mini|Untertitel im Film Elephants Dream (nachgestellt) mini|Verwendung von Untertiteln in einer Fernsehsendung Untertitel (UT) bezeichnen Textzeilen, die unter oder neben Bildern stehen, um schriftliche Informationen zum Abgebildeten zu liefern. Beispiele sind Kommentare unter Zeitschriften-Fotos oder unter den Abbildungen in diesem Wikipedia-Artikel. In einem Film oder einem Fernsehbild werden Untertitel meist am unteren Rand eingeblendet, um gesprochene Inhalte aus einer Fremdsprache zu übersetzen oder sie für Hörgeschädigte erfassbar zu machen. In den meisten Ländern werden fremdsprachige Filme aus Kostengründen in der Regel untertitelt, statt sie zu synchronisieren. Untertitel für Gehörlose und Schwerhörige beschreiben neben den sprachlichen Inhalten auch Umgebungsgeräusche, z. B. mit dem Hinweis „Ruhige Musik“ und geben Dialoge in einer Fremdsprache in dieser Sprache wieder, statt sie zu übersetzen.

Für die Erstellung von „Live-Untertiteln“ als Kommunikationshilfe für Hörgeschädigte außerhalb von Fernsehen und Filmen (z. B. bei Veranstaltungen, Tagungen, Gesprächen etc.) siehe Schriftdolmetschen.

Zeitdruck und Beschränkungen

Der eingeblendete Untertitel darf unabhängig vom Umfang des Originaldialogs nicht eine bestimmte Dauer überschreiten. Der Zuschauer muss genügend Zeit haben, den Untertitel zu lesen, ohne dabei den Bildinhalt völlig aus den Augen zu verlieren.

Früher wurden Untertitel zeitaufwändig von Hand vorbereitet und mit einer speziellen Maschine direkt auf das Filmmaterial gebrannt. Heute kommen technische Hilfsmittel wie Computer und synchronisierte Videorekorder zum Einsatz.

Standarduntertitel haben eine weiße Schriftfarbe und befinden sich zentral am unteren Bildrand. Beides lässt sich nicht immer gewährleisten: Zum einen kann der Bildbereich ebenfalls weiß sein oder zumindest zu hell, und er würde dann die weißen Untertitel überstrahlen. Somit sind die Untertitel nicht oder nur eingeschränkt lesbar. Abhilfe schafft dabei die Wahl einer anderen Farbe oder einer schwarzen Umrandung bei weißem Text, weiße Umrandung bei schwarzem Text oder einer anderen Farbkombination innerhalb der Schrift.

Eine andere Methode, dieses Problem zu umgehen, ist das kurzfristige Einblenden der Texte am oberen Bildrand. Dieses Vorgehen ist auch dann nützlich, wenn wichtige Bildinformationen durch die Untertitel überdeckt werden. Oben eingeblendete Texte werden entgegen der Wortbedeutung dennoch Untertitel genannt.Worauf ist zu achten bei Untertitelung? Welche Regeln gibt es? bei filmproduktion-werbefilm.de, abgerufen am 17. August 2021.Untertitel-Standards von ARD, ORF, SRF, ZDF bei daserste.de, abgerufen am 17. August 2021.

Technische Ausführungen

Optional zuschaltbare Untertitel werden „geschlossene Untertitel“ (closed subtitles, im amerikanischen Englisch closed caption) genannt. Untertitel, die sich nicht abschalten lassen, werden „offene Untertitel“ (open subtitles) genannt. Diese Untertitel kommen vor allem dann vor, oder wenn der Regisseur es so beabsichtigt. Beispielsweise wird dies in Science-Fiction-Filmen verwendet, wenn Zuschauer verstehen sollen, was Außerirdische sagen. Filme und Videos mit offenen Untertiteln, die direkt und unwiderruflich in das Bild integriert sind, werden als hardsubbed bezeichnet. Solche mit geschlossenen Untertiteln nennt man softsubbed.

Videokameras können Untertitelspuren zur Aufnahme einer Datums- und Uhrzeitsangabe, sowie von technischen Parametern während der Aufnahme wie Blendenöffnung, Belichtungszeit, und Belichtungswert verwenden. Ersteres ermöglicht eine genaue Zeitmessung trotz zeitweiliger Pausierung der Aufnahme.

Im Normalfall werden Äußerungen unterschiedlicher Sprecher in separate Zeilen gesetzt und diese durch Spiegelstriche angeführt. Da sich Gehörlose aber beim Lesen nicht immer auf die Mundbewegung der Schauspieler konzentrieren können, können sie den Überblick bei der Zuordnung von Text und Sprecher verlieren. In solchen Fällen werden bei Untertiteln für Gehörlose gerne Farben verwendet, um Dialogzeilen verschiedener Redner zu kennzeichnen. Die Farbzuordnung sollte innerhalb des gesamten Filmes die gleiche bleiben. Das ZDF verwendete bis zum 31. Dezember 2024 noch eine Farbverteilung für die Untertitel, seit dem 1. Januar 2025 produziert das ZDF dagegen nur noch ausschließlich weiße Untertitel.

