Die Geschichte AMDs handelt von der Unternehmensgeschichte des amerikanischen Chipherstellers Advanced Micro Devices (AMD) sowie der Geschichte seiner Produkte.

Unternehmensgeschichte Gründungsjahr

AMD wurde am 1. Mai 1969 (im Geschäft seit dem 20. Juni 1969) durch Jerry Sanders III und Edwin Turney unter dem Namen „Sanders Association“ gegründet und ist im US-Bundesstaat Delaware registriert.

Die achtköpfige Gründungsmannschaft bestand aus Jerry Sanders III, Ed Turney, John Carey, Sven Simonsen, Jack Gifford, Frank Botte, Jim Giles und Larry Stenger. Jerry Sanders hatte vorher als Marketing- und Vertriebschef bei Fairchild Semiconductor gearbeitet, wo ihm jedoch gekündigt wurde, wie auch seinem Nachfolger Ed Turney. Sanders hatte ursprünglich vorgehabt, sich der Schauspielerei zu widmen, was wegen Gesichtsverletzungen bei einer Schlägerei aber nicht mehr möglich war. Daher beabsichtigte Sanders, ein Elektronikunternehmen zu gründen, um Schaltkreise herzustellen. Dazu rief er seinen Freund Ed Turney an und fragte, ob sie ein Unternehmen gründen wollten. Ed Turney dachte immer noch, Sanders wolle ins Showgeschäft, und war überrascht, dass Sanders statt Schallplatten Schaltkreise herstellen wollte.

Um das Vorhaben zu verwirklichen, benötigten sie 1,5 Mio. US-Dollar Startkapital. Sie versuchten es unter anderem beim Risiko-Kapitalgeber Arthur Rock, der schon Intel mit 2,3 Mio. US-Dollar Startkapital geholfen hatte. Jedoch sagte Rock, dass es zu spät sei (nachdem er den 70 Seiten langen Geschäftsplan gelesen hatte), da es schon zu viele Anbieter auf diesem Sektor gebe, und dass Unternehmen, die von Marketingleuten geführt werden, sehr oft pleitegingen.

Sanders Anwalt Tom Skornia wandte sich daraufhin an Intel-Gründer Robert Noyce. Trotz einiger Unzulänglichkeiten im Geschäftsplan wurde Noyce Gründungsanleger von AMD und setzte damit ein Zeichen für weitere Investoren, und am 20. Juni 1969 war das Geld bereitgestellt.

Ab November 1969 war die Technik so weit, dass man den Produktionsbetrieb von integrierten Schaltkreisen aufnehmen konnte.

Entwicklung vor 2000 Mit dem Am2501 () wurde 1970 das erste selbstentwickelte Produkt auf den Markt gebracht.

1973 wurde in Penang in Malaysia das erste Halbleiterwerk außerhalb der Vereinigten Staaten errichtet.

1975 wurde mit der Herstellung des Am9102 die Produktion von Speicherchips aufgenommen.

1979 ging das Unternehmen an die Börse. Im selben Jahr nahm in Austin (Texas) ein weiteres Werk die Produktion auf, und AMD erwarb eine Lizenz von Intel zur Herstellung der Prozessoren vom Typ 8086 und 8088. 1986 wurde dieser Vertrag seitens Intel jedoch wieder gekündigt, was einen Rechtsstreit nach sich zog.

Im Jahr 1987 verschmolz AMD mit der Monolithic Memories, Inc.

1993 wurde ein Joint Venture mit Fujitsu Limited zur Produktion von Flash-Speicher gegründet – die Fujitsu AMD Semiconductor Limited (kurz FASL).

Im Jahr 1996 übernahm AMD den CPU-Hersteller NexGen.

Mit Motorola wurde ab 1998 gemeinsam eine Prozesstechnologie basierend auf Kupfer-Verbindungen entwickelt.

1998 eröffnete AMD in Dresden die Fab30, eine der modernsten Chipfabriken weltweit. Dort wurden ausschließlich Prozessoren produziert, genauer gesagt die Wafer mit vielen Prozessoren darauf. Das Zerlegen der Wafer in einzelne Dies und die Endmontage des Prozessors, das so genannte Packaging, erfolgte jedoch in einem anderen AMD-Werk. Das geschätzte Investitionskapital von 1,9 Milliarden US-Dollar wurde teilweise durch staatliche Förderung aufgebracht.

Entwicklung ab 2000 2002 übernahm AMD die CPU-Schmiede Alchemy, die mit High-End-Low-Power-Embedded-Prozessoren mit MIPS-Architektur auf sich aufmerksam machte. Das deutsche Unternehmen Mycable gehörte zu den ersten Kunden für diese Prozessoren und entwickelte ein vollintegriertes, sehr kleines CPU-Modul, welches auch seinen Weg in die Hall-of-Fame bei AMD machte. Nachfolger von Jerry Sanders III. wurde Héctor Ruiz.

