Die Panzergrenadierbrigade 1 (PzGrenBrig 1) mit Stabssitz in Hildesheim war ein Großverband des Heeres der Bundeswehr, der der 1. Panzerdivision in Hannover unterstellt war. Die Brigade wurde am 31. Dezember 2007 aufgelöst. Der Stationierungsraum der Brigade war begrenzt im Norden durch die Lüneburger Heide, im Osten durch den Harz, den Solling im Süden und die Weser im Westen. Die Panzergrenadierbrigade 1 gehörte damit zu den Brigaden mit dem größten Dislozierungsraum innerhalb der Bundeswehr.
Geschichte Vorgeschichte als Kampfgruppe in der Heeresstruktur 1 Zur Einnahme der Heeresstruktur 1 wurde zum die Kampfgruppe B 1 mit Standort des Stabes in Hildesheim neu aufgestellt. In Neumünster war bereits vom bis zum ein als Kampfgruppe B 1 bezeichneter Truppenteil ausgeplant – die spätere Panzerbrigade 18. Die aufgestellte Kampfgruppe B 1 unterstand der 1. Grenadierdivision. Die Kampfgruppe B 1 gliederte sich Anfang grob in folgende Truppenteile:Für interne Verbandsabzeichen wurde erst etwa Mitte der 1980er Jahre offiziell eine Tragegenehmigung erteilt. Sie sind daher nicht dargestellt. Die aufgezählten Truppenteile oder die in ihrer Tradition stehenden „Nachfolger“ könnten jedoch inoffiziell bereits wappenähnliche Abzeichen geführt haben bzw. ab Mitte der offiziell erhalten haben. Verbandsabzeichen für Großverbände wurden erst in der Heeresstruktur 2 in die Truppe eingeführt.
25px|kein internes Verbandsabzeichen Kampfgruppenstab Kampfgruppe B 1, Hildesheim 25px|kein internes Verbandsabzeichen Grenadierbataillon 1, Hannover 25px|kein internes Verbandsabzeichen Grenadierbataillon 21, Hannover 25px|kein internes Verbandsabzeichen Feldartilleriebataillon 15, Hildesheim
Heeresstruktur 2 Zur Einnahme der Heeresstruktur 2 wurde zum die Kampfgruppe B 1 in die Panzergrenadierbrigade 1 umgegliedert. Die Brigade war der 1. Panzergrenadierdivision, der späteren 1. Panzerdivision, unterstellt. 1959 wurde das Panzerbataillon 14 aufgestellt und der Brigade unterstellt. unterstellt. Das Panzergrenadierbataillon 12 verlegte 1961 nach Osterode am Harz.
Während der Heeresstruktur 2 unterstand der Brigade: das Grenadierbataillon 1 (ab 1. April 1959 Panzergrenadierbataillon 11 (mot), ab 1. April 1966 Panzergrenadierbataillon 11 (MTW), ab 1. Januar 1972 Panzergrenadierbataillon 11 (SPz)) das Grenadierbataillon 21 (ab 1. Mai 1960 Panzergrenadierbataillon 13) das Panzergrenadierbataillon 12 das Feldartilleriebataillon 15 (ab 1. Januar 1967 Panzerartilleriebataillon 15) die Panzeraufklärungskompanie 10 die Panzerjägerkompanie 10 die Panzerpionierkompanie 10 die Flugabwehrbatterie 10 die Instandsetzungskompanie 10 das Versorgungsbataillon 16 das Panzerbataillon 14.
Heeresstruktur 3 Bis 1972 wurde das Versorgungsbataillon 16 aufgelöst, aus dessen 4. Kompanie die Nachschubkompanie 10 als selbständige Kompanie der Panzergrenadierbrigade 1 entstand.
Heeresstruktur 4 In der Heeresstruktur 4 gliederte sich die Brigade ab April 1981 in: die Panzerjägerkompanie 10 in Hildesheim die Nachschubkompanie 10 in Hildesheim die Instandsetzungskompanie 10 in Hildesheim die Panzerpionierkompanie 10 in Holzminden das gemischte Panzergrenadierbataillon 11 in Hildesheim (Aufstellung 1. April 1981 in Hildesheim) das Panzergrenadierbataillon 12 in Osterode am Harz (Aufstellung am 1. Juli 1958 in Höxter / Osterode am Harz) das Panzergrenadierbataillon 13 in Wesendorf (am 1. Oktober 1980 hervorgegangen aus dem Panzergrenadierbataillon 11) das Panzerbataillon 14 in Hildesheim-Steuerwald das Panzerartilleriebataillon 15 in Stadtoldendorf (aus Feldartilleriebataillon 15 gebildet) das Feldersatzbataillon 13
Im Verteidigungsfall sollten der Panzerspähzug 10 und die Sanitätskompanie 10 die Brigade verstärken.