Kino Das so genannte Diamond-Verfahren funktioniert so, dass warme Kupferclichés auf den Film gedrückt werden, wobei die Bildgelatine wegschmilzt. In einer Abwandlung werden kalte Clichés aus Zink vorbereitet, die zu betitelnde Kopie dünn gewachst und anschließend Bild um Bild auf die Schriftclichés geschlagen. Die hochstehenden Zeichen verdrängen das Wachs und legen die Bildgelatine frei. In einem Ätzbad wird die Gelatine bis auf den Filmträger hinab aufgelöst, so dass nach Ablösen des Wachses strahlend weiße Zeichen im Bild stehen. Die Clichés werden nach Planfilmen aus Fotosatz hergestellt und in 1:1-Größe zugerichtet.

Ab den 1990er-Jahren wurden die auch Fußtitel genannten Untertitel oft per Laser auf bereits entwickeltes Filmmaterial gebrannt. Untertitel können auch auf dem Bildstrich angebracht und bei der Projektion mittels Prisma ins Bild gelenkt werden, was jedoch nicht bei jedem Bildformat möglich ist und in der Praxis kaum umgesetzt wird.

Manchmal werden neue oder seltene Filme, für die noch keine Untertitel angefertigt wurden, mit Untertiteln auf einer separaten Anzeige unter der Leinwand vorgeführt. Der Vorteil dabei ist, dass kein Bildbestandteil verloren geht oder überdeckt wird, andererseits ist zwischen der Bildmitte und den Untertiteln ein größerer Abstand, welcher es für den Zuschauer schwieriger macht, alles auf einmal zu sehen, ohne dabei die Augen oder den Kopf die ganze Zeit nach oben und nach unten zu bewegen.

Für das Kino wurden zuletzt auch mit der Digitalisierung neue Methoden entwickelt, damit Hörgeschädigte auch unvorbehandelte Filme nutzen können. Zum Beispiel kann ein Teleprompter die Untertitel auf einen halbdurchlässig-spiegelnden, schräg im Blickfeld des Hörgeschädigten positionierten Schirm projizieren, so dass Untertitel und Bild auf der Leinwand sich optisch ergänzen. Es muss einzig in diesen Teleprompter investiert und der passende Untertitel in die Datenbank transferiert werden.

Eine nicht synchronisierter Filmkopie, welche nur die übersetzten Untertitel enthält, wird als OmU (Original mit Untertiteln) bezeichnet.

Fernsehen und Video mini|Zeichen für Fernsehausstrahlungen mit Untertiteln mini|Zeichen für Fernsehausstrahlungen mit Untertiteln (in Deutschland nicht mehr verwendet)

Im Fernsehen können Untertitel über „Teletext“-Tafeln (Österreich, Schweiz), „Videotext“-Tafeln (Bezeichnung in Deutschland) und in NTSC-Ländern direkt über eine Zeile des Videosignals (Closed Caption) übertragen werden, sofern die Sendungen untertitelt wurden. Der Anteil untertitelter Sendungen im deutschsprachigen Bereich ist in öffentlich-rechtlichen Sendern meist höher als bei Privatsendern, in Österreich ist dies durch das ORF-Gesetz § 5 Abs. 2 geregelt.ORF-Gesetz § 5 Der Gesamtanteil an untertitelten Sendungen im SF DRS betrug 2008 19,8 % des Gesamtsendeumfangs, bei Das Erste lag der Anteil 2016 bei 95 %.Untertitel via HbbTV. daserste.de, 6. Juni 2016. Seit Dezember 2010 bietet RTL Untertitelung über DVB an.

In den USA hingegen ist die englische und spanische Untertitelung mit Ausnahmen für alle ab 1998 hergestellten Sendungen vorgeschrieben, für ältere Sendungen anteilsmäßig.Federal Communications Commission – Closed Captioning Consumer Facts In der Schweiz ist ab Ende 2010 eine Untertitelung von 19:00 Uhr bis 22:00 Uhr vorgeschrieben. Zudem sind mindestens ein Drittel aller Sendungen zu untertiteln.

