Dieser Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der deutschen Fußballnationalmannschaft der Frauen bei den Olympischen Sommerspielen. Im Medaillenspiegel belegt Deutschland den zweiten Platz und gewann nach den USA die meisten Medaillen (darunter 2016 erstmals die Goldmedaille).

Die Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen Übersicht Olympische Spiele in Teilnahme bis … Gegner Ergebnis Bemerkungen und Besonderheiten Atlanta 1996 Vorrunde Brasilien Vorrunde Bettina Wiegmann erzielt das erste olympische Tor Sydney 2000 Spiel um Platz 3 Brasilien Bronze Erste Bronzemedaille seit 1988 für eine deutsche Fußballnationalmannschaft Athen 2004 Spiel um Platz 3 Schweden Bronze Erneut Bronze Peking 2008 Spiel um Platz 3 Japan Bronze Bronze-Hattrick London 2012 – – – Nach dem Viertelfinal-Aus bei der Heim WM 2011 konnten sich die DFB-Frauen erstmals nicht für die olympischen Spiele qualifizieren Rio de Janeiro 2016 Finale Schweden Gold Erste Goldmedaille für eine deutsche Fußballnationalmannschaft Tokio 2020 – – – Deutschland schied bei der WM 2019 im Viertelfinale gegen Schweden aus. Da sich die britischen Verbände zuvor darauf geeinigt hatten eine gemeinsame Mannschaft nach Tokio zu schicken, sofern England eine der drei besten Mannschaften bei der WM würde, was dann geschah und neben Schweden auch die Niederlande ins WM-Halbfinale einzogen, verpasste Deutschland die Qualifikation. Paris 2024 Spiel um Platz 3 Spanien Bronze Vierte Bronzemedaille

Die Turniere Olympia 1996 in Atlanta Deutschland qualifizierte sich durch das Erreichen des WM-Viertelfinales 1995 für das erste olympische Frauenfußballturnier. Im Eröffnungsspiel gegen Japan erzielte Bettina Wiegmann das erste olympische Tor überhaupt. Am Ende stand ein mühsamer 3:2-Sieg. Im zweiten Spiel gegen Norwegen verlor die deutsche Elf mit 2:3 und stand somit unter Druck. Im letzten Gruppenspiel musste ein Sieg gegen Brasilien her, doch es langte nur zu einem 1:1-Unentschieden. Nach dem Turnier trat Bundestrainer Gero Bisanz zurück. Tina Theune-Meyer übernahm den Posten.

Olympia 2000 in Sydney Für die Spiele 2000 hatte sich auch Berlin beworben, war aber bei der Abstimmung in der zweiten Runde gescheitert. Die deutsche Mannschaft qualifizierte sich dann durch den Viertelfinaleinzug bei der WM 1999 als eine der drei besten europäischen Mannschaften.

Beim zweiten olympischen Turnier lief es um einiges besser als bei der ersten Teilnahme. Drei Siege standen nach Abschluss der Vorrunde zu buche. Zunächst besiegte man die Australierinnen mit 3:0. Danach wurde Brasilien mit 2:1 besiegt und erfolgreich Revanche genommen. Birgit Prinz erzielte in diesem Spiel den ersten olympischen Doppelpack. Zum Abschluss gab es einen 1:0-Sieg gegen Schweden. Als Gruppensieger zog die Theune-Meyer-Elf ins Halbfinale ein und traf dort auf Norwegen. Wieder war die DFB-Elf den Skandinavierinnen unterlegen. Die Entscheidung fiel durch ein ebenso unglückliches wie kurioses Eigentor von Tina Wunderlich. Im kleinen Finale gewann die deutsche Auswahl mit 2:0 gegen Brasilien und sicherte sich die Bronzemedaille. Es war die erste olympische Medaille für den DFB seit 1988.

