Die Baureihe 218 der Deutschen Bundesbahn (DB) ist eine Baureihe vierachsiger Diesellokomotiven. Über viele Jahre hinweg war sie die häufigste und wichtigste Vertreterin der westdeutschen Streckendiesellokomotiven. Sie ist auch 2026 noch vereinzelt auf nicht elektrifizierten Strecken der Deutschen Bahn AG sowohl im Schienenpersonennahverkehr als auch im Güterverkehr anzutreffen. Sie fährt noch in Bayern zwischen Hof und Regensburg im Personennahverkehr.

Geschichte Die Lokomotiven der Baureihe 218 sind das zuletzt entwickelte Mitglied der V-160-Lokfamilie. In ihr wurden die viele Gemeinsamkeiten aufweisenden Entwicklungen der Baureihen V 160 bis V 169 (spätere 215 bis 219) zusammengefasst. Bei der 218 wurden von der Baureihe 217 die elektrische Zugheizung übernommen, von den Prototypen der Baureihe 215 übernahm man den 1840-kW-Motor (2500 PS), der einen Hilfsdieselmotor zum Betrieb des Heizgenerators überflüssig machte. Die elektrische Zugheizung und die Wendezugsteuerung machen die Baureihe 218 zu einer universell verwendbaren Lok.

1966 bestellte die DB zunächst zwölf Vorserien-Lokomotiven, für die die Baureihenbezeichnung V 164 vorgesehen war. Ab 1968 lieferte Krupp diese Lokomotiven aus, die dann von der DB aber gemäß dem nun geltenden neuen Nummerierungssystem als Baureihe 218 in Dienst gestellt wurden. Die Serienbeschaffung (unter zusätzlicher Beteiligung von Henschel, Krauss-Maffei und MaK in Kiel) mit 398 weiteren Maschinen erfolgte von 1971 bis 1979. Hinzu kam 1975 die verunfallte 215 112, die nach ihrer Instandsetzung zur 218 399 wurde. Die Lieferung erfolgte in vier Bauserien (218 101–170, 171–298, 299–398, 400–499), zwischen denen es geringe Veränderungen gab.

Die 2500 bis 2800 PS starken B’B’-Lokomotiven erreichen 140 km/h und werden sowohl im Reise- als auch im Güterzugdienst eingesetzt. Die 218 bewährten sich im Betriebsdienst und galten bis zum Jahr 2000 noch als die wichtigsten Streckendiesellokomotiven der Deutschen Bahn. Inzwischen ist die Neubeschaffung der Dieseltriebwagenflotte weit vorangeschritten, und immer mehr lokbespannte Züge werden durch Verbrennungstriebwagen (VT) ersetzt. Im Januar 2008 waren noch circa 220 Exemplare aktiv. Die Nachfolgebaureihe 245 wurde in deutlich kleineren Stückzahlen gebaut, da die meisten bisher von der Baureihe 218 gezogenen Züge auf Dieseltriebwagen umgestellt werden oder die Einsatzstrecken elektrifiziert werden, jedoch aufgrund anhaltender Probleme bei den neuen Fahrzeugen ein zuverlässiger Einsatz bisher nicht möglich war und von der Beschaffung weiterer 245er abgesehen wurde.

Varianten DB 218.9, die ehemalige DB-Baureihe 210

Die Bundesbahn stellte ab 1970 eine Serie von acht Lokomotiven der Baureihe 210 in den Dienst. Diese waren technisch weitgehend mit der Baureihe 218 identisch, konnten aber 160 km/h Höchstgeschwindigkeit fahren und hatten zur Leistungssteigerung eine Gasturbine erhalten.

Nach einem Brand in der Turbine der 210 008 am Silvestertag 1978 in Fürstenfeldbruck wurden die Turbinen zunächst stillgelegt, 1980/81 wurden die Turbinen ausgebaut und die Lokomotiven durch weitere Änderungen der Baureihe 218 angeglichen. Sie wurden so als 218 901 bis 908 in den Bestand aufgenommen.

Die umgebauten ehemaligen Gasturbinenlokomotiven blieben anfangs noch beim Bw Kempten und wurden wie die anderen Lokomotiven der Baureihe 218 eingesetzt. 1983 kamen die Lokomotiven zum Bw Braunschweig, ab 2001 nach Stendal. Zwischen den Jahren 2004 und 2006 wurden alle Lokomotiven der Baureihe 218.9 ausgemustert und später verschrottet.

DB-Baureihe 210.4 mini|hochkant|In Sandwichtraktion verkehren die Lokomotiven der DB-Baureihe 218 mit zweistöckigen Regional-Express-Zügen

Die zweite Besetzung als Baureihe 210 erfolgte bei der Deutschen Bahn AG. Im September 1996 richtete die DB eine durchgehende Intercity-Linie von München über Berlin bis Hamburg ein, in der Lokomotiven der Baureihe 120 mit Intercity-Wendezugsteuerwagen der Bauart Bimzf zum Einsatz kamen. Zwischen den Bahnhöfen Nauen und Berlin Zoologischer Garten war die Strecke allerdings nur teilweise elektrifiziert. Über diesen nicht elektrifizierten Abschnitt sollte der komplette Zug mitsamt einer Elektrolokomotive der Baureihe 120 von zwei Diesellokomotiven in Doppeltraktion geschleppt werden. Ursprünglich war sogar angedacht, die IC durchgehend von Hamburg bis Berlin mit 210-Doppeltraktion zu fahren, jedoch wurde ein solcher Einsatz durch den Baufortschritt bei der Elektrifizierung entbehrlich, so dass es nur zu einzelnen umlaufbedingten Leistungen dieser Art kam.

