Vatertag – Ein guter Tag zum Sterben () ist eine US-amerikanische Thrillerkomödie unter Regie von Roger Christian aus dem Jahr 1996. In den Hauptrollen sind Denis Leary, Joe Mantegna und Annabella Sciorra besetzt, in tragenden Rollen Larry Bishop, Abe Vigoda, Robert Costanzo und Traci Lords. Das seinerzeitige Filmplakat titelte: „Sometimes Revenge Is the Best Therapy.“ (Manchmal ist Rache die beste Therapie).Underworld Abb. Filmplakat in der IMDb Ein anderes Filmplakat warb mit der Aussage: „I’m not a psychopath. I’m a soziopath… Sociopath sounds friendlier.“ (Ich bin kein Psychopath. Ich bin ein Soziopath... Soziopath klingt freundlicher.)Underworld Abb. Filmplakat in der IMDb
Handlung Johnny Crown verbringt sieben Jahre im Gefängnis, wo er ein Psychologiestudium absolviert, obwohl oder gerade weil er psychotisch ist. Sobald er wieder frei ist, will er die Verbrecher zur Strecke bringen, die seinen Vater getötet haben. Als es dann so weit ist, macht er sich gemeinsam mit seinem Freund Frank Gavilan, den er lange nicht gesehen hat, auf die Suche nach den rivalisierenden Banden. Frank ist Johnnys bester Freund seit seiner Kindheit. Er hat es zu einem erfolgreichen Nachtclubbesitzer gebracht, ist aber auch eine Figur des organisierten Verbrechens. Sein erster Weg nach seiner Entlassung führt ihn in ein Industriegebiet und zu einer Lagerhalle von Essex Enterprises. In der Halle stehen an einer Wand aufgereiht Männer, die einen Anzug tragen und von Mitch Reed und seinen Kumpanen in Schach gehalten werden. Johnny entsteigt seiner Limousine, bringt eine vollautomatische MP in Anschlag und erschießt sie alle. Dann schließt er die Tür seines Gefährts und rollt davon. Johnnys Weg führt ihn durch die schmuddeligen Straßen der Stadt und in Nachtclubs. Er nutzt sein umfassendes Wissen über Freud und Jung und macht sich daran, ebenfalls Verbrecherboss zu werden. Er wird in Verschwörungen verwickelt, die ihn eigentlich gar nicht interessieren. Alles, was er will ist, seinen Vater zu rächen – und das soll am Vatertag passieren Johnny kommt auch wieder in Kontakt mit der Psychiaterin Dr. Leah, der getrennt lebenden Frau von Frank Gavilan sowie mit den Drecksäcken, wie er es ausdrückt, die in dem Reigen aus Gewalt mitmischen, wie beispielsweise dem stoischen Dan „The Iceberg“ Eagan, dem klugen Bösewicht Ned Lynch und dem eidechsenhaften Psychopathen „Smilin“ Phil Fox. Mit Ned Lynch, der in der Unterwelt eine große Rolle spielt, allerdings nicht so groß ist, wie er es gerne wäre, hat Johnny eine Allianz geschlossen. Johnny fällt auf, dass, sobald der Name Richard Essex fällt, jeder in der Stadt Angst hat. Sein Name ist verbunden mit größter Gefahr und Eiseskälte. Dieser Essex ist jedoch der Mann, den Johnny unbedingt finden will, die Suche nach ihm hat für Johnny höchste Priorität. Seine im Gefängnis erlernten psychoanalytischen Fähigkeiten sollen ihm helfen, dem Mörder seines Vaters auf die Spur zu kommen. Johnny studiert die Reaktionen seines Freundes Frank Gavilan sehr genau, während er einen Verdächtigen nach dem anderen durchgeht, um den Mörder seines Vaters einzugrenzen. Schließlich rollt seine Limousine vor der Villa des Mafiosis Ned Lynch vor, der gerade mit neun seiner Männer beim Abendessen an einem Tisch sitzt und einen Toast ausspricht. Alle erheben ihre Gläser. Und das wohl zum letzten Mal.
