mini|Snoop Dogg (2023) Snoop Dogg (* 20. Oktober 1971 in Long Beach, Kalifornien als Calvin Cordozar Broadus Jr.) ist ein US-amerikanischer Rapper und Schauspieler. Zu seiner Anfangszeit nannte er sich Snoop Doggy Dogg. 2012 gab er bekannt, von nun an Reggae anstatt Rap zu machen und sich Snoop Lion zu nennen. 2013 veröffentlichte er als Snoopzilla zusammen mit Dâm-Funk unter dem Bandnamen 7 Days of Funk ein Funk-Album mit dem gleichnamigen Titel 7 Days of Funk. 2015 veröffentlichte er – wieder unter dem Namen Snoop Dogg – ein Album mit dem Titel Bush. 2018 vollführte er mit der Veröffentlichung eines Gospel-Albums (Bible of Love) erneut einen radikalen Stilwechsel. Mit einem Vermögen von 150 Millionen US-Dollar gilt Snoop Dogg als einer der reichsten Rapper.Jürgen Schmieder: Snoop Dogg. Er ist, wie er ist. In: sueddeutsche.de, 9. März 2022, abgerufen am 9. März 2022.

Leben Kindheit und Jugend mini|hochkant|Snoop Dogg, 2005

In einem Armenviertel von Long Beach aufgewachsen, begann er zu rappen. Der Name Snoop war der Spitzname, den ihm seine Mutter wegen seiner Vorliebe für die Comicserie Die Peanuts gab, in der er besonders die Figur Snoopy mochte. (englisch) Er war eine Zeit lang Mitglied der Crips-Gang Rollin’ 20’s Crips.Snoop Dogg – The Doggfather Dokumentarfilm von Henrike Sandner, 53 Minuten, Produzent: Leopold Hoesch, 2021. Eine Produktion von Broadview.TV im Auftrag des RBB in Zusammenarbeit mit Arte Kurz nach Beendigung der Highschool wurde er zum ersten Mal festgenommen, weil er mit Kokain gehandelt hatte. In den folgenden Jahren wurde er mehrfach festgenommen und verbrachte einige Zeit im Gefängnis. Anfang der 1990er-Jahre entschloss er sich, sein Leben zu ändern und im Musikgeschäft tätig zu werden.

Beginn der musikalischen Karriere Bevor er Anfang der 1990er von Dr. Dre entdeckt wurde, nahm er mit seinem Cousin Nate Dogg und Dres Stiefbruder Warren G bereits Lieder unter dem Namen 213 auf. Warren G war es auch, der bei Dr. Dre, der damals schon mit der Gruppe N.W.A erfolgreich war, ein Tape mit eigenen Liedern auf dem Schreibtisch liegen ließ, wodurch schließlich der Kontakt mit Snoop zustande kam. 213 löste sich auf, weil Snoop Dogg und Nate Dogg von Dr. Dre bei Death Row Records und Warren G bei Def Jam unter Vertrag genommen wurden.

Snoop Dogg hatte bereits zu Jugendzeiten die Gruppe Dogg Pound Gangsta Clicc (D.P.G.C.) gegründet. Zu D.P.G.C. gehören einige Westcoast-Künstler wie Daz Dillinger, Kurupt und Nate Dogg, sowie RBX, The Lady of Rage, Bad Azz (ein weiterer Cousin von Snoop) und Soopafly. Snoops Cousin Daz Dillinger veröffentlichte 1995 mit seinem Partner Kurupt das Album Dogg Food unter dem Namen Tha Dogg Pound.

1992–1997: Death Row Records 1992 war Snoop auf dem Album The Chronic von Dr. Dre mit einigen Gastbeiträgen vertreten. Das Album prägte maßgeblich das Musikgenre des G-Funk. 1993 veröffentlichte Snoop Dogg sein Debütalbum Doggystyle, das sich allein in den USA über vier Millionen Mal verkaufte. Zu dieser Zeit freundete er sich auch mit Tupac Shakur an.

Während der Aufnahmen von Doggystyle mit Dr. Dre war Snoop Dogg im August 1993 bei einer Auseinandersetzung anwesend, die mit der Erschießung von Phillip Woldermarian endete. Woldermarian, polizeilich erfasstes Mitglied einer anderen Crips-Gang, hatte nach seiner im Gürtel steckenden Handfeuerwaffe gegriffen, woraufhin Snoop Doggs Bodyguard MyKinley Lee ihn erschoss. Die Staatsanwaltschaft warf Lee und Broadus jedoch die Durchführung eines so genannten Drive-by-Shooting vor. Zu seiner Verteidigung engagierte Broadus den Anwalt Johnnie Cochran, der später unter anderem auch Michael Jackson, O. J. Simpson und Tupac Shakur verteidigte. (englisch) Snoop Dogg und sein Leibwächter wurden freigesprochen, weil das Gericht die Notwehrsituation anerkannte. Der Prozess zog sich über drei Jahre hin und beeinträchtigte Snoop Doggs Arbeit an einem neuen Album, das dann schließlich 1996 unter dem Titel Tha Doggfather erschien.