Es wurden dazu im September 1996 zwölf Lokomotiven der Baureihe 218 mit 2.050 kW-Motoren (2800 PS)Intermezzo in: Lok Magazin 9/2020, S. 66 ff. des Standorts Lübeck ausgesucht, die in besonders gutem Zustand waren (218 430 bis 434 und 218 456 bis 462). Bei ihnen wurden verstärkte Gelenkwellen eingebaut und somit eine Zulassung für 160 km/h Höchstgeschwindigkeit ermöglicht. Das Profil der Radreifen wurde nach DIN 5573 verändert, um den Sinuslauf der Lok bei höheren Geschwindigkeiten einzudämmen. Die Übersetzung des Getriebes blieb unverändert, der Wandler II wurde nun voll ausgefahren, jedoch wurden die Schutzvorrichtungen gegen Überdrehzahl angepasst. Die Loks bekamen anhand der damals gültigen Regeln, die zusätzliche Bremsanschrift R+H160 160t für die Anrechnung der hydrodynamischen Bremse bei Reisezügen in der Bremsstellung R+Mg. Bislang war es die einzige Baureihe mit dieser Bremsanschrift. Zusätzlich wurden ein anderer Geber für den Tacho und geänderte Tachos in den Führerständen eingebaut. Ein Tausch der I-60-Zugbeeinflussungseinrichtungen gegen Zeit- und Wegabhängige der Bauart I 60 R konnte in der kurzen Zeit nicht mehr stattfinden, sodass Fahrten mit über 140 km/h einen zusätzlichen Triebfahrzeugbegleiter erforderten. Darüber hinaus wurde lediglich die Baureihenbezeichnung von 218 in 210 geändert, die Ordnungsnummern blieben erhalten. Nachdem die Fahrdrahtlücke zwischen Nauen und Berlin geschlossen worden war, wurden die Lokomotiven noch eine Zeit lang weiter rund um Lübeck mit ihrer 160-km/h-Zulassung in normalen 218er-Umlaufplänen betrieben. Zum 31. Dezember 1998 wurden alle Lokomotiven zurückgebaut und erhielten ihre alte Bezeichnung zurück. Alle diese zur Baureihe 218 zurückgezeichneten Lokomotiven waren vereinzelt noch bei der DB oder privaten EVUen im Einsatz.

DB-Baureihe 218.8 mini|Zwei Lokomotiven der Baureihe 218 schleppen in Doppeltraktion eine ICE-3-Doppeltraktion auf der Schnellfahr­strecke Nürnberg–Ingolstadt abEinige 218er wurden zu Schlepplokomotiven für liegengebliebene oder schadfällig gewordene ICE-Züge auf den Schnellfahrstrecken Köln–Rhein/Main und Nürnberg–Ingolstadt umgebaut. Diese Lokomotiven erhielten die Baureihenbezeichnung 218.8, was sie von ihren Regio-Schwestermaschinen unterscheiden soll. Einige dieser Lokomotiven wurden für Schleppzwecke mit Übergangskupplungen Typ Scharfenberg ausgerüstet. 218 191 bis 2018 und 218 486 aktuell, werden im Bereich der S-Bahn Stuttgart für Schlepp- und Rangierarbeiten eingesetzt. 218 228 diente bis zur Ausmusterung im Jahr 2006 als Abschlepplokomotive im Bereich der S-Bahn Rhein-Main. Im Jahr 2013 diente 218 102 bis zur Ausmusterung im selben Jahr als Abschlepplokomotive der S-Bahn Rhein-Main. 218 474 wurde bei der S-Bahn Hamburg als Schlepplokomotive in Bestand übernommen und Ende April 2020 abgestellt und nach Engelsdorf überführt.

Insgesamt wurden bisher 15 Lokomotiven im Ausbesserungswerk Bremen-Sebaldsbrück (AW Bremen) zur 218.8 umgebaut, die auch in Doppeltraktion zum Einsatz kommen. Die im S-Bahnbereich eingesetzte, nicht umgenummerte Abschlepplokomotive 218 486 ist in Plochingen beheimatet.

Die 15 Lokomotiven der Baureihe 218.8 teilen sich auf die Betriebshöfe Frankfurt am Main (neun Lokomotiven) und Berlin-Rummelsburg (sechs Lokomotiven) auf. Die Lokomotiven werden an Knotenpunkten des Fernverkehrsnetzes bereitgehalten.