2003 wurde zur Erweiterung der Embedded-Produktpalette die Geode-Serie (weitestgehend x86-konform) von National Semiconductor übernommen. Die Geode-CPUs basieren auf dem Design des 5x86 von Cyrix. Die Fujitsu AMD Semiconductor Limited (kurz FASL) wurde im Mai 2003 in FASL LLC, im Jahr 2004 dann in Spansion umbenannt. AMD und Fujitsu haben ihre gesamte Flash-Produktion an FASL bzw. Spansion übergeben.

Im Mai 2004 fand in Dresden das Richtfest für eine neue Fabrik statt, die Fab 36, in der ab 2005 produziert wurde. Dort wurden auf 300-mm-Wafern 64-Bit-Prozessoren mit SOI-Technik () gefertigt.

Am 21. April 2005, drei Tage nach Intel, stellte AMD offiziell seine ersten Zweikern-CPUs der Reihen Opteron und Athlon 64 vor. Ende 2005 wurde Spansion wegen anhaltender Verluste als eigenständige Aktiengesellschaft ausgegliedert. Damit endete die lange Produktion von Flash-Speichern durch AMD.

Die Alchemy-Prozessorsparte wurde am 13. Juni 2006 an die Raza Microelectronics (RMI) übergeben. AMD verkauft diese Prozessoren aber weiterhin unter dem eigenen Namen. Die Entwicklungsabteilung für die Geode-Prozessoren wurde im Juli 2006 geschlossen. Es kamen somit keine weiteren Geode SoCs mehr auf den Markt. Am 13. Juli 2006 gab AMD bekannt, dass erste K8-Prozessoren vom Fertigungspartner und Auftragsfertiger Chartered Semiconductor Manufacturing aus Singapur geliefert wurden. AMD hatte damit seine Fertigungskapazitäten deutlich erhöht.

Am 24. Juli 2006 gab AMD die beabsichtigte Übernahme von ATI Technologies, einem führenden Anbieter von Computergrafik-Chips, bekannt. Die ATI-Aktionäre erhielten im Rahmen der Übernahme rund 4,3 Milliarden US-Dollar in bar sowie 58 Millionen AMD-Aktien, was insgesamt einem Übernahmewert von knapp 5,4 Milliarden US-Dollar entsprach. Finanziert wurde die Übernahme aus AMDs liquiden Mitteln sowie einem Kredit von Morgan Stanley Senior Funding in Höhe von rund 2,5 Milliarden US-Dollar. Die Transaktion wurde am 25. Oktober 2006 abgeschlossen; sie gilt in der Halbleiterbranche aufgrund der besonderen Konstellationen (kaum direkte Konkurrenz dieser Unternehmen, unterschiedliche Forschungsgebiete) als beispiellos. Es wurde davon ausgegangen, dass AMD mit ATI-Produkten ähnliche Marketingkonzepte wie Intel mit Viiv oder Centrino kreieren wollte. Erste signifikante Ergebnisse dieser Übernahme erreichten im Jahr 2011 mit den Produkten unter dem Codenamen AMD Fusion den Markt, die sowohl Hauptprozessor als auch Grafikprozessor in einem Chip zusammenfassen. AMD behielt zunächst den Markennamen ATI für Grafikprozessoren und andere Produkte bei, die Gesellschaft selbst wurde aber komplett integriert. Im Jahr 2011 wurden auch die Grafikprozessoren auf den Markennamen „AMD“ umgestellt.

Am 16. November 2007 gab AMD den Einstieg von Mubadala Investment, einer staatlichen Investitionsgesellschaft des Emirates von Abu Dhabi, bekannt. Demnach investierte Mubadala etwa 622 Millionen US-Dollar und erhielt dafür 49 Millionen Aktien zum Stückpreis von 12,70 US-Dollar pro Aktie, was einen Anteil von 8,1 Prozent an dem amerikanischen Halbleiterkonzern ausmacht.Mubadala: AMD announces $622m investment by Mubadala Development Company (Pressemitteilung vom 16. November 2007)

In den verlustbehafteten Jahren verkaufte AMD Ende 2008 die ultramobile CPU-GPU-Sparte an Qualcomm, die man im Zuge der ATI-Übernahme mit übernommen und in der Zwischenzeit auf den Markennamen AMD Imageon umgestellt hatte.

