mini|Bild eines angeblichen UFOs, das 1990 während der belgischen UFO-Welle fotografiert worden sein soll mini|Durch das Pentagon veröffentlichte Videoaufnahme eines UAPs, mit dem Ziel, Hinweise zur Identifizierung des UAPs durch die Bevölkerung zu erhalten. mini|Weitere vom US-Militär freigegebene Videoaufnahme eines UAPs.
UFO, auch Ufo,Hauptschreibweise laut: Duden – die deutsche Rechtschreibung, 28. Auflage 2020, Seite 1163, ISBN 978-3-411-04018-6 ist ursprünglich eine Abkürzung für unidentifiziertes Flugobjekt (englisch ). Als solche bezeichnet sie Phänomene, die von Beobachtern als fliegend wahrgenommen werden und nicht eindeutig identifiziert werden können. Als Begriff der Umgangssprache bezeichnet „Ufo“ Raumfahrzeuge hypothetischer außerirdischer Lebewesen. Ursprünglich bürgerte sich der Begriff „Fliegende Untertasse“ aufgrund erster Zeitungsberichte über UFOs ein. Bis heute prägt das Bild der Fliegenden Untertasse menschliche Vorstellungen davon, wie Raumfahrzeuge hypothetischer außerirdischer Lebewesen typischerweise aussehen könnten. Um den umgangssprachlich missverständlichen Begriff UFO zu vermeiden, wird von einigen Untersuchern für die mit der ursprünglichen Abkürzung bezeichneten Phänomene der Begriff „UAP“ für aber mittlerweile vor allem benutzt, zu deutsch Unidentifizierte Anomale Phänomene.Beispiele für die Verwendung des Begriffes UAP sind die staatliche französische Gruppe zur Untersuchung der Informationen über unidentifizierte atmosphärische Phänomene (GEIPAN) und die vom englischen Verteidigungsministerium in Auftrag gegebene Studie Project Condign. Ebenso verwendet ein im Rahmen des Internationalen Jahres der Astronomie 2009 begonnenes Projekt diese Bezeichnung.The Unidentified Aerospace Phenomena (UAP) Observations Reporting Scheme – The Project. (englisch); Auf: uapreporting.org. Abgerufen am 28. November 2014.
In der sogenannten Ufologie wird zwischen Beobachtungen von „UFOs im weiteren Sinne“, die nach genauerer Überprüfung als bekannte Objekte oder Phänomene identifiziert werden können, und Beobachtungen von „UFOs im engeren Sinne“, die auch nach genauerer Überprüfung nicht identifiziert werden können, unterschieden.siehe Definitionen – Lexikalische Erklärung auf der Seite der GEP e. V.; abgerufen am 28. November 2014. „UFOs im weiteren Sinne“ machen den größten Teil der UFO-Sichtungen aus.
Ein wissenschaftlicher Nachweis dafür, dass solche „UFO-Beobachtungen“ auf die Existenz außerirdischer Besucher der Erde zurückzuführen wären, existiert nicht.
Begriffsherkunft mini|Kenneth Arnolds Bericht über seine UFO-Sichtung Die Abkürzung „UFO“ wurde erstmals vom (Technisches Zentrum des Geheimdienstes der US-Luftwaffe) Anfang der 1950er Jahre verwendet, um grundsätzlich jedes „Objekt, das durch seine Manöver, aerodynamischen Charakteristika oder unüblichen Merkmale mit keinerlei gegenwärtig bekanntem Fluggerät oder Raketentyp übereinstimmt oder das in keiner Weise als vertrautes Objekt identifiziert werden kann“ zu bezeichnen.
Der Begriff UFO sollte den umgangssprachlichen Ausdruck Fliegende Untertasse (engl. ) ersetzen. Dessen Ursprung waren Pressemeldungen nach einer Sichtung von mehreren fliegenden Objekten unbekannter Herkunft in den USA am 24. Juni 1947. Der Zeuge Kenneth Arnold, ein US-amerikanischer Geschäftsmann und Hobby-Pilot, wird in den ersten Zeitungsmeldungen mit einer Beschreibung der Objekte als „“ oder „shaped like saucers“ zitiert. Der Begriff „“ gelangte schnell zu großer Popularität. Obwohl Arnold auch in eigenen Schriftstücken, wie in einem Brief an die US Air Force von 1947 und einem Artikel im FATE Magazin von 1948, die Objekte als „“ und „“ bezeichnet, weist Arnold später den Begriff „“ von sich. In einem Radio-Interview von 1950 bestreitet Arnold den Begriff „“ als Beschreibung für das Aussehen gemeint zu haben. Er hätte die Objekte stets als „“ beschrieben. Der Begriff „“ sei ein Missverständnis mit Reportern gewesen:
Der Geheimdienst der US-Luftwaffe (damals noch Luftstreitkräfte der US-Armee) übernahm den Ausdruck „“ zunächst, wechselte aber 1951 zum Begriff „“. Urheber der Umbenennung der Fliegenden Untertasse in UFO war Captain Edward J. Ruppelt, der von 1951 bis 1953 Leiter einer UFO-Untersuchungskommission der US-Luftwaffe mit dem Namen Project Blue Book war.