Die folgende Tabelle fasst die Ausstrahlung von Untertiteln bei den wichtigsten, deutschsprachigen Fernsehsendern zusammen (* = Ausstrahlung nur auf HD-Ableger):

SenderTyp der UntertitelUT-VorschauTeletextDVBHbbTVHauptprogrammeDas ErsteSeite 150XXSeite 398ZDFSeite 777X–Seite 749ORFSeite 777––Seite 771SRFSeite 777––Seite 776ÖR-Gemeinschaftsprogramme3satSeite 777X–Seite 776arteSeite 150X*–Seite 388KiKASeite 150X–Seite 398ARD-alphaSeite 150X–Seite 561ONESeite 150X*–Seite 398tagesschau24Seite 150X*–Seite 398ZDFneoSeite 777X––ZDFinfoSeite 777X––Dritte ProgrammeBRSeite 150XXSeite 561hrSeite 150X*XSeite 360MDRSeite 150XXSeite 597NDRSeite 150X*XSeite 562RBSeite 150XXSeite 562rbbSeite 150X*XSeite 386SRSeite 150X––SWRSeite 150X*–Seite 681 bzw. 691WDRSeite 150XX–ProSiebenSat.1-GruppeProSiebenSeite 149––Seite 148SAT.1Seite 149––Seite 148kabel einsSeite 149––Seite 148ProSieben MAXXSeite 149––Seite 148RTL-GruppeRTL–X––VOX–X––Super RTL–X––RTL NITRO–X–– mini|Symbol zur Anzeige des Untertitels auf Fernbedienungen nach IEC 60417 Im Jahr 2008 initiierte die polnische Sozialdemokratin Lidia Joanna Geringer de Oedenberg die „Schriftliche Erklärung zur Untertitelung aller öffentlich-rechtlichen Fernsehprogramme in der EU“.Lidia Geringer de Oedenberg: Written declaration on subtitling all public-service TV programmes to be adopted. European Parliament, 4. Juli 2008. Nach dieser sollen „die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender […] verpflichtet werden, alle Programme zu untertiteln“.Peter Mühlbauer: Gelegenheit zur Einschränkung einer Unsitte? Telepolis, 11. April 2008.

Im Digitalfernsehen werden Untertitel separat zur Bildinformation gesendet, ähnlich wie beim zusätzlichen Senden des Dolby-Digital-Tons.

Seit Mai 2016 senden die meisten öffentlich-rechtlichen Anstalten auch personalisierbare Untertitel via HbbTV. Man kann dort erstmals die Schriftgröße, Position und den Hintergrund der Untertitel verändern.

Filme auf DVD-Video und Blu-ray Discs können Untertitel in mehreren Sprachen enthalten, von denen man auf Wunsch eine einblenden kann.

Am 16. September 2010 haben sich die Hörgeschädigtenverbände in Deutschland Taubenschlag.de, 16. September 2010. auf ein neues Untertitelsymbol geeinigt. Das bisherige Symbol steht primär für „Hörschädigung“ und wird als defizitorientiert empfunden. Das neue Symbol soll zum Ausdruck bringen, dass nicht nur Hörgeschädigte von Untertiteln profitieren, sondern auch Kinder mit Lese- und Rechtschreibschwäche sowie Migranten, die Deutsch als Fremdsprache lernen.

Live-Untertitelung Die Untertitelung von Live-Formaten, wie beispielsweise Nachrichten-Sendungen, „Aktenzeichen XY … ungelöst“, Live-Shows, Sport etc., nennt man Live-Untertitelung. Ein Redakteur spricht die Aussagen des Sprechers nach („Respeaking“) und diktiert diese in ein Spracherkennungssystem, das daraus einen Text erstellt. Dieser Text wird vom Redakteur nach Bedarf redigiert und danach direkt in das Fernsehsignal eingespeist, sodass auch bei Live-Sendungen eine Untertitelung möglich ist.So entsteht die Live-Untertitelung Video: Das Erste, 28. Januar 2016.

Für fertige Beiträge und im Vorfeld bekannte Moderationstexte werden Untertitel dagegen üblicherweise vorproduziert. Die Qualität der Untertitelung wird dadurch erhöht, weil beispielsweise Standzeiten und Rechtschreibung in Ruhe geprüft werden können. Da dies bei Live-Untertiteln nicht im gewünschten Maße möglich ist, können im ausgestrahlten Ergebnis Rechtschreibfehler enthalten sein. Darüber hinaus kann es vorkommen, dass einzelne Textpassagen übersprungen werden, die das Verständnis nicht beeinträchtigen, um einen zeitlichen Rückstand aufzuholen.

Je nach Anbieter werden die so erstellten Untertitel nach Ende des Live-Formates noch einmal überarbeitet und beispielsweise Standzeiten oder Rechtschreibfehler korrigiert. Für eine Wiederholung oder die Bereitstellung in einer Mediathek wird dadurch die Qualität der Untertitel erhöht.