Medaillenspiegel Platz Land G S B Ges. 1 46 37 38 121 2 27 23 17 67 3 26 18 26 70 4 19 17 20 56 5 17 10 15 42 6 12 8 21 41 7 10 18 14 42 8 9 3 9 21 9 8 12 8 28 10 8 11 10 29 … … … … … … 24 3 2 2 7… … … … …… 78 – – 1 1 Vollständiger Medaillenspiegel

Die Olympischen Sommerspiele 2016 (offiziell Spiele der XXXI. Olympiade) wurden vom 5. bis zum 21. August 2016 in Rio de Janeiro ausgetragen. Die brasilianische Stadt war die erste in Südamerika und – nach Mexiko-Stadt 1968 – die zweite in Lateinamerika, in der Olympische Sommerspiele stattfanden.

Bewerbungen

Sieben Länder folgten dem Aufruf des IOC Das Internationale Olympische Komitee (IOC) lud am 16. Mai 2007 alle 203 Nationalen Olympischen Komitees dazu ein, sich um die Olympischen Spiele 2016 zu bewerben und Veranstaltungsorte vorzuschlagen. Bis zum Ende der Bewerbungsfrist am 13. September 2007 reichten sieben Städte alle nötigen Unterlagen beim IOC ein. Auf dieser Basis erklärte das Executive Board des IOC am 4. Juni 2008 die Städte Chicago, Tokio, Rio de Janeiro und Madrid zu offiziellen Kandidaten. Die Entscheidung durch die Mitglieder des IOC fiel am 2. Oktober 2009 in Kopenhagen: Chicago und Tokio erhielten in den ersten beiden Wahlgängen die wenigsten Stimmen und schieden aus. Um 18:50 Uhr wurde Rio de Janeiro offiziell als Austragungsort der Spiele des Jahres 2016 bekanntgegeben.

Nachstehend die Ergebnisse der Wahlgänge: rahmenlos|500px Ort Land Runde 1 Runde 2 Runde 3 Rio de Janeiro 26 46 66 Madrid 28 29 32 Tokio 22 20 – Chicago 18 – –

Korruptionsverdacht bei der Vergabe Wegen des Verdachts des Stimmenkaufs bei der Vergabe der Olympischen Sommerspiele an Rio de Janeiro hatte die brasilianische Bundespolizei am 5. September 2017 eine Großrazzia am Zuckerhut durchgeführt und Beweismaterial im Haus des Präsidenten des brasilianischen Olympischen Komitees Carlos Arthur Nuzman sowie am Sitz des „Comitê Rio 2016“ sichergestellt.Stimmenkauf für Rio 2016: Razzia bei Olympia-Chef und Haftbefehle, Olympische Spiele, auf: leichtathletik.de, vom 5. September 2017, abgerufen am 5. September 2017

Örtlichkeiten Überblick mini|Lageplan mini|Olympic Park Rio de Janeiro mini|Maracanã-Stadion Die Sportstätten befanden sich in vier Zonen innerhalb Rio de Janeiros: Maracanã, Barra, Deodoro und Copacabana. Die Eröffnungs- und Schlussfeier wurden, ebenso wie die Fußballfinals, im Maracanã-Stadion ausgetragen, die Leichtathletikwettbewerbe im Olympiastadion João Havelange. Zusätzlich zu den Sportstätten in Rio de Janeiro gab es noch vier Stadien in anderen Städten als Austragungsorte für die Vorrundenspiele im Fußball.

Ein für März 2016 geplanter Testwettbewerb im Bahnradsport im Rio Olympic Velodrome musste auf Ende April verschoben werden, da die Bahn nicht rechtzeitig fertiggestellt wurde. Während der Präsident des Weltradsportverbandes UCI, Brian Cookson, an dem Zustandekommen des neuen Termins zweifelte, zeigte er sich hingegen sicher, dass die Radrennbahn zu Beginn der olympischen Wettbewerbe bereit sei.

Maracanã mini|Olympiastadion

Maracanã für Eröffnungs- und Schlussfeier und Fußball (78.600 Sitzplätze) Olympiastadion für Leichtathletik und Fußball (60.000 Sitzplätze) Maracanãzinho für Volleyball (11.800 Sitzplätze) Sambódromo für Marathon und Bogenschießen (20.000 (Marathon)/6.200 (Bogenschießen) Sitzplätze)

