mini|hochkant|Erni Mangold (2015) Erni Mangold (* 26. Jänner 1927 in Großweikersdorf, Niederösterreich, eigentlich Erna Goldmann;Erni Mangolds bürgerlicher Name lautet gemäß Index des Taufbuches der Pfarre Grossweikersdorf (Taufbuch | 01-19, 1. Jänner 1909 bis 31. Dezember 1930) Erna Goldmann. Der Taufeintrag (Folio 272) selbst ist vorerst noch nicht abrufbar, weil das für den Datenschutz erforderliche Jahrhundert noch nicht verstrichen ist. auch: Erna Mangold; † 5. September 2026 in Wien) war eine österreichische Schauspielerin und Regisseurin. Mangold war in ihrer über sieben Jahrzehnte lang andauernden Karriere von 1948 bis 2020 in rund 150 Film- und Fernsehproduktionen zu sehen. Am bekanntesten war ihre Rolle als Geliebte des Sehers in dem Film Hanussen von O. W. Fischer.

Leben Herkunft und Ausbildung Erni Mangold, als Erna Goldmann im Gasthaus der Großeltern geboren, entstammte einer Künstlerfamilie. Der Vater war der Bad Ischler Severin Goldmann (1887–1967), Lehrer und Schuldirektor von Beruf und Kunstmaler aus Leidenschaft. Die Mutter Maria Franziska Josefa Goldmann, geborene Groiß (1904–1991)Erni Mangold: Lassen Sie mich in Ruhe. Amalthea, Wien 2016, ISBN 978-3-99050-063-7. Kap. „I. Ich – Zartes Püpplein“, PDF-S. 15 (Leseprobe (PDF; 905 KB) auf e-bookshelf.de, 20. Juni 2022, abgerufen am 9. September 2026).Erna Goldmanns Eltern wurden am 1. Oktober 1924 in der Wiener Pfarre St. Karl Borromaeus getraut: Traueintrag im Trauungsbuch der Wiener Pfarre St. Karl Borromaeus (02-26, 1. Jänner 1923 bis 31. Dezember 1926), Folio 136. war 17 Jahre jünger als ihr Mann. Der Familie zuliebe verzichtete die Mutter auf eine mögliche Karriere als Konzertpianistin und gab Erni vom vierten bis zum vierzehnten Lebensjahr Klavierunterricht. 1938 übersiedelte die Familie nach Wien.. In der letzten Bearbeitung vom 7. Juli 2026, abgerufen am 25. Juli 2026.

Dass sie schon mit 15 Jahren neben dem Gymnasium die Schauspielschule Krauss besuchte, war laut Mangold die Idee ihres Vaters. Dieser wollte, dass seine Tochter Künstlerin wird, wenn schon nicht in der Musik, dann zumindest im Schauspiel, . Mangold war als schlagfertig bekannt, was daran liege, dass sie im Wirtshaus ihrer Großeltern in Ernis Geburtsort Großweikersdorf .

Künstlerische Laufbahn mini|hochkant|Erni Mangold als Model (1949) Mangold debütierte nach ihrer Schauspielausbildung am Wiener Renaissancetheater. Bei den Salzburger Festspielen 1944 sollte sie in einer kleinen Rolle im Lumpacivagabundus von Johann Nestroy spielen, aufgrund des Krieges wurden jedoch alle Vorstellungen abgesagt. 1945 nahm sie an der Universität Wien das Studium der Philosophie auf, beendete dieses aber bald zugunsten der Schauspielerei.

Von 1946 bis 1956 war Mangold am Wiener Theater in der Josefstadt engagiert, der Zeitpunkt, zu dem sie ihren Künstlernamen Erni Mangold annahm. 1955 ging sie nach Hamburg, wo sie bis 1963 unter Gustaf Gründgens am Deutschen Schauspielhaus und anschließend bis 1965 unter Karl-Heinz Stroux am Düsseldorfer Schauspielhaus spielte. Bis 1972 hatte sie weitere Engagements in Wien und Deutschland.

Anschließend nahm Mangold Lehrtätigkeiten auf: 1972 am Salzburger Mozarteum und von 1972 bis 1974 an der Schauspielschule Krauss, an der sie selbst gelernt hatte, sowie am Max Reinhardt Seminar, wo sie sich bereits 15-jährig zur Ausbildung beworben hatte. Ab 1974 lehrte sie bis 1995 an der Wiener Hochschule für Musik und darstellende Kunst, ab 1984 als ordentliche Hochschulprofessorin.

mini|hochkant|Erni Mangold im Bühnen­kostüm für Kalender Girls (2016) Neben ihrer Lehrtätigkeit trat Mangold als Bühnen-, Film- und Fernsehschauspielerin auf, etwa im Schauspielhaus Wien, im Wiener Volkstheater und im Theater in der Josefstadt.