Der Begriff UFO umfasste zunächst jedes Flugobjekt, das nichtregistrierte Flüge durchführte oder sich nicht identifizierte, einschließlich etwa geheimer, bisher unbekannter Versuchsflugzeuge oder möglicher neuartiger Fluggeräte des Ostblocks. Der Begriff hat im Laufe der Zeit einen Bedeutungswandel weg von der ursprünglich militärischen Bedeutung erfahren.
Geschichte
Frühe Geschichte mini|Nürnberger Flugblatt: Himmelserscheinungen über Nürnberg, 14. April 1561 Menschen haben schon immer Dinge am Himmel gesehen, die sie sich nicht erklären konnten. Zu den ältesten überlieferten Sichtungen seltsamer Himmelsphänomene gehört eine Erzählung in den Annalen von Pharao Thutmosis III. (um 1486 v. Chr. bis 1425 v. Chr.). In dieser wird von „Kreisen aus Feuer“ erzählt, die mehrere Tage am Himmel beobachtet wurden. Aus römischer Zeit berichtet Iulius Obsequens im prodigiorum liber (dt. Buch der Vorzeichen) von verschiedenen Sichtungen zwischen 190 v. Chr. bis 11 v. Chr. Darunter fliegende „Dinge wie Schiffe“ sowie „runde Schilde“ am Himmel und einem „goldenen Globus aus Feuer“. Dieser soll vom Himmel gefallen, dann wieder aufgestiegen und fliegend verschwunden sein.
Aus Japan ist eine Sichtung aus dem Jahr 1235 überliefert. Der Shōgun Kujō Yoritsune lagerte am 24. September mit seiner Armee. In der Nacht erschienen merkwürdige Lichter am Himmel, diese schienen in Kreisen hin und her zu schwingen und konnten bis zum frühen Morgen beobachtet werden. Yoritsune ordnete eine „vollständige wissenschaftliche Untersuchung“ der Sichtung an – mit dem Ergebnis: Der Wind müsse die Sterne hin und her bewegt haben.
links|mini|Basler Flugblatt: Beschreibung eines auffälligen Sonnenunter- und Sonnenaufganges und schwarzer Kugeln, die am 27./28. Juli und am 7. August 1566 über Basel beobachtet wurden
Frühe Neuzeit Zu den bekanntesten Sichtungen der Frühen Neuzeit gehören die im Nürnberger Flugblatt von 1561 festgehaltenen Ereignisse. Demnach waren am 14. April 1561 am Himmel über der Stadt Nürnberg „von vielen Männern und Frauen“ mehrere verschiedenartige Objekte zu sehen: Kugeln, Kreuze, Scheiben und Röhren. Diese hätten miteinander „angefangen zu streiten“. Das Schauspiel dauerte etwa eine Stunde, dann seien die Objekte vom „Himmel herab auf die Erde gefallen, als ob sie brennen“ und seien „mit viel Dampf allmählich vergangen“. Anschließend sei ein „schwarzer Speer“ erschienen, der „groß, dick und lang“ gewesen sei und mit der Spitze nach Westen gewiesen habe.
Nur fünf Jahre später wird aus der Schweiz in dem Basler Flugblatt von 1566 Ähnliches berichtet. Über der Stadt Basel sollen 1566 über den Sommer hinweg insgesamt drei Himmelserscheinungen beobachtet worden sein. Die dritte Beobachtung ist für die Ufologie von Interesse: Am Morgen des 7. August wurden vorgeblich „viele schwarze Kugeln“ vor der aufgehenden Sonne beobachtet. Diese bewegten sich schnell durch die Luft und stießen teils gegeneinander „als ob sie einen Streit führten“. Die Kugeln begannen laut dem Bericht schließlich rot zu glühen und erloschen.
19. Jahrhundert Aus dem 19. Jahrhundert sind mehrere UFO-Meldungen aus Wissenschaftszeitungen und Pressemeldungen überliefert.Charles Fort: Das Buch der Verdammten. (Originaltitel: The Book Of The Damned. 1919., zweite Auflage. 1941), Verlag Zweitausendeins, 1995. Zum Beispiel berichtet der englische Astronom E. W. Maunder im Fachjournal The Observatory von einer Sichtung aus Greenwich am Abend des 17. November 1882. Maunder gab an, eine „große runde Scheibe“, die „grünlich schimmerte“, gesehen zu haben, die langsam über den Himmel glitt und von ihm für etwa zwei Minuten beobachtet werden konnte. Andere Zeugen hätten das Objekt ebenfalls gesehen.
