Die Yale University in New Haven, Connecticut ist eine der renommiertesten Universitäten der Welt und die drittälteste Hochschule der Vereinigten Staaten. Sie wurde nach einem ihrer ersten Förderer, dem Kaufmann Elihu Yale, benannt. Die Universität verfügte 2021 mit 42,28 Milliarden US-Dollar (2020: 31,20 Mrd. $) nach der Harvard University und dem Verbund University of Texas System über das drittgrößte Stiftungskapital einer Bildungseinrichtung weltweit. Sie ist Mitglied der sogenannten Ivy League, einer Gruppe von acht Spitzenuniversitäten im Nordosten der USA, und Gründungsmitglied der Association of American Universities, einem seit 1900 bestehenden Verbund führender forschungsintensiver nordamerikanischer Universitäten. Darüber hinaus gehört Yale dem Hochschulverbund International Alliance of Research Universities an. Mit Harvard, Columbia, Stanford und Princeton wird Yale in Medien und Gesellschaft weltweit als eine der einflussreichsten, renommiertesten und leistungsstärksten Universitäten der USA wahrgenommen.Le Monde diplomatique – Die Kandidatenmacher; vgl. Times Higher Education: World Reputation Rankings 2012

Die Yale University verfügt über ein Bibliothekssystem, das an mehreren Standorten 2009 über 12,5 Millionen Bücher umfasste. Insgesamt 65 Nobelpreisträger haben an der Yale University studiert, gelehrt oder gearbeitet. Zu den Absolventen der Universität zählen fünf spätere US-Präsidenten, 19 Richter des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten und diverse ausländische Staatsoberhäupter. Die Yale Law School ist die selektivste Law School der Vereinigten Staaten.

Geschichte Die Yale-Universität ist nach der Harvard University in Cambridge (Massachusetts) und dem College of William and Mary in Williamsburg (Virginia) die drittälteste amerikanische Hochschuleinrichtung. Yales Anfänge liegen im Beschluss An Act for Liberty to Erect a Collegiate School des General Court der Kolonie Connecticut vom 9. Oktober 1701, wonach eine Kollegschule errichtet werden soll. Bald danach stiftete eine Gruppe von zehn Kongregationalisten ihre als Harvard-Schüler erhaltenen Materialien der Einrichtung als Grundstock für die Bibliothek. Die Harvard University war Jahre vorher die einzige Hochschule in Nordamerika. Yale wurde gegründet, um Führungspersonen auszubilden. Die ursprünglich Collegiate School genannte Anstalt eröffnete ihren Lehrbetrieb im Haus ihres ersten Rektors Abraham Pierson (1646–1707) in Killingworth, heute Clinton (Connecticut).

1716 zog die Collegiate School nach New Haven um und wurde 1718 aufgrund einer umfangreichen Spende von Elihu Yale in Yale College umbenannt.

mini|hochkant|Harkness Tower mini|Sterling Memorial Library mini|Yale Old Campus Im 19. Jahrhundert wurde das College um eine Reihe weiterführender Institutionen erweitert, so die Yale Medical School (1810), die Yale Divinity School (1822), die Yale Law School (1843), die Yale Graduate School of Arts and Sciences (1847), die Sheffield Scientific School (1861), und die Yale School of Fine Arts (1869).

1887 wurde der Gesamtkomplex dieser Institutionen in Yale University umbenannt, wobei Yale College die offizielle Bezeichnung für den sogenannten undergraduate Bereich der Universität wurde.

Weitere Graduate Schools, die seitdem gegründet oder der Universität angegliedert wurden, sind die Yale School of Music (1894), die Yale School of Forestry & Environmental Studies (1901), die Yale School of Public Health (1915), die Yale School of Nursing (1923), und die Yale School of Management (1976). Aufgrund einer Stiftung des 1918 verstorbenen John William Sterling konnten wesentliche Erweiterungen erfolgen.

Während die Graduate Schools schon lange Studenten beider Geschlechter aufnahmen, war Yale College bis 1969 nur männlichen Studenten vorbehalten.

An der Yale University befindet sich die Beinecke Rare Book and Manuscript Library, die eine Papyrussammlung und eine große Anzahl von Inkunabeln besitzt. Zur Universität gehört auch die Yale University Art Gallery, das älteste Kunstmuseum einer Universität der westlichen Hemisphäre.

Die Yale School of Architecture wird seit 1972 als separate Yale-Architekturschule geführt. Ihr Direktor war ab 1998 der Architekt Robert A. M. Stern.Yale School of Architecture: , auf architecture.yale.edu, aufgerufen am 20. Juli 2024 (englisch).

