mini|Kommandozeichen eines Befehlshabers eines Verteidigungsbezirkskommandos bis 2004 Verteidigungsbezirkskommandos (VBK) waren den Wehrbereichskommandos nachgeordnete Kommandobehörden der Bundeswehr.
Hauptauftrag war die Territoriale Verteidigung in ihrem Verteidigungsbezirk. Die ersten Verteidigungsbezirkskommandos wurden als Teil des Territorialheers Anfang der 1960er-Jahre aufgestellt und wechselten 2001 vom Heer in die Streitkräftebasis. Die Verteidigungsbezirkskommandos wurden Mitte 2007 außer Dienst gestellt. Ihre Aufträge wurden im Wesentlichen von den Landeskommandos und den unterstellten Kreis- und Bezirksverbindungskommandos übernommen.
Aufträge mini|hochkant|Reservisten der Heimatschutztruppe (JgBtl 942, Heimatschutzregiment 94 „Kurpfalz“, Verteidigungsbezirkskommando 45) üben 1988 mit amerikanischen GIs Als Teil des Territorialheeres übernahmen die Verteidigungsbezirkskommando regional auf ihren Verteidigungsbezirk begrenzte streitkräftegemeinsame Teilaufgaben der Territorialen Verteidigung im rückwärtigen Gebiet. Im Wesentlichen sicherten die Verteidigungsbezirkskommandos die Operationsfreiheit der in ihrem Verteidigungsbezirk operierenden alliierten Truppen sowie des Feldheers der Bundeswehr. Dazu wurden sie durch die dem übergeordneten Wehrbereichskommando und Territorialkommando direkt unterstellte Truppenteile unterstützt. Über die Verbindungskommandos (und bis 2001 auf unterster Ebene auch über Verteidigungskreiskommandos) hielten die Verteidigungsbezirkskommando Kontakt zu den alliierten Truppen, Verbänden des Feldheeres (ab Divisionen abwärts) zivilen Verwaltungsstellen (insbesondere den Regierungspräsidien, Landräten, Oberbürgermeistern oder Landesregierungen), sowie Dienststellen der Territorialen Wehrverwaltung (beispielsweise Wehrbereichsverwaltungen, Standortverwaltungen, Kreiswehrersatzämter). Zur Zusammenarbeit mit den unteren zivilen Stellen wurden 2001 statt der Verteidigungskreiskommandos Kreisverbindungskommandos eingerichtet.
Die Verteidigungsbezirkskommandos verwalteten oder betrieben dazu in den Verteidigungsbezirken Depots für Wehrmaterial, Munitionsniederlagen, Übungsplätze, Schießanlagen, kleinere Tanklager und andere ortsfeste militärische Einrichtungen oder schulische Einrichtungen wie die Bundeswehrfachschulen. Die Standortältesten (in Hamburg und München: Standortkommandanten) und Standortfeldwebel waren meist gleichzeitig Kommandeure der örtlichen Verteidigungsbezirkskommandos oder der unterstellten Verteidigungskreiskommandos.
Die den Verteidigungsbezirken unterstellten Truppenteile der Heimatschutztruppe konnten zeitlich und örtlich eng begrenzt wichtige Infrastruktur wie Marschstraßen, Flussübergänge, Flugplätze, Mobilmachungsstützpunkte, Sondermunitionslager, Gefechtsstände, ortsfeste Fernmeldeeinrichtungen usw. gegen luftgelandeten, eingesickerten oder durchgebrochenen Feind sichern. Die unterstellten Wallmeistertrupps bereiteten Sperren für den Verteidigungsfall vor.
Im Frieden bildeten die Verteidigungsbezirkskommandos im Rahmen von Wehrübungen Reservisten aus und führten Wehrleit- und Ersatzbataillone, die besondere Bedeutung für das Ersatzwesen der Bundeswehr und die Mobilmachung hatten. Einige Verteidigungsbezirkskommandos übernahmen zusätzlich zu den Unterstützungskommandos Aufgaben im Rahmen des WHNS-Programms und unterstützten alliierte Streitkräfte bei der Mobilmachung in Deutschland.
Nach dem Ende des Kalten Krieges, spätestens nach dem Wechsel in die Streitkräftebasis, wurden die Aufgaben zur Vorbereitung des Verteidigungsfalles, insbesondere auf dem Gebiet der Mobilmachung, des Personalersatzes, des Sperranlagenbaus und des Heimatschutzes, stark reduziert. Im Vordergrund stand nun der Friedensbetrieb der Einrichtungen im Wehrbereich, der Kontakt zu zivilen Stellen, die zivil-militärische Zusammenarbeit und die Unterstützung der (nun meist freiwilligen) Reservistenarbeit in Zusammenarbeit mit dem Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr.
