Das Pfarrdorf Schwarzenbach (im örtlichen bairischen Dialekt "Schwazabo") ist ein Gemeindeteil der Stadt Bärnau im Oberpfälzer Landkreis Tirschenreuth.
Es liegt fünf Kilometer nordwestlich von Bärnau und westlich vom gleichnamigen Bach, dem Schwarzenbach, an der Staatsstraße 2173.
Geografie mini|Südliche Ortsansicht von Schwarzenbach Der Untergrund auf dem Schwarzenbach und die Orte in der Umgebung sich befinden, besteht zum größten Teil aus sogenannten metamorphen Paragneis. Überall um Schwarzenbach, lässt sich der Paragneis als kantige Felsen finden. Als besonderes Geotop ist der "Poppenloh Felsen" zwischen Schwarzenbach und Fürstenhof.
Die Erde im Boden dieser Gegend beseht in hauptsächlichen aus Braunerde und Lehm.
Noch vor 700 Millionen Jahren lag diese Gegend etwas südlich vom Äquator auf der anderen Seite der Erde. Die Reise ging einmal über den Südpol wieder nordwärts in die heutige Lage. Weniger als halb so alt ist der Granit auf dem die Schwarzenbacher Kirche steht. Dieser Granit ist vor etwa 310 Millionen Jahren entstanden.
Geschichte Bis ins 19. Jahrhundert Von der ersten Erwähnung bis ins 17. Jahrhundert Eine erste Urkündliche Erwähnung findet sich im "Codex lat. Monacensis" im Bezug auf das Kloster Waldsassen die Ortschaft "Swertzenbach". Eine Kirche wird in Schwarzenbach bereits 1185 erwähnt. Einer Auflistung, im Salbuch von Abgaben im Jahr 1399 nach, existierten in Schwarzenbach zu der Zeit 12 Gehöfte, eine Herberge, eine Mühle und der Pfarrhof. mini|Schwarzenbach auf einer Vogelschen Karte von 1618 Im Jahr 1557 führte Kurfürst Ottheinrich die Reformation nach lutherischer Lehre im Stiftland ein. Als 1587 ein Visitationsprotokoll zur Pfarrei Schwarzenbach verfasst wurde heißt es darin zu Schwarzenbach: "Dieses Dorf hat 12 Bauernhöf, 2 Herbergen eine Kirche mit Michaelspatrozinium, den dazugehörigen Pfarrhof und ein Schulgebäude."
Während de Rekatholisierung wurde Schwarzenbach im Jahr 1627 wieder katholisch, doch damit wurde die Pfarrei zum Filial von Tirschenreuth degradiert. Endgültig aufgelöst wurde die Pfarrei aber erst zwei Jahre später als der damalige Pfarrer Abraham Geisl den Ort verlies. Von da an wurde Schwarzenbach vom Jesuitenpartner Wolfgang Saltinger SJ vertreten. Da aber der "neue Glaube" in der Pfarrei nicht wirklich oder zögernd angenommen wurde, wurde in Schwarzenbach, lange bevor es anders wo passierte, ein heiliges Grab und die Weihnachtskrippe eingeführt. Die neue Kirche bis ins 19. Jahrhundert Im Jahr 1723 wurde die heutige Kirche St. Michael errichtet. Als Baumeister wird Philipp Mühlmeier angegeben. Im Hochaltar der Kirche, welcher im selben Jahr eingebaut wurde, befinden sich die Reliquien des Hl. Antonius, Hl. Felix, Hl. Sergias, Hl. Columan und des Hl. Bonifatius. Außerdem befand sich vor dem Hochaltar vor gemalten hintergrund ein freischwebender St. Michaelsengel. Die beiden Seitenaltäre sind dem St. Sebastian und der Hl. Maria gewidmet.
1752 wurde das heutige Pfarrhaus errichtet. Am 17. September 1779 errichtet Leonhard Griener von Schwarzenbach, an der Straße richtung Tirschenreuth, eine kleine Kapelle zu ehren seines dort durch einen Unfall Verstorbenen Sohns.
Im Jahr 1804 kam ein Streit zwischen Tirschenreuth und Schwarzenbach auf, ob Schwarzenbach wieder eine eigene Pfarrei sein soll. Das sollte zwei Jahre später am 14. März 1806 wirklichkeit werden. An diesem Tag wurde die 180 jährige bestehende pfarrliche Ehe zwischen den zwei Orten aufgelöst. Die Lodermühl wurde an Tirschenreuth abgegeben, Schwarzenbach erhielt dafür Gründlbach und Kleinkonreuth. mini|Das erste Feuerwehrgerätehaus von 1894 vor der Pfarrkirche. 1972 abgerissen Am 6. Juli 1864 entlud sich über die nördliche Oberpfalz bis tief nach Böhmen eines der schlimmsten Unwetter wie es die Region je gesehen hat. Wassermassen, Hagel und Winde so stark, dass alle Fenster in Richtung Westen eigeschlagen wurden, die meisten Dächer abgedeckt wurden und auf allen Feldern die Ernte dem Erdboden gleich gemacht wurde.