Im August 2020 schloss eine Untersuchung des Department of Justice (DOJ), dass Yale illegale diskriminatorische Praktiken im Applikationsverfahren für Studenten basierend auf Hautfarbe und Herkunft einsetze. Die Praktiken verstoßen laut DOJ gegen Title VI des Civil Rights Act of 1964.The United States Department of Justice: . 13. August 2020, abgerufen am 14. August 2020 Die Biden-Regierung zog im Februar 2021 eine im Oktober 2020 in der Zeit des Kabinetts Trump I eingereichte Klage zurück, wonach weiße und asiatisch-amerikanische Bewerber gegenüber schwarzen benachteiligt würden.Biden-Regierung stoppt Klage gegen Eliteuni Yale. In: Der Spiegel. 3. Februar 2021, abgerufen am 4. Februar 2021.

Im Jahr 2025 wurde die Universität in Russland zu einer unerwünschten Organisation erklärt.

Leiter der Collegiate School, des Yale College und der Yale University Rektoren des Yale College Geboren–Gestorben Jahre als Rektor 1 The Rev. Abraham Pierson 1646–1707 1701–1707 2 The Rev. Samuel Andrew 1656–1738 1707–1719 pro tempore 3 The Rev. Timothy Cutler 1684–1765 1719–1726 4 The Rev. Elisha Williams 1694–1755 1726–1739 5 The Rev. Thomas Clap 1703–1767 1740–1745

Präsidenten des Yale College Geboren–Gestorben Jahre als Präsident 1 The Rev. Thomas Clap 1703–1767 1745–1766 2 The Rev. Naphtali Daggett 1727–1780 1766–1777 pro tempore 3 The Rev. Ezra Stiles 1727–1795 1778–1795 4 Timothy Dwight IV. 1752–1817 1795–1817 5 Jeremiah Day 1773–1867 1817–1846 6 Theodore Dwight Woolsey 1801–1899 1846–1871 7 Noah Porter III 1811–1892 1871–1886 8 Timothy Dwight V 1828–1916 1886–1899 9 Arthur Twining Hadley 1856–1930 1899–1921 10 James Rowland Angell 1869–1949 1921–1937 11 Charles Seymour 1885–1963 1937–1951 12 Alfred Whitney Griswold 1906–1963 1951–1963 13 Kingman Brewster 1919–1988 1963–1977 14 Hanna Holborn Gray 1930– 1977–1977 15 A. Bartlett Giamatti 1938–1989 1977–1986 16 Benno C. Schmidt, Jr. 1942– 1986–1992 17 Howard R. Lamar 1923– 1992–1993 18 Richard C. Levin 1947– 1993–2013 19 Peter Salovey 1958– 2013–202420Maurie McInnis2024–

Studentenvereinigungen An der Yale-Universität haben einige bekannte Studentenvereinigungen ihren Sitz. Dazu gehören Skull & Bones, Scroll and Key, Wolf’s Head, Book and Snake und Berzelius.

Sport

mini|Das Footballstadion fasst rund 66.000 Zuschauer

Die Sportmannschaften des Yale College werden als die Yale Bulldogs bezeichnet. Sie spielen meist in der Ivy League, deren acht Mitglieder im Gegensatz zu der Mehrzahl US-amerikanischer Hochschulen keine Sportstipendien vergeben. Das Duell im American Football gegen die Harvard Crimson zählt zu den berühmtesten College-Rivalitäten des US-Sports und wird kurz The Game genannt.

Rankings In verschiedenen Bewertungen für akademische Institutionen erreicht die Universität regelmäßig Spitzenpositionen. Die genaue Platzierung variiert wie bei den anderen Top-Universitäten von Jahr zu Jahr leicht, wobei sich die internationalen Spitzen-Universitäten immer die obersten 10 bis 15 Plätze teilen. So rangiert Yale zum Beispiel im Hochschulranking U.S. News & World Report 2016 auf Platz drei und gemäß ForbesForbes America's Top Colleges 2015 auf Platz fünf der besten US-Universitäten – wie jedes Jahr in den vergangenen 16 Jahren. Die Universität gilt gemäß dem renommierten Philosophical Gourmet Report (2014–2015) im Fach Philosophie als eine der fünf besten in den USA und speziell in den Fachbereichen Ethik und Philosophie der Neuzeit (17. und 18. Jahrhundert) als eine der weltbesten.