Olympia 2004 in Athen Zu Beginn des dritten olympischen Frauenfußballturniers sorgte die DFB-Elf für einen Paukenschlag. Die Nationalmannschaft Chinas wurde mit 8:0 vom Platz gefegt. Birgit Prinz erzielte in diesem Spiel alleine vier Tore. Im zweiten Gruppenspiel wurde die Auswahl Mexikos mit 2:0 geschlagen und Deutschland war Gruppensieger. Nach einem 2:1-Sieg gegen Nigeria im Viertelfinale wartete im Halbfinale die Auswahl der USA, die in der Verlängerung die deutsche Mannschaft mit 2:1 besiegte. Im kleinen Finale bezwang die deutsche Elf durch ein Tor von Renate Lingor die schwedische Auswahl und die Theune-Meyer-Elf konnte sich zum zweiten Mal über die Bronzemedaille freuen.

Olympia 2008 in Peking Während der Weltmeisterschaft 2007 in China qualifizierte sich die deutsche Mannschaft für die Olympischen Spiele. Dort kam es im ersten Gruppenspiel zu einer „Neuauflage“ des WM-Finales gegen Brasilien. Beide Mannschaften konnten kein Tor erzielen. Im zweiten und dritten Spiel der Vorrunde gegen Nigeria und Nordkorea gelangen 1:0-Siege, so dass sich Deutschland als Gruppenzweiter hinter Brasilien für das Viertelfinale qualifizieren konnte. Dort traf Deutschland auf Schweden und gewann 2:0 nach Verlängerung. Im Halbfinale verlor Deutschland erstmals ein Spiel gegen Brasilien (1:4) und spielte im kleinen Finale gegen Japan. Das Team besiegte die Asiatinnen durch zwei Tore von Fatmire Bajramaj – die erst 10 Minuten vor ihrem ersten Tor eingewechselt wurde – mit 2:0 und belegte somit erneut Platz 3.

Olympia 2012 in London Durch das Ausscheiden im Viertelfinale der Weltmeisterschaft 2011 gegen den späteren Weltmeister Japan verpasste die deutsche Mannschaft das olympische Fußballturnier in London, da Frankreich und Schweden das Halbfinale erreichten und damit die beiden vakanten europäischen Startplätze erhielten.

Olympia 2016 in Rio de Janeiro mini|Die deutsche Mannschaft vor ihrem Auftaktspiel bei den Olympischen Spielen 2016 gegen Simbabwe

Durch das Erreichen des Viertelfinales bei der Weltmeisterschaft 2015 sicherte sich die deutsche Mannschaft einen der drei europäischen Startplätze, da aus Europa neben Deutschland nur England und Frankreich das Viertelfinale erreicht hatten. Für die Gruppenauslosung wurde die deutsche Mannschaft zusammen mit Gastgeber Brasilien und Weltmeister USA in Topf 1 gesetzt. Die beiden anderen europäischen Starter Frankreich und Schweden, das sich bei einem separaten Turnier den dritten europäischen Startplatz gesichert hatte, wurden zusammen mit Australien in Topf 2 gesetzt. Da nicht zwei Mannschaften aus einer Konföderation in eine Gruppe gelost werden können, stand schon vor der Auslosung fest, dass Deutschland auf Australien treffen wird. Als weitere Gegner wurden Kanada und Neuling Simbabwe zugelost, gegen den Deutschland noch nie gespielt hat. Deutschland startete gegen den Olympianeuling mit einem 6:2, musste sich dann gegen Australien mit einem 2:2 begnügen, das Kapitänin Saskia Bartusiak erst in der 89. Minute sicherte. Gegen Kanada, gegen das zuvor 12-mal gewonnen wurde, ging Deutschland zwar durch einen frühen von Melanie Behringer verwandelten Strafstoß in Führung, musste aber gegen die bereits für das Viertelfinale qualifizierten Kanadierinnen, die ohne ihre Rekordnationalspielerin und -torschützin Christine Sinclair sowie Janine Beckie antraten, die in den ersten beiden Spielen drei Tore erzielt hatte, noch zwei Gegentore durch Melissa Tancredi hinnehmen und verlor damit erstmals gegen Kanada. Da Australien, das im Parallelspiel Simbabwe ebenfalls mit 6:1 besiegte, gegen Kanada mit 0:2 verloren hatte, wurde Deutschland Zweiter und traf im Viertelfinale auf China. Nach einem 1:0-Sieg nutzte die Mannschaft die Chance, sich im Halbfinale für die Vorrundenniederlage gegen Kanada zu revanchieren, um erstmals das Finale zu erreichen. In diesem setzte sich Deutschland mit 2:1 gegen Schweden durch und gewann somit die erste Goldmedaille in der Historie des deutschen Fußballs.

