mini|Ein Lloyd LS 600 mit Sonnenschute mini|Wartburg 311 mit Sonnenschute
Sonnenblenden (Schuten), die oberhalb der Windschutzscheibe außen angebracht sind, sind eine Maßnahme gegen Blenden durch die Sonne, und müssen laut Straßenverkehrsrecht die Forderungen für Lichtschirme erfüllen. Außen über der Windschutzscheibe angebrachte sind untersagt, mit Ausnahme jener, deren Unterkante sich mindestens in einer Höhe von zwei Meter befindet.
Geschichte Sonnenblenden gehörten ab den 1930er Jahren zur Standardausstattung von Automobilen. Die Sonnenblenden wurden aufgrund der damals üblichen, flachen und senkrecht stehenden Windschutzscheiben eingeführt. Sie erfreuten sich einige Jahre lang großer Beliebtheit, verschwanden dann jedoch aus allen Karosseriedesigns. Nach dem Zweiten Weltkrieg begegnete man ihnen wieder, das von vielen als völlig neue Innovation im Automobildesign angesehen wurde. Dass sich viele Autofahrer diese Sonnenblende als Zubehörteil zulegten, lag daran, dass die Formgebung der Windschutzscheiben keinen Schutz vor der Sonneneinstrahlung bot, die in den Innenraum fiel, als Schutzmaßnahme dagegen, „im eigenen Auto bei lebendigem Leib gebraten zu werden.“ Man kam später zu dem Schluss, dass eine solche oberhalb der Windschutzscheibe montierte Sonnenblende wie eine Landeklappe eines Flugzeugs wirkt bzw. bremst, was Geschwindigkeit und Kraftstoff kostet. Darum verbaute man sie nicht mehr und installierte stattdessen welche im Wageninneren.
Heute Heutzutage werden bei Fahrzeugen selbsttönende Windschutzscheiben mit Blendschutz und innenliegenden Sonnenblenden verbaut. Doch damals gab es diese Möglichkeiten nicht und durch das Anbringen einer Sonnenschute, oder auch Sonnenblende für außen genannt, konnte man sich zu jeder Jahreszeit vor der Blendung der Sonne schützen. Nach der ersten Produktion solcher Sonnenschuten für Kleinwagen, wie dem VW Käfer, entdeckten auch die LKW-Fahrer diesen Vorteil, und fast jeder LKW im Fernverkehr verfügte über eine solche Sonnenschute.
Anders als auf dem amerikanischen Markt – dort wurden die Blenden aus Blech gefertigt –, besteht die europäische Variante aus durchsichtigem Acrylglas, das in verschiedenen Farbtönen angeboten wurde. Das gefärbte Acrylglas ist gebogen, wird von einem Alurahmen umfasst und je nach Fahrzeugtyp an die Regenrinne geklemmt oder am Holm verschraubt. Die Seitenbeschläge wurden so gefertigt, dass die Sonnenschute auch montiert noch in der Neigung verstellt werden kann.
Nachdem die Fahrzeuge, vor allem LKWs, immer moderner wurden, stagnierte der Markt, und die Industrie entwickelte teils eigene moderne Varianten, um einen Blendschutz am LKW zu gewährleisten.
Einzelnachweise
Kategorie:Karosserie