Johnny ist gewillt, nicht eher Ruhe zu geben, bis jeder, der auch nur entfernt mit dem Hirntod seines Vaters infolge eines verpatzten Attentats zu tun hatte, ebenfalls tot ist. Dass auch Frank Gavilan Schuld am Tod seines Vaters trägt, weiß Johnny eigentlich schon lange. Dass es sich bei ihm aber um den gefürchteten Richard Essex handelt, der für das Attentat verantwortlich ist, hat er jetzt erst herausgefunden. Und so kommt es am Vatertag, wie es kommen muss, nämlich zum großen Showdown, in dem vier Menschen gleichzeitig auf jeweils eine andere Person schießen.
Produktion Produktionsnotizen Johnny Crown/Johnny Alt Denis Leary Gerald Paradies Frank Gavilan/Frank Cassady/Richard Essex Joe Mantegna Lutz Mackensy Dr. Leah Annabella Sciorra Anke Reitzenstein Ned Lynch Larry Bishop Hans-Jürgen Wolf Will Cassady, Franks Vater Abe Vigoda Hasso Zorn Stan Robert Costanzo Roland Hemmo Anna Traci Lords Angela Ringer Smilin’ Phil Fox/Todd Streeb Jimmie F. Skaggs Jan Spitzer Dan „Iceberg“ Eagan James Tolkan Klaus Jepsen Simone/Joyce Alt Heidi Schanz Nana Spier Julianne Cristi Conaway Bianca Krahl Janette Angela Jones Christin Marquitan Mitch Reed Michael David Simms Michael Telloke Palmer, wilder Mann Ken Roberts
Es handelt sich um eine Produktion von Keystone Pictures in Zusammenarbeit mit Trimark Pictures und Underworld Films. Der Film wurde ab dem 16. November 1995 in Vancouver in der Provinz British Columbia in Kanada gedreht.Underworld Filming locations in der IMDb (englisch) Die deutsche Fassung entstand bei der JohannisthalSynchron in Berlin unter Dialogbuch und -regie von Boris Tessmann.
Soundtrack Auf der Seite der Film Noir schrieb Matthias Merkelbach: „Typisch“ sei „der musikalische Hintergrund mit dem Sound zeitgenössischen Alternative Rocks von Simon Bonney (ex-Crime & the City Solution), The Blue Hawaiians, Gallon Drunk und so weiter“. Distant Land von Traci Lords, Mike Edwards & Johann Bley – Vortrag: Traci Lords My Pop, Musik: Anthony Marinelli, Text: Larry Bishop, Roger Christian and Anthony Marinelli Vortrag: Joe Mantegna Anything You Can Do von Irving Berlin – Vortrag: Denis Leary
Veröffentlichung Der Film hatte seine Weltpremiere im Juni 1996 auf dem italienischen Festival Internazionale del Giallo e del Mistro Cinema Televisione Letteratura (MystFest) im Wettbewerb um den „Besten Film“. Am 10. Oktober 1996 wurde der Film auf dem Austin Film Festival in den Vereinigten Staaten vorgestellt.Underworld Awards in der IMDb (englisch)Underworld Premierendaten in der IMDb Am 9. Mai 1997 lief er dann allgemein in den Kinos der Vereinigten Staaten an. In den Niederlanden wurde er erstmals am 24. Juli 1997 veröffentlicht, im Vereinigten Königreich hatte er im November 1997 Videopremiere, ebenso erfolgte im November 1997 eine erste Veröffentlichung in Japan. Videopremiere hatte der Film im Februar 1998 in Island, im März 1998 in Schweden und im Juni 1999 in Argentinien. Veröffentlicht wurde er zudem in Brasilien, Bulgarien, Kanada, Frankreich, Griechenland, Italien, Russland und in Spanien. In Deutschland wurde er erstmals unter dem Titel Vatertag – Ein guter Tag zum Sterben im Fernsehen ausgestrahlt.