1998–2001: No Limit Records mini|Snoop Dogg (1998)

Dann folgte für Snoop Doggy Dogg ein Umbruch in der Karriere: Er trennte sich von Dr. Dre (der nun sein eigenes Label Aftermath gründete), strich das „Doggy“ aus seinem Namen, da die Rechte an seinem vorherigen Namen bei Death Row Records lagen, und unterschrieb einen Vertrag bei dem Rap-Mogul aus New Orleans Master P auf dessen Label No Limit Records. Hier brachte er drei Alben heraus. 1998 erschien mit Da Game Is to Be Sold, Not to Be Told ein eher kommerzielles Rap-Album mit etlichen Gastauftritten des No Limit Labels. Das Album debütierte auf Platz 1 in den Charts und wurde (wie bislang jedes Album von Snoop Dogg) mit Platin ausgezeichnet.

Neun Monate später erschien mit No Limit Top Dogg sein zweites Album bei No Limit. Mit Gästen wie Warren G, Suga Free, Mausberg, Goldie Loc und Nate Dogg und Produktionen von Westcoast-Veteran DJ Quik, Dr. Dre und Meech Wells wurde das Album erneut ein kommerzieller Erfolg. Mit dem O. G. Tray Deee und dessen Kollegen Goldie Loc veröffentlichte Snoop Dogg dann 2000 und 2001 als Tha Eastsidaz zwei Alben: Zuerst Snoop Dogg Presents: Tha Eastsidaz und danach Duces n Trayz: The Oldfashioned Way. Außerdem erschien sieben Jahre nach The Chronic Dr. Dres zweites Soloalbum 2001, auf dem Snoop Dogg viermal vertreten war, unter anderem bei den Hitsingles Still D.R.E. und The Next Episode feat. Nate Dogg.

Im Jahr 2000 veröffentlichte Snoop sein drittes und letztes Album bei No Limit Records. Tha Last Meal hatte stilistisch nun fast nichts mehr mit No Limit zu tun. Auftritte von Künstlern wie Kokane, Suga Free, Tha Eastsidaz, Bad Azz & Lil 1/2 Dead verdeutlichen dies. Erstgenannter ist auf diesem Album nur als Sänger zu hören und auf etlichen Tracks vertreten. Auch Dr. Dre steuerte nun wieder einige Produktionen bei. 2001 erschien Snoop Doggs Autobiographie Tha Doggfather.

2002–2005: Zusammenarbeit mit The Neptunes In diesem Jahr musste Snoop Dogg einige musikalische Rückschläge erleiden: Tha Dogg Pound löste sich auf, weil Kurupt zu Suge Knights Plattenfirma Death Row zurückkehrte. Auch Snoops weibliche Rapgruppe Doggy’s Angels brachte ihm kaum Erfolg ein. Ein weiteres Album von Tha Eastsidaz würde es nicht mehr geben, denn Tray Deee beschuldigte Snoop Dogg, ihm Tantiemen der verkauften Alben nicht ausgezahlt zu haben.

Ende 2002 gelang ihm mit Paid tha Cost to Be da Bo$$ über sein Label Doggy Style Records sowie Priority Records (EMI) das Comeback. Die von The Neptunes produzierte Single Beautiful schaffte es auf Platz 6 der Charts. In den beiden Jahren danach veröffentlichte er zusammen mit DJ Sycamore und Soopafly zehn Streetmixtapes mit dem Titel Welcome 2 tha Chuuch. Zu diesem Zeitpunkt seiner Karriere hatte Snoop Dogg sein Gangster-Image abgelegt und an seiner Stelle ein „Zuhälter-Image“ etabliert.

Nach zwölf Jahren als kommerziell erfolgreicher Rapper gelang es Snoop im August 2004, sich seinen Jugendtraum zu erfüllen: Zusammen mit seinen Freunden Nate Dogg und Warren G, die inzwischen auch weltweiten Erfolg verbuchen konnten, veröffentlichte man als 213 über TVT Records das Album The Hard Way. Es debütierte zwar auf Platz 4 in den Charts, konnte sich aber nicht lange in der Hitparade halten.

Vier Monate später folgte Snoops siebtes Soloalbum R&G (Rhythm & Gangsta): The Masterpiece über Doggystyle/Star Trak/Geffen. Star Trak ist die Plattenfirma der Produzenten The Neptunes, und der Erfolg der Single Beautiful des letzten Albums schien Snoop Dogg dazu bewegt zu haben, weiter mit ihnen zusammenzuarbeiten. Die Single Drop It Like It’s Hot feat. Pharrell Williams schaffte es für fünf Wochen auf Platz 1 der Charts. Allerdings stellte dieses Album die meisten alten Fans Snoop Doggs nicht zufrieden: zu viele Gäste aus der Pop-Musik und das Fehlen eines an die Westcoast erinnernden Sounds ließen Kritik aufkommen.

