Der plötzliche Reichtum der armen Leute von Kombach ist ein Autorenfilm von 1971, bei dem Volker Schlöndorff Regie führte. Er schrieb – zusammen mit Margarethe von Trotta, seiner späteren Ehefrau – auch das Drehbuch. Der Film basiert auf einer wahren Begebenheit, die sich im 19. Jahrhundert im Hessischen Hinterland ereignete. Als Grundlage für das Drehbuch diente das Gerichtsprotokoll. Der Film wurde in Schwarzweiß gedreht.

Handlung Nach mehreren Fehlversuchen gelingt am 19. Mai 1822 acht verarmten Bauern und Tagelöhnern aus dem Hessischen Hinterland ein Überfall auf einen Geldtransport des Landesfürsten, der monatlich von Gladenbach nach Gießen fährt. Der Raubüberfall geht als Postraub in der Subach in die Kriminalgeschichte ein. Für einen Augenblick scheint ihr Ziel erreicht zu sein, da ihr Leben sich radikal zum Positiven verändert. Erst später merken sie, dass sich damit nichts an den Ursachen ihrer Misere geändert hat. Zudem fallen sie durch ihren plötzlichen Reichtum in einer Armeleutegegend trotz größter Vorsicht auf, werden verhaftet, verurteilt und schließlich hingerichtet.

Allein dem Händler David Briel, der sich nicht durch einen Hof an seine Heimat gebunden fühlt und anders als die Bauern keine „Angst vor der Fremde“ hat, gelingt mit dem geraubten Geld die Flucht nach Amerika.

Hintergrund Für den in Wiesbaden geborenen Regisseur ist der Film für sein späteres Schaffen von Bedeutung: „Mit diesem Film habe ich eigentlich erst angefangen, mich zu entwickeln. Auch die Möglichkeit, mich an meine Kindheit in Hessen zu erinnern, hat mir gut getan“. Der Film beinhaltet Verweise auf hessische Autoren: Zitate aus Büchners Woyzeck und aus Grimms Märchen ließ Schlöndorff in den Film einfließen. „Bei den Arbeiten zum Film habe ich mich auch selbst als Bruder Grimm begriffen, als ich Material über die damalige Zeit gesammelt habe“, erinnert sich Schlöndorff an die Entstehung des Films. auf www.nh24.de

Kulisse In Bezug auf den tatsächlichen Charakter der mittelhessischen Landschaft zur Zeit der Handlung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts fallen einige Ungereimtheiten auf: So finden die Szenen im Wald zum großen Teil in rein hochstämmigen Fichtenforsten statt, die es damals in dieser Form noch nicht gab.Küster, Hansjörg (2008): Die Geschichte des Waldes. Von der Urzeit bis zur Gegenwart. München. 266 S. Die Szenen in offener Landschaft zeigen zudem stark flurbereinigte Parzellenstrukturen, wie sie größtenteils erst nach dem Zweiten Weltkrieg in Hessen entstanden sind.Born, Martin (1987): Die Entwicklung der deutschen Agrarlandschaft. Darmstadt. 185 S. Eine weitere Ungereimtheit ist der Anblick von Stromleitungen in einer Landschaftstotale zu Beginn des Films.

Drehorte Innen- und Außen-Aufnahmen wurden vom 7. September bis zum 9. Oktober 1970 im OdenwaldCineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film – Lieferung 2. Volker Schlöndorff. und um das Kloster Schäftlarn gedreht.

Aufführung Die Erstsendung erfolgte am 26. Januar 1971 bei HR 3, der Kinostart war am 29. Januar 1971 in Frankfurt am Main im Kino Die Lupe.

Auszeichnungen 1971: Deutscher Filmpreis in der Kategorie Beste Regie 1971: Festival Internacional de Cine de San Sebastián - OCIC Award

Kritiken

Literatur Der Postraub in der Subach: Original-Text Reproduktionen

Weblinks

Trailer (HD, 1080p) – eine Filmkritik

Einzelnachweise

Kategorie:Fernsehfilm (Das Erste) Kategorie:Schwarzweißfilm Kategorie:Filmtitel 1971 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Biedenkopf Kategorie:Volker Schlöndorff