teile zwischen 1531 und 1536 erwerben.
In die gleiche Zeit fällt die Reformation. Erste Versuche gab es bereits 1525; der erste bekannte evangelische Pfarrer wurde 1549 ordiniert. 1582 wurde die Deckenbemalung im Kirchenschiff so gestaltet, wie sie noch heute zu sehen ist. Bereits drei Jahre später gab es nachweislich eine Schule. Umbauten an der Kirche, die bereits im 15. Jahrhundert begannen und bis ins 18. Jahrhundert erfolgten, gaben der Kirche ihr heutiges Aussehen. Oberhalb der Kirche wurde 1835 eine Holländerwindmühle erbaut und rund ein Jahrhundert lang betrieben.
Bereits gegen Ende des 18. Jahrhunderts gelangte Hilbersdorf an die Arnsdorfer Herrschaft der uradeligen Familie von Wiedebach und Nostitz-Jänkendorf. Die beiden Dörfer sollten gutsherrschaftlich bis zur Bodenreform nach dem Zweiten Weltkrieg zusammenbleiben. Neben dem Gutsbetrieb gab es seit 1850 eine rasante Entwicklung der Steinindustrie, welche die Entstehung mehrerer großer Steinbrüche zur Folge hatte. Der farbbeständige Granit wurde deutschlandweit verbaut.
Seit 1970 bildete Arnsdorf mit Hilbersdorf die Gemeinde Arnsdorf-Hilbersdorf. Im gleichen Jahr wurden die noch aktiven Steinbrüche in beiden Gemeindeteilen geschlossen. Die Görlitzer Kreisbahn, die seit 1904 auch durch Arnsdorf fuhr, wurde 1972 eingestellt. Nach der Wende kam es zur Wiederaufnahme des Granitabbaus.
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1825 559 1871 662 1885 691 1905 685 1925 667 1939 624 1946 824 1950 791 1964 679 2002Von der Muskauer Heide zum Rotstein, S. 345 502 2003 494 2008 464 2011 493 Im Jahr 1529 wirtschafteten in Arnsdorf sieben besessene Mann. 1777 wurden acht besessene Mann, 30 Gärtner und 25 Häusler verzeichnet.
Im 19. Jahrhundert stieg die Einwohnerzahl von rund 550 auf knapp 700 an. Danach fiel sie bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs kontinuierlich auf 624 ab. Durch Flüchtlinge und Vertriebene aus den ehemals deutschen Ostgebieten stieg die Zahl nach dem Krieg auf über 800 an, konnte jedoch nicht gehalten werden.
Die von Bevölkerungsrückgängen betroffenen Gemeinden Arnsdorf-Hilbersdorf, Buchholz und Melaune schlossen sich zum 1. Januar 1994 zur Gemeinde Vierkirchen zusammen. In der 1789 erbauten Schule wurde am 1. August 2002 eine Kindertagesstätte eingerichtet.
Anfang des 21. Jahrhunderts lag die Einwohnerzahl mit rund 500 unterhalb der Zahl, die zwei Jahrhunderte früher verzeichnet wurde. Im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts steigt die Einwohnerzahl jedoch wieder an.
Sehenswürdigkeiten Barockschloss mit alter Schlossgärtnerei aus dem 18. Jahrhundert (wurde 1856 umgebaut) St.-Katharinen-Kirche aus dem 13. JahrhundertHans-Georg Walther: Mei Dörfel. Gemeinde Vierkirchen, Niesky 1996, S. 59. zwei Steinkreuze am Eingang und in der Nähe des Kirchhofes
Verkehrsanbindung Bundesautobahn 4: Anschlussstelle Nieder Seifersdorf Omnibusverkehr Oberlausitz: Buslinie 65 (Görlitz–Weißenberg)
Persönlichkeiten Karl von Wiedebach und Nostitz-Jänkendorf (1844–1910), Politiker, Mitglied des Preußischen Herrenhauses Paul von Wiedebach und Nostitz-Jänkendorf (1848–1923), Politiker, Mitglied des Preußischen Herrenhauses Hans Schranz (1916–1987), Schweizer Schriftsteller
Literatur Von der Muskauer Heide zum Rotstein. Heimatbuch des Niederschlesischen Oberlausitzkreises. Lusatia Verlag, Bautzen 2006, S. 345 f. Hans-Georg Walther: Mei Dörfel. Gemeinde Vierkirchen, Niesky 1996.
Weblinks
Ortsteile In: Webauftritt der Gemeinde Vierkirchen.
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Oberlausitz Kategorie:Ort im Landkreis Görlitz Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Görlitz) Kategorie:Ersterwähnung 1366 Kategorie:Gemeindeauflösung 1970 Kategorie:Vierkirchen (Oberlausitz)