Barra

mini|Parque Aquático Maria Lenk mini|Rio Olympic Arena

Rio Olympic Arena im Olympiapark für Kunst- und Trampolinturnen sowie Rhythmische Sportgymnastik (12.000 Sitzplätze) Estádio Aquático Olímpico im Olympiapark für Schwimmen und Wasserball (15.000 Sitzplätze) Arena Carioca 1 im Olympiapark für Basketball (15.000 Sitzplätze) Arena Carioca 2 im Olympiapark für Ringen und Judo (10.000 Sitzplätze) Arena Carioca 3 im Olympiapark für Fechten und Taekwondo (10.000 Sitzplätze) Arena do Futuro im Olympiapark für Handball (12.000 Sitzplätze) Centro Olímpico de Tênis im Olympiapark für Tennis (10.000 Sitzplätze/5.000 Sitzplätze/3.000 Sitzplätze/7 × 250 Sitzplätze) Velódromo Municipal do Rio im Olympiapark für Bahnradsport (5.000 Sitzplätze) Parque Aquático Maria Lenk im Olympiapark für Kunst- und Turmspringen, Synchronschwimmen und Wasserball (5.800 Sitzplätze) Riocentro-Halle 2 für Gewichtheben (6.500 Sitzplätze) Riocentro-Halle 3 für Tischtennis (6.500 Sitzplätze) Riocentro-Halle 4 für Badminton (6.500 Sitzplätze) Riocentro-Halle 6 für Boxen (9.000 Sitzplätze) Campo Olímpico de Golfe für Golf (25.000 Plätze) Pontal für Gehen und Zeitfahren (5.000 Plätze)

Deodoro

Centro Nacional de Hipismo für Spring-, Dressur- und Vielseitigkeitsreiten (Springreiten und Dressur: 14.000 Sitzplätze, Vielseitigkeit: 20.000 Sitzplätze) Olympic Hockey Centre für Hockey (Hauptstadion 8.000 Sitzplätze) Centro Nacional de Tiro für Sportschießen (2.000 Sitzplätze) Deodoro-Stadion für Modernen Fünfkampf und Siebener-Rugby (20.000 Sitzplätze) Centro Aquático de Deodoro für Modernen Fünfkampf (2.000 Sitzplätze) Arena da Juventude für Modernen Fünfkampf und Basketball (5.000 Sitzplätze) Centro Olímpico de Mountain Bike im X-Park für Mountainbike (5.000 Sitzplätze) Centro Olímpico de BMX im X-Park für BMX (5.000 Sitzplätze) Deodoro Olympic Whitewater Stadium in der X-Park-Sektion des Deodoro Olympic Park für Kanuslalom (8.000 Sitzplätze)

Copacabana mini|Forte de Copacabana

Lagoa-Stadion auf der Lagoa Rodrigo de Freitas für Rudern und Kanu/Kajak Sprint (10.000 Sitzplätze) Arena de Vôlei de Praia an der Copacabana für Beachvolleyball (12.000 Sitzplätze) Forte de Copacabana an der Copacabana für Triathlon, Straßenrennen, Langstreckenschwimmen (5.000 Sitzplätze) Marina da Glória an der Guanabara-Bucht für Segeln (3.500 Sitzplätze)

Fußballstadien Am 16. März 2015 benannte die FIFA die Stadien für die olympischen Fußballturniere der Frauen und Männer. Die sieben Spielstätten verteilten sich auf sechs Städte. Neben Rio de Janeiro mit zwei Stadien waren Brasília, São Paulo, Belo Horizonte, Salvador da Bahia und Manaus Spielorte. Bis auf das Olympische Stadion Nilton Santos waren alle Stadien auch Austragungsort der Fußball-Weltmeisterschaft 2014. Maracanã-Stadion (74.738) in Rio de Janeiro Nationalstadion Brasília (70.064) in Brasília Mineirão-Stadion (62.160) in Belo Horizonte Arena de São Paulo (48.000) in São Paulo Olympiastadion João Havelange, auch Estádio Nílton Santos genannt, (60.000) in Rio de Janeiro Arena Fonte Nova (48.747) in Salvador Arena da Amazônia (44.310) in Manaus

Olympisches Dorf Das olympische Dorf wurde nahe dem Riocentro und dem Olympiapark in Barra errichtet.

Symbolik Logo Das offizielle Logo der Spiele wurde am Abend des 31. Dezember 2010 während der Silvesterfeiern am Strand von Copacabana vorgestellt.

Das von der Agentur Tátil in Rio entworfene Logo stellt drei händehaltende Menschen dar. Die Umrisse sind wiederum an einen Blick auf den Zuckerhut von der Botafogo-Bucht angelehnt worden. Die Farbe Grün kann als Metapher für die Natur angesehen werden, Gelb für die Sonne und Blau für das Meer; auch sind dies die Farben der Flagge Brasiliens. Das Logo steht unter dem Motto Paixão e Transformação („Leidenschaft und Wandel“).

Sämtliche Medaillengewinner bekamen bei der Siegerehrung neben den Medaillen auch eine Skulptur des Logos überreicht.

