Neundorf ist ein Stadtteil von Plauen, des Verwaltungssitzes des sächsischen Vogtlandkreises. Neundorf liegt im Stadtgebiet West und wurde 1999 eingemeindet. Der Stadtteil ist identisch mit der Gemarkung Neundorf und hat den Status einer Ortschaft nach der Sächsischen Gemeindeordnung und damit gemäß seiner Ortschaftsverfassung einen Ortschaftsrat und Ortsvorsteher.

Geographische Lage miniatur|links|Blick auf Neundorf

Neundorf liegt am westlichen Rand der Stadt Plauen und grenzt an sechs weitere Stadtteile Plauens und an zwei Orte anderer Gemeinden des Vogtlandkreises. Die größte Erhebung im Ort ist der Wartberg, auf dem sich der Wasserturm Neundorf befindet.

Die Fläche der Ortschaft besteht zu 46,2 % aus Landwirtschaftlicher Nutzfläche und zu 17,6 % aus Wald. Die restliche Fläche sind Straßen, Wohn- und Industrieflächen.Gerd Kramer: Stadtentwicklung Plauen, Seite 64–65 in: Brigitte Unger, Werner Pöllmann u. a. (Hrsg.): Der Vogtlandatlas. Regionalatlas zur Natur, Geschichte, Bevölkerung, Wirtschaft und Kultur des Sächsischen Vogtlandes. 3. Auflage. Verlag Klaus Gumnior, Chemnitz 2007, ISBN 978-3-937386-18-8

Geschichte mini|Wasserturm Neundorf

Der Ort wurde erstmals 1298 als nova villa urkundlich erwähnt. Es handelte sich um ein Straßenangerdorf in Gelängeflur (Oberneundorf) bzw. um einen Gutsweiler in Gutsblockflur (Unterneundorf). Der Ort gehörte bis ins 19. Jahrhundert zum Amt Plauen.Historisches Ortsverzeichnis Sachsen Die Gemeinde Neundorf gehörte danach zur Amtshauptmannschaft Plauen und anschließend zum Landkreis Plauen. Am 1. Januar 1994 wurde Kobitzschwalde eingemeindet. Am 1. Januar 1999 wurde Neundorf in die damals noch kreisfreie Stadt Plauen eingemeindet und Kobitzschwalde nach Weischlitz umgemeindet.

In Neundorf war vormals ein Rittergut, das zuerst der gleichnamigen Adelsfamilie von Neundorf gehörte. Später ging es in den Besitz der Familie von Reibold über, bei der es über Generationen verblieb. Bekannteste Angehörige dieser Familie waren die in Neundorf geborenen Philipp Ferdinand von Reibold und Hans d. Ä. von Reibold (1661–1734), seines Zeichens königlich polnischer und kurfürstlich sächsischer Kammerjunker, Oberforst-, Wild- und Jägermeister. Auch der Ritter des Johanniterordens und Kammerherr Gottlob August von Reibold stammt aus der Familienlinie Neundorf. Anfang des 18. Jahrhunderts ging Gut Neundorf über Heirat an die Familie von Stubenberg und Kapfenberg über, die 1742 für den Staatsminister Wilhelm August von Stubenberg durch den Kaiser Karl VII. in den Reichsgrafenstand erhoben wurden. Stubenberg blieb ohne Nachfahren. Zuletzt war Gut Neundorf in bürgerlicher Hand, seit 1821 war es im Besitz der Familie Golle auf Kleingera, dann der Brüder Golle und deren Nachfahren. Schon 1879 war eine Branntweinbrennerei Teil des Guts. Der Besitzer Bruno Golle, der an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg studiert hatte und das Amt eines Friedensrichters bekleidete, verkaufte um 1899 das Land für die ab 1900 errichtete König-Georg-Kaserne an die Stadt Plauen und in der Folge das Gelände für das Garnisonlazarett direkt an den sächsischen Staat.http://www.alt-plauen.de/src/gebaeude/kasernen.php, eingesehen am 6. Mai 2014 1910 umfasste das Rittergut noch 382 ha Land, zum Besitz gehörten eine später aufgegebene Gärtnerei und eine noch existierende Brennerei. Nach dem amtlich publizierten Güter-Adressbuch für Sachsen waren 1922 Max Teuscher und dessen Ehefrau Susanne Teuscher geborene Golle die Eigentümer des nun noch 308 ha großen Ritterguts mit Grundstücken in Zwoschwitz, Kobitzschwalde, Straßberg und Schnekengrün. Straßberg galt schon früher als gutsherrliches Vorwerk. Die Gutshistorie endete 1945 mit der Bodenreform in der SBZ.

Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl : 1577: 18 besessene Mann, 2 Inwohner 1764: 17 besessene Mann, 10 Häusler, 6 ½ Hufen je 30 Scheffel 1834: 303 1871: 543 1890: 820 1910: 1354 1925: 1173 1939: 1347 1946: 1515 1950: 1455, 1964: 1198 1990: 843 1991: 824 1992: 814 1993: 808 1994: 813 1995: 803 1996: 787 1997: 787 1998: 781 2002: 1618 2008: 1584

Politik Ortschaftsrat Der Ortschaftsrat besteht seit der Wahl 2004 aus sieben Mitgliedern. Ehrenamtlicher Ortsvorsteher ist Uwe Trillitzsch (BI).

Die Ortschaftsratswahlen von 1999 bis 2019 hatten folgende Ergebnisse (zum Vergleich ist auch noch die letzte Wahl zum Gemeinderat 1994 mit aufgeführt):

Parteien und Wählergemeinschaften 2019 2014 2009 2004 1999 19941994 fand die letzte Wahl zum Gemeinderat der damals noch selbstständigen Gemeinde statt. % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % SitzeBI NBürgerinitiative Neundorf87,5782,0670,6667,2567,8774,210CDUChristlich Demokratische Union Deutschlands12,5018,0120,8120,3126,829,01FDPFreie Demokratische Partei--------8,7012,515,402,60SPDSozialdemokratische Partei Deutschlands--------------------10,51WG KWählergemeinschaft Kobitzschwalde--------------------3,80Gesamt1007100710071007100910012Wahlbeteiligung in %63,650,043,040,553,877,9

Öffentlicher Nahverkehr Neundorf ist mit der vertakteten RufBus-Linie 45 des Verkehrsverbunds Vogtland mit dem Plauen Park und der Siedlung Neundorf verbunden. Dort besteht Anschluss zur Straßenbahn Plauen in die Innenstadt.

Weblinks

Stadtteile und Ortschaften In: Webauftritt der Stadt Plauen.

Einzelnachweise

Neundorf Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Vogtlandkreis) Kategorie:Ersterwähnung 1298 Kategorie:Gemeindeauflösung 1999