Die Brigade umfasste im Herbst in der Friedensgliederung etwa 3150 Soldaten. Die geplante Aufwuchsstärke im Verteidigungsfall betrug rund 3550 Soldaten. Zum Aufwuchs war die Einberufung von Reservisten und die Mobilmachung von nicht aktiven Truppenteilen vorgesehen. Zum Ende der Heeresstruktur 4 im Herbst war die Brigade weiter Teil der 1. Panzerdivision und gliederte sich grob in folgende Truppenteile:Dargestellt sind die internen Verbandsabzeichen, für die bis etwa Mitte der 1980er Jahre eine Tragegenehmigung offiziell erteilt wurde. Nicht aktive Truppenteile (Geräteinheiten, teilaktive, gekaderte) sind kursiv dargestellt.
25px|Internes Verbandsabzeichen Stab/Stabskompanie Panzergrenadierbrigade 1, Hildesheim 25px|Internes Verbandsabzeichen Panzerjägerkompanie 10, Hildesheim 25px|Internes Verbandsabzeichen Panzerpionierkompanie 10, Holzminden 25px|Internes Verbandsabzeichen Nachschubkompanie 10, Hildesheim 25px|Internes Verbandsabzeichen Instandsetzungskompanie 10, Hildesheim 25px|Internes Verbandsabzeichen Panzergrenadierbataillon 11 (teilaktiv), Hildesheim 25px|Internes Verbandsabzeichen Panzergrenadierbataillon 12, Osterode am Harz 25px|Internes Verbandsabzeichen Panzergrenadierbataillon 13, Wesendorf 25px|Internes Verbandsabzeichen Panzerbataillon 14, Hildesheim 25px|Internes Verbandsabzeichen Panzerartilleriebataillon 15, Stadtoldendorf
Heeresstruktur 5 bis zur Auflösung Im Rahmen der Heeresstruktur 5 wurde in der Panzerbrigade 1 die Feldersatzkompanie 10 zum 1. April 1993 in Hildesheim aufgestellt. Die Panzerjägerkompanie 10 wurde am 31. März 1992 aufgelöst. Am 31. März 1994 wurde die Nachschubkompanie 10 aufgelöst. Teile des Auftrags wurden durch die am 1. April 1994 aufgestellten Kompanien (2. und 6.) des Nachschubbataillons 11 fortgeführt. Der Panzergrenadierbrigade 1 unterstanden: 25px|Internes Verbandsabzeichen Stabskompanie in Hildesheim 25px|Internes Verbandsabzeichen Panzergrenadierbataillon 12 in Osterode am Harz 25px|Internes Verbandsabzeichen Panzergrenadierbataillon 332 in Wesendorf (seit 1. Januar 1996) 25px|Internes Verbandsabzeichen Panzerartilleriebataillon 15 in Stadtoldendorf 25px|Internes Verbandsabzeichen Panzerbataillon 24 in Braunschweig
2003 wurden das Panzerartilleriebataillon 425, das Panzergrenadierbataillon 421, das Panzerpionierbataillon 803 und das Logistikbataillon 141 im Zuge der Struktur „Heer der Zukunft“ der Brigade unterstellt. Im Gegenzug wurden aufgelöst: das Panzergrenadierbataillon 12, das Panzerbataillon 24 und die Panzerpionierkompanie 10. Das Panzerartilleriebataillon 15 wurde in einen nichtaktiven Verband umgewidmet.
Panzerpionierkompanie 10 in Holzminden (Auflösung 31. August 2003) Panzerbataillon 33 in Neustadt am Rübenberge (seit 1. Januar 2002) Panzergrenadierbataillon 421 in Brandenburg (seit 1. Januar 2003) Panzerartilleriebataillon 425 in Lehnitz, (seit 1. Januar 2003) Panzerpionierbataillon 803 in Havelberg (seit 1. Juli 2003) Logistikbataillon 141 (seit 1. Juli 2003).
Die Brigade wurde am 31. Dezember 2007 endgültig aufgelöst, der Außerdienststellungsappell fand am 4. September 2007 in Hildesheim statt. Mit der Brigade wurde auch die Feldersatzkompanie 10 aufgelöst. Die letzten unterstellten Truppenteile Logistikbataillon 141 und Panzerbataillon 33 wechselten vor Auflösung zur Panzerlehrbrigade 9. Das Panzergrenadierbataillon 421 wurde aufgelöst. Das Panzerpionierbataillon 803 wurde der Panzergrenadierbrigade 41 unterstellt.