Maskottchen Das offizielle Maskottchen der Spiele war ein Fabelwesen mit dem Namen Vinicius, das die brasilianischen Agentur Birdo zusammen mit dem Maskottchen der Paralympics gestaltet hatte.

Zeremonien Fackellauf Das olympische Feuer wurde am 21. April 2016 im Beisein des IOC-Präsidenten Thomas Bach im Heiligen Hain des antiken Olympia mit einem Parabolspiegel durch die Strahlen der Sonne entfacht. Der olympische Fackellauf verlief quer durch Griechenland und brachte die Flamme auch ins Athener Flüchtlingslager Eleonas, wo sie durch den 27-jährigen syrischen Flüchtling und Schwimmer Ibrahim Al Hussein getragen wurde, der bei einem Bombenangriff seinen halben Unterschenkel verloren hatte. Danach wurde die Fackel ins schweizerische Lausanne gebracht, Sitz des Internationalen Olympischen Komitees, ehe sie am 3. Mai Brasiliens Hauptstadt Brasília erreichen sollte. Erste Fackelträgerin auf brasilianischem Boden war die zweifache Volleyball-Olympiasiegerin Fabiana Claudino, die die Fackel von Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff überreicht bekam. Von Brasília aus begann ein ca. 20.000 Kilometer langer Fackellauf durch 330 Städte des Gastgeberlandes.

Eröffnungsfeier

mini|Hissen der olympischen Fahne

Die Eröffnungsfeier fand am 5. August 2016 mit einem aufwendigen Kulturprogramm und dem traditionellen Einmarsch der teilnehmenden Athleten aus 206 Nationen und von zehn Athleten mit Flüchtlingsstatus im Maracanã-Stadion statt. Der Leichtathlet Kipchoge Keino aus Kenia wurde für seine Verdienste um Bildung, Entwicklung, Kultur und Sport mit dem neu geschaffenen Preis Olympic Laurel Award ausgezeichnet. Der umstrittene Übergangspräsident Michel Temer eröffnete unter Pfiffen des Publikums formell die Spiele. Den olympischen Eid sprachen Robert Scheidt, Martinho Nobre und Adriana Santos. Vanderlei de Lima entzündete dann mit der Fackel das olympische Feuer.

mini|Abschlussfeier

Abschlussfeier Die zweieinhalbstündige Abschlussfeier fand am Abend des 21. Augusts im Maracanã-Stadion statt und begann mit einem Feuerwerk. Wieder gab es ein Kulturprogramm und den Einzug der Athleten. Für Deutschland trug der Kanute Sebastian Brendel die Flagge ins Stadion, für die Schweiz der Mountainbiker Nino Schurter. Aufgrund einer Sonderregelung des IOC trug das Segelduo Thomas Zajac und Tanja Frank für Österreich die Flagge ins Stadion. Marathonsieger Eliud Kipchoge wurde als letzter Olympiasieger geehrt. Rios Bürgermeister Eduardo Paes schwang noch einmal die olympische Flagge und übergab sie an IOC-Präsident Thomas Bach, dieser überreichte sie an Yuriko Koike, die Vertreterin des nächsten Ausrichters der Olympischen Sommerspiele in Tokio. Der japanische Ministerpräsident Shinzō Abe war (im Outfit der japanischen Computerspielfigur Mario) ebenfalls anwesend. Um 22:18 Uhr Ortszeit erklärte Bach die Spiele offiziell für beendet, acht Minuten später erlosch auch die olympische Flamme.

Teilnehmer Aus aller Welt Nach der Anerkennung der beiden Nationalen Olympischen Komitees des Kosovo und des Südsudan durch das IOC durften nun auch diese erstmals an Olympischen Spielen teilnehmen und Athleten nach Rio entsenden. Das führte zu einem neuen Teilnahmerekord von 206 Nationen.

Suspendierung von Verbänden Suspendierung des Nationalen Olympischen Komitees von Kuwait Das NOK von Kuwait wurde vom IOC wegen wiederholter Einflussnahme der Staatsführung zum dritten Mal seit dem Jahr 2007 suspendiertWestfälische Nachrichten: Milliarden-Dollar-Klage: Kuwait ist in Rio gesperrt und fordert spektakulären Schadenersatz für Olympiasperre, Sport, Kuwait-Stadt, sid, 24. Juni 2016., weshalb die kuwaitischen Olympiateilnehmer unter der olympischen Fahne an den Start gingen. Am 23. Juni 2016 erhob die Regierung Kuwaits vor einem Schweizer Gericht gegen das IOC Klage auf Schadensersatz in Höhe von einer Milliarde US-Dollar (umgerechnet etwa 880 Millionen Euro). Zur Begründung wurde angeführt, dass man sich ungerecht behandelt fühle, da man von Anfang an eine ernsthafte Bereitschaft zur Zusammenarbeit gezeigt habe.

Teilausschluss Russlands