1894 bricht bei einem Hof in Schwarzenbach Feuer aus welches schnell auf vier weitere Höfe übersprang. Alle Höfe brannten ab. Daraufhin wurde noch im selben Jahr von 29 Bürgern die FFW Schwarzenbach gegründet.
Von Maler Aichlmayer aus Tirschenreuth wurde ein neues Hl. Grab 1896 nach Schwarzenbach gebracht. Dieser renovierte auch im selben Jahr die Malereien in der Pfarrkirche. mini|Eröffnung des neuen Frischwasserhochbehälter für Schwarzenbach 1897 Auf dem Buchberg, an der Straße richtung Bärnau, wurde im Jahr 1897 ein neuer Wasserhochbehälter eingeweiht. Damit erhielt schwarzenbach eine neue gusseiserne Wasserleitung.
Das 20. Jahrhundert mini|Der Eröffnungszug mit der Lok. DXI 2720 (der "Bärnauer Bockl") bei der Eröffnungsfahrt 1903 in Bärnau Am 8. Juli 1903 verlässt der Eröffnungszug mit der Lokomotive DXI 2720 den Bahnhof in Tirschenreuth in richtung Bärnau. Damit wird feierlich die Vizinalbahnstrecke zwischen Bärnau und Tirschenreuth eingeweiht. Die ersten 50 Jahre kam die Bahn sehr gut an doch schon am 50 jährigen Jubiläum konnte man in verschiedenen Zeitungen lesen das vor allem der Personenverkehr immer weiter zurückging.
Im Oktober 1964 wird in Schwarzenbach das alte Schulhaus, bei der Kirche, geschlossen, da es in die jahre gekommen war und das neue Schulgebäude mit zwei Lehrsähle für die Klassen 1–3 und 4–6, einen Turnraum, einen Pausenraum, einen Werkraum, ein Lehrerzimmer, ein Lehrmittelzimmer und zwei Lehrerwohnungen eröffnet. (Heute befindet sich dort das Fahrrad geschäft Gunsha) mini|Das damals neue Missionskreuz nach der Einweihung in den 1960ern In den 1960ern wurde das heutige Missionskreuz an der Nordwand der Kirche eingeweiht.
Am 27. September 1975 wurde der Personenverkehr auf der Strecke Tirschenreuth-Bärnau auf Grund geringer Passafierzahl, eingestellt. Drei Jahre später, am 1. Mai 1978 werden die Gemeinden Schwarzenbach, Thanhausen, Hohenthan und Bärnau in eine Pfarreiengemeinschaft verschmolzen, zur erinnerung daran wurde 1986 der "Eingemeindungsbär" an der Hauptstraße aufgestellt.
Für die Eisenbahn kam es am 31. Dezember 1984 zur einstellung des gesamtverkehrs der Bahnstrecke Liebenstein-Bärnau. und am 3. Januar 1985 fuhr das letzte Mal ein Zug nach Bärnau. Ein Jahr später wurden die Gleise zwischen Bärnau und Liebenstein herausgerissen. Und schließlich am 1. August 1995 wird der gasamte Schienenverkehr zwischen Tirschenreuth und Liebenstein eingestellt.
Das 21. Jahrhundert Gleich im ersten Jahr, des neuen Jahrtausend, am 5. April 2000 wurde die ca. 300 Jahre alte Linde an der Pfarrkirche, aufgrund von zu starken Beschädigungen, entfernt.
Im Jahr 2008–2011 wurde aus der ehemaligen Bahntrasse der Vizinalbahnradweg Wiesau-Tirschenreuth-Bärnau. mini|Der Bahnhof in Schwarzenbach am 50-jährigen Jubiläum 1953 Am 11. Dezember 2022 fand der erste Schwarzenbacher Christkindlmarkt statt, ins Leben gerufen wurde der Markt vom örtl. Heimatverein, KLB und des KLJB Schwarzenbach. Seitdem findet und soll er alle zwei Jahre stattfinden.
Das Jubeljahr Das Jahr 2023 war ein besonderes. In diesem Jahr feierte die Pfarrkirche ihr 300 jähriges bestehen. Das ganze Jahr über wurde jedes Monat eine mal größere, mal kleinere Veranstaltung gehalten.
Im Januar fand im alten Pfarrhof, jedes Wochenende, eine historische Ausstellungen statt. Zu sehen waren Fotos, Gegenstände und sogar einen Film aus dem 1960/70er Jahren. Im Februar fand im Feuerwehrgerätehaus die "Fosnatgaudi" statt. Im März veranstaltete der Gesangsverein "Bärnauer Klangfarben" in der Kirche St. Michael einen Lobpreisabend. Auch wurde im März in die Orgel der Kirche ein Zimbelstern installiert. Der Stern war ein Geschenk der Firma Otto Heuss und wurde von der Orgelbauwerkstatt Eisenbarth eingebaut. Unter dem Motto "Lobt Gott in seinem Heiligtum!" wurde ebenfalls in der Kirche ein Festkonzert veranstaltet. Der Sommer war voll mit Festen wie dem Weinfest beim "Schwazabecha Haisl" oder der "Mixtape-Party" in der Festhalle. Im Herbst gab es in der Pfarrkirche einen Kinogottesdienst, verantaltet vom KLJB Schwarzenbach und Pfarrer Gerhard Pöpperl aus Straßkirchen.