Am 8. September 2008 erklärte AMD-CEO Dirk Meyer gegenüber dem US-Wirtschaftsmagazin Fortune, dass sich AMD (Original: ). Damit war die wirtschaftliche Abtrennung der Fertigungsanlagen auf dem Wege. Am 7. Oktober 2008 gab AMD schließlich bekannt, seine Chip-Fabs in eine zusammen mit der Investmentfirma Advanced Technology Investment Company (ATIC) aus Abu Dhabi betriebene Foundry namens The Foundry Company auszugliedern. Im März 2009 wurde der offizielle Name der ausgegründeten Firmensparte bekanntgegeben: GlobalfoundriesAchim Sawall: AMD nennt Fabrikensparte Globalfoundries. Auf: golem.de. 4. März 2009. Globalfoundries Inc., abgerufen am 4. März 2009

Im Januar 2011 trat Dirk Meyer von seinen Funktionen bei AMD zurück. Weitere hochrangige Mitarbeiter wie etwa Rick Bergman folgten noch im selben Jahr., xbitlabs.com, 22. September 2011

Rory P. Read wurde im August 2011 zum neuen CEO. Erste Umstrukturierungsmaßnahmen wurden im November 2011 angebahnt, weswegen etwa 1400 Mitarbeiter gehen mussten., xbitlabs.com, 9. November 2011

Im März 2012 trennte AMD sich von verbliebenen Anteilen an Globalfoundries und verlor damit auch jedes Mitspracherecht im Aufsichtsrat.Michael Günsch: AMD stößt verbliebene Globalfoundries-Anteile ab, computerbase.de, 5. März 2012 Am 23. März 2012 vermeldet AMD den Abschluss der Akquisition des Mikroserverspezialisten „SeaMicro“ für 334 Millionen US-Dollar., Pressemitteilung, 23. März 2012 Im Juni 2012 gründete AMD mit einigen anderen Partnern wie ARM oder Qualcomm die HSA Foundation. Diese hat den Zweck, die Unterstützung dieser CPU-Architektur durch die Softwareindustrie zu stärken.

Nach einem starken Umsatzrückgang und weiterhin pessimistischen Aussichten auf dem PC-Markt vermeldete AMD im Oktober 2012, dass 15 Prozent der Belegschaft noch im selben Jahr entlassen und einige Standorte zusammengelegt werden sollten.Computerbase.de: AMD macht Verluste und entlässt 15 Prozent der Belegschaft, 18. Oktober 2012

Im Dezember 2019 trat AMD als der erste große Hardwarehersteller der Blockchain Game Alliance bei. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss mehrerer im Blockchainbereich aktiver Unternehmen, die die Anwendungsmöglichkeiten dieser Technologie in der Videospielbranche zu erforschen versucht und öffentlich für den Einsatz blockchainbasierter Inhalte in Videospielen wirbt. Vgl.

Im Oktober 2020 gab AMD bekannt, den FPGA-Hersteller Xilinx für 35 Mrd. US-Dollar zu übernehmen. Im Februar 2022 schlossen AMD und Xilinx die Übernahme ab. Xilinx wird eine 100-prozentige AMD-Tochter, soll aber weiter unter eigenem Namen agieren. Bereits 2015 hatte Intel den FPGA-Hersteller Altera übernommen.

Im August 2024 vereinbarte AMD die Übernahme von ZT Systems für rund 4,9 Milliarden US-Dollar. ZT Systems bietet Design und Herstellung von Serversystemen für „Hyperscaler“ (die größten Technologieunternehmen), insbesondere für Berechnungen in den Bereichen Künstliche Intelligenz und Cloud Computing an. AMD hat angekündigt, dass es den Geschäftsbereich Herstellung danach wieder verkaufen will und nur das Systemdesign-Geschäft behält.

Produktgeschichte Mikroprozessoren Am2900-Familie 180px|mini|Ein AMD Am2901.

1975 stellte AMD die Am2900-Familie vor; eine Reihe von ICs, mit denen sich leicht nach dem Bit-Slice-Konzept selbst an eigene Bedürfnisse angepasste mikroprogrammierbare Prozessoren entwickeln ließen. Der Am2901 war als vier Bit breite arithmetisch-logische Einheit Kern der Serie. Mit dem Am2902, einem Carry-Look-Ahead-Generator und dem Am2904-Wortrandbaustein konnte man damit Rechenwerke mit einer Breite eines Vielfachen von vier Bit zusammensetzen. Außerdem stellte noch der Am2910 ein Mikroprogrammsteuerwerk bereit. Einer der Hauptabnehmer war die Digital Equipment Corporation, welche mit Am2900-Bauteilen die bekannte PDP-11-CPU implementierte.

Am29116 Nahe dem Ende der Bit-Slice-Bausteine stellte AMD einen Hybriden vor: einen bipolaren, mikroprogrammierbaren Hochgeschwindigkeits-Mikroprozessor, den Am29116, entwickelt für den Embedded-Markt. Der Chip enthielt beinahe alles für den Bau einer 16-bit CPU: ALU, die wichtigsten Register, 32 Worte Stack, sowie Einheiten für Multiplikation und Bitmanipulation. Dazu benötigte man lediglich einen Mikroprogrammspeicher (vorgeschlagen wurde das EPROM Am27C517) und – je nach Größe des Mikroprogramms – mindestens einen kaskadierbaren Mikroprogrammsequenzer Am29112.

Am29000 (29k) RISC-CPUs mini|AMD 29000