Obskurität (von lateinisch obscuritas „Dunkelheit, Unverständlichkeit“) bezeichnet eine Verdunkelung im übertragenen Sinn einer Undeutlichkeit. Das zugehörige Adjektiv obskur wird im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert in der Bedeutung „dunkel, unbekannt, verdächtig, [von] zweifelhafter Herkunft“ verwendet.

Im Bereich der Informationssicherheit beschreibt Obskurität unter dem Schlagwort „Security through obscurity“ (englisch „Sicherheit durch Obskurität“) den Versuch, Sicherheit durch Unklarheit zu erreichen. Aus dem Englischen wird häufig der Begriff „Obfuskation“ verwendet, wenn es darum geht, Quelltexte für einen Nutzer der Anwendung unkenntlich zu machen.

Obskurantismus miniatur|hochkant=1.6|Verwendung in der Burschensprache (1845): Der Bursch, ein Student, der sich lässig gibt, die Obrigkeit provoziert und sich mit den verbotenen Insignien seiner Verbindung schmückt, wird hier dem Obskuranten gegenübergestellt, einem braven Studenten, der ordentlich seine universitären Veranstaltungen besucht.

Im Zusammenhang mit der Aufklärung wurde der Begriff Obskurantismus geprägt, der auf die im frühen 16. Jahrhundert erschienenen sogenannten Dunkelmännerbriefe (lateinisch Epistolae obscurorum virorum) zurückgeht. Obskurantismus bezeichnet dabei keine feststehende Weltanschauung, sondern wurde – wie der Ausdruck Obskurant für dessen Anhänger – als kritische Bezeichnung etabliert. Diejenigen, die sich als Vertreter einer der Aufklärung verpflichteten Denkweise sahen, benutzten das Wort, um ihnen als „anti-aufklärerisch“, „metaphysisch“ oder „religiös“ geltende Positionen zu diskreditieren.

Heinrich Heine schätzte Anfang des 19. Jahrhunderts das Wort und ordnete zahlreiche Zeitgenossen, insbesondere die Anhänger einer rückwärtsgewandten Romantik, dem Obskurantismus zu. Den Protagonisten im Spottgedicht Der neue Alexander (III) lässt er über sich sagen, er sei „ein aufgeklärter Obskurant, und weder Hengst noch Stute!“

Friedrich Nietzsche schreibt im Text Die ObskurantenFriedrich Nietzsche: Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister. Zweiter Band: Meinungen und Sprüche 1–39, 27. Die Obskuranten, 1879 (1879) über Obskurantismus und Immanuel Kant:

Meyers Konversationslexikon in der Ausgabe von 1888 erklärt die Obskuranten schließlich zu „Finsterlingen“:

Der Begriff Obskurantismus findet sich insbesondere als Terminus in Texten, die unmittelbar mit der Epoche der Aufklärung oder dem damit verbundenen Gedankengut im Zusammenhang stehen. Im allgemeinen deutschen Sprachgebrauch galt er – anders als das Adjektiv obskur – zwischenzeitlich bereits als ungebräuchlich.Duden Fremdwörterbuch 1960 zu Obskurant: „veraltet für Dunkelmann, Finsterling“, Obskurantismus: „veraltet für Denkart der Dunkelmänner; Verdummungseifer“ In aktuellen Wörterbüchern und Lexika ist der Begriff Obskurantismus jedoch weiterhin präsent, als Bestreben, andere Menschen absichtlich „in Unwissenheit zu halten, ihr selbstständiges Denken zu verhindern und sie an Übernatürliches glauben zu lassen (siehe Okkultismus).“nach Meyers Lexikon online Stand 16. April 2007Obskurantismus, der duden.de, abgerufen am 21. April 2021

Weblinks Obskurität im Duden

Einzelnachweise und Anmerkungen

Kategorie:Philosophie der Aufklärung