mini|Dorothee Schön, Seoul International Drama Award 2022 Dorothee Schön (* 24. November 1961 in Bonn) ist eine deutsche Drehbuchautorin.
Leben und Werk Dorothee Schön wuchs als Tochter eines Ministerialbeamten und einer Ärztin in Bonn auf, wo sie am katholischen Sankt-Adelheid-Mädchengymnasium ihr Abitur ablegte. (; MP3; 28,0 MB), ausführliches Interview in der Hörfunksendung WDR 2 MonTalk vom 26. August 2013 Anschließend ging sie nach München und absolvierte dort 1981–1986 ein Filmstudium mit dem Schwerpunkt Dokumentarfilm an der Hochschule für Fernsehen und Film. Gemeinsam mit ihrem Kommilitonen Hubertus Meyer-Burckhardt drehte sie den Studentenfilm Vom Zusehen beim Sterben. Ihren Studienabschluss machte sie mit dem Drehbuch zu Blauäugig, das von Reinhard Hauff 1989 mit Götz George in der Hauptrolle verfilmt wurde und deutscher Beitrag auf den Filmfestspielen von Venedig war.
Es folgten bis heute über 30 Drehbücher für TV- und Kinofilme, darunter 17 für die Reihe Tatort: acht für Kommissarin Klara Blum (Eva Mattes) aus Konstanz, fünf für Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) aus Ludwigshafen, zwei für Thiel & Boerne (Münster) und jeweils einen für Borowski (Kiel) und Flemming (Düsseldorf).
Ihr Drehbuch zum Fernsehfilm Frau Böhm sagt Nein mit Senta Berger in der Hauptrolle erzählt von der Korruption und Machtgier in einem deutschen Konzern, angelehnt an die Umstände der Mannesmann-Übernahme. Schön erhielt dafür den Adolf-Grimme-Preis und den Ernst-Schneider-Preis der deutschen Wirtschaft.
Im Drehbuch zu dem 2012 in der ARD ausgestrahlten Fernsehdrama Der letzte schöne Tag verarbeitete sie die Suizide naher Verwandter.Klaudia Wick: , in: Berliner Zeitung vom 18. Januar 2012, abgerufen am 5. September 2013 Der Film wurde mit mehreren – auch internationalen – Preisen ausgezeichnet; unter anderem erhielt Dorothee Schön den Grimme-Preis 2013 für das beste Drehbuch.
Im März 2013 strahlte Sat.1 den Fernsehfilm Der Minister aus, welcher die Plagiatsaffäre um den ehemaligen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg persiflierte. Der Film, für den Dorothee Schön das Drehbuch geschrieben hatte, wurde für drei Preise nominiert. Seitens der Titanic wurden Vorwürfe geäußert, sie habe mehrere Pointen aus einer Guttenberg-Satire der Zeitschrift Titanic und der TV-Serie Yes, Minister übernommen, was sie mit dem Hinweis rechtfertigte, sie verstehe das Drehbuch als Mediencollage, bei der sie unter anderem die Titanic „inspiriert“ habe.Michael Hanfeld: Das Plagiat des Plagiats des Plagiats, in: FAZ vom 13. März 2013, abgerufen am 18. August 2013Dorothee Schön: , auf ihrer persönlichen Webseite, abgerufen am 14. August 2013 Der Fall wurde nie justiziabel, löste aber vorübergehend ein Interesse in den Medien aus.Nils Bremer: Sat1-Film „Der Minister“: Oliver Maria Schmitt wirft Guttenberg-Parodie Plagiarismus vor, in: Journal Frankfurt vom 13. März 2013, abgerufen am 20. August 2013Humorkritik: Guttensteph und Guttenplag, in: Titanic vom April 2013, abgerufen am 20. August 2013Ist die Sat.1-Sendung „Der Minister“ selbst ein Plagiat? in: Focus Online vom 14. März 2013, abgerufen am 27. April 2015
Schöns Drehbuch zum TV-Film Wunschkinder wurde 2016 unter der Regie von Emily Atef verfilmt und erzählt von den Mühen einer Auslandsadoption.
Zusammen mit der Medizinjournalistin Sabine Thor-Wiedemann entwickelte Schön zwischen 2017 und 2019 das Konzept und die ersten beiden Staffeln der TV-Serie Charité. Staffel I erzählt von den Zuständen in der Berliner Charité im ausgehenden 19. Jahrhundert, wurde von Regisseur Sönke Wortmann verfilmt und war bei der Erstausstrahlung der erfolgreichste Serienstart in der ARD seit über 25 Jahren. Staffel II erzählt die Geschichte der Charité während des Zweiten Weltkriegs, wurde von Anno Saul inszeniert und für den Internationalen Emmy Award nominiert als „Best Drama Series 2020“.