Kritik Anita Gates schrieb in der New York Times vom 9. Mai 1997, der Film sei ein blutiger, gewalttätiger, profaner Psychothriller, der wahrscheinlich versuche Pulp Fiction zu sein und doch im Vergleich nur zeige, wie brillant jener gewesen sei. In diesem Film würden sich gute Schauspieler in den Hauptrollen bemühen, den verkörperten Charakteren trotz der eigenartigen Dialogzeilen Glaubwürdigkeit einzuhauchen. Dies gelinge ihnen in bewundernswertem Maße. Die Aufmerksamkeit für das Visuelle trage dazu bei, diesem Film einen wirkungsvollen, düsteren Stil zu verleihen. Der finale Showdown, bei dem alle vier Männer ihre vier Waffen aufeinander richteten, gehe viel zu weit, entspreche aber genau dem Geist des unpassenden Endes.Anita Gates: Underworld In: The New York Times (englisch), 9. Mai 1997. Abgerufen am 8. September 2023.
Nathan Rabin verfasste eine Kritik für The A.V. Club und stieg in die Bewertung ein, indem er schrieb, Underworld sei eine immens irritierende Übung inkohärenter filmischer Selbstgefälligkeit. Die Handlung des Fims mache außerordentlich wenig Sinn, da alle Nebencharaktere nur deshalb zu existieren scheinen, damit sie von den drei Hauptdarstellern nach dem Zufallsprinzip erschossen werden könnten. Zwar verleihe der Regisseur Roger Christian dem Film einen eleganten, übernatürlichen visuellen Glanz, könne aber kaum etwas tun, um den Mangel an gesundem Menschenverstand, narrativer Klarheit und Substanz im Drehbuch zu verbergen. Albern, süßlich und unerträglich selbstgefällig. Auch wenn Underworld großartig anzusehen sei, mangele es in allen Bereichen schmerzlich.Nathan Rabin: Underworld In: The A.V. Club (englisch), 29. März 2002. Abgerufen am 8. September 2023.
Ähnlich wie Rabin ging es auch Paul Tatara, der den Film für CNN in Interactive bewertete. Er meinte, es sei höchste Zeit, dass jemand eine Liste für mittelmäßige Drehbuchautoren ins Leben rufe, die versuchen würden, Quentin Tarantinos geschwätzige Dialoge nachzuahmen. Underworld sei ein neuer Mob-Film mit dem begabten, aber sehr, sehr unglücklich besetzten Denis Leary in der Hauptrolle. Nichts, was in Underworld passiere, mache viel Sinn. Es sei ein wachsender Sport, Gangster dazu zu bringen, Dinge zu sagen und zu tun, die man normalerweise nicht von Gangstern erwarten würde. Tarantino (ein sehr talentierter, aber auch übergelobter Autor) habe es geschafft, die Hälfte der Leute in der Filmindustrie davon zu überzeugen, dass inkongruentes Verhalten gut, lustig und der Höhepunkt von Kreativität sei. Underworld sei ungefähr der gewalttätigste Film, den er je gesehen habe, und da übertreibe er nicht. Er schätze, dass es mindestens zehn Menschen immer mal wieder Schläge ins Gesicht bekämen und weitere dreißig auf verschiedene Weise zu Tode kämen, sei es dadurch, dass sie erstochen, zerhackt, aufgeschlitzt oder mit Maschinengewehren durchsiebt würden oder durch riesige Glasscheiben flögen. Rabin meinte, er sei nicht beleidigt von der Gewalt im Film, sondern von dem absoluten Mangel an Erfindungsreichtum, der nun einmal nötig sei, um einen Film interessant zu machen. Rabins Fazit: Underworld sei sehr gewalttätig, sehr profan und sehr schlecht. In einem örtlichen Schlachthof werde wahrscheinlich weniger getötet.Paul Tatara: Underworld In: CNN Interactive (englisch), 12. Juni 1997. Abgerufen am 8. September 2023.