Gliederung Die Verteidigungsbezirkskommandos umfassten wie die meisten Truppenteile des Territorialheeres nur wenige aktive Soldaten. Erst im Verteidigungsfall konnte das Verteidigungsbezirkskommando durch die Einberufung von Reservisten und die Mobilmachung eingelagerten und zivilen Materials auf eine Truppenstärke anwachsen, die von Verteidigungsbezirkskommando zu Verteidigungsbezirkskommando stark schwankte aber um 1989 meist etwa einer Brigade des Feldheeres entsprach. Die längste Zeit ihres Bestehens untergliederten sich die meisten Verteidigungsbezirkskommandos abgeleitet von der zivilen Verwaltungsgliederung noch weiter in unterstellte Verteidigungskreiskommandos auf Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte. Vielen Verteidigungsbezirkskommandos oder den ihnen unterstellten Verteidigungskreiskommandos waren um 1989 je nach Lage mehrere Heimatschutzkompanien, Heimatschutzregimenter mit meist mehreren unterstellen Jägerbataillonen sowie Sicherungskompanien und Sicherungsbataillone als Kern der infanteristisch geprägten Heimatschutztruppe unterstellt. Verteidigungsbezirkskommandos in der Nähe der Grenze zum Territorium des Warschauer Paktes waren häufig kleiner als eine der Brigaden des Feldheeres, weil bei ihnen Truppenteile der Heimatschutztruppe meist nicht oder nur in sehr geringem Umfang aufgestellt wurden. Daneben unterstanden häufig Wallmeistertrupps, überwiegend ortsfeste Fernmeldeeinrichtungen, Standortkommandanturen, Verkehrskommandaturen, Truppenübungsplatzkommandaturen, Bundeswehrfachschulen, Wehrleit- und Ersatzbataillone, sowie Verbindungskommandos zu alliierten Streitkräften, zu Truppenteilen des Feldheeres oder zu zivilen Verwaltungsstellen.
Geschichte Vorgeschichte Ab 1958 wurde mit der Aufstellung von „VP-TV Stäben“ begonnen. Die Territorialverteidigungsstäbe unterstanden den kurz zuvor ausgeplanten Wehrbereichskommandos.
Aufstellung Die Verteidigungsbezirkskommandos gingen zur Einnahme der Heeresstruktur II in den 1960er-Jahren (meist bis 1963) als Teil des Territorialheeres aus den „VP-TV Stäben“ hervor. Sie wurden den Befehlshabern der sechs einige Zeit zuvor ausgeplanten Wehrbereichskommandos unterstellt. Angelehnt an die zivilen Verwaltungsgliederung entsprach jeder Verteidigungsbezirk meist in etwa einem der Regierungsbezirke (in Rheinland-Pfalz bereits den nach der Gebietsreform 1969 angestrebten Regierungsbezirken). In den kleinen Ländern Saarland, Hamburg, Bremen umfasste der Kommandobereich das gesamte Land. In Niedersachsen waren der kleine Verwaltungsbezirk Braunschweig und der kleine Regierungsbezirk Aurich Teil größerer Verteidigungsbezirke, die mehrere Verwaltungsgebiete Niedersachsens umfassten. In Schleswig-Holstein wurden keine Regierungsbezirke eingerichtet; bei der Gliederung Schleswig-Holsteins in zwei Verteidigungsbezirke orientierte man sich daher an der historischen Grenze der Landesteile Schleswig und Holstein und der Größe der Regierungsbezirke anderer Länder. Entsprechend waren die Stäbe zur besseren Koordinierung mit den zivilen Stäben meist in der Landeshauptstadt oder am Sitz des Regierungspräsidiums angesiedelt. Wegen der besonderen völkerrechtlichen Situation entsprechend dem Viermächte-Status wurden in West-Berlin keine bundesdeutschen Truppen stationiert und demzufolge auch keine territoriale Wehrorganisation mit Verteidigungsbezirkskommandos ausgeplant. In den Wehrbereichen wurden zunächst folgende Verteidigungsbezirkskommandos aufgestellt:Hinweis: Dargestellt sind für die Wehrbereichskommandos die Verbandsabzeichen. Für die unterstellten Verteidigungsbezirkskommandos werden die ab 1980 eingeführten und zuletzt getragenen internen Verbandsabzeichen („Brustanhänger“) dargestellt. Die hier dargestellten internen Verbandsabzeichen wurden meist nur von den Soldaten im Stab und/oder in der Stabskompanie getragen. Häufig wurden die hier gezeigten internen Verbandsabzeichen aber vereinfacht pars pro toto als „Wappen“ für das gesamte Verteidigungsbezirkskommando genutzt. Als Verbandsabzeichen („Ärmelabzeichen“ des Dienstanzuges) trugen die Soldaten der Verteidigungsbezirkskommandos das Verbandsabzeichen des übergeordneten Wehrbereichskommandos. Verteidigungsbezirkskommandos, die vor Einführung der internen Verbandsabzeichen außer Dienst gestellt wurden, besaßen nie interne Verbandsabzeichen. Die den Verteidigungsbezirkskommandos unterstellten Dienststellen besaßen meist ihre eigenen internen Verbandsabzeichen.