Schön schrieb das Drehbuch zu Kästner und der kleine Dienstag, ein Biopic über Erich Kästner in der Nazi-Zeit, und gewann dafür den österreichischen Filmpreis Romy und den Preis der Deutschen Akademie für Fernsehen.
2021 wurde Die Welt steht still ausgestrahlt, ein TV-Film nach Schöns Drehbuch, der die Anfänge der Corona-Pandemie 2020 in Konstanz schildert, mit Natalia Wörner in der Hauptrolle unter der Regie von Anno Saul. Der Film gewann den Spezialpreis der Jury beim Seoul International Drama Award. Ferner war er beim österreichischen Romy-Filmpreis in den Kategorien „Bester TV-Film“ und „Bestes Drehbuch“ nominiert.
2023 kam "Die Unschärferelation der Liebe" in die Kinos, eine Liebesgeschichte mit Burghart Klaußner und Carolin Peters. Zusammen mit dem Regisseur Lars Kraume hatte Schön für diesen Film das Theaterstück "Heisenberg" von Simon Stephens adaptiert. Sie erhielt dafür und für ihr bisheriges Schaffen den Ludwigshafener Drehbuchpreis.
Schön lehrt als Gastdozentin an verschiedenen Hochschulen. Im Rahmen der Drehbuchwerkstatt München betreute sie die Erstlingsdrehbücher unter anderem von Friedrich Ani, Susanne Schneider und Henriette Piper. Schön ist Gründungsmitglied der Deutschen Filmakademie und war von 2008 bis 2016 in deren Vorstand. In Zusammenarbeit mit der Akademie gab sie zusammen mit dem Drehbuchautor Fred Breinersdorfer die Reihe Deutsche Drehbücher heraus., auf der Webseite der Deutschen Filmakademie, abgerufen am 18. August 2013 Schön ist stellvertretendes Vorstandsmitglied im Verband Deutscher Drehbuchautoren.
Dorothee Schön ist seit 1988 mit dem Regisseur Jürgen Bretzinger verheiratetDahinten, S. 189 und hat zwei Kinder. Sie lebt seit 1998 in Ravensburg.
Filmografie 1985: Vom Zusehen beim Sterben (auch Regie; Drehbuch zus. mit Hubertus Meyer-Burckhardt) 1989: Blauäugig, Regie: Reinhard Hauff 1989: Bumerang-Bumerang (zus. mit Irene Fischer), Regie: Hans W. Geißendörfer 1990: Herzlich willkommen (zus. mit Hark Bohm), Regie: Hark Bohm 1996: Tatort – Heilig Blut, Regie: Hartmut Griesmayr 1997: Kleine Einbrecher, Regie: Martin Gies 1997: Dr. Mad (zus. mit Irene Fischer), Regie: Jürgen Bretzinger 1998: Die Cellistin – Liebe und Verhängnis, Regie: Sherry Hormann 1998: Tatort – Engelchen flieg, Regie: Hartmut Griesmayr 2000: Tatort – Der schwarze Ritter, Regie: Didi Danquart 2000: Allein unter Männern, Regie: Angeliki Antoniou 2002: Schwindelnde Höhe, Regie: Jobst Oetzmann 2002: Tatort – Schrott und Totschlag, Regie: Jürgen Bretzinger 2002: Tatort – 1000 Tode, Regie: Jobst Oetzmann 2003: Tatort – Stiller Tod, Regie: Richard Huber 2004: Tatort – Bitteres Brot, Regie: Jürgen Bretzinger 2004: Tatort – Eine Leiche zu viel, Regie: Kaspar Heidelbach 2004: Vater werden ist nicht schwer …, Regie: René Heisig 2005: Tatort – Der Name der Orchidee, Regie: Jürgen Bretzinger 2006: Tatort – Gebrochene Herzen, Regie: Jürgen Bretzinger 2006: Tatort – Mann über Bord, Regie: Lars Becker 2006: Pik & Amadeus – Freunde wider Willen, Regie: Dominikus Probst 2007: Tatort – Sterben für die Erben, Regie: Lars Montag 2008: Tatort – Seenot, Regie: René Heisig 2008: Mordshunger (nach einem Roman von Frank Schätzing), Regie: Robert Pejo 2009: Tatort – Herz aus Eis, Regie: Ed Herzog 2009: Frau Böhm sagt Nein, Regie: Connie Walther 