Der Ortsname im Wandel der Zeit
Swertzenbach (1091) Suarceinbach (9. März 1185) Swierzenbach (1230) Swerczenbach (10. Mai 1297) Swerzenbach, cum ecclesia (4. Juli 1443) Schwarzepach (1587) Schwarzepuch (1720) Schwarzenbach (1724)
Religion Die katholische Pfarrei umfasst 9 Ortsteile (in Klammer; der siedlungstyp) Zusammen mit der Pfarrei Hohenthan und der Pfarrei Bärnau wird seit dem 1. Mai 1978 die Pfarreiengemeinschaft BHS gebildet.
Brunn (Weiler) Fürstenhof (Einöde) Grün (Dorf) Gründlbach (Dorf) Kleinkonreuth (Weiler) Marchaney (Weiler) Ödwaldhausen (Dorf) Schwarzenbach (Pfarrdorf) Tännersreuth (Dorf)
Baudenkmäler und Sehenswürdigkeiten (Quelle: ) mini|Die 1779 errichtete Griener Kapelle an der Straße von Tirschenreuth nach Schwarzenbach. An der Unglücksstelle
Bahnhofstein: Der Granitstein “SCHWARZENBACH bei Tirschenreuth” befand sich auf der Ostseite des ehem. Bahnhofgebäudes. Nach dem Abriss des Bahnhofs 1967 wurde der Stein zum Brückenbau in der Iglersreuther Straße benutzt. September 2024 wurde der Bahnhofstein wieder herausgeholt, renoviert und als Erinnerung an die Vizinalbahnstrecke errichtet.mini|Das Schwarzenbacher Kriegerdenkmal am ursprünglichen Platz a.d. Hauptstraße Griener Kapelle: Die Weg Kapelle an der St 2173 ist ein unverputzter Granitwerksteinbau mit Satteldach und geschweiftem Giebel an welchem eine Inschrift mit der Jahreszahl 1779 abgebildet ist. Kriegerdenkmal: Das Denkmal steht heute auf dem unteren "neuen" Friedhof von Schwarzenbach. Errichtet wurde es um 1920 als Erinnerung an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs und stand ursprünglich auf einem kleinen Plateau bei der Hauptstraße. Nach dem zweiten Weltkrieg kam noch eine Granitplatte mit den weiteren Gefallenen und vermissten installiert. Pfarrhof: Das ehem. Pfarrhaus ist ein zweigeschossiger, verputzter Massivbau mit Satteldach. Besonders hervorzuheben ist die eingelassene Wappentafel am linken hervorstehenden Eckpfeiler des Hauses und die Figurennische, errichtet von Philipp Muttone um 1750/52.mini|Das 1752 erbaute Pfarrhaus mit dem 1739 gestifteten Johann Baptist Standbild Pfarrkirche: Die Kath. Pfarrkirche St. Michael ist eine sog. Wandpfeilerkirche mit einfacher Putzgliederung, eingezogenem Rechteckchor und Turm mit Laternenzwiebelhaube erbaut 1723. Im inneren sind besonders die Deckenbilder in kleinen Medaillons hervorzuheben. Gemalt sind sie von Vitus Fuchs und seinen Sohn Maurus, aus Tirschenreuth um 1800. Ebenfalls der Hochaltar und die beiden Seitenaltäre. Alle drei sind im wunderschönen Barock geschaffen. Der Hochaltar hat ein großes Gemälde des St. Michael aus den 1920ern. Steinbild: Vor dem alten Pfarrhaus steht das Steinbild von St. Johannes Baptist. Dieses wurde 1739 von Johann Andreas Ziegler von der Lodermühl gestiftet. Ursprünglich stand das insg. 4 m hohe Steinbild unter der Kirchenlinde am Nordeingang des Friedhofes. Steinkreuznest: Kurz vor der Ortseinfahrt steht an der Straße stehen drei Stein-(Sühne)kreuze alle ohne Zeichen und schon sehr verwittert. Eines ist sehr versunken. Vermutlich stammen sie aus der Zeit um 1600–1700. Bergkreuz: Auf dem ehemaligen Kirchsteig nach Ödwaldhausen auf dem 648 m hohen Buchberg steht umgeben von Steinfelsen eine Steinsäule welche 1990 dort vom Heimatverein aufgestellt wurde. Diese soll der ursprüngliche Bildstock aus Grün von 1723 sein, welche bei einem Autounfall beschädigt und eine neue errichtet wurde.mini|Die 1990 errichtete Steinsäule am ehem. Kirchsteig, auf dem Buchberg.
Weblinks
https://geoindex.io/gemarkungen/094156 https://geoportal.bayern.de/denkmalatlas/searchResult.html?koid=184533&objtyp=bau&top=1 https://www.umweltatlas.bayern.de/standortauskunft/rest/reporting/sb_geotope/generate/Geotope_377R022.pdf?additionallayerfieldvalue=377R022 https://www.baernau.de/leben-in-baernau/ortsteile