Mangold war in ihrer über sieben Jahrzehnte lang andauernden Karriere von 1948 bis 2020 in rund 150 Film- und Fernsehproduktionen zu sehen. Am bekanntesten war ihre Rolle als Geliebte des Sehers in dem Film Hanussen von O. W. Fischer. Sie wirkte auch in zahlreichen Serien mit, wie beispielsweise in drei Folgen der Krimiserie Kottan ermittelt und in einigen Tatort-Episoden, unter anderem im Tatort: Familiensache (2007).

Im Jänner 2017 gab sie bekannt, mit der Produktion Harold und Maude an den Wiener Kammerspielen ihren Abschied von der Bühne nehmen zu wollen. Im Dezember 2017 fand die letzte Vorstellung statt.

Privates Ab 1945 war sie mit Helmut Qualtinger befreundet, mit dem sie nach dem Fall des Nationalsozialismus die erste Auslandsreise (nach München) unternahm. Von 1958 bis 1978 war Mangold mit dem Schauspieler Heinz Reincke verheiratet, den sie während ihres Engagements in Hamburg ab 1955 kennengelernt hatte. Mangold blieb kinderlos.

Ab Anfang der 1990er-Jahre lebte Mangold in St. Leonhard am Hornerwald in einem im 18. Jahrhundert erbauten Haus, das sie 1984 erworben hatte. Es liegt am Ende einer Sackgasse, die von der Gemeinde zu Mangolds 80. Geburtstag als „Prof.-Erni-Mangold-Weg“ benannt wurde. Dazu ließ sie in ihrer Autobiographie Lassen Sie mich in Ruhe aufschreiben:

Erni Mangold starb in der Nacht zum 5. September 2026 im Alter von 99 Jahren in einer Seniorenresidenz in Wien. Die Trauerfeier für Mangold fand am 26. September 2026 am Wiener Zentralfriedhof statt, ihre Urne wird am 17. Oktober 2026 in „Ernis Ruheraum“ der „Kittenberger Erlebnisgärten“ im niederösterreichischen Schiltern beigesetzt.

Filmografie (Auswahl) Filme

Fernsehserien

Hörspiele 1982: Eugène Ionesco: Delirium zu Zweit – auf unbegrenzte Zeit. Regie: Ferry Bauer (Hörspielbearbeitung – ORF Oberösterreich) 1984: Otto Brusatti: Die letzten Stunden der Menschheit. Regie: Otto Brusatti (ORF/WDR) 2015: David Zane Mairowitz: Hornissengedächtnis. Regie: David Zane Mairowitz (SRF/ORF)

Auszeichnungen mini|Erni Mangold mit dem Öster­reichischen Film­preis 2015 1971: Kainz-Medaille 2000: Kammerschauspielerin 2004/2005: Karl-Skraup-Preis 2005: Nestroy-Theaterpreis – Beste Nebenrolle 2006: Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien 2007: Benennung „Prof.-Erni-Mangold-Weg“ in ihrem Heimatort St. Leonhard 2009: Großes Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich 2012: Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 2014: Diagonale-Schauspielpreis für Der letzte Tanz 2015: Johann-Nestroy-Ring der Stadt Bad Ischl 2015: Österreichischer Filmpreis – Beste weibliche Hauptrolle 2016: Großer Diagonale-Schauspielpreis 2017: Goldener Rathausmann 2022: Platin-Romy der Akademie für das Lebenswerk

Bücher von Erni Mangold Lassen Sie mich in Ruhe. Erinnerungen. Aufgezeichnet von Doris Priesching. Mit 80 Abb. und Verz. der Theater-, Film- und Fernsehrollen sowie der Regiearbeiten und Auszeichnungen. Amalthea, Wien 2011, ISBN 978-3-85002-766-3. Lassen Sie mich in Ruhe. Erinnerungen. Aufgezeichnet von Doris Priesching. Zum 90. Geburtstag ergänzte Neuausgabe. Amalthea, Wien 2016, ISBN 978-3-99050-063-7 (Leseprobe (PDF; 905 KB) auf e-bookshelf.de). Sagen Sie, was Sie denken. Mein Leben in Bildern. Autobiografie und Bildband. Aufgeschrieben von Doris Priesching. Molden, Wien/Graz 2021, ISBN 978-3-222-15078-4.

Literatur Christine Dobretsberger: Was ich liebe, gibt mir Kraft. Bühnenstars aus Oper und Theater erzählen. Interviews. Styria Premium, Wien/Graz/Klagenfurt 2015, ISBN 978-3-222-13517-0, S. 68–81: Erni Mangold: „Einsam fühle ich mich nie“.

Weblinks

Erni Mangold bei Agentur Kelterborn

Einzelnachweise Über Erni Mangolds wirklichen Vornamen kursieren die Varianten Ernestine und Erna. Mangold selbst schreibt in ihren autobiografischen Erinnerungen: In: Erni Mangold: Lassen Sie mich in Ruhe. Amalthea, Wien 2016, ISBN 978-3-99050-063-7. Kap. „I. Ich“, PDF-S. 12 (Leseprobe (PDF; 905 KB) auf e-bookshelf.de, 20. Juni 2022, abgerufen am 25. Juli 2026). Hier unter anderem auch als Erna Goldmann: Sowie:

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