Wetterburg ist ein Stadtteil von Bad Arolsen im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Geographische Lage Der Luftkurort Wetterburg liegt im Waldecker Land knapp 3 km östlich der Kernstadt von Bad Arolsen auf einem Bergrücken – südwestlich der Ruine der Wetterburg – zwischen Aar und Twiste. Die östlich am Dorf vorbeifließende Twiste ist hier zum Twistesee aufgestaut. Sie nimmt flussab nördlich der Twistetalsperre die von Westen kommende Aar auf, der von links die Bicke zugeflossen ist.

Geschichte Die Wetterburg

Im Jahr 1306 ließ Graf Heinrich IV. von Waldeck die Burg auf einem Felssporn zwischen Aar und Twiste errichten. Der Burgbau war seine Reaktion auf die Verpfändung von Volkmarsen und der Kugelsburg an den Erzbischof von Köln, Heinrich II. von Virneburg, im Jahr 1304. Der Bau entwickelte sich zu einem Streitobjekt zwischen dem Erzbistum Köln und den Waldecker Grafen.

Ortsgeschichte Die Entwicklung von Wetterburg war bis Mitte des 16. Jahrhunderts stark durch die wechselvolle Geschichte der 1306 erbauten Wetterburg beeinflusst. Im Jahr 1654 ließ Graf Josias von Waldeck neben der Burg eine ev. Kirche erbauen; vorher und seit dem 19. Jahrhundert erneut war der Ort ein Filial von Külte. Zwischen 1640 und 1750 entstanden um Wetterburg fünf Mühlen sowie Eisenhämmer.

Die ev. Kirche wurde 1654 als Saalkirche in Fachwerk über einem Steinsockel errichtet, 1824 erneuert, 1893 Chor und Westturm in Backstein angebaut, das Fachwerk an Ost-, Nord- und Südseite 2010 verschiefert. In einem Umbau von 1978 wurde die bauzeitliche Ausstattung durchgreifend verändert: von der L-förmigen Empore wurde der Nord-Teil entfernt, das auf 1656 datierte Gestühl wurde gegen neues ersetzt, von der ehemaligen Kanzel wurde nur das Brüstungsfeld mit Wappen und Inschrift behalten, der Altar wurde gegen einen neuen ausgetauscht, die vier Chor- und sechs Schifffenster erhielten künstlerischen Verglasungen von Erhard Jakobus Klonk, die Stirnwand des Chores ein Stein-Relief von Hermann Pohl; die Orgel von 1710 wurde überarbeitet, die Grabplatte von Engelbert Vierort († 1675), Stifter der ursprünglichen Kanzel, wurde unter dem Fußboden freigelegt.Dehio-Handbuch. Hessen I, 2008, S. 947.

Die 1973 bis 1981 gebaute Twistetalsperre wurde am 26. September 1981 vom damaligen Hessischen Ministerpräsidenten Holger Börner eingeweiht. 1984 wurde im Ort die Twisteseehalle als Mehrzweckhalle fertiggestellt. Beim Bau der Halle erbrachten die Wetterburger Eigenleistungen im Wert von 160.000 DM. Im gleichen Jahr wurde das „Lutherhaus“ der evangelischen Kirchengemeinde Wetterburg eingeweiht. Viele Bürger engagieren sich in den zahlreichen örtlichen Vereinen.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Zum 31. Dezember 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Wetterburg im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Stadt Arolsen eingemeindet. Für Wetterburg, wie für alle durch die Gebietsreform eingegliederten Gemeinden, wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Wetterburg angehört(e):

1510 und später: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Waldeck, Amt Wetterburg ab 1712: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Waldeck, Amt Landau ab 1807: Fürstentum Waldeck, Amt Landau ab 1815: Fürstentum Waldeck, Oberamt der Diemel ab 1816: Fürstentum Waldeck, Oberjustizamt der Diemel ab 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont (seit 1849), Kreis der TwisteTrennung zwischen Justiz (Kreisgericht Arolsen) und Verwaltung. ab 1867: Fürstentum Waldeck-Pyrmont (Akzessionsvertrag mit Preußen), Kreis der Twiste ab 1871: Deutsches Reich, Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis der Twiste ab 1919: Deutsches Reich, Freistaat Waldeck-Pyrmont, Kreis der Twiste ab 1929: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis der Twiste ab 1942: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck, Stadt Bad Arolsen ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg, Stadt Bad Arolsen

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Wetterburg 762 Einwohner. Darunter waren 30 (3,9 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 129 Einwohner unter 18 Jahren, 324 waren zwischen 18 und 49, 138 zwischen 50 und 64 und 168 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 378 Haushalten. Davon waren 165 Singlehaushalte, 96 Ehepaare ohne und 84 mit Kindern, 21 Alleinerziehende und 9 Wohngemeinschaften. In 6 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 21 Haushaltungen leben keine Senioren.

Einwohnerentwicklung

 Quelle: Historisches Ortslexikon 1541: 44 Häuser 1738: 39 Häuser 1770: 44 Häuser, 310 Einwohner

Historische Religionszugehörigkeit 1885: 482 evangelische (= 98,57 %), Sieben katholischer (= 1,43 %) Einwohner 1961: 520 evangelische (= 87,25 %), 56 katholische (= 9,40 %) Einwohner

Tourismus Der Twistesee und die Wälder in der Umgebung bieten zahlreiche Freizeitmöglichkeiten. Zu den Sehenswürdigkeiten gehört darüber hinaus die am nördlichen Ortsrand gelegene Wetterburg. Ausflugsziele in der nahen Umgebung sind die Barockstadt Bad Arolsen mit dem Residenzschloss sowie die Kugelsburg bei Volkmarsen.

Literatur Bau- und Kunstdenkmäler Kreis Twiste, S. 250–254. Robert Wetekam: Ortssippenbuch Wetterburg in Waldeck. Arolsen: Waldeckischer Geschichtsverein 1970 (= Waldeckische Ortssippenbücher 12)

Weblinks

Stadtteil Wetterburg. In: Internetauftritt der Stadt Bad Arolsen.

Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:Kurort in Hessen Kategorie:Ort im Landkreis Waldeck-Frankenberg Kategorie:Geographie (Bad Arolsen) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Waldeck-Frankenberg) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Staatlich anerkannter Erholungsort in Hessen Kategorie:Ersterwähnung 1321