DB-Baureihe 225.8 Sieben zum Geschäftsbereich der DB Cargo übertragene Vorserienmaschinen erhielten die Baureihenbezeichnung 225.8. Diese wurden inzwischen ausgemustert.

Farbvarianten alternativtext=|mini|218 in Purpurrot, Ozeanblau/Elfenbein und Orientrot, 1990 in Hamburg-Altona Die Baureihe 218 hat zahlreiche Farbvarianten durchwandert. Die ersten 218er-Lokomotiven wurden noch in der für Diesellokomotiven üblichen Farbgebung in Purpurrot (RAL 3004) geliefert. Mit 218 217-8 und 218 218-6 wurden dann 1974 die ersten Versuchsträger für eine neue Farbgeneration vorgestellt: 218 218 wurde Anfang 1974 die erste Lokomotive der Bundesbahn in der neuen ozeanblau/elfenbeinfarbenen Lackierung. 218 217 erhielt einen daran angelehnten Versuchsanstrich in den TEE-Farben Purpurrot/Elfenbein (RAL 1001). Fortan wurde Ozeanblau (RAL 5020)/elfenbein zur neuen Standardfarbe für die 218, während die 218 217-8 in Purpurrot/Elfenbein ein Einzelstück blieb und im Jahr 2002 umlackiert wurde. 2010 wurde 218 105-5 in Anlehnung an 218 217-8 purpurrot/elfenbein lackiert, seit 2016 gehört sie der Eisenbahnbetriebsgesellschaft Neckar-Schwarzwald-Alb.

Erst Anfang des neuen Jahrtausends wurde mit der 753 001 (ex 217 001) eine zweite Lokomotive der V-160-Familie in Purpurrot/Elfenbein lackiert. Wenig später erhielt die ebenfalls für DB Systemtechnik fahrende 753 002 (ex 217 002) auch die purpurrot/elfenbeinfarbene Lackierung. Seit Dezember 2006 wurde wegen eingeschränkter Nutzungsmöglichkeit 753 002 an die Güterverkehrssparte der Bahn zurückgegeben, als 217 002 lief sie in Mühldorf. Anschließend gelangte sie nach Nürnberg zum BahnTouristikExpress (BTE) und verkehrt nun im Raum Aschersleben für die A.V.G. Ascherslebener Verkehrsgesellschaft.

Letzte Vertreterin in originaler ozeanblau/elfenbeinfarbener Lackierung war 218 320 von DB AutoZug. Sie trug noch abweichend von der späteren Regelfarbgebung kein graues, sondern ein teilweise blau lackiertes Dach. Bei ihrer Abnahme waren 218 315–339, 353–360, 376–405, 435, 436 und 463–466 mit einem ozeanblau lackiertem Dach versehen. Ab circa Juli 1976 wurden die Dächer der neu gelieferten Lokomotiven grau lackiert, da durch die Verschmutzung von der blauen Farbe bald nichts mehr zu sehen war. Die Lokomotiven 218 460 (Conny) und 218 446 besitzen nach ihrer Aufarbeitung 2016 und 2020 bei DB Regio Bayern Kempten jetzt wieder einen ozeanblau/elfenbeinfarbenen Anstrich.

Für das Projekt City-Bahn auf der Strecke Köln – Gummersbach (Aggertalbahn) wurden 1984 zehn Lokomotiven des Betriebswerks Hagen passend zum Wagenzug in Reinorange (RAL 2004) mit kieselgrauer unterer Seitenwand umlackiert, entsprechend der sogenannten Pop-Lackierung aus den frühen 1970er-Jahren. Nach Ende der City-Bahn-Erprobungsphase behielten sie noch bis in die 1990er-Jahre diesen Anstrich und wurden dann nach und nach im Rahmen ihrer Hauptuntersuchungen in das Ende 1987 eingeführte orientrote Farbschema (RAL 3031) mit weißem Lätzchen umgespritzt, zuletzt 218 135 im November 1996. Im September 2021 wurde 218 117-0 für die NeSA (Eisenbahnbetriebsgesellschaft Neckar-Schwarzwald-Alb) in Citybahn-Gestaltung lackiert.

Die letzte 218 im orientroten Farbschema war 218 156, die am 24. Januar 2009 ihre letzte Fahrt vor dem IC 118 (Innsbruck – Münster) im Abschnitt von Lindau (Bodensee) über Friedrichshafen nach Ulm absolvierte. Da 218 156 am 25. Januar 2009 Fristablauf hatte und nicht wieder aufgearbeitet wurde, verschwand mit dieser Lokomotive das orientrote Farbschema der Baureihe 218 von deutschen Schienen. Erst im Jahr 2018 kehrte diese Lackierung durch das private Eisenbahnverkehrsunternehmen Railsystems in Form von 218 402 zurück, mittlerweile besitzt Railsystems mit 218 319 und 218 376 zweite weitere orientrote Loks. Inzwischen kehrte auch diese Lackierung bei einer 218 der Deutschen Bahn zurück: 218 406 von DB Regio Bayern Kempten ist seit September 2023 erstmals in orientrot im Einsatz.