Am 12. August 1883 bemerkte der mexikanische Astronom José Bonilla, Direktor des Observatoriums in Zacatecas, während der Beobachtung von Sonnenflecken das Vorbeiziehen von mindestens 283 Objekten vor der Sonne (siehe José-Bonilla-Beobachtung).
1896–1897 gab es in den Vereinigten Staaten Berichte über unidentifizierte fliegende Objekte, die so genannten „Phantom-Luftschiffe“.
20. Jahrhundert mini|Bild (erstellt 1964 oder früher) aus einer Sammlung der NARA Als eine UFO-Sichtung aus dem frühen 20. Jahrhundert kann das Sonnenwunder von Fátima gedeutet werden. 1917 haben sich aufgrund einer Prophezeiung über 30.000 Menschen versammelt und warteten auf das angekündigte Wunder. Viele der Zeugen berichteten, wie die Sonne als eine undurchsichtige, sich drehende Scheibe durch die Wolkendecke brach und sich für 10 Minuten im Zickzackkurs über den Himmel bewegte.
Später wurde von den sogenannten Foo-Fightern im Zweiten Weltkrieg berichtet sowie den Flugobjekten der sogenannten Battle of Los Angeles 1942.Ein Ereignis in der Nacht vom 24. auf den 25. Februar 1942: Mehrere Zeugen sahen ein oder mehrere unidentifizierte Objekte über Los Angeles. Die Luftabwehr feuerte ca. eine Stunde ohne erkennbaren Effekt. Das/die Objekt/e wurde/n nie identifiziert. () 1946 wurden in Schweden nach mehreren Angaben sogenannte Geisterraketen gesichtet.
Als Beginn des modernen UFO-Phänomens gilt die Sichtung des US-amerikanischen Geschäftsmanns und Privatpiloten Kenneth Arnold. Er gab an, bei einem Flug am 24. Juni 1947 über dem Mount Rainier mehrere Flugobjekte unbekannter Bauart gesehen zu haben. Erst diese Sichtung von Arnold erweckte ein andauerndes Medieninteresse und prägte die nachfolgende öffentliche Diskussion über das Phänomen durch die in den Medien diskutierte Theorie, dass es sich um außerirdische Luftfahrzeuge handeln könnte.
Mit dem Roswell-Zwischenfall gab es einen angeblichen Absturz eines außerirdischen unbekannten Flugobjekts (UFO) im Juni oder Juli 1947 in der Nähe der Kleinstadt Roswell im US-Bundesstaat New Mexico.
mini|Mitarbeiter des Project Blue Book, 1963 Nach Arnolds Sichtung berichteten die Medien bald über Beobachtungen aus den ganzen Vereinigten Staaten – die erste große UFO-Sichtungswelle war entstanden. Das Militär zeigte sich interessiert, und mehrere Staaten begannen die Untersuchung von UFO-Sichtungen.Sir Winston Churchill wanted a full report on UFOs. Auf: telegraph.co.uk. 18. Februar 2010, abgerufen am 28. November 2014. Auf: tagesschau.sf.tv. 5. August 2010.Winston Churchill, Dwight Eisenhower covered up UFO sighting in England, letter claims. Auf: nydailynews.com. 5. August 2010. Die größte davon war das 1951 gegründete Project Blue Book der US Air Force. Deren Aufgabe war es, UFO-Sichtungen zu sammeln und analysieren. 1952 kam es zu einer zweiten Sichtungswelle über Washington, D.C., die für große Aufmerksamkeit in der Presse sorgte. In den 1950er Jahren entstanden die ersten UFO-Forschungsorganisationen wie die Aerial Phenomena Research Organization (APRO, 1952–1988) und das National Investigations Committee On Aerial Phenomena (NICAP, 1956–1980). Die offizielle Haltung der Behörden war, dass jede Sichtung völlig konventionell erklärt werden kann. Mit zunehmendem öffentlichen Interesse bei anhaltenden Sichtungen wuchs jedoch die Kritik an der offiziellen Verneinung des Phänomens. Schließlich wurde das Thema von höchster Stelle behandelt: Der US-Kongress führte 1966 Anhörungen zu dem Phänomen durch und strebte eine Untersuchung außerhalb des Militärs an.
mini|Ein scheinbares UFO, das über dem Lago Cote von der Nationalen Geographie-Abteilung (IGN) des Nationalen Registers von Costa Rica aufgenommen wurde