Der englische Schriftsteller J. R. R. Tolkien entwarf eine Mythologie, die eine fiktive Vergangenheit für Arda, die Erde, darstellen sollte, deren bekanntester Kontinent Mittelerde ist. Sie ist der Handlungsort der Romane Der Hobbit (1937) und Der Herr der Ringe (1954/55) und der nach seinem Tod veröffentlichten Werke Das Silmarillion (1977) und die Nachrichten aus Mittelerde (1980). Tolkien schuf in seinen Werken diese umfassende Welt mit eigener Geschichte und aufeinander aufbauenden Sprachen, Völkern, Mythen und Sagen. Viele der fiktiven Gegenstände in Tolkiens Welt haben eine besondere, oft mythisch aufgeladene Bedeutung, die sich auch darin zeigt, dass diese oft „sprechende“ Namen besitzen, die auf ihre Herkunft, ihre Eigenschaften oder ihre schicksalhafte Bestimmung hindeuten.

Tolkien setzte neue Maßstäbe, indem er als einzelner Autor eine ganze Welt erfand und beschrieb. Er gilt als einer der Begründer der modernen Fantasy-Literatur, die sein Vorbild maßgeblich prägte.

Die von J. R. R. Tolkien in mehreren Romanen beschriebene Welt Arda gehört zu den komplexesten Weltenschöpfungen der phantastischen Literatur. Einige der fiktiven Orte auf Arda – insbesondere auf dem Kontinent Mittelerde – sind so bekannt, dass sie zum Allgemeingut der Populärkultur gehören. In den verschiedenen Sprachen und Schriften in Tolkiens Welt existieren für viele Örtlichkeiten unterschiedliche Namen und Bezeichnungen.

Die folgende Aufzählung bezieht sich ausschließlich auf die Romane und Schriften Tolkiens. Die dreiteilige Verfilmung des Romans Der Herr der Ringe stellt manche Zusammenhänge anders dar.

Die Schreibweise der Eigennamen und einiger anderer Zusammenhänge richtet sich bei Abweichungen zwischen den beiden deutschen Übersetzungen des Herrn der Ringe nach der älteren von Margaret Carroux, da diese noch in Zusammenarbeit mit Tolkien entstand. Die Unterschiede zur Übersetzung Wolfgang Kreges sind in manchen Fällen mit angegeben.

Wortherkunft In den Geschichten über Mittelerde tauchen viele fremdartig klingende Worte und Namen auf. Da von den Elben und Dúnedain überwiegend Sindarin, eine von Tolkien entwickelte Elbensprache, gesprochen wurde, entstammen die Namen der Personen oder Gegenstände und die Ortsbezeichnungen auf dieser Seite überwiegend dieser Sprache. Sollte eine Bezeichnung der anderen Elbensprache, dem Quenya, entstammen, so wird dies durch ein (Q.) angegeben. Die Personennamen können auch anderen Sprachschöpfungen aus Tolkiens Welt entstammen.

Magie in Tolkiens Welt Die meisten der hier aufgeführten Gegenstände können als magisch bezeichnet werden, wobei Begriffe wie Magie und Zauberei Tolkien zufolge vor allem von Menschen und Hobbits für ihnen unverständliche Phänomene gebraucht werden. Die Elben kennen drei Begriffe, die für sie völlig verschiedene Konzepte bezeichnen:J. R. R. Tolkien: Late Notes on Verb Structure. in: Parma Eldalamberon, Ausgabe 22 Wunder werden von dem Einen gewirkt, in der Regel durch Stellvertreter. Nur sie sind tatsächliche Änderungen der natürlichen Ordnung. Curu bedeutet Geschicklichkeit. Es bezeichnet außergewöhnliche und unerklärliche Kräfte, insbesondere des Geistes, die es ermöglichen, den eigenen Willen zu verwirklichen. Es entspricht annähernd der weißen Magie. Guldur oder Morgul bedeutet schwarze Kunst oder Hexerei. Hierzu gehören die Blendwerke Melkors und Saurons, aber auch Nekromantie. Es entspricht etwa der schwarzen Magie.

Schmuck- und Erbstücke Ringe der Macht Es gibt 20 Ringe der Macht, die im Ringgedicht beschrieben werden:

Alle Ringe der Macht außer dem Einen Ring des Dunklen Herrschers sind mit Steinen besetzt. Sie haben in Der Herr der Ringe eine zentrale Bedeutung. Mit Ausnahme des Einen Rings werden alle Ringe der Macht von den Noldor-Elben in den Schmieden von Eregion gefertigt; die späteren neun Ringe der Menschen und die sieben Ringe der Zwerge sogar unter direkter Führung von Sauron, der sich unter dem falschen Namen Annatar (Q.) („Herr der Geschenke“) als Freund der Elben ausgibt. Besonders Celebrimbor fertigt unter den Ratschlägen von Annatar den Großteil der Ringe an.J.R.R. Tolkien: Das Silmarillion. ISBN 3-608-93521-5, S. 386 f.