Nobelpreisträger George A. Akerlof (* 1940), Wirtschaftswissenschaftler Sidney Altman (1939–2022), Physiker und Biochemiker Raymond Davis junior (1914–2006), Chemiker John Franklin Enders (1897–1985), Virologe John B. Fenn (1917–2010), Chemiker Murray Gell-Mann (1929–2019), Physiker Paul Krugman (* 1953), Wirtschaftswissenschaftler Ernest Lawrence (1901–1958), Physiker Joshua Lederberg (1925–2008), Molekularbiologe David Morris Lee (* 1931), Physiker Sinclair Lewis (1885–1951), Schriftsteller William D. Nordhaus (* 1941), Wirtschaftswissenschaftler Lars Onsager (1903–1976), Chemiker Edmund S. Phelps (1933–2026), Wirtschaftswissenschaftler Dickinson W. Richards (1895–1973), Mediziner Robert J. Shiller (* 1946), Wirtschaftswissenschaftler Thomas A. Steitz (1940–2018), Chemiker James Tobin (1918–2002), Wirtschaftswissenschaftler William Vickrey (1914–1996), Wirtschaftswissenschaftler George Hoyt Whipple (1878–1976), Pathologe Eric Wieschaus (* 1947), Biologe

Bedeutende Alumni Aufgrund der internationalen Bedeutung der Yale University zählt die Institution Alumni von Rang aus aller Welt:

Naturwissenschaften, Mathematik, Technik, Medizin, Geistes-, Sozial- und Rechtswissenschaften William E. Boeing (1881–1956), US-amerikanischer Flugzeugkonstrukteur und Begründer der Boeing-Flugzeugwerke Paul Krugman (* 1953), US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger Robert Axelrod (* 1943), Politikwissenschaftler William R. Bennett (1930–2008), Physiker George P. Murdock (1897–1985), Ethnologe David Bushnell (1740–1824), Erfinder Benjamin Carson (* 1951), Mediziner John Robert Cobb (1903–1967), Orthopäde Francis Collins (* 1950), Genetiker Harvey Williams Cushing (1869–1939), Neurologe Lee De Forest (1873–1961), Radioingenieur W. Edwards Deming (1900–1993), Statistiker Irving Fisher (1867–1947), Wirtschaftswissenschaftler Harry Ward Foote (1875–1942), Chemiker Josiah Willard Gibbs (1839–1903), Physiker Jocelyn Gill (1916–1984), Astronomin und Hochschullehrerin George L. Hersey (1927–2007), Kunst- und Architekturhistoriker Grace Hopper (1906–1992), Informatikerin Paul McCready (1925–2007), Physiker Saunders MacLane (1909–2005), Mathematiker Lafayette B. Mendel (1872–1935), Biochemiker Helen Abbot Merrill (1864–1949), Mathematikerin und Hochschullehrerin Samuel F. B. Morse (1791–1872), Erfinder Harry Nyquist (1889–1976), Physiker Yewande Olubummo (* 1960), Mathematikerin und Hochschullehrerin John Ousterhout (* 1954), Informatiker Mehrdad Payandeh (* 1978), Rechtswissenschaftler W. Michael Reisman (* 1939), Rechtswissenschaftler Eric Ries (* 1978), Entrepreneur Ronald L. Rivest (* 1947), Kryptologe Harold Saxton Burr (1889–1973), Anatom Florence B. Seibert (1897–1991), Biochemikerin Clara Eliza Smith (1865–1943), Mathematikerin und Hochschullehrerin Benjamin Spock (1903–1998), Kinderarzt Karl A. Taube (* 1957), Archäologe Eli Whitney (1765–1825), Erfinder

Literatur und Publizistik Harold Bloom (1930–2019), Literaturwissenschaftler Judith Butler (* 1956), Literaturwissenschaftlerin James Fenimore Cooper (1789–1851), Schriftsteller Jonathan Littell (* 1967), Schriftsteller Peter Demetz (1922–2024), Literaturwissenschaftler A. Bartlett Giamatti (1938–1989), Literaturwissenschaftler, späterer Yale-Präsident und Kommissar der Major League Baseball Mark Greif (* 1975), Autor und Herausgeber Daniel Lewis James (1911–1988), Schriftsteller (Pseudonym Danny Santiago) Michiko Kakutani (* 1955), Literaturkritikerin Marina Keegan (1989–2012), Schriftstellerin Larry Kramer (1935–2020), Dramatiker David Leavitt (* 1961), Schriftsteller J. D. McClatchy (1945–2018), Schriftsteller Alvin Plantinga (* 1932), Religionsphilosoph Mark Salzman (* 1959), Schriftsteller Noah Webster (1758–1843), Lexikograf Tom Wolfe (1930–2018), Schriftsteller

Kunst und Medien Kristin Baker (* 1975), Malerin Angela Bassett (* 1958), Schauspielerin Jennifer Beals (* 1963), Schauspielerin Karl Howell Behr (1885–1949), Sportler Jordana Brewster (* 1980), Schauspielerin Joy Bryant (* 1976), Schauspielerin