2011: Tatort – Im Netz der Lügen, Regie: Patrick Winczewski 2011: Der letzte schöne Tag, Regie: Johannes Fabrick 2012: Tatort – Der Wald steht schwarz und schweiget, Regie: Ed Herzog 2013: Der Minister, Regie: Uwe Janson 2014: Alles Verbrecher – Eiskalte Liebe, Regie: Jürgen Bretzinger (zus. mit Susanne Schneider) 2014: Tatort – Mord ist die beste Medizin, Regie: Thomas Jauch 2015: Im Zweifel, Regie: Aelrun Goette 2016: Kästner und der kleine Dienstag, Regie: Wolfgang Murnberger 2016: Wunschkinder, Regie: Emily Atef 2017: Charité I (Fernsehserie, zus. mit Sabine Thor-Wiedemann) 2017: Der Polizist, der Mord und das Kind, Regie: Johannes Fabrick 2019: Charité II (Fernsehserie zus. mit Sabine Thor-Wiedemann) 2021: Die Welt steht still, Regie: Anno Saul 2023: Die Unschärferelation der Liebe, Regie: Lars Kraume
Auszeichnungen Adolf-Grimme-Preis 2010 für Frau Böhm sagt Nein Ernst-Schneider-Preis 2010 für Frau Böhm sagt Nein 3sat-Zuschauerpreis 2010 für Frau Böhm sagt Nein auf dem Fernsehfilm-Festival Baden-Baden Goldene Nymphe für den besten Fernsehfilm und Signis-Sonderpreis auf dem Festival de Télévision de Monte-Carlo 2012 für Der letzte schöne Tag Prix Italia 2012 für Der letzte schöne Tag 3Sat-Zuschauerpreis 2012 für Der letzte schöne Tag auf dem Fernsehfilm-Festival Baden-Baden Premios Ondas (Spanien) 2012 für Der letzte schöne Tag Grimme-Preis 2013 für Der letzte schöne Tag Gewinner der Gold World Medal für Der letzte schöne Tag bei den 55. New York Festivals International Television Programming and Promotion Awards in der Kategorie „Drama“ Deutscher Hörfilmpreis 2013 für Der letzte schöne Taghttps://www.deutscher-hoerfilmpreis.de/ Romyverleihung 2018 – Auszeichnung in der Kategorie Bestes Buch TV-Film für Kästner und der kleine DienstagKurier: Die Gewinner der Akademie-Romy 2018. Artikel vom 5. April 2018, abgerufen am 6. April 2018. Fernsehpreis der Österreichischen Erwachsenenbildung 2018 gemeinsam mit Wolfgang Murnberger für Kästner und der kleine Dienstagorf.at: ORF-Siegeszug bei Fernsehpreis der Erwachsenenbildung. Artikel vom 21. Juni 2018, abgerufen am 21. Juni 2018. Signis-Preis des internationalen Festivals in Monte Carlo 2018 für Der Polizist, der Mord und das Kind Prix spécial du jury de fiction européenne beim Festival de la Fiction TV de La Rochelle 2018 für Der Polizist, der Mord und das Kind (The Carlos Benede Story) 3sat-Zuschauerpreis 2018 für Kästner und der kleine Dienstag auf dem Fernsehfilm-Festival Baden-Baden Preis für „Bestes Drehbuch 2018“ von der Deutschen Akademie für Fernsehen für Kästner und der kleine Dienstag Film- und Fernsehpreis 2019 des Hartmannbundes für Charité II Jupiter Award 2020 für Charité II als „Beste TV-Serie National“ Deutscher Hörfilmpreis 2020 (Nominierung für Charité II in der Kategorie „TV“) International Emmy Award 2020 (Nominierung für Charité II als „Best Drama Series“) Venice TV Award 2020 (Nominierung für Charité II als „Best TV Series“) Romyverleihung 2022 (Nominierung in der Kategorie „Bester TV-Film“ und „Bestes Drehbuch“ für Die Welt steht still). Spezialpreis der Jury des Seoul International Drama Awards 2022 für Die Welt steht still. Ludwigshafener Drehbuchpreis 2023 für Die Unschärferelation der Liebe
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