Bréchaumont (, Bruckedswiller auf Elsässisch) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie gehört zum Arrondissement Altkirch, zum Kanton Masevaux-Niederbruck und zum Gemeindeverband Sud Alsace Largue.
Geografie Die Gemeinde Bréchaumont liegt im Norden der Burgundischen Pforte zwischen Mülhausen und Belfort auf der Wasserscheide zwischen Rhein und Rhône. Das Gemeindegebiet wird vom Bach Gruebaine durchquert, das über den Rhein-Rhône-Kanal zur Rhône entwässert. An der östlichen Gemeindegrenze verläuft der Traubach , der zur Largue und in weiterer Folge zum Rhein entwässert.
Nachbargemeinden von Bréchaumont sind Saint-Cosme im Norden, Guevenatten im Nordosten, Traubach-le-Bas und Traubach-le-Haut im Südosten, Elbach im Süden, Chavannes-sur-l’Étang im Südwesten sowie Reppe (in der Region Bourgogne-Franche-Comté) im Westen.
Geschichte Eine erste Erwähnung von Bréchaumont geht auf das Jahr 1460 als Burkeswilr zurück. 1581 hieß der Ort Bruckhartzweiler, 1793 Brechomont.. Bis 1324 gehörte der Ort zur Grafschaft Pfirt und kam dann durch die Heirat der Johannna von Pfirt mit Herzog Albrecht II. von Österreich an Habsburg. Das Dorf war ursprünglich nicht frankophon. Die Flurnamen sind noch heute deutsch (Hinterwald, Rotacker, Hubel, Klostermatten …). Unmittelbar westlich des Dorfes verlief eine Römerstraße.
Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Brückensweiler als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich (Kreis Altkirch, Bezirk Oberelsaß). Im Ersten Weltkrieg geriet Bréchaumont in die Frontlinie. Nach einem kurzfristigen Vorstoß auf Mühlhausen am 3. August 1914 zog sich das französische Militär auf die Grenze von 1871 zurück und damit in unmittelbare Nähe zu Bréchaumont. Am 13. August ereigneten sich um das Dorf lebhafte Kampfhandlungen, bei denen die Kapelle Notre-Dame-de-Bellefontaine schwer beschädigt wurde. Noch am selben Tag verlagerten sich die Gefechte in Richtung Alt-Münsterol (Montreux-Vieux) zur Moulin de la Caille. Im Zweiten Weltkrieg erlebten die Einwohner nach dem Waffenstillstand im Juni 1940 die deutsche Besatzung. Am 22. November 1944 wurden sie durch Truppen der französischen 1. Armee unter General de Lattre de Tassgny von der Naziherrschaft befreit.
Bevölkerungsentwicklung Jahr 1910 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2011 2020 Einwohner 330 232 243 270 339 351 345 420 405
Sehenswürdigkeiten mini|Kirche St. Aloisius Die Pfarrkirche St. Aloysius (Église paroissiale Saint-Aloyse-de-Gonzague) in der Dorfmitte wurde 1842 errichtet. Sie gehört zu den schlichten spätklassizistischen Sundgauer Dorfkirchen der Louis-Philippe-Zeit. Sie besitzt noch einen Taufstein von 1609 und eine barocke Kanzel.
Kapelle Notre-Dame de Bellefontaine: Im Südwesten des Gemeindegebietes nahe der Grenze zur Region Bourgogne-Franche-Comté steht inmitten der Feldflur die Kapelle Notre-Dame de Bellefontaine. Sie entstand um 1750 direkt an einer Quelle, deren Wasser der Überlieferung nach einem schwer verletzten Jäger Genesung brachte. Ihre Betreuung wurde einem Einsiedler anvertraut. Von da an versuchten die Bewohner der Umgebung das heilende Wasser gegen verschiedene Krankheiten einzusetzen. In der Zeit der Französischen Revolution wurde die Kapelle geschlossen und religiöse Handlungen untersagt. Im Jahr 1792 wurde sie verkauft und diente in den darauffolgenden Jahrzehnten verschiedenen Zwecken. 1857 erfolgten notdürftige Reparaturen. 1914 wurde die Kapelle zerstört, französische Soldaten verheizten alles brennbare Material. Zum Ende des Ersten Weltkrieges hausten in den Überresten der Kapelle wilde Tiere. Zwischen 1927 und 1933 fanden umfangreiche Sanierungen statt. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahmen die religiösen Aktivitäten allmählich ab. Die Kapelle befindet sich heute im Besitz der Gemeinde Bréchaumont und wird vom Verein Notre Dame de Bellefontaine betreut und gepflegt. Im Jahr 2004 erfolgte eine komplette Restauration. Seither findet jedes Jahr zu Himmelfahrt eine Prozession statt. Infotafel an der Kapelle (französisch)
An der Rue de l’Église mehrere Fachwerkbauten in Ständerbauweise. Diese ist mit dem weitabständigen Fachwerk und den geschossübergreifenden Streben der Häuser (Nr. 9, 10, 11, 15) eine altertümlich Konstruktion, die schon vor dem Dreißigjährigen Krieg üblich war, aber auch noch lange nach dem Krieg im Gebrauch war.
Literatur Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 1, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 288–290.
Belege
Weblinks
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