Bosseborn ist der kleinste Stadtteil der Stadt Höxter. Der Ort ist ein typisches Höhendorf im Weserbergland und liegt in Westhanglage auf bis . Er ist mit seinen Wäldern ein beliebter Wanderort. Die Landesstraße L 890 führt von Ottbergen nach Ovenhausen durch den Ort. Die Kreisstraße K18 bindet Bosseborn an die Kernstadt von Höxter an.

Geschichte Urkundlich wird der Ort im 10. Jahrhundert als Boffesburium genannt, Berthold Kanne betrieb ab 1568 einen Kalkofen in Bosseborn. 1726 wurde die katholische Pfarrkirche St. Maria Himmelfahrt eingeweiht. Bosseborn gehörte bis 1803 zum Stift Corvey und anschließend bis 1807 zum Fürstentum Corvey. Von 1807 bis 1813 bildete Bosseborn eine Gemeinde im Kanton Höxter des Departements der Fulda im Königreich Westphalen und fiel dann an Preußen. 1816 kam die Gemeinde zum neuen Kreis Höxter, in dem sie zum Amt Höxter-Albaxen gehörte, aus dem im 20. Jahrhundert das Amt Höxter-Land wurde.

Das Gemeindelexikon für die Provinz Westfalen von 1887 gibt für die Landgemeinde Bosseborn eine Einwohnerzahl von 518 an (elf evangelischen und 507 katholischen Glaubens), die in 91 Wohnhäuser und Haushaltungen lebten. Die Fläche der Gemeinde (1.042 ha) unterteilte sich in 793 ha Ackerland, 21 ha Wiesen und 105 ha Wald.Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Westfalen, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band X), Berlin 1887.

Kirchlich besaß die Landgemeinde Bosseborn zu dieser Zeit eine eigene katholische Pfarrei. Die wenigen evangelischen Gläubigen gehörten der Pfarrei in Höxter an. 1894 erfolgte die Gründung des Männergesangvereins MGV Cäcilia Bosseborn. 1925 wurde der Ort an das Stromnetz angeschlossen, 1927 erfolgte die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Bosseborn.

Am 7. April 1945 wurde der Ort während des Zweiten Weltkriegs von US-amerikanischen Truppen eingenommen. Während des Kalten Krieges unterhielt das 43. belgische Artilleriebataillon mit Stützpunkt in Brakel von 1963 bis 1993 eine mobile NATO-Flugabwehrraketenbatterie vom Typ MIM-23 HAWK im Modexer Wald bei Bosseborn.

Am 1. Januar 1970 wurde Bosseborn in die Kreisstadt Höxter eingegliedert.

Im April/Mai 2016 wurde Bosseborn in den Medien durch den Kriminalfall Höxter bekannt, in dem ein Paar in einem Haus zwei Frauen ermordete und mindestens sieben weitere Frauen misshandelte und finanziell schädigte. 2017 geriet der Ort erneut in die Schlagzeilen, als in demselben Haus etwa 1.000 illegal angebaute Cannabis-Pflanzen aufgefunden wurden.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quellen 1650 ca. 200 1700 348 1821 394 1843 480 Geographisch-statistisch-topographische Übersicht des Regierungsbezirks Minden 1845 1864 544 Topographisch-statistisches Handbuch des Regierungs-Bezirks Minden 1866 1871 471 Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Westfalen 1871 1885 518 1895 504 Gemeindelexikon für die Provinz Westfalen: Volkszählung 1895 1900 514 01.12.1910 502 1925 478 1933 475 1939 465 1946 628 Volkszählung 1946 06.06.1961 496 31.12.1967 557 31.12.1969 576 23.06.1998 658 31.12.2003 639 31.12.2005 630 31.12.2006 621 31.12.2007 610 30.06.2011 571 31.12.2013 588 31.12.2015 529 31.12.2016 527 https://www.hoexter.de/portal/seiten/zahlen-fakten-908000012-22101.html?s_sprache=de&rubrik=908000004 31.12.2017 513 Stadtportrait Höxter 2017 31.12.2020 516 31.12.2021 521 Siehe auch Forsthaus Derenborn

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ortsteil von Höxter Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Kreis Höxter) Kategorie:Gemeindeauflösung 1970