mini|Freistehender Glockenturm zur Friedhofskapelle

Winkel ist ein Ortsteil der Stadt Uebigau-Wahrenbrück im südbrandenburgischen Landkreis Elbe-Elster und heute Teil der Verbandsgemeinde Liebenwerda. Der Ortsteil umfasst die Gemarkung Wildgrube. Er hat entsprechend der brandenburgischen Kommunalverfassung und der Hauptsatzung einen direkt gewählten Ortsvorsteher. Am 31. Dezember 2024 leben hier 146 Einwohner.Gemeinde- und Ortsteilverzeichnis des Landes Brandenburg. Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg (LGB), abgerufen im September 2026. Die Gesamtfläche des Ortes beläuft sich auf 4,562 km².

Geographische Lage mini|links|Winkel auf einer geschichtlichen Karte des Kreises Liebenwerda (1910).

Winkel liegt eineinhalb Kilometer östlich der Stadt Wahrenbrück und nördlich von Bad Liebenwerda an der Fernverkehrsstraße B 101. Der nördliche Nachbar ist Beutersitz. Westlich des Ortes befindet sich Rothstein. In der Nähe des Ortes fließen die Schwarze Elster und die Kleine Elster. Winkel liegt im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft.

Geschichte mini|Chronikstein

Winkel wurde 1300/1311 als Winkil erstmals erwähnt. Der Name beschreibt die Lage des Ortes an der Kleinen Elster und Schwarzen Elster gelegen.Emilia Chrome: Die Ortsnamen des Kreises Bad Liebenwerda. Akademie-Verlag, Berlin 1968. Seit 1309 gehört Winkil zu den Dörfern, die in Wahrenbrück Mahlfreiheit besaßen. Winkel war ein ritterschaftliches Dorf und gehörte nicht zum Amt Liebenwerda wie andere Dörfer in der Nähe. Matz von Naptitz verkaufte im Jahr 1499 Winkel an Georg von Hondorf auf Schmerkendorf (bei Falkenberg/Elster). Im Jahr 1577 verkauften die Herrn von Hondorf den Ort zusammen mit Marxdorf an Friedrich von Heuna zu Altbelgern. Ober- und Untergericht über Winkel standen im Jahr 1589 Hans Runge auf Triestewitz zu, die Steuern hingegen mussten ins Amt Liebenwerda entrichtet werden. Im Besitz der Familie (von) Runge verblieb Winkel bis zur Auflösung der erblichen Untertänigkeit. 1672 wurde ein Gotthelf Friedrich von Schönberg (1631–1708) in einem Dokument genannt.

Winkel hatte immer 15 Hufen. 1529 und 1555 wurde außerdem ein Gärtner erwähnt, nach 1618 sechs Gärtner. Während des Dreißigjährigen Krieges suchten die Bauern mit ihrem Vieh in einem moorigen Gelände an der kleinen Elster Schutz, der Ort wurde aber stark verwüstet.

Winkel war nach Wahrenbrück eingepfarrt und eingeschult.Erich Schindler: Heimatkundeblätter für Wahrenbrück und Umgebung. 15. April 1957. Im Jahre 1809 erhielt die Gemeinde ihr erstes Dorfsiegel, welches in der Mitte Beil, Stern und die Jahreszahl zeigt.uebigau-wahrenbrueck.de

1823 stellte das Rittergutsdorf Winkel den Antrag auf Ablösung seiner Dienste und Abgaben an das Rittergut Triestewitz bei Torgau. Jedoch wurden bis 1831 nur zwei Dienste abgelöst. Dafür hatten die Hüfner ein Dienstgeld zu entrichten. Von 1841 bis 1844 verweigerten die Hüfner jegliche Dienstpflicht gegenüber dem Rittergut. In dem gegen das Rittergut geführten Prozess unterlagen aber die Bauern und mussten danach wieder Hand- und Spanndienste leisten. In Winkel gab es aber auch Bauern die nur der Pfarre von Wahrenbrück unterstanden, und damit für Abgaben an das Rittergut Triestewitz befreit waren.Schwarze Elster, Nr 26(603), S. 12/13, 1986.

Ursprünglich lag Winkel im Gebiet des kurfürstlichen Amtes Liebenwerda. 1815 wurde durch die Verträge des Wiener Kongresses der Ort Winkel in den Landkreis Liebenwerda eingegliedert. Mit der Verwaltungsreform von 1952 blieb der Ort im Kreis Bad Liebenwerda.

Auf dem Friedhof steht hinter der Trauerhalle ein Kriegsdenkmal für die Gefallenen im Ersten Weltkrieg aus dem Ort.

Nach der deutschen Wiedervereinigung wurden neue Bundesländer anstelle der DDR-Bezirke gegründet und es erfolgten massive Umstrukturierungen. Die Gemeinde Winkel gelangte anlässlich der Kreisreform 1993 im neu gegründeten Bundesland Brandenburg in den Landkreis Elbe-Elster. Am 27. September 1998 wurde der Ort nach Wahrenbrück eingemeindet.Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1998. StBA, Statistisches Amt Brandenburg.

Im Jahr 2025 feierten die Einwohner mit Gästen das Dorfjubiläum.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner Jahr Einwohner 1618 137 1992 222 1816 99 1993 217 1875 290 1994 220 1890 290 1995 217 1910 233 1996 225 1925 213 2007 209 1933 230 2016 163 1946 320 2019 163

Politik mini|Gasthof zu den 3 Rosen Ortsvorsteher ist Jens Uhlemann (Stand Herbst 2025).

Kultur und Sehenswürdigkeiten Winkel hat mehrere Vereine, Sportgruppen und Stammtische. Besonders aktiv sind der Karnevalsverein und die 1873 gegründete Freiwillige Feuerwehr (FFW) Winkel. Die FFW öffnet auf Voranmeldung ihre Gebäude, auf einer Infotafel heißt es sogar Museum FFW.

Ein Rundwanderweg führt von Winkel nach Wahrenbrück vorbei am Sandberg, den Stachelnusslöchern und einem alten Torfstich. Radwanderwege nach Bad Liebenwerda und entlang der Schwarzen Elster, ein Wasserwanderer-Rastplatz und die Revitalisierung der Kleinen Elster in einem Modellprojekt machen den Ort für viele Besucher noch attraktiver. In der Gaststätte Zu den drei Rosen mit regionaler Speisekarte finden regelmäßig kulturelle Groß-Veranstaltungen statt.Lausitzer Rundschau, 10. Mai 2007, lokales: Bad Liebenwerda.

Weblinks

Ortsteil Winkel In: Webauftritt der Stadt Uebigau-Wahrenbrück.

Einzelnachweise

Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Elbe-Elster) Kategorie:Ersterwähnung 1300 Kategorie:Gemeindeauflösung 1998 Kategorie:Ort im Landkreis Elbe-Elster Kategorie:Geographie (Uebigau-Wahrenbrück)