Olympia 2021 in Tokio Durch die Viertelfinalniederlage bei der Weltmeisterschaft 2019 gegen Schweden verpasste die deutsche Mannschaft die für 2020 angesetzten Olympischen Spiele in Tokio, die dann wegen der COVID-19-Pandemie um ein Jahr verschoben werden mussten. Neben Schweden konnten sich noch England und die Niederlande für das Halbfinale der WM qualifizieren und nur die drei besten europäischen Mannschaften der WM konnten sich für die Olympischen Spiele qualifizieren. Im Unterschied zu 2015 hatten sich die britischen Verbände zuvor darauf geeinigt, eine gemeinsame Mannschaft nach Tokio zu schicken, wenn England eine der drei besten Mannschaften bei der WM würde.

Olympia 2024 in Paris Für die Teilnahme der europäischen Mannschaften war erstmals nicht das Abschneiden bei der vorherigen Weltmeisterschaft entscheidend, sondern die Platzierung bei der erstmals ausgetragenen UEFA Women’s Nations League. So konnte sich die deutsche Mannschaft, die bei der WM erstmals bereits in der Gruppenphase ausschied, wodurch die Qualifikation verpasst worden wäre, als Dritte des im Februar 2024 ausgetragenen Final Four Turnieres doch noch qualifizieren. Dabei startete die Qualifikation holprig, denn zum Auftakt wurde in Dänemark mit 0:2 verloren, wobei Co-Trainerin Britta Carlson die nach der WM erkrankte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg vertrat. Als deren Vertrag im November 2023 aufgelöst wurde, übernahm interimsweise wieder Horst Hrubesch die Mannschaft. Unter ihm gelang dann noch der Gruppensieg und die Qualifikation für das Final-Four-Turnier. Hier wurde zwar gegen Olympiagastgeber Frankreich im Halbfinale verloren, das Spiel um Platz 3 aber gegen die Niederlande gewonnen und damit konnte das Olympiaticket gebucht werden.

Bei der Auslosung der Endrundengruppen war die deutsche Mannschaft zusammen mit Japan und Kanada Topf 2 zugeordnet. Da in Topf 1 die beiden anderen europäischen Mannschaften Frankreich und Spanien zusammen mit den USA gesetzt waren und nicht zwei Mannschaften einer Konföderation in eine Gruppe durften, stand schon vor der Auslosung fest, dass die deutsche Mannschaft in die Gruppe mit Rekordolympiasieger USA gelost werden musste. Zugelost wurde zudem Australien und eine afrikanische Mannschaft, die sich erst nach der Auslosung qualifizieren konnte. Dies wurde Sambia, gegen das im dritten Gruppenspiel gespielt wurde und gegen das in der Vorbereitung auf die WM 2023 mit 2:3 verloren wurde. Mit Siegen gegen Australien (3:0) und Sambia (4:1) bei einer Niederlage gegen die USA (1:4) qualifizierten sich die deutschen Fußballerinnen für das Viertelfinale und trafen dort auf Titelverteidiger Kanada. Die Kanadierinnen gewannen in ihrer Gruppe alle drei Spiele, da ihnen aber wegen der Drohnenaffäre sechs Punkte abgezogen wurden, wurden sie nur Gruppenzweite. Nach torlosen 120 Minuten gewann die deutsche Mannschaft das Elfmeterschießen mit 4:2, wobei Torhüterin Ann-Katrin Berger zwei Elfmeter halten und einen selber verwandeln konnte. Auch gegen die USA blieben im Halbfinale die ersten 90 Minuten torlos, so dass es abermals zur Verlängerung kam, in der den US-Amerikanerinnen nach fünf Minuten das einzige Tor des Spiels gelang und die deutsche Mannschaft somit gegen Spanien zum vierten Mal um die Bronzemedaille spielte und diese durch einen 1:0-Sieg gewann. Das entscheidende Tor erzielte Giulia Gwinn per Elfmeter, wobei Berger in der neunten Minute der Nachspielzeit eine mögliche Verlängerung durch das Halten eines Elfmeters verhindern konnte.

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