mini|Schloss Cotroceni 2018 mini|Schloss Cotroceni nach 1900 mini|Eingang zum Schloss
Das Schloss Cotroceni () befindet sich in Bukarest im Stadtteil Cotroceni. Der Komplex verbindet Elemente des historistischen Neoklassizismus mit Formen des neoromänischen und nationalromantischen Stils.
Baugeschichte 1679 ließ Fürst Șerban I. Cantacuzino (1640–1688) auf dem Cotroceni-Hügel ein Kloster errichten. Schloss Cotroceni wurde 1888 im Auftrag von König Karl I. nach Plänen des französischen Architekten Paul Gottereau im Klosterkomplex gebaut, um als königliche Residenz zu dienen. Die Öfen wurden zum großen Teil von Sommerhuber geliefert. Im 19. Jahrhundert wurde das Schloss von Grigore Cerchez um rumänische Motive wie Loggien, Säulenarkaden, Holzschnitzereien und steinerne Ornamentik erweitert. Teile der ursprünglichen Klosterarchitektur wurden in die Palastgestaltung integriert oder ornamental zitiert. Der moderne Flügel aus den späten 1970er und 1980er Jahren zeichnet sich durch eine zurückhaltendere, zeitgenössische Fassadengestaltung aus.
Nutzungsgeschichte Neben der offiziellen Residenz Cotroceni in der Hauptstadt dienten der königlichen Familie aus der Dynastie Hohenzollern-Sigmaringen die Schlösser Peleș und Pelișor als Sommersitze. Nach dem Ersten Weltkrieg diente der Palast weiterhin als königliche Residenz und als Ort staatlicher Repräsentation. Nach der Abschaffung der Monarchie 1947 ging er in staatlichen Besitz über.
Zwischen 1949 und 1976 wurde der Palast als „Palast der Pioniere“ für die kommunistische Jugendorganisation genutzt, wobei Teile der Innenräume verändert wurden. Das Erdbeben von 1977 verursachte schwere Schäden; der Komplex wurde anschließend unter Leitung des Architekten Nicolae Vlădescu restauriert und in den 1980er Jahren um einen neuen Repräsentationsflügel erweitert. Nicolae Ceaușescu ließ 1984 die alte Klosterkirche abreißen.
Nach dem politischen Umbruch von 1989 wurde beschlossen, den Palast als Amtssitz des Präsidenten und zugleich museal zu nutzen. 1991 wurde in den ersten beiden Flügeln des Schlosses das Nationalmuseum Cotroceni eröffnet, das seit 2001 der Präsidialverwaltung untersteht.
Im dritten Flügel befindet sich heute der Amtssitz des rumänischen Präsidenten (Präsidentenpalast).
Weblinks
Palatul Cotroceni
Homepage Nationalmuseum Cotroceni (engl.)
Einzelnachweise
Cotrocenilor Kategorie:Bauwerk in Bukarest Kategorie:Rumänische Monarchie Kategorie:Kulturdenkmal in Bukarest Cotroceni Kategorie:Amtssitz eines Staatspräsidenten Kategorie:Museum in Bukarest Kategorie:Museumsgründung 1991