Daz Dillinger und Kurupt begruben 2005 ihren Streit und gingen zusammen mit Snoop Dogg, The Game und Soopafly auf einer USA-Tournee. Der Gründer der Crips-Gang, Stanley „Tookie“ Williams wurde nach 25 Jahren Haft im Dezember 2005 hingerichtet. Snoop Dogg, der zusammen mit Jamie Foxx Demonstrationen gegen eine Hinrichtung organisiert hatte, veröffentlichte am selben Tag über Doggystyle Records den Label-Sampler Welcome 2 Tha Chuuch: Tha Album. Die Single Real Soon feat. Daz, Kurupt & Nate Dogg war nicht nur das erste gemeinsame Lied von D.P.G.C. seit langer Zeit, sondern gleichzeitig ein Lied für Tookie Williams.

2006: Probleme an Flughäfen Am 27. April 2006 wurde Snoop Dogg am Londoner Flughafen Heathrow festgenommen, nachdem man den Rapper und sein 30-köpfiges Gefolge nicht in die First-Class-Lounge von British Airways gelassen hatte und diese daraufhin randaliert hatten. In der Anhörung im Mai sollte Snoop Dogg auf Lebenszeit die Einreise in das Vereinigte Königreich verboten werden. Das Einreiseverbot wurde 2008 wieder aufgehoben.

Am 29. Oktober 2006 wurde er am Hollywood Burbank Airport in Burbank (Los Angeles County) bei einer Zufallskontrolle wegen eines Parkvergehens mit einer Waffe und Marihuana angetroffen und erneut festgenommen, danach jedoch nach Zahlung einer Kaution in Höhe von 35.000 US-Dollar wieder freigelassen.

2006–2012: Dogg-Pound-Reunion mini|hochkant|Snoop Dogg bei einem Auftritt in Tromsø auf dem Døgnvill Festival im August 2009

Im Juni 2006 erschien das Dogg-Pound-Reunion-Album Cali Iz Active mit Westcoast-Produzenten wie Battlecat und Soopafly, aber auch mit Swizz Beatz oder David Banner und Features von unter anderem Lady of Rage, RBX, David Banner und P. Diddy. Die Verkaufszahlen waren mäßig.

Snoop Dogg gründete zwei neue Gruppen aus Westcoast-Rappern. Zum einen „The Warzone“, bestehend aus Goldie Loc, MC Eiht und Kam. Zum anderen die „Western Union“ mit Soopafly, Damani und Bad Lucc. Beide nahm er bei seinem Label Doggystyle Records unter Vertrag.

Die erste Single vom Album Tha Blue Carpet Treatment ist das Lied Vato mit B-Real. Die zweite Single trägt den Namen That’s That Shit (mit R. Kelly). Die dritte und vierte nennen sich Candy und Boss’ Life. Bei Boss’ Life singt auf dem Album Akon, doch für die Single und das Video wurde Akon durch Nate Dogg ersetzt, da Akon aufgrund seiner Plattenfirma eine Teilnahme verweigerte. 2006 wurde sein Einkommen auf 17 Millionen US-$ und sein Vermögen auf 170 Millionen US-$ geschätzt.

Snoop Dogg arbeitete 2006 erstmals mit Nas für ein Stück auf dessen Album Hip Hop Is Dead zusammen. Weiters produzierte er unter seinem Produzenten-Pseudonym Niggaracci eine Compilation namens The Big Squeeze, auf der nur Titel von Westcoast-Rappern zu finden waren.

Im November 2007 kündigte Snoop Dogg die Veröffentlichung seines neuen Albums Ego Trippin’ für März 2008 an. Snoop Dogg kündigte außerdem an, dass es auf diesem Album keine Gastauftritte geben werde. Die Premiere des Videos für die erste Single Sexual Eruption (bzw. Sensual Seduction) war am 28. November 2007 im amerikanischen TRL zu sehen.

2009 wurde Snoop Dogg Creative Chairman von Priority Records. Sein zehntes Studioalbum, Malice n Wonderland, erschien am 8. Dezember desselben Jahres. Die erste Single, Gangsta Luv, kam lediglich auf Platz 35 der Billboard Hot 100, und das Album wurde das schlechtest verkaufte seiner ganzen Karriere.

2010 war Snoop Dogg als Gastmusiker in mehreren Liedern zu hören, so etwa in Katy Perrys California Gurls, Curren$ys Seat Change oder Jessica Mauboys Get ’em Girls. 2011 folgte ein weiterer Gastauftritt in The Lonely Islands Turtleneck & Chain.

In einem Videointerview bestätigte Snoop Dogg im September 2010, mit dem Produzenten Swizz Beatz im Studio zu sein. Das Album mit dem Titel Doggumentary wurde im März 2011 veröffentlicht und konnte in den Billboard-Charts bislang auf Platz 8 gelangen.Doggumentary in den US Billboard-Charts.

2012 bis 2014: Reincarnated mini|hochkant|„Snoop Lion“ auf dem Summerjam Festival 2013