25px|Verbandsabzeichen Wehrbereichskommando I 20px|Internes Verbandsabzeichen Stab Verteidigungsbezirkskommando 10 (Stab in Hamburg) 20px|führte kein internes Verbandsabzeichen Verteidigungsbezirkskommando 11 (Flensburg, später Schleswig) 20px|führte kein internes Verbandsabzeichen Verteidigungsbezirkskommando 12 (Neumünster) 25px|Verbandsabzeichen Wehrbereichskommando II 20px|Internes Verbandsabzeichen Stab Verteidigungsbezirkskommando 20 (zunächst als Standortkommando Bremen bezeichnet, Bremen) 20px|führte kein internes Verbandsabzeichen Verteidigungsbezirkskommando 21 (Osnabrück) 20px|Internes Verbandsabzeichen Stab Verteidigungsbezirkskommando 22 (Hannover) 20px|Internes Verbandsabzeichen Stab Verteidigungsbezirkskommando 23 (Hildesheim, später Braunschweig) 20px|Internes Verbandsabzeichen Stab Verteidigungsbezirkskommando 24 (Oldenburg) 20px|Internes Verbandsabzeichen Stab Verteidigungsbezirkskommando 25 (Lüneburg) 20px|führte kein internes Verbandsabzeichen Verteidigungsbezirkskommando 26 (Stade) 25px|Verbandsabzeichen Wehrbereichskommando III 20px|Internes Verbandsabzeichen Stab Verteidigungsbezirkskommando 31 (Köln) 20px|Internes Verbandsabzeichen Stab Verteidigungsbezirkskommando 32 (Düsseldorf) 20px|Internes Verbandsabzeichen Stab Verteidigungsbezirkskommando 33 (Münster) 20px|Internes Verbandsabzeichen Stab Verteidigungsbezirkskommando 34 (Arnsberg) 20px|Internes Verbandsabzeichen Stab Verteidigungsbezirkskommando 35 (Detmold) 20px|führte kein internes Verbandsabzeichen Verteidigungsbezirkskommando 36 (Aachen) 25px|Verbandsabzeichen Wehrbereichskommando IV 20px|Internes Verbandsabzeichen Stab Verteidigungsbezirkskommando 41 (Koblenz) 20px|Internes Verbandsabzeichen Stab Verteidigungsbezirkskommando 42 (Trier) 20px|Internes Verbandsabzeichen Stab Verteidigungsbezirkskommando 43 (Darmstadt) 20px|Internes Verbandsabzeichen Stab Verteidigungsbezirkskommando 44 (Kassel) 20px|Internes Verbandsabzeichen Stab Verteidigungsbezirkskommando 45 (Neustadt) 20px|Internes Verbandsabzeichen Stab Verteidigungsbezirkskommando 46 (Saarbrücken) 20px|Internes Verbandsabzeichen Stab Verteidigungsbezirkskommando 47 (Gießen) 25px|Verbandsabzeichen Wehrbereichskommando V 20px|Internes Verbandsabzeichen Stab Verteidigungsbezirkskommando 51 (Stuttgart) 20px|Internes Verbandsabzeichen Stab Verteidigungsbezirkskommando 52 (Karlsruhe) 20px|Internes Verbandsabzeichen Stab Verteidigungsbezirkskommando 53 (Freiburg im Breisgau) 20px|Internes Verbandsabzeichen Stab Verteidigungsbezirkskommando 54 (Tübingen) 25px|Verbandsabzeichen Wehrbereichskommando VI 20px|Internes Verbandsabzeichen Stab Verteidigungsbezirkskommando 61 (Augsburg) 20px|Internes Verbandsabzeichen Stab Verteidigungsbezirkskommando 62 (Regensburg) 20px|Internes Verbandsabzeichen Stab Verteidigungsbezirkskommando 63 (Ansbach) 20px|Internes Verbandsabzeichen Stab Verteidigungsbezirkskommando 64 (Würzburg) 20px|Internes Verbandsabzeichen Stab Verteidigungsbezirkskommando 65 (München) 20px|Internes Verbandsabzeichen Stab Verteidigungsbezirkskommando 66 (Landshut) 20px|Internes Verbandsabzeichen Stab Verteidigungsbezirkskommando 67 (Bayreuth)
Neuorganisation in Schleswig-Holstein