Als Sauron Eregion erobert, nimmt er die neun Ringe an sich und erfährt durch die Folter von Celebrimbor auch, wo sich die sieben Ringe befinden. Nur die drei Ringe bleiben vor Sauron verborgen. Später verteilt der Dunkle Herrscher die von ihm eroberten sechzehn Ringe wieder, um die Könige der Menschen und Zwerge an seinen Willen zu binden.J.R.R. Tolkien: Das Silmarillion. ISBN 3-608-93521-5, S. 387 f.

Der Eine Ring Der Eine Ring (auch Meisterring, Ring der Macht oder Isildurs Fluch genannt) wird vom Dunklen Herrscher Sauron im zweiten Zeitalter heimlich in den Feuern des Schicksalsberges in Mordor geschmiedet. Er lässt einen großen Teil seiner eigenen Macht in den Ring fließen, um diesem Kraft zu verleihen und die anderen Ringe der Macht zu beherrschen. Allerdings bindet sich der Dunkle Herrscher mit dieser Tat auch unwiderruflich an das Schicksal des Rings und geht somit zugrunde, als der Ring zerstört wird.

Die auf Innen- und Außenseite des Ringes eingravierte Inschrift lautet in der Schwarzen Sprache: mini|120px|Der Eine Ring

Sichtbar wird diese Inschrift mit dem Zitat aus dem Ringgedicht nur unter dem Einfluss von großer Hitze.

Der Eine Ring hat die Macht, diese anderen Ringe zu unterwerfen und ihre Träger zu verderben und schließlich zu Dienern Saurons zu machen. Der Ring kann seine Größe verändern, scheint einen eigenen Willen zu haben und versucht, zu Sauron zu gelangen, wenn dieser ihn nicht trägt. Streift ein Träger, über den er Macht hat, sich den Ring über den Finger, wird er unsichtbar. Der Träger selbst befindet sich dann in einer Schattenwelt und steht mit Sauron in Kontakt. Er kann von ihm und den Ringgeistern geortet werden. Außerdem macht er die wahre Gestalt der Ringgeister sichtbar, wenn sich diese in der Nähe befinden. Seine Macht und sein Einfluss auf den Träger sind so groß, dass er selbst für ehrbare Personen und deren beste Freunde eine Gefahr darstellt. Zudem verlängert er das Leben seines Trägers, wenn er lange in dessen Besitz ist, beträchtlich, wie bei dem Geschöpf Gollum, das durch den Einen Ring eine unnatürlich lange Lebensdauer erhielt und auch Bilbo wird älter als jeder andere Hobbit vor ihm.

Die Macht zu verderben und zu betrügen, die dem Ring innewohnt, ist untrennbar mit dem Wesen und dem Schicksal des Ringes verbunden. Solange der Ring existiert, folgt er seinem eigenen Willen, selbst wenn er dem jeweiligen Besitzer zu dienen scheint. In gewisser Weise strebt der Ring nach absoluter Kontrolle über den Träger, um so zu Sauron, seinem einzig wahren Herrn, zurückzukehren, denn so wie die Macht des Ringes ursprünglich von Sauron kommt, ist auch sein Wille der Saurons, der den Ring nur durch Betrug an den Noldor von Eregion erschaffen konnte. So betrügt und verdirbt er Besitzer um Besitzer, wobei die Mächtigen ihm am schnellsten verfallen.

Der Ring ist im Herrn der Ringe das zentrale Objekt der Begierde, denn der Träger verspricht sich von ihm allumfassende Macht. Da er nur an jenem Ort zerstört werden kann, an dem er erschaffen wurde, macht sich Frodo Beutlin mit acht Gefährten auf den Weg, um den Schicksalsberg zu erreichen und dort den Ring in dem Feuer zu vernichten. Nachdem diese Aufgabe erfüllt ist, verliert Sauron auch seine verbliebene Macht, und somit auch die Fähigkeit, sich eine körperliche Gestalt zu schaffen.

Träger des Einen Ringes waren nach Sauron: Isildur, Déagol, Sméagol/Gollum, Bilbo Beutlin, Frodo Beutlin sowie Samweis Gamdschie. Andere Figuren, die den Ring offen begehrten, waren Saruman, Denethor und Boromir. Bilbo Beutlin und Samweis Gamdschie sind die Einzigen, die den Einen Ring freiwillig aufgegeben haben. Außerdem nimmt Tom Bombadil den Ring kurz in die Hand und steckt ihn auf den kleinen Finger, ist gegen dessen Wirkung jedoch vollkommen immun. Der Zauberer Gandalf lässt sich von Frodo den Ring geben, um ihn einer Feuerprobe zu unterziehen, steckt ihn dabei jedoch nicht auf den Finger.