Katastropheneinsätze An Katastropheneinsätzen war die Brigade beteiligt im Februar 1962 bei der Sturmflut an der Nordseeküste, im August 1975 beim Brand in der Lüneburger Heide, beim Oderhochwasser 1997 und im August 2002 beim Elbehochwasser.
Kommandeure Folgende Kommandeure führten die Brigade und die Kampfgruppe B 1:
Nr. DienstgradDie Tabelle führt den Dienstgrad unverändert wie in der Quelle an. Die Quelle listet als Dienstgrad uneinheitlich entweder den Dienstgrad bei Kommandoübernahme oder den höchsten in der Dienststellung des Kommandeurs erreichten Dienstgrad. Nicht ungewöhnlich, aber auch nicht zwingend, ist, dass die Kommandeure zunächst im Dienstgrad Oberst das Kommando übernehmen und in dieser Dienststellung zum Brigadegeneral ernannt werden. Kommandeur von bis16. Oberst Ernst-Otto Berk 15. Brigadegeneral Wolf-Dieter Skodowski 14. Brigadegeneral Dirk Walther Oetting 13. Oberst Jürgen Ruwe 12. Oberst Manfred Dietrich 11. Oberst Hans-Theodor Dingler 10. Oberst István Csoboth 9. Brigadegeneral Hanno Graf von Kielmansegg 8. Brigadegeneral Hans Detlef Ahrens 7. Oberst Walter Hoffmann 6. Brigadegeneral Johannes Poeppel 5. Oberst Carl-Gero von Ilsemann 4. Brigadegeneral Eike Middeldorf 3. Brigadegeneral Heinz-Helmut von Hinckeldey 2. Brigadegeneral Hans-Georg von Tempelhoff 1. Oberst Hans-Heinz Fischer
Verbandsabzeichen mini|Gewebtes Verbandsabzeichen für den Dienstanzug mini|Internes Verbandsabzeichen des Stabes/Stabskompanie
Die Blasonierung des Verbandsabzeichens für den Dienstanzug der Angehörigen der Panzergrenadierbrigade 1 lautete: Silbern bordiert, von gold und silber gespaltener gotischer Hauptschild, belegt mit einem silbernen, springenden Ross in rotem, spanischen Mittelschild.
Die Tingierung des Schildes entsprach den „welfischen“ Farben der Flaggen des Königreichs und der Provinz Hannover. Das aufgelegte Schild mit dem Sachsenross auf rotem Grund entspricht dem Wappen Niedersachsens. Die Verbandsabzeichen der Division und der unterstellten Brigaden waren bis auf die Borde identisch. In der Tradition der Preußischen Farbfolge erhielt das Verbandsabzeichen der Panzergrenadierbrigade 1 als „erste“ Brigade„Erste“ Brigade: Panzergrenadierbrigade 1 (=weißer Bord). „Zweite“ Brigade: Panzerbrigade 2 (=roter Bord). „Dritte“ Brigade: Panzerbrigade 3 (=gelber Bord). der Division einen weißen Bord. Nach Außerdienststellung der Panzergrenadierbrigade 1 führte die Panzerlehrbrigade 9 das Verbandsabzeichen fort.
Da sich die Verbandsabzeichen der Brigaden der Division nur geringfügig unterschieden, wurde stattdessen gelegentlich auch das interne Verbandsabzeichen des Stabes bzw. der Stabskompanie pars pro toto als „Abzeichen“ der Brigade genutzt. Es zeigte ein Schwert und ähnlich wie im Wappen des Landkreises Hildesheim und im Hildesheimer Stadtwappen eine Rose, die auf den Tausendjährigen Rosenstock am Hildesheimer Dom verwies. Die Farben rot und gelb entsprachen der Tingierung der Wappen von Stadt und Landkreis. Das durch die Schrägquadrierung gebildete X stellte in Verbindung mit der linken Hälfte des Schwertes, welches eine 1 darstellt, das taktische Zeichen der Stabskompanie der Panzergrenadierbrigade 1 dar.
Anmerkungen
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
#01 Panzergrenadierbrigade #:1 Kategorie:Geschichte (Hildesheim) Kategorie:Gegründet 1959 Kategorie:Aufgelöst 2007 Kategorie:Niedersächsische Militärgeschichte Kategorie:Organisation (Hildesheim) Kategorie:Historische Organisation (Niedersachsen)