Die Drei Ringe der Elben Diese drei Ringe sind die einzigen der 20 großen Ringe, die von Sauron nie berührt wurden und somit rein von seinem Einfluss bleiben. Sie werden etwa im Jahr 1590 des Zweiten Zeitalters von Celebrimbor in Eregion geschaffen. Die drei Ringe zeigen ihre Macht, indem sie die Schönheit aller Dinge erhalten und bewahren. Als der Krieg der Elben gegen Sauron beginnt, erhält Celebrimbor von Galadriel den Rat, die Ringe zu verbergen. Sie erhält von ihm Nenya, den Ring des Wassers aus Adamant und Mithril. Vilya (der mächtigste der drei Ringe), den Ring der Luft aus einem blauen Saphir und Gold, sowie Narya, den Ring des Feuers verziert mit einem Rubin, vertraut er Gil-galad an. Dieser übergibt sie dann an Elrond und Círdan, bevor er stirbt. Am Ende des dritten Zeitalters enthüllt Gandalf, dass er der Hüter Naryas ist, denn Círdan gab ihm den Ring, damit er die schwere Last, die auf ihn wartete, besser ertragen könne. Als der Eine Ring vernichtet ist, erlischt auch die Macht der Drei, und deren Träger, Gandalf, Elrond und Galadriel verlassen Mittelerde.

Die Neun Ringe der Menschen Das größte Verderben erreichen die neun Ringe der Menschen, denn die Ringträger, die unter anderem Fürsten númenorischer (Q.) Abstammung waren, verwandeln sich langsam in Nazgûl (Ringgeister, auch Úlairi (Q.) genannt) und werden zu den treuesten Dienern Saurons. Ihr Anführer ist der Hexenkönig von Angmar.

Die Sieben Ringe der Zwerge Sie werden ebenso wie die neun Ringe der Menschen mit dem Gedanken verteilt, ihre Besitzer dem Willen Saurons zu unterwerfen. Allerdings scheitert die Macht der sieben Ringe an der Dickköpfigkeit der Zwerge. Sie beugen sich weder Saurons Willen, noch schwinden sie, wie die Menschen, als Geister dahin. Die Ringe steigern jedoch die Gier ihrer Träger nach Gold und anderen Kostbarkeiten. So soll auf dem Grund der sieben Zwergenschätze je ein goldener Ring gelegen haben (so wie der Ring des Alberich im Nibelungenhort). Später werden vier der Ringe von Drachen vernichtet, die anderen drei werden von Sauron zurückerobert. Über die Zerstörung der vier Zwergenringe existieren keine näheren Beschreibungen. In Der Herr der Ringe: Die Gefährten erzählt Gandalf, dass Drachenfeuer die Ringe zum Schmelzen bringen könne. Die einzigen bekannten Träger von Zwergenringen waren Thorin Eichenschilds Vater Thrain und sein Großvater Thror. Dieser Ring, der Durin III. gegeben worden war, war in der zwergischen Überlieferung der erste der Zwergenringe und wurde wie die drei Ringe der Elben von den Elbenschmieden gefertigt. Jedoch hatte Sauron bei seiner Herstellung mitgewirkt, so dass seine böse Macht zweifelsfrei auf diesem Ring lag.Der Herr der Ringe. – Anhänge: III Durins Volk. S. 1192. Er war zugleich der letzte freie Ring neben den Drei Ringen, bis er Thrain unter Folter in Dol Guldur abgenommen wurde.

Schöpfungen Feanors Die Silmaril Die Silmarilli (Q.), Bedeutung ‚Schimmernde Juwelen aus silima (Q.)‘, waren drei von Feanor in der Zeit nach der Loskettung Melkors (elbisch: Morgoth) geschaffene Edelsteine. Die von Varda geheiligten Juwelen enthielten das Licht der zwei Bäume und waren das Kunstvollste, das je von einem Elben geschaffen wurde.

Durch Feanors Eid, den er daraufhin schwor, wurde das Schicksal seiner Söhne und deren Häuser mit den von Melkor geraubten Silmaril verwoben. Melkor nämlich floh nach Mittelerde und ließ die Edelsteine in seine Eisenkrone einarbeiten. Dort blieben sie mehr als 400 Jahre, bis Beren und Lúthien einen der Silmaril von Melkor stehlen konnten, da Thingol ihn als Brautpreis verlangte.